Interview Eriba Jürgen Bartosch
Interview Eriba
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Interview über die Zukunft der Caravan-Marke Eriba

Interview mit der Caravan-Marke Wie geht's weiter mit Eriba?

Eriba hat die Baureihen Living und Exciting aus dem Programm genommen und zur Saison 2021 keine Neuheiten gezeigt. Warum ist es so ruhig um die Caravan-Marke aus dem Hause Hymer?

Von außen betrachtet passiert derzeit nur sehr wenig bei der Marke Eriba. In einem Video-Interview befragen wir drei Vertreter von Eriba über die aktuelle Situation: Matthias Binder, Markenleiter, Rudolf Wikelski, Leiter Produktmanagement, und Sarah Lemke, PR-Assistentin von Eriba. Unsere brennendeste Frage:

Wie steht es um die Marke?

Matthias Binder: Uns geht es gut, wir sind sehr erfolgreich. Auch ohne Exciting und Living haben wir mehr Wohnwagen verkauft als im Jahr davor. Das heißt, der Plan, uns auf die Kernbaureihen zu fokussieren, ist voll aufgegangen.

Living und Exciting waren eher günstige Caravans. In welche Richtung wird sich Eriba entwickeln?

Matthias Binder: Wir werden unsere jetzigen Baureihen weiterentwickeln und planen keine neuen dazu. Wir fokussieren uns also auf den Touring, den Touring 820, den Feeling, den Nova Light und den Nova.

Genügt das aktuelle Modellprogramm, um ausreichend viele Kunden zu überzeugen?

Matthias Binder: Wir sehen in manchen Bereichen noch Ausbaupotenzial. Gerade für neue Kunden bieten wir aus meiner Sicht noch einen Tick zu wenig Kinderzimmerwagen. Man muss ganz klar sagen, dass Eriba-Caravans nach dem Wegfall von Living und Exciting nicht mehr zum Mainstream gehören. Wir wollen mit allen unseren Baureihen etwas besonders bieten. Oder anders gesagt: Wir machen nur noch Sachen, die es woanders nicht gibt. Unser neues Motto lautet "Alles, außer gewöhnlich". Es gibt wohl keinen anderen Volumenhersteller, der ein so überschaubares, spezielles Grundrissangebot hat.

Was ist mit dem Eriba Nova?

Matthias Binder: Die neueste Generation unserer traditionsreichen Premium-Baureihe etabliert sich gerade am Markt: Der Nova hat einen neuem Aufbau, ein Smart- Home-System, viel Komfort, viele möglichen Optionen und Features, die es woanders nicht gibt. Für das Modelljahr 2022 wird es zwei neue Grundrisse geben, zum Beispiel einen klassischen Kinderzimmerwagen. Sowas können wir uns auch in den anderen Baureihen noch vorstellen, aber das kommt dann alles sukzessive.

Werden Sie doch mal konkret.

Rudolf Wikelski: Wir bringen nach dem Nova 590 mit quer eingebautem Queensbett und Raumbad, den wir im Herbst präsentiert haben und der in CARAVANING auch vorgestellt wurde, jetzt noch die Modelle Nova 535 und 565. Der 2,40 Meter breite 565 hat Kinderbetten hinten längs, daneben ein Bad mit einer 80 mal 80 Zentimeter großen separaten Dusche. Das Querbett im Bug ist mit 2,18 mal 1,50 Meter so groß, dass auch mal ein Kind mit reinkuscheln kann. Und auf die Rundsitzgruppe passen fünf Personen. Darum gibt es optional auch ein Dreierstockbett. Dann allerdings entfällt die serienmäßige seitliche Garagenklappe. Und der 535 entspricht weitestgehend dem 540, hat statt des Eriba-typischen V-Bettes aber klassische Einzelbetten im Bug. Wir haben festgestellt, dass es dafür einen treuen Nova-Kundenstamm gibt, den wir mit dem neuen Modell wieder bedienen.

Der Nova wird in Sassenberg gebaut. Die anderen Modelle in Bad Waldsee. Bleibt es dabei?

Matthias Binder: Die Baureihen und Standorte sind fixiert. Wie gesagt: Es kommen keine neuen Baureihen dazu und wir fokussieren uns auf die bestehende Modellpalette. Und es sind in den nächsten Jahren hier keine großen Änderungen geplant.

Rudolf Wikelski: Ich versuche es mal so auf den Punkt zu bringen: Die technische Baureihen-Architektur steht. Bis zum Jahr 2025 geht es dann darum, einen Grundriss, eine Farbe, eine Oberfläche oder eine andere Feinheit anzupassen. Ziel ist es nicht, das Grundrissprogramm auszuweiten, sondern zu optimieren. Es werden also Neue dazukommen, andere verschwinden.

Was ist das wichtigste Merkmal eines Eriba-Caravans? Was macht ihn unverwechselbar?

Matthias Binder: Nehmen wir mal Feeling und Nova Light: Hier sind Pual-Bauweise, die unverwechselbare Außenform, das optionale Aufstelldach mit Bett beim Feeling, hohe Zuladung und viel Stauraum sowie "Made in Germany" gesetzt. Und durch die kompakten Maße und konsequenten Leichtbau ist meist kein spezieller Gespann-Führerschein und kein größeres Zugfahrzeug nötig, was speziell für Neukunden sehr wichtig ist. Der Touring mit seiner einzigartigen Außenform und Stahlkäfig-Konstruktion wurde in über 60 Jahren mit anderen Größen und Farben weiterentwickelt und ist trotzdem der unverwechselbare Kultcaravan geblieben. Da darf man gespannt sein, was da in den nächsten Jahren noch dazukommt!

Wird es also einen Nachfolger oder eine modernere Neuinterpretation des Touring geben?

Matthias Binder: Irgendwann ja. Aber an der Grundkonstruktion wird sich sicher nichts ändern. Sie ist und bleibt das Alleinstellungsmerkmal und der Grund für die enorme Wertstabilität des Touring. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

Was ist mit dem Touring 820? Ist er mehr als ein Prestigeobjekt? Wird er in nennenswerten Stückzahlen verkauft?

Matthias Binder: Es ist ähnlich wie bei Luxus-Reisemobilen für 500.000 Euro: Da sind es ordentliche Stückzahlen, aber eben keine 1000 Stück im Jahr. Wir freuen uns über die gute Nachfrage, der Wagen steht nicht zur Debatte. Denn wir sind bei der Manufaktur auch personell so flexibel, dass wir nur auf konkrete Kundenbestellung bauen. Wir überfluten damit nicht den Markt.

Rudolf Wikelski: Ich möchte sogar so weit gehen, dass wir viele technische Elemente und Überlegungen, die wir am Eriba Touring 820 gemacht haben, in zukünftige Modelle einfließen lassen werden. Der Touring 820 ist damit auch ein Vorausdenker, mit dem wir den Kunden zeigen und auch uns selbst beweisen, was alles möglich ist.

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