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Reich Easydriver im Test

Wirklich alles einfacher?

Easydriver eine neue Generation Rangierantriebe Foto: Andreas Becker 9 Bilder

Die Firma Reich hat ihre Rangierantriebe überarbeitet und in den Namen Easydriver ein großes Versprechen gepackt. Ob es gehalten wird, konnte CARAVANING bei einer ersten Probefahrt testen.

30.12.2014 Benjamin Büchner

Easydriver – der Name für die neuen Rangier-Antriebe aus dem Hause Reich ist ein vollmundiges Versprechen. Übersetzt lautet es: Alles wird einfacher, vor allem die Steuerung. Ob das Versprechen eingehalten wird, hat CARAVANING bei einer ersten Probefahrt auf dem Werksgelände in Nordhessen herausgefunden. Zwei Ausführungen des Easydriver bringt Reich ab Januar auf den Markt. Die Basic-Version muss per Hand an die Reifen des Caravans angeschwenkt werden. Wer auf die manuelle Bedienung verzichten möchte, erhält mit der Pro-Version ein automatisches Anschwenkgetriebe. Die Zahlen hinter der Modellbezeichnung geben die Höchstgewichte an, die die Mover bei einer Steigung von 15 Prozent bewegen können. 1.8 heißt 1.800 Kilogramm, 2.3 steht für 2.300 Kilogramm. Für Doppelachser sind die Easydriver 2.8 und 3.1 geeignet. Die Preise reichen von 1.599 Euro bis 3.998 Euro.

Die optionalen Optima-Batterien liefern bei 12 Volt Spannung 55 Amperestunden Strom für Ein- (389 Euro) und 75 Amperestunden für Zweiachser (339 Euro). Alternativ gibt es das 499 Euro teure Mobility Power Pack, ein Lithium-Ionen- Akku, der nur zwei Kilo wiegt und 8,8 Amperstunden Kapazität hat. Damit kann man die Easydriver an einem 1,6 Tonnen schweren Caravan bei 15 Grad Steigung etwa 20 Minuten mit Energie versorgen. Die Rangierantriebe bestehen, überall wo es möglich ist, aus hochstabilem Kunststoff. Für das Antriebsrollengehäuse verwendet Reich ein Gemisch aus Polyarylamid und Glasfasern. Das Material soll die Zugfestigkeitswerte von Aluminium (300 Megapascal) übertreffen, ist deutlich leichter und rostet zudem nicht.

Neue Wege geht Reich vor allem otpisch. Alle Easydriver sind weiß. Bei den größeren Modellen können sich die Kunden die Farbe der Abdeckkappe auf dem Antriebsrad aussuchen. Der Name des Produkts sticht ins Auge, während der Herstellername nebensächlich wirkt. Technisch wurden die Easydriver im Vergleich zum Vorgänger Move Control nur in Nuancen verbessert. Dadurch erhalten sie aber mehrere neue Fahroptionen. Einfachheit bieten Easydriver vor allem bei den Grundfunktionen der Fernbedienung. Die sind dank der Pfeiltasten intuitiv erkennbar. Drückt man die Taste mit dem Pfeil nach vorne, bewegt der Rangierantrieb den Wohnwagen nach vorne. Wählt man den Pfeil nach rechts hinten, wird eine Kurve dorthin eingeschlagen. Für die zusätzlichen Fahroptionen muss das Handbuch aber auswendig gelernt werden.

Wer einen Zweiachser automatisch in mehreren Zügen auf der Stelle nach hinten links wenden möchte, muss die Taste mit dem Pfeil nach links vorne und die mit dem Pfeil nach rechts hinten gedrückt halten. Diese Funktion ist dann nützlich, wenn der Wohnwagen auf weichem Boden steht. Bei einer Wende auf der Stelle würden sich die kurveninneren Reifen dann nämlich nicht bewegen und viel Boden aufreißen. Deshalb ließen sich stehende Wenden mit den alten Zweiachsermovern von Reich nicht fahren. Beim Easydriver gehören sie zum Programm und werden durch die Tasten mit Kurvenpfeil gefahren. Die Nutzer können selbst zwischen Flurschäden und Ärger mit dem Campingplatzbetreiber oder längerer Rangierdauer wählen. Das Spiel mit den Tastenkombinationen geht bei den Easydrivern für Einachser weiter. Wenn man dort eine einzelne Kurventaste drückt, drehen die Rangierantriebe die Räder beider Seiten in die gewünschte Richtung. Wer die Taste mit dem Pfeil nach links vorne und die mit dem Pfeil nach rechts hinten gedrückt hat, wendet seinen Caravan auf der Stelle: links bewegt der Easydriver die Räder dann nach vorne und rechts nach hinten.

Eine neue Steuerungsfunktion aller Modelle ist die geschwungene Kurve. Dafür gibt es die Tastenkombination aus dem Pfeil für die Geradeausfahrt und die Rechtskurve. Auf längeren Strecken lässt sich der Wohnwagen zwar so schon während des Anrollens auf einen Stellplatz zur Seite steuern, ohne die Vorwärtsfahrt unterbrechen zu müssen. Einfach zu erkennen ist es aber nicht, dass die Option zur Verfügung steht. Der Präzision des Rangiermotors tun die vielen möglichen Fahroptionen aber keinen Abbruch. Während der Probefahrt fand der Easydriver 1.8 Basic dank der Wendefunktion den Weg in eine Lücke auf dem Werksparkplatz sicher. Bei der Auffahrt auf einen Keil mit 25 Grad Neigung war der Easydriver auch nicht zu stoppen, wobei er bemerkbar mehr Anstrengung aufbringen musste als auf der leicht abschüssigen Werkseinfahrt.

Herstellerdaten

Einachser

Modell: Pro 1.8
Gewicht: ca. 32 kg
Steigfähigkeit: 15 % bei 1.800 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 20 A
Preis:  1599 Euro

Modell: Pro 2.3
Gewicht: 34 kg
Steigfähigkeit: 15 % bei 2300 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 25 A
Preis:  2099 Euro

Modell: Basic 1.8
Gewicht: 33 kg
Steigfähigkeit: 15 % bei 1800 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 20 A
Preis:  1049 Euro

Modell: Basic 2.3
Gewicht: 35 kg
Steigfähigkeit: 15 % bei 2300 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 25 A
Preis:  1349 Euro

Tandemachser

Modell: Pro 2.8
Gewicht: 64 kg
Steigfähigkeit: 12 % bei 2800 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 35 A
Preis:  3098 Euro

Modell: Pro 3.1
Gewicht: 68 kg
Steigfähigkeit: 12 % bei 3100 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 40 A
Preis:  3998 Euro

Modell: Basic 2.8
Gewicht: 66 kg
Steigfähigkeit: 12 % bei 2800 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 35 A
Preis:  1998 Euro

Modell: Basic 3.1
Gewicht: 70 kg
Steigfähigkeit: 12 % bei 3100 kg
Stromaufnahme in der Ebene: 40 A
Preis: 1598 Euro

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Ausgabe 12/14
Heft 12 / 14 18. November 2014 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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