LMC Exquisite VIP 685 (2022) Frank Eppler
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LMC Exquisite VIP 685 (2022) im Test

LMC Exquisite VIP 685 (2022) im Test Geräumiger Caravan mit Unstimmigkeiten

Ursprünglich für den britischen Markt konzipiert, gibt es den großen Wagen mit dem noch größeren Namen jetzt auch in Deutschland. Was KundInnen erwarten dürfen und was nicht, zeigt der Test.

Bereits 2014 rollten die ersten Exquisit VIP im Auftrag eines britischen Händlers aus Sassenberg auf die Insel. Befeuert vom Trend zu großzügigen Räumen, Bädern und Küchen beschloss LMC, 2021 vier ausgewählte Grundrisse auch in Deutschland und anderen europäischen Märkten anzubieten.

Dafür hängte man flugs ein E ans Exquisit, weil Exquisite international geläufiger ist. Doch egal ob mit oder ohne E: Der Name ist vielleicht die größte Bürde des neuen LMC-Topmodells. Weil er Erwartungen weckt, die nicht erfüllt werden – und vermutlich auch gar nicht erfüllt werden wollen.

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Ein echtes Haus auf Rädern.

Im Prospekt wird der Markenverantwortliche Bodo Diller nämlich so zitiert: "Die Baureihe ... ist unsere Oberklasse. Enorm viel Platz gepaart mit hochwertiger Ausstattung und einem Hauch von Luxus." Unsere Oberklasse. Ein Hauch von Luxus. Das kommt der Wahrheit schon viel näher. Zur Wahrheit gehört auch, dass der riesige Exquisite VIP 685 mit einem Grundpreis von 42.800 Euro zwar kein unerschwinglicher Caravan, gemessen an seiner Ausstattung jedoch selbstbewusst kalkuliert ist.

Zum Vergleich: Fendt Bianco 720 SKDW und Tendenza 650 SFDW sind trotz Warmwasserheizung 3.950 respektive 2.110 Euro günstiger. Aber das nur am Rande. Im Supertest muss der LMC in erster Linie für sich selbst sprechen.

Wohnen

Platz. Sehr viel Platz. Platz zum Sitzen, zum Umhergehen, zum Kochen und im Modell 685 mit Heckbad sogar zum Duschen. Eingehüllt ist der viele Raum, der sich aus 7,48 Meter Innenlänge, enormen 2,40 Meter Innenbreite und 1,96 Meter Stehhöhe ergibt, wenn man das so sagen kann, in ein elegantes, teils hochglänzendes und üppig illuminiertes Mobiliar in Beige- und Weißtönen. Oder anders formuliert: Exquisite VIP ist hier nicht nur ein Name, sondern in Sachen Stil auch Programm.

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Der große Tisch steht wackelfrei auf einem klassischen, stabilen Stahl-Hubgestell.

Gemacht und gedacht sind alle vier VIP für zwei Personen. Im 685er stehen Paaren nicht nur eine weitläufige Sitzgruppe im Bug, sondern auch eine Zweier-"Frühstücks"-Dinette gegenüber der Küche zur Verfügung. Sitz- und Rückenpolster sind hier wie dort mit weichem Kunstleder bezogen. Die Polster stehen durch einwandfreien Formschluss untereinander sicher und sind auch auf Dauer bequem. Zudem erweitern die zwei Sitzgelegenheiten dank beigelegter flacher Zusatzpolster auch die Zahl der Betten.

Zum klassischen Familiendomizil wird der 685 damit noch nicht ganz: trotz Zusatzpolstern entstehen keine komplett ebenen Liegeflächen. Die große Tischplatte steht sicher und wackelfrei auf einem klassischen Scheren-Hubgestell. Während der Fahrt steckt sie mit zwei Gummistoppern in Bohrungen im vorderen Sitztruhendeckel. Das ist sicher, erfordert aber beim Ein- und Ausfädeln etwas Kraft und Geduld. Unabhängig voneinander haben etliche BesucherInnen im VIP die Tischoberflächen kritisiert, die – sorry – schmutzig und zerkratzt aussehen.

Die Küche hat das Potenzial, auch eine große Crew zu versorgen. Der sogenannte Full-Cooker, ein Pflichtbestandteil für Britannien bestimmter Caravans, hat drei Gas- und eine Elektro-Kochstelle, ein Grillfach und einen Backofen. Der Absorberkühlschrank mit automatischer Energiewahl wirft 142 Liter Volumen in den Ring. Drei Schubladen, ein großer Unterschrank mit zwei Fachböden, zwei Oberschränke samt geschlossenen Unterfächern und ein Bodenfach unterhalb des Kühlschranks offerieren viel Stauraum.

Doch während alle Türen und Auszüge im Korpus von Pushlocks gesichert sind, montiert LMC an den Oberschränken Möbelschnäpper, die ab einem gewissen Druck von innen öffnen. Auch wenn der 685 ursprünglich als Standwagen konzipiert worden sein sollte, dürfen mechanische Schlösser in der Küche nicht fehlen. Und: Die zwar funktionale Spüle samt integrierter Plastik-Mischarmatur ist von der günstigen Sorte, passt deshalb nicht zum Luxus-Herd nebenan. Die große Arbeitsfläche samt klappbarer Verbreiterung Richtung Eingang versöhnt ein Stück weit.

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Man kann sich beinahe aus den Augen verlieren im VIP 685, dem längsten aller vier Exquisite-Grundrisse.

Als Ort der Versöhnung taugt, so hört man, auch das Bett, das im VIP freistehend quer konzipiert und mit einem hohen Fenster am Fußende garniert ist. Die leichte, eher einfache Schaumstoffmatratze liegt nur dezent fixiert auf einem mit aufstellbaren Kopfteil (auf ganzer Breite, nicht seitenweise) versehenen Holzlattenrost. Damit der Durchgang am Fußende breit bleibt, belässt es LMC bei einer 1,86 Meter langen Matratze.

Ein beiliegender, etwas zu flacher Polsterriegel verlängert die 1,42 Meter breite Schlafstatt, am Kopfende eingefügt, um 15 Zentimeter – was Wertungspunkte rettet, obwohl der Rost nicht mitwächst. Eingefasst wird das Queensbett von zwei Kleider-/Wäscheschränken und zwei Nachttischen mit je einer Steckdose. Eine solide, dreisegmentige Holzschiebetür trennt den Schlaf- vom Wohnbereich. An der Kühlschrankflanke ist serienmäßig ein TV-Schwenkhalter installiert, der Wohnzimmer-TV würde auf der Heizungskommode stehen.

Eine zweiteilige, aber ebenfalls leicht laufende und gut gesicherte Schiebetür separiert das Schlafgemach vom Bad, das mit einer großen und an Ablagen reichen sowie mit einem Handtuchtrockner ausgestatteten Duschkabine und einem von drei Oberschränken überspannten Waschtisch aufwartet. Rechts steht die Toilette, auf der breitere Menschen sich vom dritten und größten Kleiderschrank im VIP eingeengt fühlen könnten. Große Personen können zudem die Oberschränke beim Zahnpastaausspucken stören. Alles in allem ist der Exquisite VIP 685 ein echter Haus auf Rädern – fehlt nur der Briefkasten.

Beladen & Fahren

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Im Bettstauraum, für den es keine Außenklappe gibt, steht der Frischwassertank. Auch die Zusatzpolster für den Umbau von Sitzgruppe und Dinette passen hier hinein.

Für den Verzicht auf die 550 Euro teure Auflastung von 2,2 auf 2,5 Tonnen kann es nur zwei Gründe geben: Entweder der Exquisite VIP soll fest auf dem Campingplatz stehen bleiben oder die Tempo-100-Zulassung auch mit einem etwas leichteren Zugwagen genutzt werden. Wer Zuladung satt sucht, findet sie in 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Technisch muss dafür gar nichts geändert, lediglich Papiere und Typenschilder angepasst werden. Serienmäßig steht der LMC auf Alu-Felgen. Hinter denen rotieren Trommelbremsen ohne Selbstnachstellung, auf ihnen tragfähige Markenreifen, die allerdings schon über ein Jahr alt sind.

Dass das Unterwegssein mit einem solchen Boliden Aufmerksamkeit erfordert, versteht sich von selbst, doch das Fahrverhalten selbst ist frei von Tücken und sorgt zumindest auf der Autobahn für ein wenig Entspannung. Dass es ab Werk weder ein elektronisches Stabilisierungssystem noch eine Stützlastanzeige gibt, ist mindestens schade. Und ein Zugwagen der schweren SUV- oder Van-Klasse ist ohnehin Pflicht.

Unterbringungsmöglichkeiten für Gepäck gibt es reichlich im VIP 685. Allerdings fehlt dem Bettstauraum eine Außenklappe und der Bettverkleidung Stabilität – die Rundungen am Fußende sind nur in Nuten gesteckt, werden darum von der Matratze und der Ladung herausgedrückt. Der Bettunterbau selbst besteht aus Metall und ist solide.

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Durch Gewicht und den Baldachin darüber öffnen die Klappen nicht weit (siehe Vordergrund).

Dass die Oberschrankklappen mit Möbelschnäppern versehen sind, ist gut, weil es die Zuhaltekraft dezent erhöht. Nur in der Küche sollten, wie bereits erwähnt, mechanische Schlösser zum Einsatz kommen. Zwei unbeheizte Garderoben und zwei Haken im Bad kümmern sich um Jacken, Nachthemden und Bademäntel. Zahnputzbecher-, Toilettenpapier- oder gar Klobürstenhalter indes gibt es nicht

Technik

Vor zwei Jahren hat sich LMC in Wänden und Dächern von seiner holzarmen und styroporfreien Aufbautechnik LLT verabschiedet, im Exquisite VIP nun sogar vom GfK-/XPS-Boden, weil der laut LMC im bisherigen Kernmarkt Großbritannien nicht gefordert worden sei. Sassenbergs Größter geht also mit einer Holzunterseite ins Rennen, zeigt aber immerhin keinerlei Schwächen bei der Verarbeitung von Alu-Seitenwänden und GfK-Dach und Holzboden.

Das Kapitel Technik ist trotzdem nicht jenes, in dem der LMC punktet. Wie bereits angedeutet, passen weder Leistung (vom Heizaggregat zur Küche verläuft die Leitung zudem unter dem Wagenboden in einem sogenannten Düker-Rohr) noch Geräuschentwicklung der Gebläseheizung mit offenem Heizkörper zum Luxusanspruch, die fünf Liter heißes Brauchwasser nicht zur Dusche. Der 340-Watt-Umformer speist eine Vielzahl von allesamt dimmbaren LED-Lichtleisten, von denen in der Sitzgruppe bereits eine defekt und eine andere am Flackern war. Die Mehrfachschalter fürs Licht sind bei LMC nach wie vor nicht eindeutig bezeichnet, zugeordnet und verdrahtet und reagieren zu häufig nicht auf den ersten Druck.

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Links und rechts des Schachtes fehlt eine Abdichtung zum Innenraum.

Zwar gibt es neun Steckdosen, jedoch keine an der kleinen Seitendinette. Auch USB-Steckdosen hat der VIP nicht zu bieten. Dafür schmückt die Küche ein großer Full-Cooker von Thetford. Doch gleich daneben fällt das Auge auf eine Günstig-Spüle mit einfacher Plastikarmatur. Ein zentrales Bedienpanel gibt es nicht – es gibt aber auch nichts anzuzeigen. Weder den Tankfüllstand noch irgendeine Bluetooth- oder Netzverbindung. 4569 Euro für die Warmwasserheizung sollten Interessenten auf jeden Fall einplanen.

Im geräumigen Deichselkasten mit Metallboden ist alles in bester Ordnung, die Flaschen stehen sicher, der Deckel öffnet platzsparend nach oben und verfügt über ein geschütztes Schloss und eine sichere Verriegelung. Die Schwerlast-Kurbelstützen sind per Kurbel leicht und ohne Kniefall zu erreichen. Die Klo-Kassette steht in einem Schacht, der nicht zu seiner Umgebung abgedichtet ist, selbst aber geringe Mengen Flüssigkeit aufnehmen kann.

Lichtcheck

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Mit Vollbeleuchtung gibt es im LMC wenig zu meckern an den Lichtstärken. Im Unterfach links oben sind LEDs ausgefallen.

Wenn alles leuchtet, ist die Sitzgruppe hell und nur ganz knapp nicht "grün". Die Dinette ist schwächer beleuchtet: klares "Gelb". Die Küche hat dunkle Ecken, die das Ergebnis drücken. Insgesamt aber hell! Das Bad passt, nur im Spiegel sollte deutlich mehr Licht sein. Die Dusche ist recht dunkel, aber man sieht, was man sehen muss. Die Lichtverhältnisse am Bett profitieren von der Deckenlampe. "Grün"!

Das fiel uns auf

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 Die beleuchtete und dimmbare Zierleiste erhellt das gesamte Vorfeld bzw. das Vorzelt.
 Weit öffnender, sicher verriegelnder Deckel vor solidem und geräumigem Gaskasten.
  Aufstellbares Kopfteil am Lattenrost – allerdings nur auf gesamter Breite und nicht einzeln.
 Durch Gewicht und den Baldachin darüber öffnen die Klappen nicht weit (siehe Vordergrund).
 Klar braucht man Stauraum. Aber direkt über dem Waschbecken stört er halt mehr, als dass er nutzt.
 Die Rundungen am Bettkasten sind nur gesteckt, werden von Matratze und Gepäck rausgedrückt.

Nachgefragt

Bodo Diller, Markenverantwortlicher von LMC, nimmt Stellung ...

... zum vergleichsweise hohen Grundpreis: Wir legen allergrößten Wert auf die Verarbeitungsqualität. Der VIP bietet ein neues, luxuriöses Level und ist das Fahrzeug mit der geringsten Mängelquote, obwohl es in seinem Stammmarkt Großbritannien häufig und lange bewohnt wird. Die Preisakzeptanz auf Endverbraucherseite in Großbritannien ist auf jeden Fall gegeben.

... zur einfachen Heizung und zum geringen Angebot an Extras: In England wird der Wagen genau so geschätzt und gekauft. Wir starten mit dem Exquisite VIP gerade erst in Deutschland und sind davon überzeugt, dass das besondere Raumgefühl, das hochwertige Mobiliar über Polster in Lederoptik bis hin zu den bequemen Betten punkten werden. Sollte vom Handel die Rückmeldung kommen, dass wir an der Ausstattung etwas ändern müssen, dann können wir aber auch reagieren. Was das Zubehör angeht, können die Exklusivhändler, die den VIP Exquisit im Angebot haben, den Kunden sicher weiterhelfen.

Preise

LMC Exquisite VIP 685 (2022)
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Grundriss LMC Exquisite VIP 685.

Für 42.800 Euro gibt es (Kunst-)Lederpolster, einen Luxus-Herd mit Grill und Backofen sowie eine effektvolle Innenbeleuchtung samt beleuchteter Außenzierleiste. Doch für die simple Truma-S-5004-Gasheizung und die für einen Wagen mit Vollwert-Dusche unterdimensionierte 5-Liter-Therme sammelt der VIP weder Punkte noch Sympathien; Preisklasse und Anspruch angemessen wäre mindestens eine Combi-Heizung mit integriertem 10-Liter-Boiler. Winterhart wird der Exquisite erst, wenn für 4569 Euro eine Warmwasserheizung für Raumluft und Fußboden inklusive beheizter Flaschenumschalt-Automatik etc. einzieht.

Obwohl LMC ausgerechnet beim Spitzenmodell den GfK- gegen einen Holzboden tauscht, gibt es zwölf Jahre Dichtheitsgarantie. Eine Information aus der Preisliste ist übrigens falsch: Der VIP hat keine Rahmenfenster, sondern einfachere vorgehängte Ausstellfenster. Apropos Preisliste: Außer Winterpaket, Auflastung und Dachverstärkung ist ab Werk nix zu haben. Sonderwünsche muss der LMC-Händler oder eine Caravan-Werkstatt erfüllen.

Grundpreis: 42.969 Euro
mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II (169 Euro)
Testwagenpreis: 43.699 Euro
Schlafplätze: 2+3
Zul. Gesamtgewicht: 2.200/2.500 kg
Gesamtlänge/Breite/Höhe: 9,57/2,58/2,53 m

Die Baureihe Exquisite

Preise: 38.900–42.800 Euro
Aufbaulängen: 7,26–8,36 m
Gesamtgewichte: 1.800/2.200 kg
Max. Auflastungen: 2.000/2.500 kg
Grundrisse: 4

Vier Modelle mit 2,53 Metern Aufbaubreite gehen als Exquisite VIP an den Start. Der einachsige 595 ist nicht nur der günstigste und reisetauglichste, sondern mit Queensbett im Bug und Rundsitzgruppe im Heck auch der gewöhnlichste der vier. Zu den Gemeinsamkeiten der drei Doppelachser zählen große Rundsitzgruppen plus je eine schmale Seitendinette. Anders als der getestete 685 haben 655 (Aufbaulänge: 7,84 Meter) und 695 (Aufbaulänge: 8,29 Meter) keine Raumbäder, sondern kompakte Nasszellen mit integrierten Duschen. Der 595 kommt als 1,8-Tonner, die Tandemachser als 2,2-Tonner, die auf zwei respektive 2,5 Tonnen aufgelastet werden können.

Wertung

(maximal 5 Punkte möglich)

Wohnen: 3,7 Punkte

 Insgesamt hohes Verarbeitungsniveau, solide Schiebetüren.
 Im Alltag erweist sich die zweite Sitzgruppe als praktisch.
 Große und bequeme Rundsitzgruppe im Bug.
 Küche mit großer, gut nutzbarer Arbeitsfläche und Luxus-Herd mit Ofen.
 Großes Bad mit separater, geräumiger Duschkabine, aber ...
 ... für breitere Personen kann es auf dem Klo eng werden und der Oberschrank ragt übers Waschbecken.
 Bett erst mit (zu flachem) Zusatzpolster mehr als zwei Meter lang und von eher einfacher Machart.
 Geöffnete Oberschrankklappen bleiben tief und damit im Blickfeld hängen.

Beladen: 4,1 Punkte

 Auch ohne Auflastung noch ordentliche Zuladungsreserven, mit Auflastung sehr hohe Zuladung.
 Aufgrund der Größe große Anzahl an Stauräumen, voluminöse Sitztruhen.
 Großer, sicherer und solider Gaskasten.
 Küchenoberschränke mit Möbelschnäppern unzureichend gesichert.
 Keine Außenklappe für Bettstauraum erhältlich. Umrandung instabil.
 Kleiderschränke unbeleuchtet.

Fahren: 2,7 Punkte

 Insgesamt gutmütiges Fahrverhalten und sauber eingestellte Auflaufbremse.
 Vier Positions-/Umrissleuchten vorn.
 Hohe Traglastreserven der Markenreifen.
 Keine selbstnachstellenden Bremsen.
 Weder elektronische Stabilisierungseinrichtung noch Stützlastwaage noch Reserverad erhältlich.
 Reifen schon über ein Jahr alt (Minuspunkt für Tempo-100-Zulassung).

Technik: 3,2 Punkte

 Sauber verarbeiteter Aufbau.
 Keine verletzungsträchtigen Stellen im Innenraum.
 Aufwendige und überwiegend helle Beleuchtung.
 Gemessen am Grundpreis Defizite bei der serienmäßigen Technikausstattung und dadurch bei der Wintertauglichkeit.
 Keine LLT-Aufbautechnik mehr, stattdessen wieder EPS-Dämmung und Holzboden.
 Anders als im Prospekt versprochen keine Rahmenfenster, sondern vorgehängte Fenster.

Preis & Service: 2,1 Punkte

 Längste Dichtheitsgarantie auf dem Markt (gemeinsam mit Fendt).
 Minimale Auswahl von Extras.
 Nicht bei jedem LMC-Partner verfügbar.

Fazit

Platz als Hauptargument – Geräumig ist der LMC Exquisite VIP und gut verarbeitet auch. Aber das Konzept ist nicht stimmig. Egal ob man ihn als Reise- oder Standwagen einsetzt: Irgendetwas fehlt immer für den jeweiligen Einsatzzweck. Problem: Ab Werk sind so gut wie keine Extras erhältlich. Das Winterpaket mit Warmwasserheizung und Boiler steigert den ohnehin ambitionierten Grundpreis deutlich, ist aber die einzige Möglichkeit, die Dusche wirklich und den VIP ganzjährig zu nutzen. Aber City-Wasseranschluss gibt’s nicht. Stabilisierungssystem? Reserverad? Markise? Teppich? Tankanzeige? Weder für Geld noch gute Worte. LMC hätte sich mehr Zeit lassen müssen, um sein Top-Modell auf den deutschen Markt zu adaptieren.

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