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Basiswissen Gas im Caravan

10 wichtige Fakten über Camping-Gas

Große und kleien Gasflaschen Foto: GOK, Dieter S. Heinz, Truma, WoGi/Fotalia 6 Bilder

Flüssiggas aus der Flasche sorgt im Caravan dafür, dass man Kochen, Heizen oder Kühlen kann. Gas ist sauber und ungefählich. Folgende 10 Dinge sollte aber jeder Caravaner darüber wissen und beachten.

17.06.2017
1. Woraus besteht das Gas in der Flasche?

Flüssiggas, technisch LPG (Liquified Petroleum Gas) genannt, ist ein Gemisch aus leichten Kohlenwasserstoffen. Hauptbestandteil ist Propan (C3H8) mit einem geringen Anteil an Butan (C4H10). Das Mischungsverhältnis variiert von Land zu Land und je nach Jahreszeit. Besonders im Winter ist ein hoher Propananteil nötig, denn es verdampft bereits bei minus 42 °C, während die Übergangstemperatur für Butan nur bei minus 0,5 °C liegt.

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LPG ist bei Umgebungstemperatur gasförmig, lässt sich jedoch bereits unter geringem Druck (etwa 8 bar) verflüssigen. Dadurch verringert sich das Volumen auf etwa ein 260stel. So passen etwa 6000 Liter Gas in eine 22 Liter fassende Elf-Kilo-Flasche.

2. Weshalb wird Gas ­beim Füllen gewogen?

Flaschen und Tanks dürfen nicht bis zum Stehkragen mit Flüssiggas aufgefüllt werden. Oben braucht es zwingend ein Gaspolster. Da oft noch Restmengen in der Flasche sind, darf nicht pauschal nach Litern zugefüllt werden, sondern nur so lange, bis beispielsweise elf Kilogramm erreicht sind. Das Flaschengewicht (Tara) wird individuell berücksichtigt. Bei Gastanks hingegen wird nach Litern gefüllt und abgerechnet. Hier verhindert ein automatischer Füllstopp Überfüllung.

3. Wie effektiv ist das Gas aus der Flasche?

Jedes Kilogramm Propangas liefert bei sauberer Verbrennung in etwa die gleiche Energiemenge wie 1,3 Liter Heizöl, 1,6 Kilogramm Kohle oder 13 Kilowattstunden Strom.

4. Weshalb ist ein Flaschenkasten nötig?

Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich bei Leckagen immer am Boden an. Die Flaschenkästen oder -schränke müssen daher eine unverschließbare Öffnung von mindestens 100 cm² freiem Querschnitt haben, die zur Außenluft führt. In Flaschenkästen oder -schränken dürfen sich zudem keine elektrischen oder andere Zündquellen befinden.

5. Wie sicher sind die Gasflaschen?

Bei sachgemäßem Umgang und Transport stellen Gasflaschen an Bord kein Risiko dar. Sie müssen durch Halterungen unverrückbar und fest mit dem Fahrzeug verbunden und gegen Verdrehen gesichert sein. Selbst bei Unfällen oder Feuer kann eine Gasflasche nicht explodieren, denn eine Schmelzsicherung öffnet rechtzeitig, und das Gas kann – so die Feuerwehr – ausströmen und kon­trolliert abbrennen.

6. Wozu braucht man einen Gasregler?

Der Druckregler muss den Flaschendruck von bis zu 16 bar auf den Betriebsdruck der Geräte, meist 30 mbar, herabsetzen. Dafür wird er unmittelbar an die Gasflasche angeflanscht und gut handfest angezogen – Achtung: Linksgewinde. Das Gehäuse ist mit einer flexiblen, federbelasteten Membran gegen den Deckel abgedichtet.

Der hohe Flaschendruck hebt das Ventil im Innern minimal an, und die Feder hält über den Ventilhebel so lange dagegen, bis im Gehäuse Betriebsdruck herrscht. Wichtig ist, dass beim Austausch nur noch nach DIN EN 12864 Anhang D gekennzeichnete Regler verwendet werden dürfen.

7. Wie viel Gas strömt aus der Flasche?

Was kaum einer weiß: Die mögliche Gasentnahme ist abhängig von der Flaschengröße. Je größer die Flasche, desto höher ist die maximale Gasentnahme, genauer gesagt der Gasfluss, in Gramm pro Stunde (g/h). Kurzzeitig lassen sich aus einer 5-kg-Flasche bis zu 1000 g/h Gas abzapfen, bei einer 11-kg-Flasche sind es immerhin 1500 g/h. Bei dauerhafter Entnahme sinken die Mengen drastisch: Für die 5-kg-Flasche liegen sie nur noch bei 200 g/h, bei einer 11-kg-Flasche können höchstens 300 g/h abgezweigt werden.

Wird beispielsweise bei der Heizung die volle Leistung abgerufen, kann das Wasserkochen etwas länger dauern, weil beiden Verbrauchern weniger Gas zugeteilt wird. Wer mehrere Gasgeräte mit hohem Verbrauch gleichzeitig betreiben möchte, sollte also besser gleich zur größeren 11-kg-Flasche greifen. Oder er bedient sich beim Wintercamping einer 33-kg-Flasche, die außerhalb des Fahrzeugs platziert wird.

8. Was muss ich unterwegs beachten?

Flüssiggasgeräte dürfen beim Tanken, in Parkhäusern, Garagen oder auf Fähren nicht benutzt werden. Einerseits, weil sich Gas und auch die Verbrennungsabgase in geschlossenen Räumen gefährlich konzentrieren können. Andererseits, weil Gasgeräte – auch Absorberkühlschränke – immer mit offenen Flammen arbeiten. Das kann beim Tanken natürlich gefährlich werden.

Hinzu kommt, dass die Flaschen während der Fahrt zugedreht sein müssen. Es sei denn, es ist ein Crash-Sensor vorhanden, der bei Unfällen verhindert, dass unkontrolliert Gas ausströmt.

9. Was passiert bei der Gasprüfung?

Alle zwei Jahre muss die Flüssiggasanlage von einem zertifizierten Sachverständigen begutachtet werden. Das gilt übrigens auch für Fahrzeuge, die vorübergehend nicht zugelassen sind. Bei der Gasprüfung werden Dichtheit und Funktion der Gasanlage gecheckt sowie das Alter der Geräte kontrolliert, etwa der Heizung, der Schläuche und der Regler. Für die Prüfung sollten eine nicht ganz leere Gasflasche angeschlossen sein und – falls vorhanden – Zündbatterien noch funktionieren. Die erfolgreiche Gasprüfung wird im gelben Bescheinigungsheft dokumentiert; dort steht auch, wann genau die nächste Prüfung fällig ist. Das Prüfungsjahr zeigt auch die Prüfplakette.

10. Wie verhalte ich mich in Notfällen?

Keine Panik, wenn im oder am Fahrzeug Gasgeruch wahrgenommen wird. Gehen Sie mit kühlem Kopf vor, und löschen Sie alle offenen Flammen – dabei selbstverständlich nicht rau­chen. Danach alle Geräte ausschalten, alle Gasflaschen zudrehen sowie sämtliche Fenster und Türen öffnen, um ordentlich durchzulüften. Wichtig: Keine elektrischen Schalter betätigen. Möglichst umgehend die gesamte Anlage vom Fachmann überprüfen lassen.

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