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Verkehrsregeln und Vorschriften für Camper

Mit dem Gespann im Straßenverkehr

Wohnwagengespann Foto: Dieter S. Heinz 8 Bilder

Sie sind mit ihrem Wohnmobil, Campingbus oder Wohnwagen unterwegs? Doch welche speziellen Verkehrsregeln sind zu beachten – Geschwindigkeit, Parksituation und vieles mehr? Wir haben nachgeforscht.

11.04.2017 Dieter S. Heinz

Hand aufs Herz – die Führerscheinprüfung liegt schon ein paar Jahre zurück, und da kann es schließlich vorkommen, dass man nicht mehr jeden Paragrafen der Straßenverkehrsordnung spontan parat hat. Zudem sind viele nicht ständig mit dem Wohn­mobil oder dem Wohnwagengespann unterwegs, weshalb so manche Sonder­vorschrift schnell einmal aus dem Bewusstsein rückt. Wir haben für Sie die wichtigsten Regeln und Vorschriften durchforstet, damit Neueinsteiger ebenso wie mancher alte Camperhase sagen können: So ist das also.

Darf ich mein Wohnmobil mit Saisonkennzeichen außerhalb des Nutzungszeitraumes am Straßenrand abstellen?

Nein. Nur angemeldete Kraftfahrzeuge dürfen den öffentlichen Verkehrsraum nutzen, und dazu zählt eben auch das Parken. Wohnmobile mit Saisonkennzeichen müssen also außerhalb des auf dem Kennzeichen angegebenen Nutzungszeitraumes separat auf Privatgrund überwintern.

Darf ich mit dem Gespann ganz links auf der dritten Autobahnspur fahren?

Meist nein, denn den linken Fahrstreifen dürfen außerhalb geschlossener Ortschaften alle Kraftfahrzeuge mit Anhänger nur dann benutzen, wenn sie sich dort zum Zwecke des Linksabbiegens einordnen müssen.

Wie schnell darf ich mit meinem Wohnmobil unterwegs sein?

In Ortschaften gelten 50 km/h. Außerhalb dürfen Wohnmobile bis 3,5 Tonnen auf Landstraßen maximal 100 km/h schnell sein. Auf Autobahnen sowie anderen Straßen mit getrennten Fahrbahnen für jede Richtung gilt diese Geschwindigkeitsbeschränkung nicht. Für Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 bis 7,5 Tonnen gilt außerhalb von Ortschaften Tempo 80, auf Autobahnen 100 km/h. Dickschiffe mit einer zulässigen Gesamtmasse über 7,5 Tonnen dürfen höchstens 60 km/h und auf Autobahnen 80 km/h fahren.

Wie schnell darf ich mit Hänger unterwegs sein?

Egal ob Wohnwagengespann oder Wohnmobil bis 3,5 Tonnen mit Motorradanhänger, außerhalb geschlossener Ortschaften ist das Tempo auf 80 km/h limitiert. Es sei denn, das Gespann erfüllt die Vorgaben der Tempo-100-Regelung und ist mit einem entsprechenden Aufkleber gekennzeichnet. Dann darf auf Autobahnen und vergleichbaren mehrspurigen Straßen – und nur dort – auch mit 100 km/h gefahren werden.

Darf ich auf dem Bürgersteig parken?

Ja, wenn das Wohn­mobil oder der Wohnwagen nicht schwerer als 2,8 Tonnen ist. Bei Wohnwagen ist diese Gewichtsgrenze eigentlich kein Problem, bei Wohnmobilen hingegen schon. Selbst aus­gebaute Kastenwagen wiegen oft schon über drei Tonnen und dürfen deshalb hier nicht parken. Einfache Begründung: Der Unterbau des jeweiligen Bürgersteigs ist nicht für so hohe Belastungen ausgelegt.

Darf ich im Ausland mit dem Gespann auch schneller als 100 fahren?

Wenn es die Vorschriften zulassen, theoretisch ja. Allerdings sind die meisten Wohnwagen bauartbedingt nur bis Tempo 100 freigegeben. Im Falle eines Unfalls kann die Versicherung daher Leistungen einschränken.

Darf ich meinen Wohnwagen auf meinem Gartengrundstück abstellen?

So praktisch es auch sein mag, den Wohnwagen aufs Gartengrundstück rangieren und gelegentlich als Wochenendhäuschen nutzen stellt – so der ADAC – nach vorherrschender Meinung in der Rechtsprechung eine "überwiegend ortsfeste Benutzung" im Sinne des Baurechts dar und bedarf einer baubehördlichen Genehmigung. Zu Wohnmobilen werden keine Aussagen gemacht, der Sachverhalt dürfte ­jedoch für diese Fahrzeuge ebenfalls zutreffen.

Darf ich hier mit meinem Gespann überholen?

Meist ja, denn das Zeichen 276 "Überholverbot für Lkw" gilt für alle Kraftfahrzeuge mit einer Gespann-Gesamtmasse über 3,5 Tonnen, wobei Personenkraftwagen ausdrücklich ausgenommen sind. Obacht bei Anhängerfahr­ten mit Wohnmobilen, die eben nicht als Pkw zugelassen sind.

Brauche ich Zusatzspiegel für mein Wohnwagengespann?

In der Regel ja. Und zwar dann, wenn der Wohnwagen breiter als das Zugfahrzeug ist. Die StVZO gibt vor, dass Spiegel oder andere Einrichtungen vorhanden sein müssen, mit denen der Fahrer auch beim Mitführen von Anhängern alle für ihn wesentlichen Verkehrsvorgänge beobachten kann. Faustregel: Bei durch Geradeausfahrt gestrecktem Gespann sollten die hinteren Kanten des Wohnwagens zu sehen sein.

Wo darf ich mein Wohnmobil oder mein Gespann parken?

Prinzipiell überall, wo die Parkfläche nicht durch Verbote reglementiert oder durch Zusatzschilder für bestimmte Fahrzeugarten (beispielsweise Pkw, Lkw oder Busse) reserviert ist. Ein Wohnwagen darf nicht über die Linienmarkierung hinausragen; ist er für die eingezeichnete Parkfläche zu groß, darf er sie nicht nutzen. Im Übrigen dürfen abgekoppelte Wohnwagen nicht länger als zwei Wochen am Fahrbahnrand abgestellt werden. Für angekoppelte Gespanne (und Wohnmobile) gilt diese Regelung nicht.

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