Stabilisierung für den Kugelkopf von Knott

Kein Knarren der Schlingerdämpfer mehr

Knott Prototyp Stabilisierung Foto: Knott 4 Bilder

Immer wieder knarren Schlingerdämpfer beim Kurvenfahren. Knott will Ruhe schaffen – mit einer Stabilisierung, die den Kugelkopf erst bei höheren Geschwindigkeiten in die Zange nimmt.

Mechanische Stabilisierungskupplungen, bei denen Reibelemente von Hand über einen Hebel und an die Kupplungskugel des Zugwagens gepresst werden, sind die wichtigste Grundausstattung für mehr Fahrsicherheit – die Mehrzahl aller Caravans ist deshalb serienmäßig damit bestückt. Die Reibbeläge hemmen durch ihre Bremswirkung auf den Kugelkopf Schlingerbewegungen und erhöhen damit die kritische Geschwindigkeit um mehr als 20 Stundenkilometer. Die kritische Geschwindigkeit ist dann erreicht, wenn der Caravan ohne äußere Einflüsse anfängt zu pendeln oder schlingern und sich weiter aufschaukelt.

Was tun gegen das Knarren der Reibbeläge?

Nachteil aller mechanischer Kugelkopf-Bremsen: Durch Schmutz und (Lack-)Abrieb kann es passieren, dass die Reibbeläge bei Kurvenfahrt auf Bodenwellen knarren. Über die Anhängevorrichtung überträgt sich das irritierende, aber ungefährliche Geräusch auf und damit in die Karosserie des Zugwagens.

Knott Prototyp Stabilisierung Foto: Knott
Motor in Zugvorrichtung presst die Reibbeläge an den Kugelkopf.

Knott, Spezialist für Achsen, Bremsen und Zugvorrichtungen, will dieses Problem nun lösen und entwickelt eine bedarfsabhängig zugespannte Stabilisierungs-Kugelkupplung. Die drei wichtigsten Bauteile für das System sind ein zweikanaliger Radarsensor mit integriertem Steuerungsrechner, der zur Bestimmung der Fahrgeschwindigkeit die Fahrbahnoberfläche abtastet, und ein Stellmotor in der Zugvorrichtung, der die Reibelemente gegen die Kugel presst.Beim Rangieren mit großen Winkelbewegungen und langsamer Fahrt – bei ersten Tests bewährt hat sich laut Knott-Entwicklungschef Josef Strasser eine Minimalzuspannung bis 30 km/h – bleiben die Reibelemente so deaktiviert. Bei schnelleren Straßenfahrten mit minimalen Winkelbewegungen spannt der Stellmotor die Reibelemente so fest zu, dass die Vorgaben gemäß ISO11555:1 erreicht werden. Erst bei einem Stillstand von mehr als 10 Sekunden wird die Stabilisierungseinrichtung wieder geöffnet.

Somit werden nicht nur Verschleiß und Fahrwiderstände bei niedrigem Tempo reduziert, sondern auch die Knarrgeräusche. Als weiteren Vorteil nennt Knott die gleichbleibende Wirkung der Schwingungsdämpfung: Bei abgenutzten Reibbelägen erhöht der Stellmotor einfach die Vorspannung.

Im Falle eines Systemausfalls durch eine ausgelöste Sicherung, eine Stromunterbrechung vom Zugwagen oder einen Defekt ist die Stabilisierungs-Kugelkupplung so ausgelegt, dass das manuelle Abkuppeln selbst im voll zugespannten Zustand möglich ist.

Anhängekupplung nachrüsten
Ein Besuch in der Werkstatt

System überwacht Funktionen der Anhängekupplung

Eine zweifarbige LED im Griff zeigt den Zustand der ECC (Electronic Coupling Control) an. Geplant ist aber auch, den Betriebszustand via App auf ein mobiles Endgerät zu übertragen. Darüber hinaus gewährleistet die Elektronik die Überwachung der Zuspannkräfte, des Verschleißzustands von Kugel und Reibelementen und ob der Caravan korrekt auf der Anhängekugel sitzt. Über Preise kann Knott aktuell noch keine Prognose abgeben. Sicher ist, dass das „Anti-Knarr-System“ ECC teurer ist als eine herkömmliche, von Hand betätigte Stabilisierungseinrichtung.

Weil Knott gerne im Vorfeld die Marktchancen der ECC beurteilen möchte, sind die Firma und wir sehr gespannt auf Ihre Meinung, liebe CARAVANING-Leser. Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail unter redaktion@caravaning.de, Betreff: Knott ECC, ob und, wenn ja, unter welchen Umständen das System für Sie interessant wäre.

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