BRS Offroad Sherpa und Pursuit

Dieser Caravan mag's dreckig

BRS Offroad Sherpa Offroad Foto: BRS Offroad 19 Bilder

Die Australier kennen sich mit extremen Wetterbedingungen aus. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wollen sie nicht auf einen Urlaub mit dem Caravan verzichten. Der Sherpa und Pursuit platinum von BRS Offroad liefern den Beweis.

Ben Souter entwarf einst Luxushäuser für wohlhabende Kunden. Heute baut er robuste Wohnwagen, die extremen Wetterverhältnissen trotzen sollen: Die Modelle Sherpa und Pursuit platinum dürften für den europäischen Betrachter deshalb nicht nur optisch ungewöhnlich wirken. Auch im Inneren offenbaren die Offroad-Caravans sichtbare Unterschiede.

Auffallendes Design

Mit dem Sherpa präsentiert BRS Offroad einen echten Profi für unwegsame Straßen, der seinem Namen im Outback von Australien mehr als gerecht werden soll. Dabei stammt der Begriff aus dem tibetischen und bedeutet so viel wie „Menschen aus dem Osten“. Gemeint damit ist ein Volk aus Osttibet, das vor etwa 400 Jahren damit begann, das südliche Gebiet um den Himalaya zu besiedeln. Dass sie dabei viel im Hochgebirge unterwegs waren, erklärt sich von selbst – daher auch der Name, den nun auch BRS Offroad für seinen Outdoor-Flitzer nutzt. Ein mattes Schwarz gepaart mit auffälligen, neonorange leuchtenden Streifen macht den Sherpa alleine schon optisch zu etwas Besonderem – manchen mag dieses Design gefallen, manchen nicht.

BRS Offroad Sherpa Offroad Foto: BRS Offroad
Für das Ourback gemacht: Der Sherpa soll dank seiner Offroad-Reifen auch unwegsame Strecken meistern.

Mit dem Schlafbereich im Caravan mit Queensize-Matratze (153cm x 203 cm) und dem optionalen Dachzelt von Alu-Cab bietet der Sherpa vier Schlafplätze. Damit ist auch ein Urlaub mit der Familie möglich. Am Urlaubsziel angekommen, lässt es sich unter der großen 270-Grad-Markise bei einem erfrischenden Getränk bequem aushalten. Die ist bei den extremen Temperaturen im Outback aber mit Sicherheit auch notwendig. Das kühle Nass kommt frisch aus den zwei Kühlboxen in der Küche, die zusammen ein Fassungsvermögen von 60 Litern nachweisen können. Apropos Küche, die befindet sich außen verbaut am Heck und ist somit eine echte Outdoor-Küche – mit Zweiflamm-Kocher von Dometic, Schublade und Silikonwaschbecken. Eine herausklappbare Bank dient als Ablagefläche für Töpfe und Geschirr.

DVD-Player für nasse Tage

Komfortabler geht es im Inneren zu. Dort lassen sich mit einem 21-Zoll-Fernseher und einem DVD-Player auch einmal ein paar Stunden bei ungemütlichem – oder zu heißem – Wetter überbrücken. Viel mehr als schlafen ist im Sherpa allerdings nicht möglich. Das machen Urlauber aber dann auf ganz hohem Niveau: Denn ähnlich wie beim großen Bruder Pursuit nächtigen die Reisenden im Sherpa unter einem großen Panoramadachfenster mit Blick in den Sternenhimmel.

BRS Offroad Sherpa Offroad Seite Foto: BRS Offroad
Mit dem optionalen Aufstelldach können bis zu vier Personen im Sherpa übernachten.

Sollte es auch in der Nacht nicht wirklich abkühlen, kommen die zwei Ventilatoren im Bugbereich zum Einsatz. Geduscht wird im Übrigen im Freien: Eine – während der Fahrt zusammengefaltete – Konstruktion am Dach auf der Fahrerseite lässt sich bei Bedarf mit wenigen Handgriffe zur Duschmöglichkeit umbauen. Hier muss erwähnt werden, dass sich diese in Australien auf der rechten Seite befindet.

Gemacht für das Outback

Beim Aufbau orientiert sich der Sherpa mit seiner drei Millimeter Aluminiumlegierung am Pursuit, nur das seine Wanddicke mit 20 Millimetern rund 12 Millimeter dünner ist. Gegen Steinschläge soll die Vielzweck-Beschichtung Raptor schützen. Diese erklärt auch die raue Textur des Offroaders an manchen Stellen. Der 150 mm x 100 mm x 4 mm große Mittelstrahl und Hauptträger soll Gewicht einsparen. Die horizontal zum Aufbau verlaufenden, skelettartigen Stacheln machen den Sherpa offroad-tauglich. Gleichzeitig sorgt die Bauweise für eine angenehme Manövrierbarkeit. Zwei Stoßdämpfer pro Rad erledigen ihren Job auf der Straße. Serienmäßig erhält der Sherpa eine Diesel-Warmwasserheizung, eine 125-Ah-Lithiumbatterie, ein 200-Watt-Solarpanel auf dem Dach sowie zahlreiche USB- und 12-Volt-Anschlüsse.

Pursuit: Vom Holzmodell zum Offroad-Anhänger

Es mag wenig verwundern, dass der gelernte Schreiner den ersten Prototypen des Outback-Caravans Pursuit aus MDF-Platten anfertigte. Selbst gezeichnete Skizzen auf Papier dienten ihm dabei als Vorlage. Das dieses Holz-Modell – was die Materialien anbetrifft – im heißen Australien so nie in Serie gehen würde, war Souter bereits damals klar. Es war für ihn als Neuling jedoch der einfachste Weg um herauszufinden, wie der Wohnwagen am Ende aussehen könnte.

BRS Offroad Pursuite platinum Straße vorne Foto: BRS Offroad

Für das Serienprodukt griff Souter auf bewährtes Aluminium zurück. Die Karosserie sitzt auf einem Chassis aus feuerverzinktem Stahl mit einer Alko-Offroad-Kupplung. Außerdem erhält der Pursuit 12-Zoll-Trommelbremsen und All-Terrain-Reifen für ruppige Straßenverhältnisse. Mit einer Höhe von 2,70 Metern zählt der australische Caravan sicherlich nicht zu den kleineren Modellen zählen. Der Aufbau besteht aus einem Glasfaser-Verbund mit einer handlaminierten, drei Millimeter dicken Außenschicht. Mit einer Wandstärke von 32 Millimetern soll der Pursuit so hervorragend für heiße oder kalte Klimazonen gewappnet sein. Der Boden ist mit geschichtetem Epoxidharz laminiert und daher besonders robust.

Strernschnuppen zählen

Der Zugang zum Innenraum erfolgt über eine Flügeltür im sportlichen Design. Im Inneren überrascht der Kompakt-Caravan mit vielen Extras – und einer Luxus-Küche. Denn die sieht so gar nicht nach Offroad aus und beweist, dass Urlauber im Outback nicht zwangsläufig auf ein romantisches Dinner verzichten müssen. Neben einer Spüle mit Abtropffläche, einer Mikrowelle, einer Platte mit vier Kochfeldern und einen Backofen bieten neun Schubladen viel Platz, um Reiseutensilien zu verstauen. Das Besondere: Die Arbeitsfläche ist aus australischem Hartholz gefertigt.

BRS Offroad Pursuite platinum Sitzgruppe Foto: BRS Offroad
Unter dem Bett befindet sich auch die Outdoor-Küche, die durch eine Klappe an der Außenseite herausgeschoben werden kann.

Im Bug liegen die Reisenden auf einem Bett mit Federkernmatratze. Links und rechts daneben ist Platz für drei weitere Staufächer. Am Kopfende kommen zwei Leselampen zum Einsatz. Ein riesiges Panoramadachfenster über der Schlafstätte lässt auch die letzten Romantikerherzen höher schlagen. Für die passende Musik unter dem Sternenhimmel sorgt ein Stereoanlage. Oberhalb der Küchenzeile passt noch ein 21-Zoll-Fernseher.

Vor dem Zugang zum Bett ermöglicht eine kleine Sitzgruppe bei schlechtem Wetter den Essplatz ins Innere zu verlagern. Ein unter der Queensize-Matratze (153cm x 203 cm) befindlicher, herausziehbarer Tisch dient als Ablagefläche für Teller und Getränk. Unter den zwei Sitzen befinden sich zwei 30-Liter-Kühlschrankschubladen.

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Luxus drinnen wie draußen

Doch sind wir einmal ehrlich: Die wahren Abenteurer wollen ihren Urlaub nicht in, sondern außerhalb des Caravans verbringen. Das weiß auch Ben Souter. Deshalb konstruierte er den Pursuit samt einer Außenküche mit Grill und 95-Liter-Kühlbox, die – ähnlich wie die Dusche – über eine Klappe an der Seite unterhalb des Schlafplatzes herausgezogen werden kann. Eine 5,40 x 2,50 Meter große Markise bietet beim Outdoor-Kochen Schutz vor Wind und Staub.

Ein Badezimmer suchen die Reisenden im Pursuit zunächst vergeblich. Denn die Dusche lässt sich erst am Zielort ausklappen. Durch zwei große, nach außen herausklappbare Luken entsteht wie durch Zauberhand ein „Badezimmer“ mit Wasseranschluss – laut Hersteller in gerade einmal zwei Minuten. Wie das funktioniert, zeigt das Video:

Apropos Wasser: Das darf im Outback natürlich nicht fehlen – Stichwort Autarkie. Neben zwei Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von 127 und 85 Liter sowie einem 70 Liter Abwassertank hat der Pursuit zwei 9-Kilogramm-Gasflaschen und ein 300-Watt-Solarpanel auf dem Dach. Im Caravan befinden sich außerdem drei USB-Anschlüsse.

Luxus und Ausstattung haben natürlich seinen Preis: Mit rund 65.000 Euro ist der Pursuit platinum wahrlich kein Schnäppchen, doch der 2-Tonner weiß mit seinen Besonderheiten zu überzeugen.

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