Test: Fendt Bianco Sportivo
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Test: Fendt Bianco Sportivo 23 Bilder

Fendt Bianco Sportivo 390 FH im Test

Aktivposten

Kompakt und stimmig aufgebaut: Ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung der guten Stube im Bianco Sportivo war die effektive Raumausnutzung. Der Wohnlichkeit im Fendt hat dies nicht geschadet.

Sportlich ist, wer "in" sein möchte. Und der Bianco Sportivo macht keinen Hehl daraus, dass er diesem Trend folgt. An der Bugwand treffen sich, mit schwungvollem Pinselstrich gemalt, Radler, Kanufahrer und Skiläufer. Für die ersten beiden Disziplinen stellt der Sportivo Transportmöglichkeiten zur Verfügung.

Die Dachgalerie trägt ein Wildwasserkajak in seiner Halterung. Auf der Deichsel findet sich ein klappbarer Träger, der auf zwei Räder wartet. Alles gegen Aufpreis, sofern man die Anschaffung für sinnvoll erachtet. Denn das Dach eines Caravans als Transportort fördert nicht gerade den fahrtechnisch idealen Schwerpunkt. Und die hohe Stützlast des Fendt spricht gegen eine weitere Belastung in diesem Bereich. Es sei denn, man kann beim Beladen das Gewicht ausgleichen. Außerdem: Das Dach des Sportivo ist zwar teilbegehbar, die Beladung mit einem Kanu aber auch für zwei Personen nicht einfach.
Denkt man sich die erwähnten Insignien der Körperertüchtigung weg, so bleibt ein normaler Caravan übrig, aber was für einer! Mit einem Zwei-Personen-Grundriss, der verblüffend kompakt ist, ohne eng zu wirken.

Auf einen Blick: Bianco Sportivo 390 FH

Grundpreis: 14800 Euro
Aufbaulänge:
4,51 m
Schlafplätze:
3
Zulässiges Gesamtgewicht:
1500 kg (1300 kg abgelastet)
Baureihe:
Der Sportivo ist ein Sondermodell in der Fendt- Bianco-Reihe, die aus fünf Grundrissen mit Aufbaulängen von 4,51 bis 5,55 Meter besteht.
Die Preise reichen von 13960 bis 16660 Euro.

CARAVANING-TIPP

Der große Treck: Der Bianco Sportivo bringt viel Gepäck in seinen Stauräumen und andernorts unter. Neben Kleidung und Nahrungsmittel kann man hier Kanus und Fahrräder transportieren. All diese Dinge können allerdings den Gewichtshaushalt durcheinanderbringen. Hier muss überlegt und sparsam geladen werden, um verkehrssicher zu bleiben.

Preis:10.000 bis 15.000 €; Schlafplätze: 3; Aufbaulänge: 4 bis 5 Meter

Der Innenraum

So ist die Küche konträr zur restlichen Einrichtung gestaltet. Wo im Wohnraum halbdunkle Holztöne vorherrschen, setzt sich die Kombüse in hell lackierten Oberflächen ab. Sehr adrett sind die blau-weiß gestreiften Vorhänge und Stores ("Streifen machen schlank") an der Sitzgruppe, die deshalb so akkurat aushängen, weil am unteren Rand Acrylglasstreifen unsichtbar eingenäht wurden. Die Küche bietet auf einem knappen Meter Breite das Notwendige, was ein sportliches Paar zur Wiederherstellung der Fitness braucht. Ein paar Details: Der abdeckbare Kocher und seine Regler gehören zu den Fingernagelkillern. Und einen richtig großen Topf kann man auf keiner der drei Flammen unterbringen. Der schmale und tiefe Schrank links vom Kühlschrank lässt sich nur schlecht bestücken. Ein Auszug würde einiges bringen. Dafür ist der restliche Schrankraum mit Schubladen ausgestattet. In der obersten sind die Gashähne vorbildlich untergebracht.

Links neben der Küche lädt die Dinette bis zu fünf Personen zum Verweilen. Und die können sich nicht nur übers hübsche Ambiente, sondern auch über gut profilierte Polster und einen großen Tisch freuen. Die Tür rechts der Küche ist einteilig, dafür hat sie ein großes Fenster, das sich nicht, auch nicht im ganz offenen Zustand, arretieren lässt. Bei einer groben Bö könnte es schnell den Abflug machen. Anschließend lockt im Bug das französische Bett die Pärchen. Die relative Enge verführt zum Kuscheln, die hervorragende Matratze zum Schlummern. Am Kopfende reicht ein Bücherregal bis zu den Hängeschränken. Eine schöne Idee mit praktischem Nutzen. Neben dem Bett geht’s in den Hygienebereich, in eine offene Waschecke mit vielen Spiegeln und Schränkchen und zum Toilettenraum, der mit der Thetford-Bank ausgestattet ist. Duschen ist hier auch möglich.

Der Möbelbau

Alles, was es zu hinterlüften gilt (Schränke, Staukästen), ist hinterlüftet. Weich gerundete Echtholzkanten werten die folierten Flächen auf. Keine Klagen bei den Beschlägen. Aufsteller halten ihre Klappen, Verschlüsse schließen angemessen, Auszüge laufen butterweich, die Dämpfer und Scherenaufsteller am Doppelbett packen kräftig zu, und die etwas unpraktischen, kleinen Pushlocks kann man verkraften. Der Möbelbau des Wohnwagens Fendt Bianco Sportivo macht insgesamt einen grundsoliden und geschmackvollen Eindruck.

Bordtechnik und Stauraum

Hier heißt es: "Alle Schotten dicht", die Schottwände vor den Heizungs- und Wasserinstallationen sind vorbildlich. Schaut man allerdings hinter die Küchenauszüge oder in den Kleiderschrank, findet man offen liegende und damit gefährdete Technik. In der Wasseranlage führen die alten Schläuche das Wasser, die nicht auf der Höhe der neuen Trinkwasserverordnung sind. Bei Nacht kann eine tolle Lichtinstallation begeistern. Wo man ein Buch liest, im Bett und in der Sitzgruppe, richten sich Halogenspots ganz nach dem Wunsch des Lesenden. Die Deckenlampe strahlt mit ihrem Spot direkt nach unten. Ihr Transistorlicht verbreitet die Lampe weich in den Raum. Sehr futuristisch mutet die LED-Leiste in der Küche an. Über den Hängeschränken illuminieren Ambient-Leuchtstreifen, wenn denn mal romantische Stimmung angesagt ist. Viel Stauraum findet sich in Bettkasten und Sitztruhen. Um unters Bugbett zu kommen, kann man den Lattenrost samt Matratze gasdruckverstärkt nach oben drücken oder die Außenklappe öffnen. Ganz einfach geht das nicht, weil man zwei Knöpfe drücken muss und eigentlich in die Gegenrichtung zum Öffnen ziehen sollte.

Fahrverhalten und Gewichte

Er läuft ruhig nach und lässt sich bei Richtungswechseln nicht so schnell aus der Reserve locken. Die Gewichtsverteilung zwischen rechts und links ist fast perfekt. Die Zuladung noch im grünen Bereich. Abgelastet werden sollte allerdings nicht. Ein echtes Problem hat der Caravan mit der Stützlast. Die normgerechte CARAVANING-Wägung des fahrbereiten Wagens (ohne Fahrräder und ohne Ersatzrad) ergab 100 Kilogramm. Eine zweite Wägung beim TÜV bestätigte diesen Wert. Hier muss Fendt nachbessern. Sportlich kann sich die Besatzung des Sportivo bis dahin trotzdem entfalten – wenn sie hecklastig lädt und Sportgeräte statt auf der Deichsel in oder auf dem Zugwagen transportiert.

Nachgefragt bei Fendt

Konstantin Tschovikov
Thomas Kamm, Pressesprecher von Fendt

Thomas Kamm, Pressesprecher von Fendt, nimmt Stellung zu ...

... dem schmalen Schrank links vom Kühlschrank, der sich nur schlecht bestücken lässt:
Ein Auszug wäre hier sicher praktikabler. Technisch lässt sich dieser aber nicht in allen Fahrzeugen umsetzen, da er mit dem an der Tür angebrachten Mülleimer nicht immer funktioniert.

... der Stützlast – fahrbereit nach Norm im Test 100 Kilogramm:
Der Caravan wurde von uns leer mehrmals gewogen. Das Leergewicht betrug 1110 kg. Im angehängten Zustand hat der Bianco Sportivo 390 FH 1050 kg gewogen. Aus der Differenz ergibt sich eine Stützlast von 60 kg. Je nach Beladung kann die Stützlast abweichen.

... einer Kombiheizung anstelle des Boilers:
Eine Kombiheizung würde von den Grundkosten höher sein als der Einbau eines Boilers. Zusätzlich kommen die Verbrauchskosten hinzu. Zudem müssten eine Batterie und ein Ladegerät serienmäßig sein.

... der Wasseranlage, die die Vorgaben der neuen Trinkwasserverordnung nicht erfüllt:
Die Wasseranlage entspricht mindestens dem Stand der Technik 10/2001 (Richtlinie 2002/72/EG).

Fazit

Er ist ein Netter, der Bianco Sportivo, ein Knuffiger, in den man sich schnell verliebt. Der kompakte Fendt weiß aber nicht nur mit Optik zu überzeugen. Selten trifft man einen Caravan an, der so stimmig aufgebaut ist. Wenn nur nicht das Problem mit der Lastverteilung wäre.

Fendt Bianco Sportivo
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