Quartzsite/Arizona: Größter Campingplatz der Welt

Quartzsite - der größte Campingplatz der Welt 2 Millionen Campende in der Wüste Arizonas

Jedes Jahr pilgern bis zu zwei Millionen Campende in das kleine US-Wüstenstädtchen Quartzsite in Arizona, um dort zu überwintern. Die Stadt verwandelt sich in einen einzigen großen Campingplatz.

Quartzsite Arizona Wikipedia

Quartzsite ist ein kleiner Ort mitten in der Wüste von Arizona. Hier leben gerade einmal 4.000 Einwohner. In den Wintermonaten verwandelt sich Quartzsite in einen riesigen Campingplatz. Bis zu zwei Millionen CamperInnen strömen dann auf die unterschiedlichen Campingflächen rund um das Zentrum. Auf ein Haus kommen dann etwa 500 Campingfahrzeuge.

In dem Wüstenort im Westen Arizonas gibt es nicht nur einen großen Campingplatz, sondern um viele kleinere Campingplätze. Ungewöhnlich: Es gibt nur wenige "Full Hook-up"-Parzellen, wie sie in den USA üblich sind, sprich: Stellplätze mit Frischwasser, Abwasser-, TV- und Stromanschluss. Viel mehr suchen sich die Camperinnen und Camper ein schönes Fleckchen in der Natur – und das ganz legal.

Eine Stadt voller Campingplätze

Auf Google Maps sind rund um das Zentrum von Quartzsite etwa 14 Campingplätze oder RV Parks aufgelistet, wie sich Stellplätze in den USA nennen. Auf anderen einschlägigen Websites liest man wiederum, dass es etwa 50 RV Parks in dem Ort gibt, der zwischen Phoenix und Joshua Tree National Park liegt.

Rund um das Zentrum von Quartzsite gibt es Hügel und Wüstensand, soweit das Auge reicht. Dieses Gebiet verwaltet die amerikanische Behörde "Bureau of Land Management" (deutsch: Landverwaltungsamt). Wer sich vorher registriert, kann hier 14 Tage kostenlos campen. Dabei ist es übrigens egal, ob man mit dem Wohnmobil, Wohnwagen, Zelt oder einer rollenden Eigenkreation anreist.

Neben vielen Rentnern ist Quartzsite auch das Ziel von vielen Kreativen, und Freiheitsliebenden. Sie kommen mit ganz individuellen Selbstausbauten oder auch nur einem Auto. Sie machen Musik auf selbstgebauten Instrumenten oder leben ihre Kunst aus. In Quartzsite sind alle willkommen.

Faszination Wüstencamping

Aber wieso kommen so viele Menschen mit ihren Campingfahrzeugen im Winter nach Quartzsite? Das liegt vor allem am milden Klima. Zwischen Dezember und März hat es hier angenehme 16 bis 24 Grad, mit sieben bis neun Sonnenstunden am Tag und gerade einmal vier Regentagen im Monat. Vor allem die sogenannten "Snowbirds" (Zugvögel), Einwohner aus dem kalten Norden der USA, zieht es im Winter nach Arizona. Ähnlich wie bei uns in Europa überwintern auch in den USA viele CamperInnen gerne im Süden.

Ein zweiter Grund für so viele Übernachtungen in Quartzsite sind neben dem Wetter die günstigen Preise. Außer den kostenfreien Plätzen für 14 Tage, gibt es auch kostenpflichtige Stellplätze für einen Aufenthalt von mehreren Wochen oder Monaten. Sieben Monate von September bis April kosten hier nur 180 US-Dollar (ca. 165 Euro).

Die Umgebung bietet darüber hinaus perfekte Bedingungen für Offroad-Fahrzeuge. Da ist es kein Wunder, dass so viele CamperInnen ein Quad, Strandbuggy oder ähnliches mitbringen, um damit durch die sandigen Hügel zu heizen. Mit etwas mehr als 1.000 Kilometern ist der "Arizona Peace Trail" im Norden der Stadt die längste Offroad-Runde, die man in den USA drehen kann.

Große RV Show und Bodenschätze in Quartzsite

Jeden Januar findet in Quartzsite eine große Urlaubs-, Sport- und Wohnmobil-Messe statt. In die Stadt an der Interstate 10 und dem U.S. Highway 95 fahren CamperInnen also nicht nur aus Spaß oder um Freunde zu treffen, sondern auch, um sich die neusten Wohnmobil- und Wohnwagentrends anzusehen. Zur selben Zeit finden neun Edelstein- und Mineralien-Messen sowie 15 Flohmärkte statt. Die Wüstenregion ist reich an Bodenschätzen wie etwa Quarz, woher auch der Name der Stadt stammt.

Eine Sehenswürdigkeit das ganze Jahr über ist der Hi Jolly's Tomb. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Grabmal von Hi Jolly, der 1828 in Syrien als Hadji Ali geboren wurde und 1902 verstarb. Er leitete im Namen der US-Armee eine Kamelexpedition in den Südwesten der USA. Darüber hinaus kann man das Geschichtsmuseum "Tyson's Well Stage Station" besuchen, das die Gold-, Blei- und Quecksilber-Suche in der Stadt thematisiert. Joanne's Gum Gallery ist ein Museum, bei dem sich alles um den Kaugummi dreht. Celia's Garden ist ein Botanischer Garten und Gedenkstätte der besonderen Art.

Die Infrastruktur in dem Örtchen hat sich mit den Jahren perfekt auf die immer wiederkehrenden Wohnmobilisten eingestellt. Gegen Bezahlung kann man an verschiedenen Stellen eine Wasserlieferung, Propangas-Befüllung, Fäkaltank-Entleerung, Windschutzscheiben-Reparatur, Solar-Installation und vieles mehr bekommen. Oder man fährt zum RV Pit Stop, der alle Services für Wohnmobile und Caravans anbietet. Im Ort gibt es mehrere Supermärkte, Waschsalons und alles, was man im täglichen Leben benötigt.

Fazit

Das Zusammenkommen so vieler CamperInnen ist auch für die USA etwas Besonderes. Trotz der vielen Menschen scheint dort alles friedlich abzulaufen und jeder kann seine Hobbys wie Quad fahren, musizieren oder ausspannen ausleben. Faszinierend ist, dass sich die Stadt auf die vielen Besucher im Freizeitfahrzeug eingestellt hat und ihnen alles bietet, was sie zum Campen benötigen.

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