Bürstner Averso Plus 520 TL (2021) Karl-Heinz Augustin
Bürstner Averso Plus 520 TL (2021)
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Bürstner Averso Plus 520 TL (2021) 21 Bilder

Bürstner Averso Plus 520 TL (2021) im Einzeltest

Bürstner Averso Plus 520 TL (2020) im Test Hat sich die Überarbeitung des Wohnwagens gelohnt?

2016 musste der damals neue Averso Plus 520 TL zum Supertest. Jetzt wurde der Wagen mit der cleveren Kombination aus Hubbett und hochgesetzten Einzelbetten renoviert. Hat’s ihm gutgetan?

Nur ein Jahr nach seiner Vorstellung im Jahr 2016 wurde der Grundriss des Averso Plus 520 TL auf sein noch heute gültiges Layout umgestellt. Größte Änderung 2017: Bad und Kleiderschrank haben die Plätze getauscht und den Kühlschrank, der ursprünglich links neben der Küche stand, in die Mitte genommen.

Vorteil des großen Möbelrückens: die freie Blickachse rechts, da sich die wuchtigen Schränke auf der linken Fahrzeugseite konzentrieren. Zusätzlich gibt es rechts mehr Platz für die U-Sitzgruppe und das darüberliegende Hubbett. Das kommt nun ohne Schmalstelle am Fußende aus, zudem lässt sich die 200 mal 144 Zentimeter große Liegefläche stufenlos höhenverstellen – vom 2016 monierten Klappern der Führungsschienen (hier geht's zum Test) ist heute auch nichts mehr zu hören. Durch Bettroste mit gefederten Latten ist der Liegekomfort trotz der nur zehn Zentimeter dicken Kaltschaummatratzen erstaunlich gut.

Zu kleine Sitzgruppe, große Kopffreiheit im Hubbett

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Kurze Rückenlehnen schmälern den Komfort der Sitzgruppe. Dafür müssen sie zum Hubbett-Absenken bis auf 1,42 Meter nicht abgenommen werden. Sehr schlicht: die obere Leseleuchte.

Weniger bequem geht es in der Sitzgruppe unter dem Hubbett zu. Schuld sind die niedrigen Rückenlehnen, die trotz der gemütlich tiefen Sitzflächen den Komfort schmälern. Schade, denn das Urmodell anno 2016 hatte richtig hohe, geschwungene Rückenlehnen. Zudem wird es beim Essen enger: Drei Gedecke passen gut auf den 96 mal 81 Zentimeter großen Tisch – eines zu wenig für einen Caravan mit vier festen Schlafplätzen. Resümee: Auch hier war der Ahne besser. Denn dort ließ sich das gepolsterte "U" noch flugs zur Dinette und der Tisch zur 1,40 Meter langen Tafel für sechs umfunktionieren. Unverständlich, dass diese Lösung nicht beibehalten wurde. Dafür lässt sich das Hubbett nun samt Dachschränken bis auf 1,42 Meter absenken, bevor es die Polsterlehnen berührt. Mit umgelegten Lehnen senkt es sich sogar bis auf 1,31 Meter Höhe ab. In beiden Fällen profitiert die Kopffreiheit im Hubbett.

Luft nach oben, und zwar im sprichwörtlichen Sinne, gibt es auch bei der Beleuchtung: 2016 gab es noch zwei eingelassene Touch-Spots samt Chromring als Leseleuchten über dem Hubbett. Im 2021er Modell spendet eine einzelne, billige und zudem noch wackelnde Plastiklampe spärliches Licht. Immerhin kommt die Sitzgruppe besser weg: Haupt- und Ambientelicht sorgen dank Dimmer für Lichtstimmungen von hell bis gemütlich – aber erst, wenn man den Mehrfachschalter durchschaut hat, der in Caravans aus Sassenberg seit jeher Rätsel aufgibt. Dass eine von zwei Lichtleisten dunkel bleibt, schreiben wir dem Prototypen-Status des Testwagens zu.

Verstellbare Lesespots wären in der Sitzgruppe dennoch die bessere Wahl und der Mittelklasse auch angemessen. Fraglich ist auch, warum die wenig erhellende Ambientebeleuchtung der Küche einen eigenen Schalter bekommt, während das besser nutzbare Licht aus dem Rahmen des großen Dachfensters (Teil des Averso-Pakets) umständlich über den Mehrfachschalter im Eingang bedient werden muss.

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Zum Kochen und Abwaschen ist die große Kocher-Spüle-Kombination optimal. Was fehlt, ist nutzbare Arbeitsfläche, bei geöffneten Glasabdeckungen.

Viel Stauraum und eine angenehme Arbeitshöhe von 95 Zentimetern zeichnen die Küche aus. Allerdings fehlt es an Arbeitsfläche, sobald Kocher- und Spülenabdeckung geöffnet sind. Dann bleibt zum Schnippeln nur der Tisch. Gekocht wird auf einer praxisgerechten Kocher-Spüle-Kombination samt Zündhilfe und tiefem Becken. Kleiner Wermutstropfen ist der hohe Steg, der ein direktes Auswischen der Kochmulde in die Spüle vereitelt.

Weniger Zentimeter im Sanitärraum

Die große Bewegungsfreiheit und die vielen offenen Ablagen im Sanitärraum waren 2016 noch Anlass für großes Lob. Seither hat er zehn Zentimeter Länge und vorn fünf Zentimeter Breite sowie sämtliche offenen Ablagen eingebüßt. Geblieben sind ein Dach- und der Waschbeckenunterschrank. Und auch bei der Ausstattung ist neuerdings Verzicht angesagt: Anstelle von Handtuchstange und Klorollenhalter gibt es nur noch zwei einfache Handtuchhaken, und statt eines 40 mal 40 Zentimeter großen Dachfensters übernimmt eine 25 mal 25 Zentimeter kleine Luke die Belüftung. Wenig vorteilhaft ist auch die Umstellung von einer passgenauen Banktoilette hin zu einer drehbaren Variante, hinter der ein schwer zu reinigender Spalt klafft.

Dass das Bad rund um die Toilette 13 Zentimeter breiter geworden ist, hilft dem Platzangebot kaum. Infolgedessen kann man sich das Duschpaket (490 Euro) sparen: Zwischen Tür und Waschtisch tendiert die Bewegungsfreiheit im Duschvorhang gegen null. Und auch der enthaltene City-Wasseranschluss verliert durch die alternativlose Fünf-Liter-Therme an Sinn. Gewachsen ist die gut beleuchtete Spiegelfläche.

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Das Bad verjüngt sich vorn und ist zwischen Tür und Waschtisch eher eng. Duschen? Nahezu unmöglich.

Einzelbetten sind per se nichts Besonderes, ungewöhnlich ist jedoch deren Höhe von 75 Zentimetern. Für den bequemen Einstieg tritt man im Mittelgang auf ein 25 Zentimeter hohes Podest, das kurz hinter den Bettenden beginnt und im Kasten des Rollrosts (340 Euro) endet. Der Liegekomfort ist sehr gut, für Unmut sorgen aber die Vorhänge am optionalen Bugfenster (450 Euro), weil die beim Schlafen ständig um den Kopf baumeln.

Die zweite Funktion des Podests erschließt sich beim Blick in die beiden Bettstaukästen: Mit 65 Zentimetern sind sie ungewöhnlich tief, während das Podest eine Durchlademöglichkeit schafft. Um diese vernünftig nutzen zu können, sind die 250 Euro für die zweite Stauklappe links gut investiert. Ergänzt wird das Stauraumangebot durch einen Kleiderschrank mit schlecht justiertem Drucktastenschloss und spärlicher Beleuchtung. Jackenhaken gibt es insgesamt sechs – zwei am Eingang und vier an der schmucken Garderobe mit Spiegel gegenüber.

Herkömmlicher Aufbau & neue Heckgestaltung

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Die Heckansicht hat von der Überarbeitung profitiert. Einen mehrteiligen Heckträger sucht man dennoch vergebens.

Der Aufbau des Averso ist herkömmlich mit EPS gedämmt und trägt GfK an Bug, Dach und Heck. Während die Außenhaut des Bodens immer aus imprägniertem Sperrholz besteht, lassen sich die Seitenwände mit Feinhammerschlag (300 Euro) oder Glattblech (1070 Euro) aufwerten. Praktisch, weil weit öffnend, ist der Bugkastendeckel mit Zentralaufsteller und simpler Verriegelung. Die Verarbeitung des Aufbaus ist insgesamt solide, auch wenn an vielen Stellen überschüssige Dichtmasse ins Freie drängt – dies wurde aber auch schon 2016 bemängelt.

Die neue Heckgestaltung gehört zu den auffälligsten Merkmalen des 2021er Averso Plus. Einfache gerade Rückleuchten sind zwei modern geschwungenen Exemplaren mit LED-Lichtsignatur gewichen. Aber: Die linke Leuchte steht etwa einen halben Zentimeter ab und wackelt – das kann kaum am Prototypenstatus liegen, da die Leuchte an sich nicht neu ist. Die untere Heckblende ist nach wie vor einteilig, also ohne reparaturfreundliche Opferecken ausgeführt, muss bei einem Schaden ergo komplett getauscht werden. Welchen Einfluss das Hubbett auf die Balance hat, zeigt die Waage. Komplett leer (ohne Gasflaschen) liegt die Stützlast bei mageren 23 Kilogramm. Daher heißt es vor der Fahrt ordentlich trimmen.

Das fiel uns auf

 Die große Aufbauhöhe (plus 13 cm) sorgt selbst unter dem Hubbett für Stehhöhe und insgesamt viel Kopffreiheit.
 In die Sitzpolster integrierte Deckel und eine Schuhklappe erleichtern die Nutzung der Truhen.
 Die optionale Fernsehhalterung lässt sich in der Höhe verstellen, der TV somit auch vom Hubbett aus nutzen.
 Durch die hoch eingebauten Betten lässt sich der Kontakt mit den Vorhängen kaum vermeiden.
 Die einzelne, simple und zudem schief eingebaute Lampe am Hubbett passt nicht ins übrige Bild.
 Links klafft ein Spalt, weil die modern geschwungene Rück-leuchte nicht korrekt befestigt ist.

Basisinformationen Bürstner Averso Plus 520 TL

Bürstner Averso Plus 520 TL (2021)
CARAVANING

Schlafplätze: 4+2
Zul. Gesamtgewicht: 1600-2000 kg
Gesamtlänge/Breite/Höhe: 7,52/2,32/2,71 m
Grundpreis ab: 21.990 Euro
Testwagenpreis: 26.155 Euro

Wertung

maximal 5 Punkte möglich

Wohnen: 3,0 Punkte
Beladen: 4,2 Punkte
Technik: 2,9 Punkte
Fahren: 3,1 Punkte
Preis & Service: 3,2 Punkte

Fazit

Früher war vieles besser. Eigentlich sollte so etwas nicht passieren: In vier Jahren wurde der Averso Plus 520 TL über 1000 Euro teurer, ist aber in einigen Details schlechter geworden: Die Sitzgruppe wurde für Familien unpraktischer und unbequemer, die Lichtausstattung einfacher. Das Bad verlor die sauber eingepasste Banktoilette und alle praktischen Ablagen.

Trotzdem: Das Raumkonzept des 520 TL bleibt gut, weil generationenübergreifend flexibel und reich an Stauraum. Denselben Grundriss gibt es übrigens auch etwas günstiger als Premio.

Bürstner Averso Plus
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