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Gebrauchter Bürstner City Baujahr 1987

In Handarbeit zum Vintage-Caravan umgestaltet

Bürstner City DIY Foto: Dieter Heinz 35 Bilder

In monatelanger Handarbeit hat Frau Kocherscheidt einen Bürster City von 1987 zu einem schicken Vintage-Caravan umgestaltet. Mit viel Liebe zum Detail hat sie einen einzigartigen Wohnwagen geschaffen.

30.04.2018 Philipp Heise

Auf der Suche nach gebrauchten Caravans ist uns eine besondere Perle ins Netz gegangen. Obwohl der Bürstner City (Bj. 1987) von Frau Kocherscheidt nicht ins Raster unsere Suche passte, haben wir uns den liebevoll umgebauten Caravan einmal vor Ort angesehen und bei der Gelegenheit die Besitzerin mit Fragen zu ihrem Projekt gelöchert:

Wie kamen Sie auf die Idee, den Bürstner umzugestalten? Was hat Sie inspiriert?

Wir haben festgestellt, dass alle angebotenen Wohnwagen, egal ob alt oder neu, für uns irgendwie keine Persönlichkeit haben. Außerdem entspricht der Einrichtungsstil der meisten Gebrauchten einfach nicht unserem Geschmack. Irgendwann kam mir dann die Idee: Mensch, es ist ein Wohnwagen – da steckt das Wort Wohnen drin. Warum also den Caravan nicht so wohnlich umgestalten, dass er mir gefällt? – Damit war die Idee für den Umbau geboren.

Wie viel hat der Caravan ursprünglich gekostet?

Das Modell wird auf dem Markt zwischen 2000 und 3000 Euro gehandelt. Unserer lag mit Freundschaftspreis auch in dieser Region.

In welchem Zustand war der Wohnwagen damals?

Der Wohnwagen war auch vor seiner Umgestaltung schon eine solide und technisch einwandfreie Basis, da er von den Vorbesitzern gepflegt- und immer untergestellt wurde.

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Wie lange hat es gedauert? Wie viele Stunden Arbeit stecken in dem City?

Ich ärgere mich ziemlich darüber, dass ich das nicht genau sagen kann, da ich mir nichts aufgeschrieben habe. Schätzungsweise hat es zwischen zwei und drei Monaten gedauert. Wobei ich das Projekt als Mutter von vier Kindern immer nur in meiner Freizeit vorantreiben konnte.

Was hat das Umstyling gekostet?

Ohne Arbeitszeit sind etwa 2000 Euro für das verwendete Material draufgegangen. Die Farben und Lacke sind dabei der größte Kostenfaktor.

Kann das jeder? Haben Sie so etwas schon mal vorher gemacht? Oder haben Sie sich alles selbst beigebracht?

Ohje, ich denke nicht, dass das jeder auf Anhieb kann. Etwas handwerkliches Geschick und vor allem Durchhaltevermögen sind bei solchen Projekten wichtige Grundvoraussetzungen. Irgendwann kann man die Farbe Weiß nämlich nicht mehr sehen. Geschick mit Stoffen und im Umgang mit der Nähmaschine gehört natürlich auch dazu.

Fällt man mit so einem hübschen Caravan auf? Wird man viel angesprochen auf dem Campingplatz?

Ich kann es nur annehmen. Wir waren mit dem Bürstner leider nie campen. Wir haben wegen der Kinder parallel ein Reisemobil angeschafft, in dem wir bei gemeinsamen Reisen alle genügend Platz haben.

Hängt Ihr Herz nicht an dem Wagen, nachdem Sie mit dem Umbau so viel Zeit verbracht haben? Warum verkaufen Sie den Caravan jetzt?

Ich wäre natürlich schon traurig, wenn der nächste Besitzer den Bürstner völlig anders gestaltet. Aber da muss ich natürlich auch ein Stück weit realistisch bleiben, denn es geht mich dann ja einfach nichts mehr an.
Wir verkaufen den Caravan, weil er für unsere Familie einfach zu klein ist.

Ihr Caravan ist so ganz anders als die Standardcaravans, die es so auf dem Markt gibt. Warum meinen Sie trauen sich die Hersteller nicht, so einen modernen Stil zu fahren?

Das kann ich natürlich nur vermuten. Aber die Hersteller müssen natürlich den Geschmack der breiten Masse treffen. Das funktioniert mit einer solch individuellen Umgestaltung natürlich nicht wirklich.

Wie groß ist die Resonanz auf Ihr Inserat?

Die Resonanz ist sehr groß. Wir haben ihn parallel auf einer Facebook-Seite für Verkäufe im Umkreis eingestellt. Mit wirklichen Interessenten ist es aber noch schwierig. Da sind viele wohl wegen des hohen Kaufpreises erschrocken (VB 6000 Euro). Insgesamt bin ich aber absolut positiv überrascht. Der umgestaltete Bürstner City ist übrigens immer noch zu haben. Wenn Sie Interesse an diesem Schmuckstück haben, können Sie Frau Kocherscheidt eine E-Mail schreiben: conkocherscheidt@icloud.com.

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Gibt es einen heißen Tipp, den Sie jemanden, der so eine Wohnwagenaufbereitung plant, geben können? Ein guter Ratschlag?

Geduld steht an erster Stelle. Zudem muss man absolute Lust an Farben und Materialien haben. Und das Wichtigste: Man darf keine Angst vor Fehlern haben. Wenn mal was schief läuft, kann man es auch wieder wegmachen – zumindest meistens.

Was war die größte Schwierigkeit während des Umbaus?

Ganz klar das Wetter. Der Umbau hat zum Großteil in der kalten Jahreshälfte stattgefunden. Die Lacke dürfen aber nur in einem Temperaturfenster zwischen 10 und 25 Grad Celsius verarbeitet werden. Natürlich kann man sich an kalten Tagen mit Näharbeiten beschäftigen, aber die sind eben auch irgendwann fertig.

Lohnt sich ein solcher Umbau und würden Sie so ein Projekt noch mal angehen?

Ja, ich würde es nochmal machen. Wir überlegen sogar einen Caravan für uns zu kaufen, wenn die Kinder größer sind. Denn würde ich dann wieder nach unseren Vorstellungen herrichten.

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