Ratgeber: Die besten E-Bikes für Camper

Alles rund um die elektrischen Fahrräder

E-Bike Spezial Foto: Uwe Moser/Adobe Stock 12 Bilder

Der Markt für Elektro-Bikes wird immer vielfältiger. Auf was zu achten ist, wenn man mit Caravan und E-Bike unterwegs ist, zeigt der Überblick über Typen, Technik und Testsieger.

Endlich wird nicht mehr darüber diskutiert, ob das neue Fahrrad ein E-Bike sein darf oder kann, sondern, welches. Musste man die Strom-Räder vor zehn Jahren noch zwischen den „normalen“ suchen, hat sich die Situation im Fahrradhandel gedreht. Wie immer, wenn etwas (aus gutem Grund!) im Trend liegt, wird das Angebot diverser, um möglichst viele Wünsche und Vorlieben zu erfüllen.

Radfahrer bei der Pause Foto: Hörnle, Heinz, Hersteller
Kleine Pause inklusive: Nicht überall ist es möglich, unterwegs E-Bike-Akkus direkt am Netz aufzufrischen.

Acht E-Bike-Kategorien listet unser Schwester-Magazin ELEKTROBIKE mittlerweile auf. Vier davon sind für Camper besonders geeignet. Hierbei handelt es sich um Stadt-E-Bikes, Trekking-E-Bikes, klapp- und faltbare Kompakt-E-Bikes sowie jene neue der besonders komfortablen, belastbaren und vielseitigen SUV-E-Bikes. Darüber hinaus gibt es rassige Sport-E-Bikes, schnelle Pendler-Räder (Commuter) und natürlich Mountainbikes in allen Ausprägungen.

Egal für welche Klasse Sie sich entscheiden: Im Folgenden finden Sie alle Informationen, die Sie zu Motoren, Akkus und für die Kaufentscheidung benötigen. Als Caravaner sollten Sie darauf achten, dass die Akkus, egal ob am oder im Rahmen befestigt, herausnehmbar sind. Denn ohne Batterie sind E-Bikes leichter zu verladen. Apropos: Auch der Fahrradträger, egal ob fürs Auto oder die Deichsel, muss für die schweren Akku-Boliden ausgelegt sein.

Welcher E-Bike-Motoren passt zu mir?

Die unterschiedlichen Antriebstypen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Position im und am Rad, sondern auch durch den Charakter der Unterstützung.

1. Der Frontmotor

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn

Frontmotoren sind selten geworden. Sie kommen fast nur noch bei günstigen E-Bikes vor, da sie auch das Lenkverhalten negativ beeinflussen und unharmonisch arbeiten.

 Lässt sich einfach nachrüsten
 Sehr günstiger Preis
 Wirkt sich durch seine Position negativ auf das Fahr- und Lenkverhalten aus
 Unterstützt eher unharmonisch; manche haben deutlichen Vor- oder Nachlauf

2. Der Mittelmotor

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn

Mittelmotoren sind in. Es gibt sie als starke E-MTB- oder als sanfte City-Bike-Varianten, die durch den zentralen Schwerpunkt ein fahrradähnliches Fahrgefühl garantieren.

 Viele Varianten: von sanft bis stark
 Zentraler Schwerpunkt, gutes Fahrverhalten
 Unterstützt meist sehr direkt und harmonisch; ist durchzugsstark am Berg
 Hoher Verschleiß bei Kette und Ritzel
 Keine Rekuperation, selten nachzurüsten

3. Der Heckmotor

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn

Mit ordentlich Power starten Antriebe in der Hinterradnabe durch. Sie sind oft an S-Pedelecs zu finden. Sie sind geräuscharm und beanspruchen Kette und Ritzel nicht so stark.

 Meist stark, dabei sehr leise
 Ermöglicht Rekuperation, der Verschleiß von Kette und Ritzel ist gering
 E-Bike kann durch die Gewichtsverteilung hecklastig werden
 Manchmal etwas unharmonisch

Was für Akkus für E-Bikes gibt es?

Zwei Bauarten bestimmen das Angebot: auf dem Rahmen angebrachte und nahezu unsichtbare integrierte Batterien.

  • Offener Akku
  • Integrierter Akku

Welcher Akku zu Ihnen passt, ist eine Geschmacksfrage. Integrierte Batterien geben dem E-Bike einen aufgeräumten Look. Meist lassen sie sich wie aufgesetzte Akkus zum Laden ausbauen – ideal für Camper, die die Akkus im Caravan laden und weniger Gewicht auf den Fahrradträger heben wollen. Dann muss aber die Akkuaufnahme abgedeckt werden.

Welche Akku-Größe?

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn
Integrierte Akkus geben dem E-Bike einen aufgeräumten Look.

Nicht jedes Pedelec braucht unbedingt die maximal mögliche Akku-Kapazität. Die Kapazität der Batterie wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Im Moment gelten 500 Wh als Standard. Wie viele Kilometer Reichweite sich daraus ergeben, hängt nicht nur vom Motor ab; Einfluss auf die Reichweite haben außerdem die gewählte Unterstützungsstufe, das Gesamtgewicht aus E-Bike und Fahrer sowie das Gelände und die Außentemperatur. Die meisten Systeme geben eine Restreichweite im Display oder in der App an. Hohe Kapazitäten sind nicht immer notwendig, für Kurzstrecken kann ein kleiner Speicher reichen. Vor allem wenn man nicht immer in der höchsten Unterstützung unterwegs ist.

Muss ich den Akku pflegen?

Ja! Ein gut behandelter Akku lebt länger: Steht das E-Bike, sollte der Akku bei etwa 15 °C zur Hälfte geladen aufbewahrt werden. Direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie vermeiden.

Auf welche Teile muss man bem E-Bike achten?

Im Vergleich zu einem Fahrrad bringt ein E-Bike einige Kilogramm mehr auf die Waage. Deshalb sollten Sie vor allem auf hochwertige Bremsen achten. Sportliche Radfahrer bevorzugen häufig Kettenschaltungen; weniger Wartung benötigen Nabenschaltungen mit Riemenantrieb. Testen Sie, was Ihnen gefällt. Sie möchten maximalen Komfort? Dann sollte Ihr E-Bike zumindest eine Federgabel, dicke Reifen und ergonomische Griffe haben. Wichtig für alle, die das Pedelec im Alltag nutzen wollen, sind eine fest integrierte Beleuchtung und Schutzbleche. So können Sie zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter problemlos fahren. Kommt noch eine Möglichkeit für die Befestigung von Gepäck hinzu: Volltreffer!

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Welche Rahmengröße ist beim E-Bike richtig?

Bei der Auswahl der passenden Rahmengröße kommt es auf die Körpergröße und Beinlänge an. Im Zweifel hilft der Fachhändler. Wichtig ist aber immer: Die Sitzposition sollte sich angenehm anfühlen.

Wie wichtig ist eine E-Bike-Probefahrt?

Eine Testrunde vor dem Kauf ist Pflicht. Hier gibt's die Checkliste.

  • Display: Ist die Bedienung intuituv, das Display gut zu lesen? Haben die Tasten einen guten Druckpunkt?
  • Akku: Lässt er sich leicht entnehmen? Kommen Sie gut an die Ladebuchse heran?
  • Geometrie: Sitzen Sie bequem? Stimmen die Abstände zwischen Sattel, Pedalen und Lenker?
  • Motor: Setzt der Motor sanft und unverzögert ein, unterstützt er harmonisch?
  • Testen Sie das E-Bike ohne Motorunterstützung!
  • Wie verhält es sich bei schneller/langsamer Fahrt?
  • Wie reagiert das E-Bike bergauf, wie bergab?
  • Wie reagieren die Bremsen?
  • Können Sie das E-Bike heben, über Stufen tragen?

Die E-Bike-Typen im Überblick

Welches E-Bike eignet sich für welchen Einsatzzweck? Eine erste Entscheidungshilfe, welcher E-Bike-Typ der richtige für Camper ist, bietet diese Kategorienübersicht. Im großen E-Bike-Test 2019 von ELEKTROBIKE finden Sie eine Übersicht über die Gewinner der unterschiedlichen Kategorien und die dabei genutzten Kriterien.

1. Stadt

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn

Wer gemütlich, aber mit Komfort radeln will, steigt auf ein Stadt-E-Bike. Sie passen zu jedem, der bequem auf das Rad steigen will, denn der Fuß muss nicht über den Sattel geschwungen werden. Federgabel, gefederte Sattelstütze oder Ballonreifen bringen Komfort. Große Reichweiten sind nicht so wichtig, Gepäckträger aber Pflicht.

Gewicht: um 25 kg
Reichweite:
ab 35–60 km
Preis:
ab 1700 Euro

ELEKTROBIKE hat hier 14 unterschiedliche Stadt-E-Bikes getestet.

2. Trekking

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn

Alleskönner kann man Trekking-E-Bikes getrost nennen. Deshalb gehören sie zu den beliebtesten E-Bikes überhaupt. Touren, längere Reisen, aber auch tägliche Wege machen die Pedelecs mit. Die Sitzposition variiert von sportlich bis entspannt. Befestigungen für Gepäck und Akku-Power für große Reichweiten bringen Punkte.

Gewicht: 22–25 kg
Reichweite: 45–75 km
Preis: ab 2500 Euro

10 Trekking-Modelle wurde von ELEKTROBIKE getestet.

3. SUV-Bike

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn

Der SUV unter den E-Bikes punktet mit Komfort: Dicke Reifen, Feder- gabel, gefederte Sattelstütze gehören dazu. Diese E-Bikes sparen nicht bei der Ausstattung, sie kommen mit starken Motoren, großen Akkus, Schutzblechen, integrierten Lichtanlagen und mit allem, was das E- Biker-Herz begehrt. Da kann der Diesel-SUV einpacken.

Gewicht: um 25 kg
Reichweite: 20–70 km
Preis: 1700–5400 Euro

5 komfortable SUV-Bikes sind im Test gegeneinander angetreten.

4. Kompakt

E-Bike Spezial Foto: Benjamin Hahn

Kompakt-Bikes eignen sich besonders für Camper, die das Rad im Caravan oder Zugwagen transportieren wollen oder müssen. Im Alltag sind sie erste Wahl für Pendler, die ihr Rad in der Bahn mitnehmen; typisch für die Kraftpakete: 20-Zoll-Reifen, höhenverstellbare Lenker und Klappmechanismen. So sparen sie Platz und passen unterschiedlichen Fahrern.

Gewicht: um 25 kg
Reichweite: 15–40 km
Preis: 1700–3600 Euro

ELEKTROBIKE hat drei Kompakt-E-Bikes im Test genauer unter die Lupe genommen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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