Camping am Ufer der Drôme

Campingplatz-Tipp Frankreich Camping Gervanne am Ufer der Drôme

Wer die Natur liebt, dem sei dieser charmante Platz am Drôme-Tal, in Südfrankreich ans Herz gelegt. Die gute Erreichbarkeit und der Fluss direkt hinter dem Platz machen ihn besonders attraktiv.

Gervanne Camping Thomas Cernak
Gervanne Camping
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Gervanne Camping 11 Bilder

Der Renault 16 debütierte 1965. Mit Frontantrieb und Schrägheck, damals neu in der Mittelklasse, wurde er schnell zum Verkaufsschlager – trotz bescheidener Motorisierung (55 PS). Als bescheiden muss man auch die Ausstattung in der ersten Zeit von Gervanne Camping bezeichnen, den die Eheleute Janine und Raymond Gontard im selben Jahr eröffneten. Damals war es eine alte Kuhweide an der Mündung der Gervanne in die Drôme, im Süden der damaligen Region Rhône-Alpes im Südosten Frankreichs. Diese wurde 2016 im Zuge einer frankreichweiten Neugliederung zur Region Auvergne-Rhône-Alpes erweitert und umbenannt.

Gervanne Camping
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Kein Empfang im Marmorsaal, dafür aber überzeugt die große Herzlichkeit im Umgang mit den Gästen.

So dauerte es immerhin fünf Jahre, bis das erste von inzwischen drei Sanitärhäusern zur Verfügung stand – und bis 1985 musste man sich im Tabakladen im Dorf anmelden. Doch das ist Schnee von gestern: Der Platz spielt zwar auch heute nicht in der Luxusliga, aber genau darin liegt auch sein Reiz. Die gepflegten Einrichtungen sind betont einfach gehalten.

Mit einer Ausnahme: Das attraktiv gestaltete, beheizte und 220 Quadratmeter große Freibad mit Whirlpool erscheint mindestens zwei Klassen höher angesiedelt. Es entstand nur zwei Jahre, nachdem Tochter Catherine und Sohn Jean-François 1997 die Führung übernommen hatten. Die Pool-Terrasse erhielt 2014 eine Auffrischung.

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Südsee-Feeling: Badespaß pur verheißt der schöne Pool.

Zu jener Zeit wurden auch Restaurant und Bar neu gestaltet. Sie fallen in den Zuständigkeitsbereich von Jean-François, während seine Schwester und ihre Mitarbeiterinnen im funktionalen Rezeptionsgebäude sich unentwegt darum kümmern, dass die Gäste sich rundum wohlfühlen.

Catherine berichtet, dass in jedem Jahr mehr Deutsche ihren Campingplatz entdeckten, der nur 25 Kilometer östlich von der A 7 entfernt liegt, auch "Autoroute du Soleil" genannt – und bei nicht wenigen ein zweiter und dritter Aufenthalt folge. Es sei wohl eine Mischung aus großer Naturbelassenheit und einem Quäntchen Komfort, die vielen Urlaubern gefiele – nicht nur aus Deutschland, erklärt sie.

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Alte Bäume spenden Schatten.

Eine Besonderheit sollte nicht unerwähnt bleiben: Durch den Platz verläuft die D 93, gleichzeitig Hauptstraße des Ortes. Sie ist jedoch nur mäßig befahren, da der Fernverkehr zwischen Crest und die über die besser ausgebaute D 164 mit großem Abstand am anderen Ufer der Drôme vorbeirauscht. Dazu gibt es eine Fußgängerunterführung, welche die beiden Teile verbindet. Im oberen liegen Rezeption, Restaurant, Freibad und Laden. Dieser versorgt zwar hauptsächlich die Campinggäste, hat aber, da an der Straße, ganzjährig offen.

Die Quelle der Drôme entspringt in den Bergen auf einer Höhe von 1.033 Metern. Der türkisfarbene Fluss schlängelt sich 111 Kilometer ungebändigt gen Westen und mündet südlich von Valence in die Rhône. Nach mediterraner Art führt die Drôme im Sommer wenig Wasser, was sicheren Bade- und Paddelspaß garantiert.

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Cool: Paddlerglück und Abkühlung vor der Wohnwagentür.

Der besondere Tipp

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Buntes Treiben herrscht jeden Mittwoch- und Samstagvormittag, wenn die Kleinstadt mit ihrem ausgeprägten provenzalischen Charme zum Wochenmarkt einlädt.

Buntes Treiben herrscht jeden Mittwoch- und Samstagvormittag, wenn die Kleinstadt mit ihrem ausgeprägten provenzalischen Charme zum Wochenmarkt einlädt. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt: Seifen, Parfums, Töpfe, Geschirr, Socken, Unterwäsche, Tomaten, Gurken, Knoblauch – und natürlich Picadon, den pikanten Weichkäse aus Ziegenmilch aus der Region.

Faszinierender Vercors-Naturpark

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Schroffe Felswände kennzeichnen das wilde Vercors-Gebirgsmassiv.

Nördlich der Drôme ragen die bis zu 2.340 Meter hohen Berge im Parc naturel régional du Vercors in den meist stahlblauen Himmel. Sie prägen markante Felsplateaus, tiefe, enge Schluchten, in die nie ein Sonnenstrahl zum Boden dringt, sowie kurvenreiche Pässe und sattgrüne Täler. Zu den landschaftlichen Glanzlichtern zählt etwa die Cascade de la Druise, ein 72 Meter hoher Wasserfall am Südzipfel des Gebirges.

Zum Wasserfall gelangt man über einen Pfad, der rund 20 Minuten teils steil nach unten führt. Da es am Grund auch im Hochsommer angenehm kühl ist, pilgern im Juli und August viele Familien dorthin, um der üblichen Hitze zu entfliehen. Wer Ruhe schätzt und es weniger heiß mag, sollte daher, falls möglich, lieber Mai, Juni oder September als Reisezeit wählen.

Bewertung

  • Lage 2 von 3 Punkten: Ruhig an der Mündung der Gervanne in die Drôme, geteilt durch eine Straße mit Fußgängerunterführung, direkter Zugang zum Strand.
  • Ausstattung 2 von 3 Punkten: Durchweg große, schattige Stellplätze, beheiztes Freibad mit Whirlpool, gute Sanitäranlagen, Beachvolleyballfeld, Restaurant, Bar.
  • Freizeitwert 2 von 3 Punkten: Fahrrad- und E-Bike-Verleih, Kinderanimation, Kajak- und Kanusport, Sportprogramme, Golf, Naturpark Vercors, Drôme-Tal, Roanne-Tal.
Gervanne 26400 Mirabel-et-Blacons (FR) 1 Bewertung 45,90 EUR/Nacht

Fazit

Ein traumhaft schöner Campingplatz für Gäste, die die Nähe zur Natur schätzen und vielleicht auch gerne mal paddeln. Ausgestattet mit Rezeption, Restaurant, Freibad und Laden hält auch ein Quäntchen Komfort Einzug auf dem Campingplatz Gervanne.

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