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Feinstaub: Einlass nur mit Nummer

Bei Umweltalarm müssen Gespannfahrer bald vielerorts mit Fahrverboten rechnen. Eine Vier-Klassen-Gesellschaft bei den Plaketten.

Wir müssen draußen bleiben. Was bisher vor allem für Hunde in der Metzgerei gilt, werden viele Gespannfahrer in Zukunft voraussichtlich in Städten selbst erleben. Denn vor allem älteren Zugfahrzeugen wird die Zufahrt verwehrt, wenn es zu Fahrverboten in besonders mit Feinstaub belasteten Gebieten kommt.
Jetzt hat der Bundesrat den Weg dafür grundsätzlich frei gemacht. Mehrheitlich sprach sich die Länderkammer auf Initiative von Baden-Württemberg für eine Vier-Klassen-Gesellschaft in Sachen Feinstaub aus: Die grüne – und damit beste – Schadstoffplakette der Klasse 4, die auch künftig uneingeschränktes Fahren garantiert, erhalten nach dem Bundesratsbeschluss neben allen Fahrzeugen mit schadstoffarmen Benzinmotoren Euro-4-Diesel-Pkw und -Nutzfahrzeuge. Für praktisch alle aktuell auf dem Markt angebotenen Reisemobile wird es freilich nur zur weißen Plakette mit der Ziffer 3 reichen, in der Euro-3-Diesel-Pkw und -Nutzfahrzeuge erfasst werden (siehe Kasten rechts). Für Euro-2-Fahrzeuge gibt es entsprechend weiße Plaketten mit der Ziffer zwei.

Viele Caravaner und die Mehrheit aller Reisemobilbesitzer dürfen indes mit gar keiner Plakette rechnen. Schließlich sind die vielen älteren Fahrzeuge lediglich in den Schadstoffnormen Euro 1 oder schlechter eingestuft. Die Plaketten sollen gut sichtbar auf der Windschutzscheibe angebracht werden. Ab 2006 sollen sie im Rahmen von AU- und TÜV-Terminen ausgegeben werden. Die Kosten bezifferte das Stuttgarter Umweltministerium „im einstelligen Euro-Bereich" . Gemeinden können mit diesem Bundesratsbeschluss nun gestaffelte Fahrverbote aussprechen. Eigens dafür sollen neue Verkehrszeichen eingeführt werden. Wenn die Beschlüsse rigoros umgesetzt werden, kann es für zahlreiche Caravaner bedeuten: Wir müssen draußen bleiben.

Ernste Zweifel am System

Ablehnung. Heftige Kritik an dem neuen Plakettensystem hagelt es von vielen Seiten: Nach Ansicht des ADAC führten Fahrverbote nicht zu einer nennenswerten Verbesserung der Luftqualität. Als „zu bürokratisch" bezeichneten die abgewählten Bundesminister Trittin und Schily die Initiative aus Baden-Württemberg. Auch Christian Ude, der Münchner Oberbürgermeister und Präsident des Deutschen Städtetages, hat sich entschieden gegen Straßensperrungen und andere Beschränkungen im Zusammenhang mit der Feinstaub-Belastung ausgesprochen. Ude: „Es wäre geradezu absurd, wenn wir Millionen dafür ausgeben, dass wir leistungsfähige Straßen bauen, um den Verkehr aus den Wohngebieten aufzunehmen und diese zu entlasten. Anschließend sperren wir diese Straßen und verlagern den Verkehr wieder in die Wohngebiete." Ude wies auch Forderungen nach einer City-Maut in deutschen Städten als „widersinnig" zurück.

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