E-Antriebs-Trend beim Caravan-Chassis

Drei E-Visionen für das Wohnwagen-Chassis

E-Chassis Bosch und Knaus Foto: Knaus 7 Bilder

Der E-Antrieb findet auch Einzug in die Caravanbranche. Wir zeigen drei elektrifizierte Caravan-Chassis von Dethleffs und ZF, Knaus und Bosch sowie Alko und Huber.

Der Elektrotrend ist allgegenwärtig und macht auch vor der Freizeitbranche nicht halt. So wurde im Reisemobilbereich dieses Jahr ein E-Wohnmobil von Iridium präsentiert und Dethleffs hat mit dem Globevan den ersten Plug-In-Hybrid-Campingbus auf den Markt gebracht. Und in der Caravanbranche? Da tüfteln die Entwicklern am E-Wohnwagen-Chassis.

Dethleffs eCoco (2020) Studie: Dethleffs eCoco (2020) Der erste Elektro-Caravan

Drei elektrifizierte Caravan-Chassis waren auf der diesjährigen Jahresmesse, dem Caravan Salon, zu sehen. Vorreiter Dethleffs hat gemeinsam mit ZF seinen Coco E-Home mit 400-Volt-Technik einen Schritt weiterentwickelt hat. Aber damit nicht genug: Alko und Knaus zeigen gemeinsam mit deren Entwicklungspartnern Huber Automotive AG und Bosch Engineering 48-Volt-Antriebssysteme, die eher als Stromgeneratoren und Traktionshilfe im niedrigeren Geschwindigkeitsbereich denn als Reichweitenverlängerer gedacht sind.

CARAVANING hat sich die Systeme genau angesehen und zeigt, wie die Wohnwagen-Hersteller den E-Antrieb ans Chassis bringen wollen.

Vision 1: Bedarfsantrieb und Dynamo

E-Chassis Caravan Salon Foto: Hersteller
In Zukunft soll dieses E-Chassis autonom zu bewegen sein.

Als größter Chassis-Lieferant der Branche setzt auch Alko auf Elektrifizierung: Das mit Huber Automotive entwickelte E-Chassis, basierend auf der neuen Leichtbau-Plattform Alko-X, soll künftig sogar in der Lage sein, einen Caravan autonom zu bewegen.

Der Gedanke dahinter: Mit den entsprechenden Sensoren rollt der Caravan vom Empfang autonom bis in die vorgesehene Parzelle. Dort angekommen, soll sich die Bordbatterie am Stromnetz aufladen lassen. Wird viel Strom benötigt, zum Beispiel für die Klimaanlage, arbeitet der E-Motor während der Fahrt als Dynamo. Natürlich soll der Motor auch als Stabilisierungssystem und als Antrieb dienen, falls das Zugfahrzeug feststeckt.

Vision 2: Smarter und flexible Stromspeicher

E-Chassis Caravan Salon Foto: Hersteller
Dank einzelner Akkupacks lässt sich die Anzahl variieren.

Das System von Knaus und Kooperationspartner Bosch Engineering besteht aus drei Komponenten: E-Achse, Senoren und Akkus; alles unabhängig vom Zugfahrzeug. Rekuperation, also die Bremsenergierückgewinnung, ist eines der Hauptziele bei der Entwicklung vom 48-V-System. 48 Volt, weil die E-Maschine am Chassis mit einem 48-V-Generator betrieben wird.

In naher Zukunft sollen das System aber noch viel mehr leisten: Elektrisches Heizen, Klimatisieren und längere autarke Standzeiten sind hier nur einige Beispiele. Auf die Frage nach dem Mehrgewicht gibt es bei allen Herstellern ähnliche Antworten: Durch das elektrifizierte Chassis samt Antrieb könne man sich Rangiersystem, Bordbatterie und Antischleudersystem sparen. Damit würde sich das Mehrgewicht größtenteils relativieren.

Eine Besonderheit des geplanten Bosch-Systems ist sein modularer Aufbau: Je nach Energiebedarf können bis zu acht einzelne Akkupacks eingesetzt werden. Außerdem kann das Konzept um tragbare Energiespeicher erweitert werden. Vorteil: Die Akkus lassen sich auch anderweitig, beispielsweise im E-Roller, nutzen. Darüber hinaus ist eine Connectivity Unit angedacht, mit der Camper über eine App die Rekuperation des eigenen E-Chassis einstellen können.

Vision 3: Der Caravan als Antreiber

E-Chassis Caravan Salon Foto: Frank Eppler
Besonderheiten des E-Coco: Scheibenbremsen und Zugentlastungsmodul.

Das Machbare ausloten will die Erwin Hymer Group mit dem Dethleffs E-Home Coco. Der Konzern und ZF arbeiten mit einem Hochvolt-System, das dünnere Kabel und leichtere Motoren ermöglicht. Apropos: Statt einer kommen zwei E-Maschinen zum Einsatz, um den Caravan per „Torque Vectoring“ stabilisieren zu können. Außerdem soll der Coco nicht nur bei niedriger Geschwindigkeit als Traktionshilfe dienen, sondern dauerhaft antreiben.

Da Wohnanhänger nicht schieben dürfen, misst ein Kraftsensor des Zugentlastungsmoduls, wie stark der Motor arbeiten muss, damit die Anhängelast konstant bei einem niedrigen definierten Wert bleibt. Was sich verändert hat? Die Lithium-Batterien sitzen nun in einem crashsicheren Innenrahmen, der im Chassis verankert ist. Feiner dosierbare Scheibenbremsen sollen besser mit dem E-Antrieb harmonieren.

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