Adria Adora 563 TK im Test

Adria Adora 563 TK im Test Großes Platzangebot im Adora 563

Der Adria Adora 563 TK ist ein Teamplayer und bietet selbst großen Familien genügend Raum, um sich mal so richtig auszubreiten.

Eine Spielwiese ist ein spezielles Gelände, auf dem sich in erster Linie Kinder austoben und nach Lust und Laune herumtollen. So lautet die wörtliche Bedeutung. Und im übertragenen Sinn passt diese Definition auch für den Adria Adora 563 TK. Denn würde man alle Bettenpolster nebeneinanderlegen, entstünde eine Fläche von rund neun Quadratmetern. Dabei trumpft das Doppelbett im Bug mit einer maximalen Breite von 156 Zentimetern auf. Und selbst heranwachsende Jugendliche dürften sich bei einer üppigen Matratzenbreite von 107 Zentimetern im unteren der beiden Etagenbetten wohlfühlen.

Adria Adora 563 TK

Aufbaulänge: 6 bis 7 Meter, Schlafplätze: 6, Preis: 15.000 bis 20.000 €

Baureihe: Insgesamt 11 Grundrisse mit Breiten zwischen 2,29 und 2,45 Meter sowie Aufbaulängen zwi­schen 5,19 und 6,64 Meter.
Preise: von 15.199 bis 17.299 Euro. Alle Bettvarianten – auch Queensbett, 4 Raumbäder, 2 Heckbäder, 2 Heck-Komfortküchen.

Möbelbau, Küche, Schlafraum

Echte Praktiker waren beim Entwurf des Adora am Werk. Dafür sprechen die guten Staumöglichkeiten, etwa im Wäscheschrank, oder an der geschickten Aufteilung der Sitztruhenklappen. Beim Doppelbett halten stabile Federn den Rost hoch, und kein Gepäck kann dem Metallgehäuse der Truma Therme etwas anhaben. Auch der Umformer verzieht sich hochkant hinter einem stabilen Brett. Er kann zu Servicezwecken in die Waagerechte geklappt werden. Beinahe alle Unterschränke sind mit Pushlocks gesichert, und praktisch jeder Fachboden besitzt eine Rüttelkante. Diese fehlt allerdings in den Oberschränken vor den Schlitzen der Hinterlüftung, womit Pullover und Co. sie leicht verschließen können.

Der Adora verfügt im Heck über eine „Garage“, eine zusätzliche große Außenklappe. Entsprechend kann der Rost des unteren Etagenbetts bei Bedarf hochgeklappt und mit einem Gurt gesichert werden. Allerdings ist dieser Richtung Gang und nicht zur Heckwand hin angeschlagen. So kommt man von innen kaum an die Ladung heran, etwa um sie für die Fahrt zu sichern. Apropos: Auch der zweibeinige Tisch geht bei holpriger Strecke auf Wanderschaft, da ihn noch nicht einmal ein Band mit Druckknopf hält.

Festen Halt für Schläfer gewähren hingegen im oberen Etagenbett die Absturzsicherungen in Richtung Gang und Fenster. Damit die empfindlichen Füße der Kleinen nicht leiden und Tränen kullern, sind die Sprossen der Aluminiumleiter vorbildlich breit ausgelegt. Für Schmusetiere gibt es offene Ablagen in Hülle und Fülle. Nur unten hapert es daran. Der Liegekomfort berücksichtigt mit weichem Schaum das Gewicht der Schläfer. Das betrifft auch die Dinette. Hier würde etwas mehr Härte andererseits für besseren Sitzkomfort sorgen – ein unauflösbarer Zielkonflikt.

Doch die Familie ist in der Dinette grundsätzlich gut aufgehoben. Dafür sorgen hohe Lehnen und ausreichend Sitztiefe auf allen Plätzen. Auch in der Küche gegen­über schlägt ein Herz für die Familie. Denn Adria hat die Spüle mit integrierter Kochstelle eingebaut. So ist auf den zwei weiteren Brennern genügend Platz, auch für große Töpfe. Anlass zum Meckern geben jedoch die Klappen der Oberschränke, die nur Einfachst-Aufsteller aus Kunststoff offen halten. Und wer die Gashähne öffnen will, muss auf die Knie, um die unterste Klappe des Küchenblocks zu öffnen. Das Ventil für den Heizofen ist sogar im Kleiderschrank versteckt.

Der Raumteiler zwischen Dinette und Schlafzimmer verbirgt nicht nur ein praktisches, drehbares TV-Fach. Unten warten drei Auszüge auf den Familienproviant. Sie sind jedoch etwas kurz und nutzen nicht die potenzielle Tiefe des Möbels. Gut gelöst sind hingegen die Staumöglichkeiten am ausgelagerten Waschtisch. Eine Vielzahl an Ablagen garantiert, dass jeder sein Fach hat, für die Kleinen auch im Unterschrank. Auf dem Doppelbett gegenüber liegt es sich sehr komfortabel. Und Adria spendiert dem Adora ein Bugfenster, das den Raum freundlich aufhellt.

Die Verarbeitung

Die Qualität der Verarbeitung hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist die Substanz stabil. Außerdem finden sich patente, praktische Lösungen wie die Klappe am unteren Etagenbett, mit der sich die Liege verbreitern lässt. Andererseits werden billige Schnäpper und Aufsteller eingesetzt, an den Trennwänden klaffen Spalte, und teilweise sind Boh­run­gen für Riegel nicht mit Blechen geschützt.

Gewichte, Aufbau und Fahrwerk

Licht und Schatten sind auch bei Aufbau und Fahrwerk präsent. So fällt die Wandstärke mit 24 Millimetern eher unterdurchschnittlich aus. Auch quillt an vielen Kanten Kleber hervor. Der Adria rollt auf Reifen der No-Name-Marke „Maxmiler“. Und nur eine schlichte, zu klein geratene Klappe verschließt den Gaskasten. Hingegen verhindern clevere Hutzen, dass Wasser von der Fahrbahn ins Gasfach spritzt. Und ein GfK-Dach sorgt bei Hagel für entspannte Atmosphäre, weil es recht unempfindlich ist.

Auch da, wo es wirklich drauf ankommt, macht der Adora eine gute Figur: bei der Zuladung. Satte 360 Kilogramm sind ein Wort und eine echte Beruhigung für große Familien. Einziges Manko: Der Adora bringt auch 1700 Kilogramm zulässige Gesamtmasse auf die Waage. Das setzt einen potenten Zugwagen voraus. Doch bei sechs Familienmitgliedern steht der vielleicht sowieso schon in der Einfahrt.

CARAVANING-TIPP
Ohne Komfort-Paket für 499 Euro geht es einfach nicht. Wer will schon auf Panoramadachhaube, Fliegenschutz an der Tür oder Ersatzrad verzichten? Zum Trost: Der Kundenvorteil soll 667 Euro betragen.

Nachgefragt

Nicole Liedl
Kurt Manowski, Leiter Adria-Deutschland im Reimo Reisemobilcenter

Kurt Manowski, Leiter Adria-Deutschland im Reimo Reisemobilcenter, nimmt Stellung zu ...

... den beim Adria Adora 563 TK verwendeten No-Name-Reifen „Maxmiler“:
Adria verwendet homologierte Reifen und legt dabei weniger Wert auf Markennamen, sondern auf ein vorhandenes Servicenetz und ein gutes Preis-LeistungsVerhältnis. Unsere Reklamationsquote bei Caravanreifen ist geringer als die beim Reisemobil, bei dem wir Markenreifen montieren.

... dem im Reparaturfall teuren Heckleuchtenträger „am Stück“:
Das ist eine Designfrage. Bei mehrteiligen Heckleuchtenträgern ist die Gefahr größer, dass an den Übergängen der einzelnen Elemente Undichtigkeiten auftreten können. Dazu kommt, dass bei einteiligen Leuchtenträgern die Werkzeugkosten günstiger sind. Das bedeutet Kostenersparnis für den Endkunden.

... den einfachen Kunststoff-Aufstellern an den Klappen:
Diese Frage ist mir von Reimo-Seite schon seit mehr als 20 Jahren bekannt. Hier gehen die Meinungen sehr auseinander. In der nächsten Saison werden wir auf eine Metallausführung umstellen.

... dem unteren Rost des Etagenbetts, der sich nur Richtung Gang hochklappen lässt:
Dies hängt mit der Stauraumfunktion der Garage zusammen. Wenn der Rost hochgeklappt ist, dient er als Sicherheitsgitter für die im Außenstauraum verladenen Gegenstände, damit sie nicht in den Innenraum fallen können – andersherum wäre eine Sicherung nicht gegeben.

... dem während der Fahrt nicht fixierten Sitzgruppentisch:
Während der Fahrt sollte der Tischmechanismus in die untere Position ge­-stellt sein und wird von den Polstern gehalten. Die heutigen Halterungen sind sehr benutzerunfreundlich. Man muss zum Befestigen unter den Tisch krabbeln. Andererseits bleibt der Tisch beim Verschieben an der Halterung hängen.

Fazit

Der Adria Adora 563 TK ist kein Sonderangebot, aber eine Problemlösung für große Familien, die auch mit heranwachsenden Kindern noch lange funktioniert. Zu den Besonderheiten zählen GfK-Dach und hohe Zuladung. Einige Details warten noch auf Optimierung.

Adria
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