Alle Neuheiten des Caravan Salon 2021
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Maria Dhonau im Interview: 60 Jahre Caravan Salon

Interview zu 60 Jahre Caravan Salon Düsseldorf Messe-Einblicke aus dem Nähkästchen

Der 60. Caravan Salon steht an. CARAVANING schaut zurück und spricht mit Maria Dhonau, die noch keine Ausgabe der weltweit größten Caravaning-Messe verpasst hat und sich lebhaft erinnert.

Als 1962 der Caravan Salon erstmals seine Tore für BesucherInnen öffnete, sah wohl noch keiner, welche Erfolgsgeschichte das Caravaning und mit ihm die Messe nehmen würde. Dabei konnte sich das Angebot in Essen, wo die Messe bis 1993 stattfand, durchaus sehen lassen. 61 Aussteller aus acht Ländern präsentierten auf 15.000 Quadratmetern Caravans, Reisemobile und Zubehör und lockten damit 34.500 BesucherInnen an.

Verglichen mit heute wirkt das freilich bescheiden. Im Rekordjahr 2019 reisten über 270.000 BesucherInnen nach Düsseldorf. 645 Aussteller belegten 13 Hallen und rund 214.000 Quadratmeter Fläche. Die Messe wächst rasch. Publikum und Aussteller werden zunehmend international, was sowohl den Veranstaltenden als auch den Herstellerverband, seit 1966 ideeller Träger des Caravan Salon, freut. Das mobile Reisen floriert.

Zum 10. Salon 1971 kommen schon 100.000 Gäste. Nach 32 Jahren zieht die Schau nach Düsseldorf um, weil es dort mehr Platz gibt und erstmals auch einen messeeigenen Stellplatz, heute der P1 für mehr als 3.500 Mobile. 2001 schließlich wird der Messebeginn von Oktober auf das letzte August-Wochenende verlegt.

Spätestens Anfang der 2000er Jahre hat sich der Salon als Neuheiten-Schau etabliert. Kaum ein Hersteller traut sich noch ohne neue Produkte nach Düsseldorf. 2020 stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Eine ausgedünnte Messe, aber keine erfolglose.

2021 findet der Caravan Salon vom 27. August bis 5. September statt.

Interview mit Vollblutcamperin und Cavaran-Salon-Besucherin Maria Dhonau

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Andreas Becker
Mit fast 83 Jahren steht Maria Dhonau noch fast täglich in dem von ihr aufgebauten Handelsbetrieb. Keinen Caravan Salon hat sie verpasst.

Mit fast 83 Jahren steht Maria Dhonau noch fast täglich in dem von ihr aufgebauten Handelsbetrieb. Keinen Caravan Salon hat sie verpasst. Wir treffen sie zum Interview. Sie ist fröhlich und besteht als Vollblut-Camperin darauf, geduzt zu werden.

Wie ist denn deine Leidenschaft fürs Camping entstanden?

Mit 20 Jahren, also 1958, ging ich mit meinem damaligen Freund campen. Wir passten gerade so in unser Zweimannzelt. Damit sind wir nach Großenbrode kurz vor Fehmarn gefahren und campten 14 Tage bei strömendem Regen. Ich fand es toll! Ich habe es genossen, so frei zu sein. Als ich erfuhr, dass in Bad Salzuflen eine Tankstelle gebaut wird, hab ich gesagt: "Können wir die nicht übernehmen?" Mein Freund hielt nichts davon. Also habe ich zwei Höckerchen genommen und gesagt: "Wir setzen uns da jetzt sonntags hin und zählen die Autos. Wenn jeder Zehnte bei uns tankt, werden wir reich."

Ihr habt die Tankstelle übernommen und da auch mit Caravans angefangen?

Ja. Gleich am Anfang kam ein Paar und tankte. Der Mann sagte: "Ihr habt so viel Platz hier, warum stellt ihr nicht ein paar Wohnwagen hin?" Mein Gatte meinte, wir hätten genug Arbeit, aber ich fand die Idee toll. Er ließ mich machen. Nach einem Jahr konnte ich den ersten Wohnwagen verkaufen. Das war ein Mostard-Hänger, den ich selber von Belgien geholt habe.

Wie kamst du überhaupt dazu, auf den ersten Caravan Salon zu gehen?

Ich bin einfach hingefahren und durch die Hallen gegangen, als aufgebaut wurde. Da war Feriela, die damals die besten und teuersten Wohnwagen hatten. Ich bin direkt zu Richard Groß gegangen und habe gesagt, dass ich seine Wohnwagen verkaufen möchte. Er hat sofort zugesagt, und ich habe tatsächlich etliche Wagen an den Mann gebracht.

Wie hat sich die Messe mit der Zeit entwickelt? Wie haben sich Kunden verändert?

Neukunden von heute sind informiert übers Internet und über Magazine. Das gab’s damals ja alles nicht. Die kamen und wollten einfach so etwas sehen. Aber der Grundgedanke, der Wunsch nach Freiheit, ist immer noch derselbe.

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Andreas Becker
Im Gepäck: historische Fotos und noch mehr Erinnerungen.
Auf dem Caravan Salon in den 60er und 70er Jahren ist immer gut gefeiert worden, oder?

(lacht) Au, da erwischst du mich auf dem richtigen Fuß. Es gab Messen, wo wir zehn Tage im Schnitt um vier Uhr früh ins Bett gegangen sind. Aber wir waren eben eine große Familie, wir haben alles zusammen gemacht. Es gab ja keine Nachlässe, die uns zu Konkurrenten gemacht hätten. Es wurde alles so verkauft, wie es auf dem Preisschild stand. Und wir haben damals fast alle in unseren Caravans auf dem Messeparkplatz übernachtet.

Ist das heute nicht mehr so?

Nein, die Familie ist zu groß geworden. Aber im Großen und Ganzen sind wir immer noch eine Camper-Familie. Heute kommen sogar der Hersteller- und der Händlerverband gut miteinander aus. Vieles lässt sich besser gemeinsam durchsetzen. Früher waren die beiden Verbände wie Feuer und Wasser.

Der Caravan Salon ist dann von Essen nach Düsseldorf gezogen. Wie hat sich die Messe dadurch verändert?

Essen ist Ruhrgebiet, Essen ist Pott. Die Ruhrgebietler sagten am Anfang: "Nach Düsseldorf? Ins Ausland? Da gehen wir nicht hin. Da müssen wir ja Anzug tragen!" Nach Essen ist man schön im Trainingsanzug.

Hat sich dadurch auch das Publikum verändert?

Ja, die Kunden hatten mehr Geld. Früher hatten wir viele Kumpel als Kunden, die hatten noch nicht mal ein eigenes Auto, wollten aber als Ausgleich für die Untertagearbeit mit den Kindern raus an die Luft, in die Natur. Denen haben wir die ersten Wagen finanziert und direkt zum Campingplatz Grafeninsel am Rhein gebracht.

Hat sich der Anspruch der Menschen geändert?

Klar, der Mensch an sich hat sich schon verändert. Guck mal: Die meisten Möbel in meiner ersten Wohnung habe ich selbst gebastelt. Früher wurde überhaupt mehr gebastelt. Gerade beim Camping. Die ersten Reisemobile sind alle selbst ausgebaut worden. Die Menschen haben diese Wagen viel mehr geliebt als die fertigen Wagen heute.

Und die Fahrzeuge selbst?

Früher waren die Produkte persönlicher. Ich war mal bei Alfred Tabbert zu Hause. Das Haus war tatsächlich mit den gleichen Möbeln eingerichtet wie die damaligen Tabbert-Caravans. Wenn ich heute einen Wagen vergleiche mit damals: Reklamationen kannten wir nicht. Heute gibt es zu viel Technik und Elektronik.

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Zum Interview reist Maria Dhonau im eigenen Hymer.
Wie siehst du die Zukunft?

Ich denke, die Zukunft wird gut. Wenn ich so zurückdenke: 1973 haben wir die Ölkrise gehabt mit Auswirkungen wie den autofreien Sonntagen. Da hatte die Branche wirklich einen Einbruch. Und kurz darauf präsentierten die Hersteller in dem Moment, wo kleinere Autos gefahren wurden, kleine, leichte Caravans wie den Tabbert Wind. Das waren zwar alles Kisten, bei denen dir die Schränke entgegengekommen sind, aber sie passten in die Zeit. Und diese leichten, günstigen Fahrzeuge gibt es heute noch, auch als Reisemobile.

2021 findet der 60. und dein 60. Caravan Salon statt. Wirst du da sein?

Auf jeden Fall. Und bestimmt nicht nur ein Mal. Im letzten Jahr war ich auch da. Das hat mich schon sehr getroffen, dass die Hymer-Gruppe auch 2020 nicht auf dem Caravan Salon ausgestellt hat. Für mich ist der Caravan Salon immer ein Jahresziel und eine Welt, die ich einfach toll finde.

Chronik der vergangenen 60 Jahre Caravan Salon

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Peter Happel, Stadtbildstelle Essen
Essen in den 60er Jahren. Im Innenhof der Tabbert-Halle wurde dreimal am Tag die neue Rückfahrhilfe „Retourmat“ vorgeführt. Hat heute jeder Caravan.
  • Fünf Tage dauert 1962 der erste Caravan Salon, der auf Wunsch von Industrie und Handel als eigene Herbstmesse ins Leben gerufen wird. Man wollte im Herbst ausstellen und disponieren, sodass die Fahrzeuge pünktlich zur neuen Saison im Frühjahr ausgeliefert werden konnten. Das gilt bis heute.
  • Die Resonanz auf die neue Messe ist so gut, dass sie bei der zweiten Veranstaltung 1963 als größte europäische Veranstaltung dieser Art gilt. Fast alle gängigen europäischen Caravanmodelle sind vertreten, insgesamt gibt es rund 250 Caravans und Mobilheime zu sehen.
  • Bereits bei der vierten Messe 1965 wird das komplette damalige Essener Messegelände belegt.
  • 1966/1967 bieten immer mehr Hersteller günstige kleine "Jedermannswohnwagen" an. In den folgenden Jahren wachsen die Besucherzahlen, auch die Fläche wird um zwei Hallen erweitert. Das Angebot an Zubehör wächst, mehr Aussteller zeigen liebevoll dekorierte Stände, zum Teil mit Spielmöglichkeiten für Kinder. Und immer mehr Modelle locken mit Vollisolierung, Doppelfenstern und Zentralheizungen WintercamperInnen.
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Peter Happel, Stadtbildstelle Essen
Wilk-Stand anno 1970. Die Marke gehörte damals zum Zusammenschluss „Caravans International“.
  • 1971 steigt die Besucherzahl auf 100.000, erster persönlicher Schirmherr ist Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher.
  • 1972 belegen Motor-Caravans, wie sie genannt wurden, bereits mehr als ein Drittel der Ausstellungsfläche. Ihr Anteil nimmt stetig zu.
  • Die Stände der Caravan- und Reisemobilhersteller werden immer aufwendiger. 1974 ist sogar ein komplettes Kirmeskarussell auf einem Stand aufgebaut.
  • Die Messen 1974 und 1975 stehen unter dem Zeichen der Rezession und der Ölkrise, die bislang wachsende Branche sieht sich zum ersten Mal mit Verunsicherung konfrontiert. Doch die Branche bleibt stabil, Qualität und Ausstattung der Fahrzeuge nehmen weiter zu.
  • 1977 staunen BesucherInnen über den argentinischen Schwimmcaravan, den schwedischen Wintercaravan auf Kufen und den grünen Jagdcaravan mit 5,20 m hohem Aussichtsturm.
  • 1978 sind es erstmals mehr Motor-Caravan- als Caravan-Aussteller da.
  • 1981 präsentieren die Hersteller in Essen eine nie zuvor dagewesene Modellvielfalt in der Caravan-Mittelklasse zwischen 800 und 1200 kg, die helfen soll, Sprit zu sparen. Die ersten Versuche, eine Bugschräge zu etablieren, um Aerodynamik und Verbrauch zu optimieren, können sich noch nicht durchsetzen.
  • Zum 30. Caravan Salon 1991 präsentiert sich mit Dänemark das erste Partnerland, in einer Aktionshalle gibt es Talkrunden und Auftritte verschiedener Schlagerstars.
  • 1993 stößt der Caravan Salon in Essen an seine Grenzen. VDWH, Messe Essen und Messe Düsseldorf geben den Umzug des Caravan Salon nach Düsseldorf ab 1994 bekannt. Im Fokus des letzten Salons in Essen stehen Dreipunktgurte und das erste Reisemobil mit Airbag. Der Salon muss durch Absatzschwierigkeiten im Reisemobilbereich einen Besucherrückgang hinnehmen.
  • Der Umzug nach Düsseldorf bringt 1994 das Caravan Center. Der Stellplatz mit mehr als tausend Plätzen wird zur Institution. Heute stehen auf dem Großparkplatz P1 mehr als 3500 Stellplätze zur Verfügung. An zehn Messetagen werden zwischen 60.000 und 70.000 Übernachtungen eingeplant.
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Der P1 in Düsseldorf: einer der größten Pop-up-Campingplätze der Welt. Bis zu 70.000 Übernachtungen pro Messe!
  • 2001 wird der Termin des Caravan Salon auf Ende August/Anfang September gelegt und ein Fachbesucher- und Pressetag eingeführt. Der Caravan Salon etabliert sich endgültig als erster internationaler Neuheitentermin.
  • Einen Preis stiftet die Messe Düsseldorf 2007 anlässlich der Firmenjubiläen der beiden Branchengrößen Erwin Hymer und Harald Striewski. Im Rahmen der Messeeröffnung wird ihnen der Award "A Life of Caravaning" für ihre Verdienste um die mobile Freizeit verliehen.
  • 2008 unterstreicht eine Veranstaltung die Bedeutung des Caravan Salon Düsseldorf für die internationale Caravaning-Branche: Der CIVD organisiert eine Caravaning-Weltkonferenz zur Verbesserung des Informationsaustauschs zwischen den weltweiten Caravaning-Märkten.
  • Seit 2009 werden im Traumtouren-Kino besondere Caravaning-Reisen in den Mittelpunkt gerückt und mit spektakulären Bildern und atemberaubenden Impressionen das Fernweh geweckt. Aktuelle Branchenthemen und -trends werden in Sonderschauen thematisiert.
  • 2010 dreht sich beim Thema "Green Caravaning" alles um umweltschonende Caravaning-Produkte und -Einbauten sowie die Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen. Auch die Oldtimer-Ausstellung des Camping-Oldie-Club mit Fahrzeugschätzchen aus den 60er und 70er Jahren oder der E-Bike-Parcours gehören zum Rahmenprogramm.
  • 2011 feiert der Caravan Salon einen runden Geburtstag, und passend zum 50. Messejubiläum erlebt die weltweit größte Messe für Reisemobile und Caravans mit 179.000 BesucherInnen die bis dato bestbesuchte Veranstaltung.
  • Seit 2015 informieren unabhängige ExpertInnen, darunter Redakteurinnen und Redakteure von CARAVANING, in der "Starterwelt" ErstbesucherInnen und NeueinsteigerInnen über Know-how rund um die Caravaning-Praxis. Die Profis geben Tipps zu Fahrzeugtypen, Reiserouten, technischer Ausstattung, Zubehör und Campingplätzen. In den folgenden Jahren wächst der Caravan Salon kontinuierlich und unterschreibt damit seine Relevanz für die Branche als Businessplattform und Erlebnisort für die ganze Familie.
  • 2015 wird die magische Grenze von 200.000 BesucherInnen geknackt.
  • 2017 wird eine zweite Halle für technisches Zubehör eröffnet und damit das Angebot rund um Ausbauteile, Installationen und Technik erweitert. Das gestiegene Interesse an der Urlaubsform Caravaning führt dazu, dass auch in den weiteren Jahren ein Besucherrekord nach dem anderen aufgestellt wird und 2019 über 270.000 CampingfreundInnen nach Düsseldorf pilgern.
  • Das Jahr 2020 steht im Zeichen der Corona-Pandemie. Einige wichtige Hersteller bleiben der Messe fern. Die Einhaltung notwendiger Hygiene- und Sicherheitsanforderungen und ein tägliches Besuchermaximum machen die Rahmenbedingungen für die Durchführung einer Messe nicht einfach. Der Caravan Salon beweist in diesem Ausnahmejahr mit 107.000 BesucherInnen trotzdem, dass die Urlaubsform Caravaning Menschen begeistert und Messen auch in Zeiten von Corona erfolgreich durchgeführt werden können. "Diese Besucherzahl ist unter den gegebenen Umständen ein sehr gutes Ergebnis. Dass darunter besonders viele Neueinsteiger sind und der Altersschnitt deutlich gesunken ist, zeigt, dass wir gerade Zulauf von ganz neuen Kunden erfahren", bilanzierte CIVD-Präsident Hermann Pfaff zum Abschluss.
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