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Wie gibt man richtig Starthilfe?

Wenn die Autobatterie im Winter streikt

Starthilfe Foto: auto motor sport 6 Bilder

Im Winter kommen leere Autobatterien häufiger vor als sonst. Doch wie geht man am besten vor? Besser das Starthilfekabel auspacken oder doch anschieben? Wir zeigen, wie Sie richtig Starthilfe geben!

09.12.2016 Sarah Prietsch

Die meisten kenne dieses Tick-tick-tick-Geräusch, nachdem sie ihren Zündschlüssel umgedreht haben. Danach folgt – nichts! Der Wagen springt nicht an, das bedeutet, die Batterie ist leer. Vor allem im Winter, wenn die Temperatur auch mal weit unter Null sinkt, büßt die Autobattierie viel Kraft aufgrund der verlangsamten chemischen Reaktion ein. Zur Veranschaulichung: Sind es beim Starten bei -10 Grad noch 65 Prozent der eigentlichen Leistung, sinkt der Wert bei -22 Grad auf 50 Prozent. Je älter die Batterie ist, umso eher streikt sie beim Anlassen.

Der überall verbreitete Ratschlag, sein Auto in solch einem Fall anzuschieben, sollte lediglich im absoluten Notfall umgesetzt werden. Bei dieser Aktion besteht das Risiko, dass unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangt und diesen beschädigt.

Starthilfe mit dem Überbrückungskabel

Es ist folglich besser, wenn man auf das Starthilfekabel zurückgreift. Doch auch hier gibt es Risiken einer Beschädigung: Man sollte stets darauf achten, dass man die Leitung korrekt anklemmt – zunächst das rote Kabel an die Batterie-Pluspole von beiden Autos anschließen, anschließend das schwarze Kabel an den Minuspol des Helferautos, beim Pannenauto wird es an ein Metallteil im Motorblock angeklemmt. Dieser letzte Schritt ist wichtig, denn würde man das Kabel hierbei ebenfalls an den Minuspol schließen, könnten Funken entstehen, die wiederum Knallgase entzünden, welche die Batterie zerstören würden.

Als nächstes wird der Motor des Helferwagens gestartet, der Motor des Pannenfahrzeugs wird ebenfalls versucht zu starten. Wenn der Wagen anspringt, können Licht und Heckscheibenheizung eingeschaltet und die Kabel in umgekehrter Reihenfolge – erst schwarz, dann rot – wieder entfernt werden. Vorsicht ist hierbei auf routierende Teile geboten!

Zum Thema Sicherheit sollten Sie noch Folgendes beachten: Das Starthilfekabel muss gut dimensioniert sein. Ein Kabelquerschnitt von mindestens 16 mm² ist für Motoren über 2,5 Liter Hubraum ratsam, für alle Diesel sollten es 25 mm² sein. An der Kennzeichnung DIN-Norm 72 553 respektive ISO-Norm 6722 erkennt man übrigens geeignete Kabel.

Inspektion: Um solch einem Batterie-Vorfall zuvorzukommen, sollte man sein Fahrzeug regelmäßig zur Inspektion bringen. Hierbei wird der Generator auf Spannung und Stromstärke sowie die Batterie auf Alter und Kraft untersucht und gegebenenfalls ausgetauscht.

Wartung: Bei wartungsarmen Batterien sollte dennoch einmal im Jahr der Flüssigkeitsstand kontrolliert und gegebenenfalls mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden. Bei defekten oder wartungsfreien schwachen Batterien hilft meist nur noch ein Austausch. Zusätzlich sollte der feste Sitz der Polklemmen überprüft sowie die Batterie sauber und trocken gehalten werden.

Aufladen: Lässt sich der Motor bei Kälte schlecht starten, können Technik-Kenner ihren Akku aufladen. Das Abklemmen des Kraftpakets erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zur Starthilfe: Zuerst wird der Minuspol ab- oder angeklemmt, anschließend der Pluspol. Wichtig ist auch, dass die Batterie erst an das Ladegerät und dieses danach ans Netz geschlossen wird! Gibt es an der Batterie Verschlussstopfen oder entfernbare Abdeckleisten, sollte diese zuerst abgenommen werde. Vergessen Sie hierbei nicht die Säure! Aufgrund des entstehenden Knallgases sollte auf eine gute Lüftung der "Ladestelle" geachtet werden. Beim Abklemmen sollte immer zuerst das Ladegerät vom Netz getrennt werden, um Funken zu verhindern. Nach dem Abklemmen müssen Audiosysteme und individuelle Einstellungen der Bordelektronik oft neu programmiert oder kodiert werden.

Aufwärmen: Falls Ihre Batterie weder defekt noch ungenügend geladen ist, können Sie vor dem Starten zunächst für etwa 3 Minuten die Scheinwerfer einschalten. Ihre Batterie wird sich über diese Aufwärmphase freuen und einen höheren Startstrom liefern.

Start-Stopp-Automatik: Falls Ihr Auto mit dieser Automatik ausgestattet ist, schonen Sie zwar die Umwelt, belasten allerdings die Batterie. Aufgrunddessen haben solche Wagen besonders leistungsstarke Generatoren und spezielle Akkus, die für häufige Starts entwickelt wurden.

Schieben: Abgesehen davon, dass Sie Ihren Wagen nur im äußersten Notfall anschieben sollten, ist dies bei den meisten Fahrzeugen aufgrund des zu hohen Stromverbrauchs oder der Automatikschaltung nicht mehr möglich.

Schonen: Kurzstrecken unter zehn Kilometern schaden der Umwelt und belasten ebenso Ihre Autobatterie, da diese hierbei nicht vollständig aufgeladen wird. Bei Kurzstrecken im Winter wird die Batterie durch Heizung, Gebläse und Co. noch stärker belastet. Stockender Verkehr und Ampelstopps erhöhen ebenso die Belastung. Um sowohl die Lebensdauer als auch die Kaltstartleistung konstant zu halten, sollten Sie deswegen auf kurze Fahrtstrecken verzichten.

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