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Basiswissen für Campingneulinge
Vorzelte Wohnwagen Bernd Thissen
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Alle Vorzelt-Modelle für Caravans im Überblick

Gestänge-, Luft- oder doch ein Markisenzelt?

Ein Vorzelt vor dem Caravan erweitert den Lebens- und Stauraum, schafft Privatsphäre und macht es gemütlich, auch wenn das Wetter mal nicht so mitspielt. Diese vielfältigen Zelt- und Gestängetypen gibt es.

Mit einem Vorzelt lässt sich die Wohnfläche des Caravans nahezu verdoppeln. Zudem schützt es vor Regen, Sonne und Wind wie auch vor unerwünschten Blicken aus der Nachbarschaft. Das passende Modell zu finden ist nicht so einfach, denn das Angebot ist riesig. Vor dem Kauf sollte man darum wissen, was das Zelt können muss.

Grundlegend ist die Frage nach dem Einsatz. Stehe ich während des gesamten Urlaubs am gleichen Platz, oder ziehe ich regelmäßig weiter? Für Nomaden reicht meist schon ein leichtes, schnell aufgebautes Reise- oder Markisenzelt. Wird das Zelt wenige Wochen im Jahr genutzt, oder soll es während der Saison oder gar ganzjährig stehen bleiben? Muss es vielleicht sogar Sturm, Eis und Schnee trotzen? In diesen Fällen sollte es ein Stahlgestängezelt sein, das allen Anforderungen standhält. Je nach Modell lässt sich das Seriengestänge um Sturmstangen, zusätzliche Dachstangen gegen Schneelast sowie Veranda- und Vordachstangen ergänzen.

Eine grobe Einteilung von Vorzelten lässt sich in Luftzelte mit aufblasbaren Schläuchen statt Stangen und Gestängezelte mit Stahl-, Aluminium- oder Fiberglasstangen vornehmen.

Gestängezelte

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Wächst auch das Angebot an Luftzelten kontinuierlich, sind es mehrheitlich aber immer noch die klassischen Gestängezelte mit Stahlrohr, die Camper vor ihre Wohnwagen stellen. Und das, obwohl der Aufbau dieser Zelte ohne Frage mehr Zeit und nicht selten auch mehr Nerven kostet. Dafür bringt ein Stahlgestängezelt hohe Stabilität und UV-Beständigkeit mit. Dafür sorgen etwa die Zeltdächer, die mit kunststoffbeschichtetem Polyestergewebe oder PVC überzogen sind.

Wie einige andere Hersteller beschichtet auch Wigo, dessen Zelte wir beispielhaft aufgebaut haben (siehe Bildergalerie), sein Vorzelt Husum (ab 1720 Euro) auf dem Dach beidseitig mit PVC und einer schmutzabweisenden Beschichtung (Easy-Clean). Vorder- und Seitenwände sind beidseitig aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe gefertigt. Das dazugehörige Gerüst besteht aus 25-Millimeter-Stahlrohr. Für mehr Stabilität lässt sich optional ein 32er-Querschnitt ordern. Zum Lieferumfang des mit 2,40 Meter Breite und drei Meter Tiefe lieferbaren Husum gehören zudem fünf Dachstangen und ebenso viele Aufstellstangen. Damit kommt das Vorzelt in der kleinsten Ausführung auf stattliche 53 Kilogramm Gewicht – die größte Variante der Baureihe wiegt 85 Kilo.

Entscheidend bei der Wahl des passenden Zelts ist das Umlaufmaß, also die Länge der Kederschiene am Caravan und die der Kederleiste am Zelt. Die Kederschiene am Wohnwagen nutzt man mit einem volleingezogenen Vorzelt nahezu vollständig. Großer Vorteil: Die Anbindung des Zelts an den Seiten ist perfekt, da das Zelt komplett eingezogen wird. Anders bei teileingezogenen Zelten. Hier steckt das Zelt nur oben in einem Teilstück der Kederleiste. Die Anbindung an den Seiten erfolgt mittels Gestänge. Die sogenannten Anpressstangen werden rechts und links so fixiert, dass sie gegen die Fahrzeugwand drücken und das Zelt abdichten. Um hierbei keine Schäden an der Fahrzeugwand zu verursachen, wird Schaumstoff zwischen Stange und Fahrzeugwand platziert.

Ganz gleich, ob man ein teil- oder volleingezogenes Vorzelt in den Keder einzieht: Die Teile sind schwer. Deshalb funktioniert dieser Schritt nur mit einer helfenden und vor allem kräftigen zweiten Hand. Einer achtet darauf, dass die Kederleiste sauber in der Schiene läuft, während der Zweite die Zeltplane zum Ende des Keders zieht. Für den kompletten Aufbau eines volleingezogenen Vorzelts mit Stahlgestänge kann man locker zwei oder mehr Stunden einplanen. Alternativ zum Stahlgestänge lassen sich Zelte mit Aluminum- und Fiberglasgestänge ordern. So reduziert sich das Gewicht bei einem 28-Millimeter-Alugestänge und Fiberglas gegenüber einem vergleichbaren Stahlgestänge um etwa die Hälfte. Allerdings sind Alu und Fiberglas weniger stabil als Stahl.

Vor- und Nachteile der Gestängezelte

 Stahl-, Fiberglas- und GfK- Gestänge sind sehr stabil
 Zubehör wie Lampen und Handtuchhalter direkt aufhängbar
 am besten als robustes Winterzelt geeignet
 Aufbau des Stahlgestänges ist anstrengend, langwierig und nicht selbsterklärend
 großes Packmaß, Zelt und Gestänge sehr schwer

Luftzelte

Luftzelte
Luftzelte Luftzelte Lufzelt Lufzelt 6 Bilder

Drei Pluspunkte sammeln Luftzelte gegenüber Stahlgestängezelten: deutlich weniger Gewicht, schnellerer Aufbau und geringere Gefahr, mit stürzenden oder kippenden Stangen Schäden an Mensch und Material zu verursachen. Die ebenfalls voll- oder teileingezogenen Luftzelte lassen sich in der Regel wesentlich schneller aufstellen. Steckt das Zelt im Keder, beginnt man mit dem Aufblasen des Luftgestänges. Je nach Ausführung sind die Modelle mit einem oder mehreren Ventilen für Doppelhubpumpe oder Kompressor ausgerüstet. Beim Pumpen richtet sich das Zelt auf und nimmt schnell seine endgültige Form an. Anschließend Querstreben einziehen, abspannen, fertig.

Waren die ersten Luftzelte aus leichtem, nur bedingt UV-beständigem Material gefertigt, gehen immer mehr Hersteller dazu über, atmungsaktive und UV-beständigere Materialien wie Four Season (All Season) und Spezialgewebe aus Polyester bzw. Polyester/Polyvinylalcohol (PVA) von TenCate einzusetzen. Das allerdings macht die Luftzelte schwerer. Dennoch eignen sie sich als schnell auf- und abbaubare Reisezelte. Je nach Ausführung besteht das Gestänge komplett aus Luftzylindern oder einer Kombination aus Luftstreben sowie Fiberglas- oder GfK-Stangen. Luftvorzelte gibt es in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Dachformen. So ist etwa das drei Meter breite und ebenso tiefe Kampa Dometic Ace Air Pro 300 (ab 1099 Euro) mit einem Pultdach ausgerüstet. Zudem orientieren sich die nahezu vertikalen Wände an denen eines Stahlgestängezeltes. Vorteil: Gewölbte, halbhohe Wandbereiche entfallen. Der Innenraum lässt sich vollständig nutzen, und mit 22,7 Kilogramm wiegt es deutlich weniger als ein vergleichbares Stahlgestängezelt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Elastizität von Luftzelten. Denn wenn auf dem Zelt liegender Schnee oder starke Windböen einen Teil eindrücken, ist das unproblematisch. Sobald der Schnee abrutscht oder der Sturm nachlässt, kehrt das Zelt ohne Schäden in seine Ausgangsform zurück. Starre Stahl-, Alu- und Fiberglasgestänge können sich verbiegen respektive brechen, Luftgestänge undicht werden. Bei lecken Luftschläuchen helfen Reparaturkits (z. B. Outwell Air Repair Tube Kit ab 50 Euro, Kampa Luftschlauch-Set ab 10 Euro). Bei gebrochenem Fiberglas tauscht man das gebrochene gegen ein neues Segment. Nachteilig wirkt sich das Luftgestänge auf das Packmaß aus, denn die zusammengepackten Zelte sind voluminös und beanspruchen im Caravan viel Stauraum. So beträgt das Packmaß des Ace Air Pro 300 99 mal 56 mal 29 Zentimeter (L/B/H).

Vor- und Nachteile der Luftzelte

 einfacher und schneller Auf- und Abbau
 kein Gestängechaos
 eingedrückte Stellen beulen sich selbstständig aus
 Luftschläuche lassen sich nur wenig zusammenfalten
 höheres Gewicht durch viel Planenmaterial
 Zubehör (z. B. Lampe) lässt sich nicht einfach aufhängen

Markisenzelte

Markisenzelt
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Markisen sind längst nicht mehr nur Reisemobilen und Campingbussen vorbehalten. Sie können sich auch für Caravans lohnen. Insbesondere dann, wenn man nicht lange an ein und demselben Ort verweilt, aber dennoch den Komfort eines Zeltes am Stellplatz schätzt. Sie lassen sich schnell auf- und abbauen, sind etwa so schwer wie Luftzelte und beanspruchen nur wenig Stauraum, da die Markise entweder auf dem Dach montiert ist oder im Keder hängt. Verstaut werden nur Seitenteile und die Front.

Unter den Markisen gibt es zwei Arten: Fest auf dem Dach montierte Kassettenmarkisen (Seitenmontage würde in den meisten Fällen die Tür blockieren) und in den Keder eingezogene Taschen- oder Sackmarkisen. Auch Letztere bleiben während der Fahrt außen am Caravan hängen. Gegen Rutschen sichert man die Markise mit Stoppern, die am Keder befestigt werden.

Der Aufbau geht sehr schnell: Kassettenmarkise per Kurbel oder elektrisch ausfahren. Beim Ausrollen sorgen rechts und links integrierte Gelenkstangen dafür, dass die Markise Spannung bekommt und nicht durchhängt. Am Frontprofil sind rechts und links zwei teleskopierbare Stangen klappbar montiert. Damit wird die Markise nach dem Ausrollen abgestützt und mit Schnüren oder Bändern abgespannt. Hierbei immer darauf achten, dass die Dachfläche ein seitliches Gefälle bekommt, sodass sich Regenwasser nicht sammeln und abfließen kann. Um die Dachfläche mit mehr Spannung zu versorgen, bieten Hersteller sogenannte Spannstangen aus Aluminium (ab 20 Euro), die sich zusätzlich zwischen Fahrzeugwand und Frontprofil einziehen lassen.

Je nach Fahrzeuglänge sind Kassettenmarkisen in unterschiedlichen Abmessungen lieferbar. So etwa die Omnistor 6300 von Thule. Sie gibt es in Größen von drei bis 4,50 Meter Länge mit jeweils 2,50 Meter Markisenauszug. Die Markise wiegt 23,6 Kilo und kann mit Seitenteilen und Frontelementen zum Markisenzelt erweitert werden. Achtung: Dann kommen etwa weitere 15 bis 20 Kilo Gewicht hinzu. Der Aufbau einer Taschenmarkise läuft ähnlich: Ausrollen Stütz- und Spannstangen montieren, abspannen, Wandteile ergänzen. Fertig. Damit entsteht aus der Markise mit wenigen Handgriffen ein komplettes Zelt.

Vor- und Nachteile der Markisenzelte

 vergleichsweise schnell auf- und abgebaut
 Wandelemente brauchen wenig zusätzlichen Stauraum, da die Markise als Zeltdach in Kassette/ Tasche steckt
 flexible Gestaltung mit verschiedenen Front- und Seitenelementen möglich
 muss bei starkem Wind eingerollt bzw. abgebaut werden

Winterzelte

Winterzelte
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Die Teilzelte dienen als Schleuse und Abstellraum, etwa zum Schutz der Skiausrüstung. Sie sind weniger tief und mit einem Pultdach ausgerüstet, von dem Schnee leicht abrutscht. Das Gestänge ist aus Stahlrohr gefertigt, wobei auch zunehmend Luftzelte wintertauglich gemacht werden. Die Winterzelte bestehen aus verrottungssicherem und UV-beständigem PVC-Polyestergewebe. Die Andruckstangen mit Schaumpolster schaffen die Verbindung zur Fahrzeugwand, und ein großer Faulstreifen hält Tropf- und Schmelzwasser draußen.

Die wichtigsten Merkmale von Wintervorzelten und eine Modell-Übersicht finden Sie hier.

Kaufmöglichkeiten für Vorzelte

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