ESP im Caravan - LEAS, ATC und ETS

Aufbau und Unterschiede der Systeme

ESP Foto: Andreas Becker, Dieter S. Heinz, Hersteller 9 Bilder

Elektronische Fahrstabilitätssysteme (ESP) greifen immer dann ein, wenn der Caravan droht ins Schlingern zu geraten. Wir erläutern Aufbau und Funktionsunterschiede der Systeme.

Ein ESP, ein elektronisches Stabilisierungsprogramm, ist eine feine Sache, denn es entschärft kritische Fahrsituationen. Es hält das Fahrzeug mit gezielten Bremseingriffen sicher in der Spur oder zumindest in der Fahrtrichtung, selbst wenn für den Fahrer die Grenzen der Physik bereits überschritten sind.

LEAS für Wohnwagen

Caravan-ESP Leas Caravan-ESP Leas wird leichter Feder statt Elektromotor

Ein elektronisches Stabilisierungssystem gibt es seit Jahrzehnten auch für Caravans. Mit seinem LEAS gilt Wolfgang Lubs als Vorreiter in der Branche. LEAS wurde über die Zeit ständig weiterentwickelt und perfektioniert und ist – neuerdings sogar mit ABE – für rund 700 Euro erhältlich. Mit ATC und ETS Plus haben inzwischen mächtige Konkurrenten in den Markt gedrängt. Vor allem das ATC wird verschiedentlich bereits serienmäßig ab Werk in den Caravans installiert, zumindest jedoch optional angeboten. Beide Systeme lassen sich ebenfalls mit wenig Aufwand nachrüsten: Das ATC stammt von Alko, das ETC Plus von Knott.

ESP Foto: Andreas Becker, Dieter S. Heinz, Hersteller
Untergrundarbeiter: Die Systeme von Alko und Knott werden an der Achse installiert und leiten hier den Bremsvorgang ein.

Das Funktionsprinzip aller drei Systeme ist durchaus vergleichbar: Ein Sensor registriert die Bewegungen des Hängers und damit kritische Fahrzustände und leitet im Notfall eine gezielte Bremsung ein, die das Gespann wieder stabilisiert. In letzter Zeit kursieren Meldungen, wonach ein Stromausfall beim weit verbreiteten Alko ATC zu überhitzten Bremsen führen könne, das ETS Plus jedoch konstruktiv davor gefeit sei, weil es, so Knott, „als einziges System bei einem Stromausfall ... immer wieder in Lösestellung zurückfällt“. Im anderen Fall könnten hängende Bremsen zu sogenannten Heißläufern führen.

Was steckt dahinter?

Tatsächlich arbeitet das ETS-Stabilisierungssystem im Gegensatz zum ATC in entgegengesetzter Richtung zur Betriebsbremse. Heißt: ETS zieht am Seilzughalter und schiebt die Seilzughüllen nach hinten weg. Ist beispielsweise eine Sicherung durchgebrannt, etwa „durch den angeschalteten Kühlschrank im Wohnwagen“ (Zitat Knott), wird das ETS bei kurzer Betätigung der Betriebsbremse wieder in die Ausgangsposition geschoben und die Bremse gelöst.

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Grund zur Panik bei ATC-Besitzern? Nein. Analysieren wir einmal, was passieren könnte: Beim Stromausfall im normalen Fahrbetrieb geschieht erstmal gar nichts. Zwar reagiert das ATC nicht mehr auf Pendeln, aber die Auflaufbremse funktioniert nach wie vor. Fall 2: Hänger pendelt, ATC bremst und gleichzeitig brennt die Sicherung durch. Dann führt die Vorspannung der internen Feder nach Aussage von Alko dazu, dass der Mechanismus um einen bestimmten Grad zurückgestellt wird. Versuche hätten bestätigt,dass die restliche Bremskraft keine Heißläufer produziert. Zudem: Nach dem Tausch der Sicherungen funktioniert alles wieder wie vorher. Eine von Knott prophezeite Überlastung des Systems ist im Übrigen kaum möglich, da das ATC im Falle eines Eingriffs alle nachgeschalteten Verbraucher im Caravan vom 12-Volt-Netz trennt.

So Funktionieren die Systeme

ATC System Foto: Andreas Becker, Dieter S. Heinz, Hersteller

Gut funktionierende Bremsen sind das A und O, auch für elektronische Sicherheitssysteme. Entscheidend ist, dass sie gut eingestellt sind oder – wie heute vielfach üblich – über eine automatische Nachstellung verfügen. Diese lässt sich auch nachrüsten. Idealerweise, wenn ohnehin abgenutzte Beläge getauscht werden müssen. Serie: Bei der standardmäßigen Bremsanlage zieht die Auflaufeinrichtung die Bremsstange nach vorne. Die in der Ausgleichswaage eingehängten Bowdenzüge spreizen die Bremsbacken.

Beim ATC von Alko schiebt der Elektromotor über eine Antriebsmutter den Betätigungsstößel gegen die gekürzte Bremsstange. Das spannt die Seele der Bowdenzüge, die Bremse spricht an.

ETS System Foto: Andreas Becker, Dieter S. Heinz, Hersteller

Beim ETS Plus zieht ein zusätzlich installiertes Widerlager die Zughülle der Bowdenzüge nach hinten und bringt so die nötige Kraft auf für die in der Ausgleichswaage eingehängten Seelen.

Fazit

Beide Systeme sind sicher und signalisieren Störungen per LED oder Fernanzeige. Bei einem Stromausfall bleibt die normale Bremswirkung erhalten.Nur bei erheblichen Systemstörungen muss das ATC vom Bremsgestänge entkoppelt werden.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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