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Mehr Umweltzonen in Frankreich

Fahrverbote in weiteren Städten ab 2017

Mehr Umweltzonen in Frankreich Foto: TIMDAVIDCOLLECTION/Fotolia 2 Bilder

Für eine bessere Luftqualität wird es in Europa in den nächsten Jahren immer mehr LEZ-Umweltzonen geben. CARAVANING zeigt die Zonen in Frankreich, Großbritannien, Belgien und Italien.

04.04.2017

Feinstaubalarm ist in Großstädten allgegenwärtig. Einige europäische Städte wollen nun dagegen steuern: Für bessere Luftqualität werden immer mehr plakettenpflichtige Umweltzonen eingeführt, sogenannte LEZ (Low Emission Zones).

Belgien: Umweltzone in Antwerpen und Brüssel

In der flämischen Stadt Antwerpen besteht seit 1. Februar 2017 eine LEZ-Umweltzone. Die gesamt Innenstadt liegt in dieser Zone, sowie ein Teil des Stadtviertels Lineroever. Der Antwerpener Autobahnring R1 ist jedoch davon ausgeschlossen.

Die Umweltzone in Antwerpen ist ausgeschildert und gilt das ganze Jahr. Nur Fahrzeuge, die die Abgasnorm einhalten oder eine vorübergehende, kostenpflichtige Zulassung haben, dürfen in diese Zone fahren. Betroffen sind im ersten Schritt Dieselfahrzeuge der Euronorm 3 (ohne Rußpartikelfilter) und älter.

Besucher aus dem Ausland können vor einer Reise nach Antwerpen ihr Fahrzeug online registrieren unter: lez.antwerpen.be. Die Registrierung ist gebührenfrei und kann bis 24 Stunden nach dem Hineinfahren in die Umweltzone erfolgen. Für den Vorgang benötigt man den und das COC Zertifikat mit EG-Übereinstimmungsbescheinigung. Diese Bescheinigung erhält man entweder beim Fahrzeugkauf oder kann sie beim Autohersteller anfordern. Nur registrierte Fahrzeuge können von den Kameras, die in der Umweltzone aufgestellt sind, mit dem Nummernschild abgleichen. 

Fahrzeuge, die die Auflagen nicht erfüllen, können maximal acht Mal im Jahr gegen Erwerb einer Tagesskarte in die Umweltzone fahren. Die Karte ist ebenfalls auf der Website oder an Parkscheinautomaten vor Ort erhältlich.

Wer die LEZ-Zone ohne Sonderzulassung oder Registrierung befährt, dem droht eine Geldstrafen von 124 Euro. Im Jahr 2018 soll die Strafe auf 150 Euro angehoben werden. Ausgenommen von der Regelung sind Motorräder. Für Oldtimer, die älter als 40 Jahre sind, kann man eine vorübergehende Zulassung anfordern.

In Brüssel und Umgebung soll ab dem 1. Januar 2018 eine Umweltzone eingeführt werden.

Großbritannien: Umweltzone LEZ in der Region um London

Auch in London gibt es jetzt eine Umweltzone. Zusätzlich zur Stau-Zonen-Gebühr müssen Autofahrer in London jetzt noch eine Umwelt-Gebühr bezahlen. Die Low Emission Zone (LEZ) umfasst den Großraum von London, darunter auch Teile der M1 und M4. Ausgenommen von der LEZ sind Fahrzeuge unter einem Gewicht von 1,205 Tonnen. 

Vor der Einfahrt in eine LEZ muss das Fahrzeug online registriert werden. Die Zonen werden von Kameras überwacht. Darüber hinaus muss die geforderte Abgasnorm erfüllt werden. Die Gebühr richtet sich nach dem Fahrzeugtyp. Für ein Wohnmobil zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen beträgt sie 100 Pfund für 24 Stunden.

Weitere Infos unter: tfl.gov.uk/modes/driving/low-emission-zone/about-the-lez?

Frankreich: Umweltzonen in immer mehr Großstädten

Anfang Juli 2016 wurde in Frankreich die Umwelt-Plakette "Crit’Air" und die dazugehörigen Umweltzonen, zunächst in Paris und Grenoble, eingeführt. Ab sofort müssen auch deutsche Touristen eine Umwelt-Plakette an ihrem Fahrzeug anbringen. Die Vignette ist zeitlich unbegrenzt und kostet 4,80 Euro, wer ohne erwischt wird muss 68 Euro Strafe zahlen. Ziel der Maßnahme ist es, die atmosphärischen Verschmutzungen, vor allem Stickoxide und Feinstaub in der Luft, zu reduzieren. Daher soll nur noch neueren und schadstoffärmeren Fahrzeugen die Zufahrt zu den Umweltzonen gestattet werden. Diese Zonen umfassen hauptsächlich Städte beziehungsweise Ballungsgebiete mit besonders hohen Feinstaubwerten (siehe Grafik oben). Schrittweise wollen weitere französische Städte diese LEZ einführen.

Die Fahrzeuge werden in sechs verschiedene Kategorien eingeteilt und erhalten eine entsprechende Plakette. Ausschlaggebend dafür sind das Jahr der Erstzulassung und die Abgaswerte nach europäischer Euro-Abgasnorm. Wohnmobile unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht werden als Pkw eingestuft, Wohnmobile über 3,5 Tonnen gelten als Lkw.

Die Einstufung in die Crit’Air-Kategorien erfolgt folgendermaßen: Die grüne Plakette bleibt Fahrzeugen mit Wasserstoff- und Elektroantrieb vorbehalten. In die Kategorie 1 werden Gas- und aufladbare Hybridfahrzeuge einsortiert. Diesel-Pkw mit Euro 5 oder 6 landen in Kategorie 2, während Diesel-Lkw nur mit Euro 6 in diese Klasse eingeordnet werden. Die Zuordnung zu den Kategorien 3 bis 5 erfolgt analog zu Kategorie 2. Keine Plakette erhalten Pkw mit Euro 1 und Lkw mit Euro 1 oder 2.

Fahrzeuge aus dem Ausland müssen die Plakette erst ab dem 1. April 2017 vorweisen. Erhältlich ist sie ab März 2017 unter www.crit-air.fr. Bis dahin genügt der Fahrzeugschein als Nachweis. Fährt man ohne Plakette in eine Umweltzone, wird ein Bußgeld in Höhe von 68 Euro für Pkw und 135 Euro für Lkw und Gleichgestellte fällig. 

Die Einrichtung von Umweltzonen obliegt der jeweiligen Kommune. Diese legt auch fest, welche Crit’Air-Kategorien zu welchen Zeiten die Umweltzone befahren dürfen. Dies ist meist mit einem zusätzlichen Hinweis unter dem Schild der Umweltzone gekennzeichnet. Anders als in Deutschland gelten die Einfahrverbote, sofern nicht anders angegeben, Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr. Momentan kann man noch mit allen sechs Kategorien die Umweltzonen befahren, dies wird sich jedoch im Laufe der nächsten Jahre ändern. Auch die Zahl der Umweltzonen wird kontinuierlich steigen.

Italien: Verkehrseinschränkungen in Städten

In Italien gibt es mehrere sogenannte "zona traffico limitato" (ZTL) in verschiedneen Städten wie Bologna, Florenz, Genua, Mailand, Neapel, Pisa, Rom und Verona. Diese Zonen sollen Stau und Umweltverschmutzung vermeiden und sind mit einem Fahrverbotsschild gekennzeichnet.

Die Regelung variiert je nach Region. In Mailand muss im Historischen Stadtzentrum ein Umweltpass unter der Woche tagsüber gekauft werden (comune.milano.it). In Bologna müssen Fahrzeuge ein Umwelt-Ticket für die verkehrsbeschränkte Zone ZTL erwerben, wenn sie zwischen 7 und 20 Uhr dort hineinfahren (comune.bologna.it). In Südtirol gibt es in Brixen und Bozen von Montag bis Freitag stundenweise für viele Fahrzeuge ein Fahrverbot. 

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