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6 Kompressor-Kühlboxen im Test: Welche Kühlbox kühlt am Besten?

Als Ergänzung zum Kühlschrank: Eine Kompressor-Kühlbox ist nicht nur im Vorzelt richtig nützlich. Sechs aktuelle Modelle mit 18 bis 45 Liter Inhalt zeigen im Sauna-Test, wie cool sie wirklich sind.

Während der Fahrt funktionieren Wohnwagen-Kühlschränke oft nur mit geringer Leistung oder gar nicht, denn moderne Zugwagen schicken oft zu wenig Strom zum Wohnwagen. Manche Wohnwagenhersteller verzichten sogar auf die 12-Volt-Verkabelung des Kühlschranks.

Mit einer Kompressor-Kühlbox können auf dem Weg zum Urlaubsort dennoch verderbliche Lebensmittel mitgeführt werden. Im Gegensatz zu Kühltaschen bleibt der Inhalt – konstante Stromversorgung vorausgesetzt – beliebig lange kalt und kann bei Bedarf auch tiefgekühlt werden. Kurz: Die Kompressor- überzeugt im Gegensatz zu Absorber- oder Peltiertechnik mit weniger von der Umgebungstemperatur abhängiger Kühlleistung.

Sechs Kompressor-Kühlboxen mussten im Vergleich schwitzen

Unserem Test stellten sich insgesamt sechs Kompressor-Kühlboxen von Eberspächer, Engel, Waeco und Webasto, aufgeteilt in zwei Größenklassen: Geräte mit rund 40 Liter Inhalt für Vorzelt und Kofferraum und etwas handlichere Modelle mit 20 bis 35 Liter Inhalt, die auch im Fußraum oder auf der Rückbank des Zugwagens Platz finden und zudem einige Meter getragen werden können. Da die Kühlboxen von Eberspächer und Webasto baugleich sind, findet sich in jeder Größenkategorie nur je eine Box dieser beiden Anbieter.

Mit Preisen zwischen 549 und 695 Euro sind die Testexemplare nicht günstig. Doch im Dauerbetrieb überzeugt die Kompressortechnik im Vergleich zu anderen Kühlaggregaten durch hohe Zuverlässigkeit. Außerdem fällt der Stromverbrauch etwas geringer aus, da der Kompressor nicht während des gesamten Betriebs auf Hochtouren läuft: Hat die Box den Inhalt auf die eingestellte Temperatur heruntergekühlt, schaltet die Kühlung so lange ab, bis die Temperatur im Innenraum der Box zu steigen beginnt.

Die Lautstärke bei voller Kompressorleistung beträgt 46 dB (A) bei Waecos 41-Liter-Box, während sich die kleine Webasto TB18 mit 62 dB (A) bemerkbar macht. Ein enormer Unterschied, denn drei dB (A) entsprechen einer Verdoppelung des Schalldrucks. Vergleichbar sind 60 dB (A) mit einem PKW, der in zehn Metern Abstand zu einer Person vorbeifährt. Mit den gemessenen Werten ist das Ohr aber nicht dauerhaft konfrontiert, denn sobald der Kompressor abschaltet, summen die Kühlboxen nur noch leise.

Der Extremtest in der Sauna

Für den Extremtest mussten sich die Kühlboxen bei durchschnittlich 45 Grad Celsius in einer Sauna beweisen. Bereits nach zwei Stunden verzeichnete der Datenlogger weniger als 10 Grad in der 34-Liter-Kühlbox von Engel. Insgesamt kühlten alle Boxen nahezu gleichmäßig herunter. Auch ein kurzzeitiger Anstieg der Raumtemperatur bremste den Temperaturabfall nicht. Jedoch erreichte in der zweieinhalbstündigen Testzeit keiner der Testkandidaten die eingestellten minus fünf Grad.

Um die Hysterese, also die Temperaturregelung, zu messen, betrieben wir die Kühlboxen vier Stunden lang bei Zimmertemperatur. In diesem Versuch zeigen die Datenlogger in der kleinen Kühlbox von Waeco und der großen Eberspächer-Box starke Unregelmäßigkeiten (s. Diagramm "Halten der Temperatur" in der PDF-Datei). Die eingestellten fünf Grad Celsius hielten diese beiden Boxen nicht konstant. Stattdessen kühlten sie in Intervallen deutlich weiter herunter und heizten sich anschließend auf bis zu acht Grad auf. Die kompakte Kühlbox von Webasto kühlte zwar gleichmäßig herunter, erreichte aber noch nach vier Stunden nicht weniger als zehn Grad.

Diese Ergebnisse machen die Leistungsfähigkeit der mobilen Kühlschränke sichtbar. Damit der Caravaner aber rundum glücklich ist, muss die Kühlbox noch mehr bieten als angenehm temperiertes Bier.

Bei den 20-Liter-Modellen sticht die Box von Webasto mit ihrem Tragegurt heraus. Ein sinnvolles Extra, denn mit ihrem Gewicht von acht Kilo und ihrer schlanken Form lässt sich die Isotherm TB18 angenehm tragen. Jedoch vermissen Camper einen herausnehmbaren Korb. Dieser würde das Befüllen deutlich erleichtern, wenn der gesamte Inhalt vom Kühlschrank in die Box umgeladen werden soll.

Die Geräte von Engel beweisen im Praxistest hohe und gleichmäßige Kühlleistungen. Aufgrund von Größe und Gewicht lassen sie sich aber praktisch nur stationär einsetzen. Die Temperaturwahl über einen Drehregler ist bei Engel nicht so benutzerfreundlich wie mit den elektronischen Drucktasten der anderen Anbieter. Einstellen lassen sich nur Stufen von 0 bis 5, jedoch keine Gradzahlen. Eine Tabelle im Handbuch gibt jedoch Aufschluss über die ungefähren Temperaturen der einzelnen Stufen, was ganz gut klappt.

Gleichzeitig Bier kühlen und Handy laden

Die Waeco CoolFreeze CFX40 bietet als einzige Kühlbox im Test eine USB-Buchse. Sie dient als Ladebuchse für Geräte wie Smartphones oder Lautsprecher. Der Kühlleistung schadet diese Funktion nicht, da die Box ohnehin am Stromnetz oder an der Batterie angeschlossen sein muss.

Eine andere Besonderheit findet sich an den Boxen von Eberspächer und Webasto. Die Kühlleistung kann in zwei Stufen gewählt werden: Der energiesparende Eco-Modus eignet sich besonders für den 12-Volt-Betrieb an der Fahrzeugbatterie. Die höhere Leistungsstufe, ITC bei Webasto und Max bei Eberspächer genannt, bringt mehr Leistung.

Im Betrieb macht sich der erhöhte Stromverbrauch bemerkbar. Kurz nach dem Einschalten arbeiten die Kühlboxen auf der höheren Leistungsstufe mit 18 beziehungsweise 12 Watt mehr Leistung als im Energiesparmodus. Kann es so passieren, dass die Kühlboxen die Starterbatterie des Zugwagens leersaugen? Nein, denn alle Boxen sind mit einem Batteriewächter ausgestattet. Dieser schaltet den Kompressor ab, wenn die Spannung unter einen festgelegten kritischen Wert sinkt.

Fünf Kühlboxen lassen sich sowohl mit 12 Volt als auch mit 230 Volt an der Haushaltssteckdose betreiben. Wer die Kühlbox von Webasto auch zu Hause nutzen will, benötigt einen Gleichrichter. Geeignete Geräte mit mindestens fünf Ampere sind im Elektrofachmarkt bereits ab 30 Euro erhältlich.

Geht es um Kühlleistung und robuste Verarbeitung, sind die Kühlboxen von Engel erste Wahl. Legen Caravaner auch Wert auf Gewicht und Ausstattung, bietet Waeco das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

So testet CARAVANING

Nur mit viel Zeit können aussagekräftige Temperaturverläufe in Kühlboxen ermittelt werden. Darum haben wir die sechs Testgeräte über vier Stunden lang in Betrieb genommen. Während dieser Zeit haben Datenlogger in Abständen von zehn Minuten die Temperaturentwicklung in jeder Box aufgezeichnet. Alle Kühlboxen einer Größenklasse wurden gleichzeitig gemessen, damit sich Veränderungen der Umgebungstemperatur auf das gesamte Testfeld auswirken. Mit diesem Vorgehen ist sichergestellt, dass die Messergebnisse untereinander vergleichbar sind.

Ihre Leistungsfähigkeit mussten die Kompressoren bei mehr als 40 Grad Umgebungstemperatur beweisen. Dazu nahmen wir sie zweieinhalb Stunden lang in einer Sauna in Betrieb. Diese Wärme entspricht ungefähr der Temperatur in einem in der sommerlichen Sonne geparkten Pkw – und ist durchaus praxisrelevant.

Auch die Lautstärke der Kompressoren haben wir gemessen. Dabei wurde das Messgerät direkt an den Lüftungsschlitzen der Boxen platziert, den Kompressor stellten wir auf die höchstmögliche Leistungsstufe ein.

Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 01/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

Autor

Foto

Steffen Zink

Datum

1. Juni 2017
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