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Volvo V70 Cross Country: Der kleine Geländewagen

Viele komfortable Reisen und kaum Pannen bescherte uns der Volvo V70 Cross Country im 50 000- Kilometer- Dauertest.

Den Spuren des Elchs durch die schwedische Einöde zu folgen wäre mit diesem Auto gewiss kein unlösbares Problem. Der reichlich mit Bodenfreiheit versorgte Allradkombi V70 Cross Country (intern V70 XC genannt) nimmt unwegsames Gelände fast so professionell unter die grobstolligen Räder wie ein gestandener Geländewagen. Etwas können und dann auch tun ist bekanntlich aber zweierlei. Den Nobelkombi mit nachweisbarem Offroad-Talent werden seine Eigner eher selten von der gut gebauten Straße herab ins Elchrevier lenken – es sei denn, ein Caravangespann soll rutschfrei über eine nasse Campingplatzwiese transportiert, ein Bootsanhänger durch steiniges Gelände ans Wasser ge-schleppt werden. Bei ähnlicher Verrichtung hat sich der Cross Country im CARAVANING -Dauertest über 50 000 Kilome-ter ebenso seine Sporen verdient wie auf ausgedehnten Dienstreisen mit und ohne Anhang. Schlechtwegetauglich und dennoch komfortabel auf der Straße, leistungsstark, geräumig und dabei variabel als Familienauto – mit derlei Attributen glänzt der Cross Country im Alltag wie auf Urlaubstouren.

Genau zwölf Monate benötigte er für die 50 000er-Distanz bei CARAVANING ,wobei jeder Kilometer samt Werkstattkosten, Reifenverschleiß, Steuer, Versicherung, Kraftstoff und Wertverlust 0,56 Cent kostete. Für das in der oberen Pkw-Mittelklasse angesiedelte „Sport Utility Vehicle“ (SUV) ist das noch akzeptabel. Mechanische Störfälle blieben den Fahrern bis auf einen Zwischenfall erspart: Nach 18 000 Kilometern kam Kupplungsrupfen auf; vorsorglich wurde das Teil nach 21000 Kilometern auf Garantie erneuert. Bei drei Wartungsdiensten mussten ansonsten nur übliche Verschleißteile ersetzt werden (siehe Download: Logbuch). Die Offroad-Ganzjahresreifen zeigten erst nach 38 000 Kilometern starken Abrieb und wurden sogleich durch typgleiche Pirellis ersetzt. Mit dem höchstmöglichen Speed-Index H versehen, diktieren sie dem Cross Country auch die Höchstgeschwindigkeit: 210 Kilometer pro Stunde. Für den starken Fünfzylinder-Turbobenziner wäre das sonst gewiss noch nicht das Limit. Der flotten und von wenig Motorgeräusch begleiteten Gangart steht beim Anfahren jedoch eine merkliche Durchzugsschwäche gegenüber, die im Gespann auch ruppig mit der Kupplung umgeht.

Angenehm überrascht hat auf die Gesamtdistanz der Kraftstoffverbrauch: Mit durchschnittlich 10,3 Liter Super hat der Cross Country seinen ECE-Normverbrauch sogar leicht – um 0,2 Liter – unterboten. Im Soloeinsatz über Land genügten ihm meist weniger als 9 Liter pro 100 Kilometer. Im Caravan-gespann lag der günstigste Ver-brauch bei 13 Liter, der Spitzen-verbrauch bei 14,5 Liter. Bis 1800 Kilo darf ein gebremster Hänger am Volvo schwer sein. Mit 1500 Kilo Caravangewicht wurden im Schlingertest brauchbare Resultate erzielt. Kritik aber erntete der perma-nente Allradler mit Visco-Kupplung (Ausgabe 4/2002), weil beim Rangieren die Lenkung verhärtet. Das Navigati-onssystem mit offenbar unzureichender Daten-CD bescherte den wegsuchenden Fahrern bisweilen unliebsame Abstürze. Ansonsten aber: mehr Lob als Tadel für den vielseitigen Allradkombi.

Technische Daten
Hersteller: Volvo Car Germany GmbH
Modell: V70 Cross Country
Preis: ab 38400 EUR
Zul. Gesamtzuggewicht: 2220 kg
Hubraum: 2435 ccm
Anhängelast: 1800 kg
KW: 147 mm
PS: 200 mm

Autor

Datum

16. Juli 2002
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