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Outdoor-Lampen im Zubehör-Test: Campinglampen mit mehr als schönem Schein

Mit der richtigen Campinglampe geht Caravanern ein Licht auf. Ob im Freien oder unter dem Vorzelt: Caravaning hat fünf verschiedene Modelle getestet und in mehreren Kategorien bewertet. 

+++ Eine Übersichtstabelle mit ausführlichen Bewertungen der Campinglampen finden Sie im kostenpflichtigen PDF-Download. +++

Abends ist die Stimmung auf dem Campingplatz idyllisch. In warmen Sommernächten sitzen Urlauber gerne länger vor dem Caravan und lassen den Tag ausklingen.

Unverzichtbar ist im Dunklen eine gute Campingleuchte. Aber Achtung: Wer nur auf den hellsten Strahler setzt, findet die Erleuchtung nicht. Moderne Lampen müssen nämlich mehr können, als hell zu sein. Im CARAVANING-Test zeigen fünf unterschiedliche Campinglampen ihre individuellen Stärken und Schwächen. Denn wie gut eine Lampe ist, lässt sich nicht pauschal beurteilen. Wie so oft hängt auch bei den Lampen die Bewertung vom Einsatzzweck ab. So muss eine Leselampe andere Kriterien erfüllen als eine Raumbeleuchtung für das Vorzelt. Ausleuchtung, Lichtfarbe sowie Bedienung und Zusatzfunktionen unterscheiden sich von Lampe zu Lampe stark. 

Die meisten Campinglampen sind heute mit LED-Lichtern ausgestattet. Das zeigt sich auch in unserem Testfeld. Diese Technik ist leicht, kompakt, sparsam und langlebig. Dennoch hat die traditionelle Gaslaterne nicht ausgedient, weshalb wir eine mittesten. 

1. Ausleuchtung 

Soll ein Campingtisch ausgeleuchtet werden, muss die Lampe über eine große Fläche hinweg möglichst gleichmäßig strahlen. Den hohen Lampen gelingt das am besten. So leuchtet die Campingaz Lumostar Plus problemlos einen 150 x 80 Zentimeter großen Tisch aus. Mit ihrer weiten Abstrahlung stellt die Gaslampe alle LED-Leuchten aus dem Testfeld in den Schatten. Knapp darauf folgt die große Coleman Twist+ 300. Diese Lampe hat in 20 Zentimetern Abstand mit 311 Lux die größte Helligkeit, bricht aber bei 40 Zentimetern auf 39 Lux ein, was durch dunkle Tischränder sichtbar wird. Auch die Solarlampe von Carbest zeigt, dass starkes Licht nicht unbedingt weit leuchtet: Bei einer Helligkeit von 12 Lux in 40 Zentimetern Abstand zur Lampe liegen die Tischränder fast völlig im Dunklen. Da hilft es nicht viel, dass die Leuchte in 20 Zentimetern Entfernung mit über 200 Lux strahlt. 

Als Tischlampen eher ungeeignet sind die Kompaktleuchten von Quechua und Coleman. Dafür entfalten diese beiden Modelle ihre volle Lichtleistung, wenn sie kopfüber von der (Vorzelt-)Decke hängen. Dann strahlen die Lampen nicht nur zur Seite, sondern auch nach unten. Nützlich sind Hängelampen dann beim Kartenspielen und Lesen. 

2. Lichtfärbung 

Neben der Lichtmenge ist auch die Lichtfarbe ein Auswahlkriterium beim Lampenkauf. Denn die Färbung des Lichts beeinflusst Stimmung und Wohlbefinden. Im Vergleich leuchten die Coleman Pack-Away Pocket und die Quechua BLX 300 mit ihrem weißen Licht sehr neutral. 

Eine starke Blaufärbung zeigt sich bei der Laterne von Carbest. Dieses kalte Licht kann jedoch den Schlafrhythmus stören. Studien belegen, dass uns blau gefärbtes Licht schlechter einschlafen lässt, da der Körper geringere Mengen des Schlafhormons Melatonin produziert. Abendliche Entspannung stellt sich im Urlaub am ehesten durch ein warmes gelbliches Licht ein, wie es die Campingaz-Laterne abstrahlt. Aber: Eine zu starke Lichtfärbung ist sicher nicht jedermanns Geschmack. 

3. Bedienung 

Das ausgewogenste Licht hilft nichts, wenn sich die Leuchte nur umständlich bedienen lässt. Hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeitsind LED-Lampen die Favoriten. Mit einem Knopfdruck beginnen sie in der Regel zu leuchten. Bei der Twist 300+ hat sich Coleman eine ungewöhnliche, aber clevere Lösung einfallen lassen: Der Tragegriff fungiert gleichzeitig als Drehschalter. Die Campingaz Lumostar Plus erfordert etwas Vorbereitung: Vor dem Betrieb muss zunächst ein Glühstrumpf eingesetzt werden. Erst nach dem Vorglühen kann die Lampe entzündet werden. Die Kompaktlampen Coleman Pack-Away Pocket und Quechua BLX 300 besitzen einen Aufhängehaken mit Clipverschluss. Dieser ermöglicht eine Befestigung am Gestänge von Vorzelt oder Markise. Auch an gespannten Schnüren oder Ästen können die Lampen befestigt werden. 

4. Zusatzfunktionen 

Moderne Campinglampen bieten vermehrt Funktionen, die deutlich über die Lichtspende hinausgehen. So lassen sich die Leuchte von Carbest und die große Coleman-Laterne als Stromspeicher für Smartphone und Tablet verwenden. Ein USB-Anschluss bietet eine Schnittstelle, über die elektrische Energie übertragen werden kann. Dies vermindert allerdings die Leuchtdauer der Lampe. Bei der Carbest-Leuchte ist der Effekt dagegen nur halb so schlimm: Mit dem Solarpanel lädt sich die Lampe bei Sonnenbestrahlung auf. Die Coleman-Leuchte lädt zwar nicht autark, schützt ihren Akku aber vor ungewollter Entladung: Über den so genannten Battery Lock kann die Batterie bei langer Lagerung vom Verbraucher abgekoppelt werden. Dadurch entsteht kein Kriechstrom, der dem Akku ungewollt Energie entzieht. 

Beleuchtung für Vorzelt und Markise 

Fest installierte Lampen sind die komfortabelste Lösung für Caravaner. Auf dem Campingplatz ist ohnehin ein Anschluss an den Landstrom sichergestellt. Batterien werden dadurch überflüssig. Das LED-Band von Carbest kostet bei Reimo rund 63 Euro und spendet für Vorzelt und Markise Licht. Das fünf Meter lange Lichtband kann am Gestänge festgeklebt und in regelmäßigen Abständen gekürzt werden. Markisen-Hersteller bieten auch spezielle Systemlösungen an. So gibt es von Dometic den Powerchannel – eine Befestigung für die Führungsschiene der Markise. An einem Seitenarm wird eine Leselampe befestigt, welche jederzeit individuell positioniert werden kann. Die Powerchannel-Schiene kostet ab 219 Euro, die Leuchte gibt es für 79 Euro. Fiamma-Markisen können mit einer Lichtleiste versehen werden, die am Markisengestänge befestigt wird. Die Awning Arms LED kostet rund 73 Euro. 

So testet CARAVANING

Diesen Lampentest führte CARAVANING in einem vollständig abgedunkelten Fotostudio durch. Ein durchschnittlich großer Campingtisch wurde dafür mit zwei Maßbändern versehen. Die Lichtstärke haben wir mit einem Luxmeter gemessen, dazu legten wir das Gerät in verschiedenen Abständen auf den Tisch und notierten die Helligkeitswerte. Die Lichtverteilung haben wir fotografisch festgehalten, indem die Ausleuchtung mit manuell eingestellter Belichtung aufgezeichnet wurde. Außerdem wurde jede Lampe vermessen und gewogen. Sämtliche Funktionen der einzelnen Lampen listeten wir im Rahmen des Tests auf. Für die abschließende Bewertung bezogen wir die Qualität der Verarbeitung, Handhabung und die Standfestigkeit der Lampen ins Gesamtergebnis mit ein. 

Autor

Foto

Ingolf Pompe

Datum

6. September 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 8/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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