Alko-Rangiersystem Mammut

Rangieren mit Kabelstrom statt Batterie

Mammut Foto: CARAVANING 3 Bilder

Die Frage lautet: Warum eine 30 Kilo schwere und teure Batterie samt Ladegerät und Stromvernetzung für das Rangiersystem in einen Wohnwagen einbauen? Alko hat eine Lösung für das Problem.

Anlässlich der bayerischen Energie-Messe Renexpo kombinierte Alko einen Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid (1.500 Kilogramm Anhängelast) mit einem Eriba Nova L. Der wiederum war mit dem Prototyp eines Alko-Rangiersystems aus der Mammut-Serie ausgestattet, der mit 230 Volt betrieben werden kann. Welche Rolle der Hybrid-Zugwagen spielt? Dessen technische Besonderheit ist die Bidirektionalität: Der Mitsubishi Outlander kann als Plug-in-Hybrid Strom speichern und abgeben. So übernimmt die Traktionsbatterie des Autos über einen Wechselrichter die Versorgung des Rangiersystems und der Bordelektrik.

Doch die Idee hat noch einen anderen, realitätsnäheren Hintergrund: Die meisten Rangierfahrten finden vor dem Haus, auf dem Campingplatz oder im Winterquartier statt. Hier könnte der Plug-in-Mammut direkt an eine Steckdose angeschlossen werden. Beim Kabel handelt es sich um ein handelsübliches für den Außeneinsatz mit einer Länge von 20 bis 30 Meter. Außerdem wäre ein Mammut mit Leine rund 400 bis 500 Euro günstiger, da neben der Steuerung und der Verkabelung auch die Sicherheitsdose eingespart werden könnte. Und: Steht der Caravan im Winter längere Zeit, muss keine Batterie gepflegt werden.

Noch ist der Plug-in-Mammut eine Studie, bei der die 230 Volt in 12 Volt umgewandelt werden. Doch Alko-Marketing-Chef Hans Posthumus bestätigt, dass die Umsetzung in Erwägung gezogen und deshalb auch an Antrieben mit 230-Volt-Motoren gearbeitet wird. Wie so oft wird wohl auch die Resonanz von Messebesuchern und Ihnen, liebe Leser, über das Projekt entscheiden. Sagen Sie uns gerne Ihre Meinung zu einem kabelgebundenen Rangiersystem unter der E-Mail-Adresse redaktion@caravaning.de.

Eines dürfte klar sein: Die Sache mit dem Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid als Zugwagen und Energielieferant ist charmant und der richtige Weg – aber für Caravaner noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn sobald der Akku des Plug-in-Hybrid leer ist, muss der 121 PS starke Benzinmotor alleine ran – mit entsprechendem Verbrauch auf Langstrecken. Aber: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Schneller marktbereit wäre meiner Meinung nach ein günstiges 230-Volt-Rangiersystem. Freilich muss der Käufer von vornherein genau wissen, welche Einschränkungen das mit sich bringt.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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