Würdig 301-2 Dübener Ei Klaus Zwingenberger
Würdig 301-2 Dübener Ei
Würdig 301-2 Dübener Ei
Würdig 301-2 Dübener Ei 4 Bilder

Teardrop-Caravan Würdig 301-2 aus der DDR

Unterwegs mit dem Dübener Ei

Auch wenn wir nichts hatten: Wir haben was daraus gemacht. Etwa Campingurlaub im Dübener Ei von Berlin in die tschechische Hohe Tatra und über Krakow, Polen zurück.

Mitte der 1970er Jahre kaufte ich mir für 5335 Mark einen Campinganhänger Würdig 301-2, ein „Dübener Ei“ oder auch „Wanderniere“ genannt. Er war ein Campinganhänger in des Wortes reiner Bedeutung, ein „Zeltaufsteiger“. Seit 1937 in Bad Düben hergestellt, übernahm Karl-Bernhard, Sohn des Firmengründers Max Würdig, in der Nachkriegs-Klein-Produktion den Ansatz, dass Camping mit festem Dach auch spartanische Züge behalten darf.

Grundriss des Würdig 301-2

Der leichte Caravan ware gerade einmal 3,80 Meter lang bei einer Breite von rund 1,75 Meter und einer Höhe von 2,15 Metern. Der Innenausbau war typisch für Wohnwagen in Tropfenform: Im Bug eine Möblezeile als Küche, im Heckbereich eine Sitzgelegenheit, die zum großen Bett umgebaut wurde. Für genügend Tageslicht sorgten ein Bugfenster sowie jeweils ein Seitenfenster auf den Seitenwänden des Caravans.

Insgesamt blieb der Anhänger bar jeden Komforts, verzichtete auf Polster, Gardinen, Übergardinen, Tisch und Kochanlage. Seine Nutzer sollten sich Luftmatratzen und Campingkocher mitbringen – oder diesen „Luxus“ als Zubehör erwerben. Ich erwarb. Als Redakteur der Zeitschrift „Der Deutsche Straßenverkehr“ (heute AUTO Straßenverkehr) war ich viel im Lande unterwegs und stieß mich an der aufwendigen Quartiersuche bei mehrtägigen Dienstreisen. Das Ei sollte mir Erleichterung bringen.

Würdig 301-2 Dübener Ei
Klaus Zwingenberger
Viel Komfort gab es im Würdig zwar nicht, jedoch konnte man in der schönen Natur darüber hinweg sehen.

Urlaub zu viert im Dübener Ei

Der Wunsch erfüllte sich nur teilweise, weil das Fahren und vor allem auch das Parkieren mit einem Anhänger im Schlepp die Beweglichkeit doch mehr einschränkte als gedacht. So führte ich den Anhänger auf seine ursprüngliche Bestimmung zurück. Gern erinnere ich mich an Urlaubsreisen in die Tschechoslowakei mit einem Wartburg als Zugwagen und nach Warschau mit dem Ei an einem Golf D. Dabei schliefen die Eltern und der größere Sohn als Längsschläfer zu dritt auf dem Bettplatz. Die jüngere Tochter passte in den Fußraum zwischen Bett und „Küche“.

Beide Zugwagen waren mit dem nur 270 Kilo schweren und für 400 Kilo Gesamtmasse zugelassenen Anhänger ohne Bremse nicht überfordert. Besondere Aufmerksamkeit heimste die Kombination Golf plus Würdig-Anhänger ein: ein Pkw mit neuester Kfz-Technik vor Anhänger auf Vorkriegsniveau.

Infos zum Würdig 301-2, Dübener Ei (1970er Jahre)

Maße L/B/H: 3,80/1,75/2,215
Masse im fahrbereitem Zustand: 270 kg
Maximale Gesamtgewicht: 400 kg

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