Decathlon Dachzelt Van 500 Fresh & Black Andreas Becker
Decathlon Dachzelt Van 500 Fresh & Black
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Decathlon Dachzelt Van 500 Fresh & Black 29 Bilder

Günstiges Dachzelt Decathlon Quechua Van im Test

Dachzelt Quechua Van 500 Fresh & Black im Test Dachzelt mit Luftgestänge zum Hammerpreis

Von Decathlon gibt es ab sofort ein aufblasbares Dachzelt, das in zehn Minuten aufgebaut ist, sich für Vans ohne Dachträger eignet und nur 550 Euro kostet. Wir haben das Quechua Dachzelt Van 500 Fresh & Black getestet.

Campen liegt im Trend. Immer mehr Menschen zieht es raus in die Natur. Sie wollen draußen schlafen, Abenteuer erleben und dieses viel zelebrierte Vanlife-Feeling haben. Doch nicht jeder hat das nötige Kleingeld dazu sich einen eigenen Camper oder Caravan anzuschaffen. Viele möchten sich auch ganz bewusst nicht ein weiteres Fahrzeug oder einen Wohnwagen kaufen. Für all diejenigen kann ein Dachzelt eine echte Alternative sein.

Welche Dachzelte gibt es am Markt?

Normalerweise unterscheidet man drei Arten von Dachzelten. Das Klappdachzelt, das Hartschalendachzelt und das Hybrid-Dachzelt. In diesem Artikel hat CARAVANING ausführlich über unterschiedliche Dachzelte und deren Vor- und Nachteile berichtet. Preislich liegen sie fast alle weit über 1.000 Euro.

Das Dachzelt Quechua Van 500 Fresh & Black, das Decathlon nun auf den Markt bringt, ist von seiner Machart her ganz anders und mit seinem Preis von 550 Euro weitaus günstiger als andere Dachzelte am Markt. Größter Unterschied zu den gängigen Dachzelten ist, dass es ein Luftgestänge hat und zur Installation keine Dachreling auf dem Autodach notwendig ist. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass das Zelt, sobald das Auto bewegt wird, abgebaut und wieder im Fahrzeug verstaut werden muss.

Andere Dachzelte hingegen bleiben auch während der Fahrt auf dem Autodach. Wie genau das Dachzelt funktioniert, welche Vor- und Nachteile es bietet und für wen es sich eignet, hat sich CARAVANING selbst angeschaut und getestet.

Für welche Fahrzeuge ist das Dachzelt geeignet?

Die wichtigste Frage zuerst: Mit welchen Fahrzeugen ist das Quechua-Dachzelt kompatibel? Das Dach des Basisfahrzeugs muss mindestens 160 Zentimeter und maximal 260 Zentimeter lang sein. In der Breite sind mindestens 130 Zentimeter erforderlich, um das Dachzelt montieren zu können. Decathlon zählt explizit folgende Vans auf:

  • VW: Transporter, VW T5, VW T6, California, Caravelle, Multivan, Shuttle
  • Renault: Trafic
  • Peugeot: Expert, Traveller
  • Citroën: Jumpy, Space Tourer, Dispatch
  • Opel: Vivaro, Zafira Life
  • Mercedes: Vito, Viano, V-Klasse
  • Ford: Transit, Tourneo
  • Fiat: Scudo, Talento
  • Toyota: Proace
  • Nissan: Primastar, NV300

Nicht geeignet ist das Zelt für Hochdachkombis wie den Dacia Dokker, VW Caddy oder den Renault Kangoo.

Der Zelt-Aufbau

Um das Zelt richtig testen zu können, haben wir uns einen Mercedes-Benz Vito geliehen. Vor uns liegt ein länglicher Packsack, der gefühlt nicht viel größer als eine Golftasche ist. Auf den ersten Blick würde man nicht auf die Idee kommen, dass sich darin ein Dachzelt mit integriertem Lattenrost, Matratze und Leiter befinden.

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Bei diesem kompakten Packmaß vermutet man nicht, dass es sich hier um ein Dachzelt handelt.

130 x 37 x 32 Zentimeter ist der Packsack groß. Dank eines Trageriemens lässt sich das Zelt recht einfach schultern. Mit seinem Gewicht von 23,6 Kilogramm ist es kein absolutes Leichtgewicht und dennoch lässt es sich ohne große Anstrengung tragen. Die Aufbauanleitung ist im Packsack vernäht. Das ist äußerst praktisch, weil man sie so nicht verlegen kann und ständig suchen muss.

Schritt-für-Schritt-Aufbau

  • Im ersten Schritt müssen wir die mitgelieferten Ösen in die dafür vorgesehenen Löcher auf dem Dach des Vitos schrauben. An diesen Ösen werden später das Zelt und die Leiter verzurrt.
  • Als Nächstes bringen wir die Leiter an. Diese lässt sich ganz einfach ausziehen und rastet hörbar ein. Oben ist die Leiter mit einem runden Polster ausgestattet, von dem aus zwei Gurte abgehen.
  • Wir lehnen die Leiter mit dem Polster ans Heck des Vitos, hängen die Gurte in die Ösen und verspannen die Leiter, sodass sie feststeht.
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Zuerst befestigen wir die mitgelieferten Schrauben auf dem Dach von unserem Mercedes-Benz Vito.
  • Nun wird es spannend. Mit dem Zelt auf der Schulter geht es die Leiter hinauf zum Dach. Dort wird das Zelt abgelegt und die Gurte geöffnet. Wie herum das Zelt auf dem Dach liegen muss, hat Decathlon ganz eindeutig gekennzeichnet.
  • Nun rollen wir das Zelt aus und sichern es ebenfalls an allen vier Ecken mit Gurten an den Ösen.
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Nun wird es ernst: Wir schultern das Zelt und legen es auf dem Dach ab.

Aufpumpen und Bettbau

  • Jetzt muss das Quechua Dachzelt Van 500 Fresh & Black nur noch aufgepumpt werden. Wir stöpseln eine gängige Handpumpe an und los geht’s. Und tatsächlich richtet sich das Zelt schon nach wenigen Pumpstößen ganz von selbst auf.
  • Nun nur noch die Matratze aufpumpen und fertig ist das Zelt. Der erste Aufbau hat gerade einmal 15 Minuten gedauert und beim zweiten Anlauf sind wir noch etwas schneller.

Das Bett vom Dachzelt besteht aus einem integrierten Holzlattenrost und der aufblasbaren Matratze. Jetzt, nachdem das Zelt steht, erkennen wir, dass das Dachzelt wie von Decathlon versprochen nicht auf dem Dach vom Vito aufliegt. Zwischen Blech und dem integrierten Lattenrost ist durch das Aufpumpen ein deutlich erkennbarer Hohlraum entstanden.

Decathlon Dachzelt Van 500 Fresh & Black
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Jetzt erkennt man deutlich, dass das Dachzelt wie versprochen nicht auf dem Dach des Vans aufliegt.

Über die Leiter klettern wir hinauf ins Dachzelt. Die Matratze ist mit ihrer Größe von 2 mal 1,3 Meter dick genug, um gemütlich darauf zu liegen. Auch selbst jetzt, wo wir uns zu zweit im Zelt befinden, liegt es nicht auf dem Dach des Vitos auf. Sowohl am Ende des Dachzelts und an den Seiten gibt es kleinere Staufächer für Handy, Schlüssel und Co.

Wir schließen den Reißverschluss und stellen fest: Es ist stockfinster im Zelt. Und das ist gut so finden wir. Durch die dunklen Zeltwände fällt kein Sonnenstrahl in das Zelt und CamperInnen könnten hier sicherlich ausschlafen, ohne vom Morgenlicht geweckt zu werden. Decathlon nennt diese Technologie "Fresh and Black". Das Gewebe macht laut Decathlon nicht nur dunkel, sondern hält auch die Hitze aus dem Zelt fern.

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Dank der sogenannten Fresh & Black Technologie bleibt es im Zelt wirklich dunkel und CamperInnen werden morgens nicht von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Außerdem soll sie auch die Hitze aus dem Zelt fernhalten.

Gegenüber vom Zelteingang befindet sich ein schmales Lichtfenster und vor dem Zelteingang poppt beim Aufpumpen automatisch ein kleines Sonnensegel auf. Wir sitzen hier oben im Zelt und sind ehrlich gesagt begeistert. Ein Dachzelt, das in zehn Minuten aufgepumpt ist, ein wirklich kleines Packmaß hat und dabei nur 550 Euro kostet? Genial.

Der Abbau verläuft genauso so unproblematisch wie der Aufbau. Ventile von Matratze und Zelt öffnen, Gurte lösen, zusammenrollen, Gurt schließe, fertig.

Wer kauft sich dieses Dachzelt?

Tatsächlich stellt sich die Frage, für wen sich dieses Dachzelt eignet. Und: Wer legt sich überhaupt ein Dachzelt zu? Wer einen Van ohne Aufstelldach fährt und nicht auf den umgeklappten Sitzbänken schlafen möchte oder zusätzliche Schlafplätze benötigt, für den ist ein Dachzelt eine gute Option.

Natürlich könnte man für die Reise auch ein ganz normales Zelt in den Kofferraum werfen. Doch im Dachzelt ist man als CamperIn doch noch etwas mehr vor nassen Böden geschützt als in einem normalen Zelt. Und ein bisschen mehr Vanlife-Feeling kommt da oben auf dem Dach halt auch auf.

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Im Dachzelt kommt einfach richtiges Vanlife-Feeling auf.

Ein großer Vorteil von Dachzelten ist im Normalfall, dass es auf der Fahrt eben auf dem Dach bleibt und man so mehr Stauraum im Fahrzeug selbst hat. Nicht so beim Van 500 Fresh & Black. Dieses Dachzelt muss bei jedem Ortswechsel abgebaut und im Fahrzeug verstaut werden. Da das Zelt so schnell auf- und abgebaut ist, hält sich der Aufwand wirklich in Grenzen. In Summe kostet das Luftablassen wohl kaum mehr Zeit als das Herunterkurbeln oder Zusammenklappen anderer Dachzelte.

Und dank des kleinen Packmaßes sollte das Zelt noch genügend Stauraum für das restliche Gepäck im Fahrzeug übrig lassen. Das kleine Packmaß ist wiederum ein Vorteil, wenn man das Zelt nach der Reise zu Hause einlagert. Dann nimmt es weitaus weniger Platz als die üblichen Dachzelte ein.

Schlussendlich muss jeder für sich die Vor- und Nachteile gegeneinander aufwiegen. Für NeucamperInnen mit kleinem Budget oder als Ergänzung zu einem bestehenden Van ist das Dachzelt auf jeden Fall eine hervorragende Option. Und theoretisch kann man das Dachzelt auch auf dem Boden benutzen.

Decathlon Dachzelt Van 500 Fresh & Black
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Fazit: Ein gutes Dachzelt, das schnell und unkompliziert aufgebaut und dazu noch optisch ein Hingucker ist. Für diesen Preis gibt es nichts zu meckern.

Vor- und Nachteile im Überblick

 Sehr günstiger Preis im Vergleich zu anderen Dachzelten
 Schnell und unkompliziert aufgebaut
 Kleines Packmaß
 Bequemes Bett
 Toller Sonnenschutz
 Verständliche Anleitung
 Gutes Design
 Nicht mit allen Vans und Hochdachkombis kompatibel
 Muss zu jeder Fahrt abgebaut und im Fahrzeug verstaut werden
 Nimmt potenziellen Stauraum für anderes Gepäck im Fahrzeug ein

Technische Daten: Quechua Dachzelt Van 500 Fresh & Black

Packmaß: 130 x 37 x 32 cm
Zeltkabine: 130 x 210 x 93 cm
Plane: 196 × 198 cm
Matratze: 130 × 205 cm
Gewicht: 23,6 kg, einschließlich 7,2 kg Leiter
Wassersäule Außenzelt: 2.000 mm
Windstabil: bis 60 km/h
Maximale Belastung: Matratze und Lattenrost bis maximal 200 kg
Beinhaltetes Zubehör: Pumpenschlauch mit 2,5 m, Tarp Fresh + 2 Aluminium-Masten mit 2 Spannseilen und 2 Heringen, 6 Karabinerschlaufen, Reparaturset für Matratze, 2 Hüllen, je 1 Schraubenset mit 6 mm und mit 8 mm
Preis: 549,99 Euro, lieferbar ab Juni 2021 – aber nur geringe Stückzahl, größerer Bestand ab Ende 2021 und im neuen Jahr

Fazit

Wir sind wirklich angetan. Im Test hat sich gezeigt, dass der Auf- und Abbau von diesem Zelt wirklich kinderleicht und unproblematisch ist. Das System mit dem integrierten Lattenrost überzeugt und CamperInnen sind sehr bequem auf der aufblasbaren Matratze gebettet.

Das unschlagbare Argument ist der Preis: Für 550 Euro bekommt man ein prima Zelt in guter Qualität, das dazu auch noch optisch richtig was hermacht. Da das Zelt so schnell aufgebaut ist, entkräftet es auch ein wenig den Nachteil, dass man es zu jeder Fahrt vom Dach nehmen muss. Vielleicht gibt es ja schon bald ein ähnliches Modell für Hochdachkombis.