Oldtimer-Camping-Treffen 2022 am Erwin-Hymer-Museum

Oldtimer-Camper-Treffen am Erwin-Hymer-Museum Museumsstücke zum Campen

Knuffig, kultig und knallig – Wenn so viele Oldtimer-Camper an einem Ort aufeinandertreffen, kommt man kaum aus dem Staunen heraus. CARAVANING durfte von den BesitzerInnen, die Geschichten hinter ihren Schätzchen erfahren.

Oldtimer Treffen EHM L.Geiger
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Mit einer Sache müssen Besitzerinnen und Besitzern von Oldtimer-Gespannen klarkommen, denn fast jede(r) bestätigt: "Mit so einem Oldtimer-Gespann fällt man auf! Man wird fotografiert und über den Wohnwagen ausgefragt." Diese Aufmerksamkeit muss man mögen – und das tun die meisten. So haben wir Glück: Alle, die wir auf dem Sommerfest am Erwin-Hymer-Musem treffen, sprechen gerne über ihre Schätzchen.

Zum Oldtimer-Event an dem Museum verwandelt sich die Wiese vor dem Gebäude zu einem großen Campingplatz, der aus der Zeit gefallen scheint. Zahlreiche Oldtimer-Fans versammelt sich hier, um zu campen und Interessierten ihre liebevoll gepflegten Camping-Oldtimer zu zeigen.

VW Käfer und Eriba Puck Export

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Dorothee mit ihrem Eriba Puck Export von 1965.

Dorothee Schlensog ist mit ihrem VW Käfer und Eriba Puck Export angereist. Schon mit 16 Jahren war sie ein großer Käfer-Fan. 2013 erfüllte sie sich den Traum vom eigenen VW Käfer-Cabrio, mit dem sie Käfertreffen besuchen wollte. Ein Jahr später kam der Eriba Puck Export dazu, damit sie auf diesen Treffen übernachten kann.

Der Wohnwagen sollte zum Käfer passen und außerdem durfte er nicht zu schwer sein. Nur 300 Kilogramm wiegt der Eriba Puck Baujahr 1965, mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 400 Kilogramm.

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Polka-Dots so weit das Auge reicht: So stilvoll ist der Puck eingerichtet.

Neue Polster hat sie sich für den Puck anfertigen lassen, die Vorhänge hat sie im passenden Polka-Dot-Look selbst dazu genäht. Der Puck ist mit zwei Längsbänken und einem Tisch ausgestattet, die auch zum großen Bett umgebaut werden können.

Im Bug ist eine kleine Küche eingebaut. Stehhöhe entsteht durch das Hubdach, wie es heute noch im aktuellen Eriba Touring vorkommt. Dorothee nutzt lieber ihren Heckträger am Wohnwagen als Outdoor-Küche, da der Wohnwagen so frei von Essensgerüchen bleibt.

Ford FK1000 und Eriba Pan

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In 1000 Arbeitsstunden haben Elke und Wolfang den Ford FK1000 Baujahr 1955 restauriert.

Ein interessantes Gespann haben Elke Hofmann und Wolfgang Kleebaur dabei. Ihr Zugfahrzeug ist ein Ford FK1000, den sie in 1000 Stunden komplett entkernt und restauriert haben. Jetzt kann in dem rot-weißen Bus von 1955 wieder gecampt werden. Auf zwei Längsbänken kann man am kleinen Tisch sitzen und in der kompakten Küchenzeile lassen sich Mahlzeiten zubereiten.

Zum Ford FK1000 gesellt sich noch ein Eriba Pan, Baujahr 1966. In dem gemütlichen Wohnwagen finden Elke und Wolfgang in einem Querbett in den Schlaf. Außerdem kommt auch hier im Bug eine Küchenzeile unter. Der 4,42 Meter lange Eriba Pan war übrigens ein Hochzeitsgeschenk von Elke.

Peugeot 504 und Mostard Yvonne 304 HD

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Der Peugeot 504 Baujahr 1976 und der 1968er Mostard Yvonne 304 HD gehören zu Uwe.

2005 kaufte Uwe Staufenberg einen Peugeot 504 aus dem Baujahr 1976. Danach suchte er einen passenden Wohnwagen zum Zugfahrzeug und fand den 1968er Mostard Yvonne 304 HD. Der war übrigens in so einem guten Zustand, dass er seit dem Kauf ausschließlich Wartungsarbeiten durchführen musste.

Er und seine Partnerin haben mit dem Gespann schon viele schöne Touren unternommen, unter anderem nach Frankreich und Spanien. Von den zahlreichen Urlauben erzählen auch die Aufkleber, die die Heckscheibe zieren. Dabei hatten sie nie Probleme im 4,50 Meter langen Mostard.

Jetzt haben sie sich allerdings ein modernes Wohnmobil angeschafft, da der Schlafkomfort ihres Oldtimers im Alter doch zu wünschen übrig lässt. Mit einem weinenden Auge wollen sie den kleinen Oldtimer-Camper jetzt verkaufen.

Mercedes 219 und Constructam Condor

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Irene und Thomas lieben ihr Gespann bestehend aus einem Mercedes 219 Baujahr 1958 und einem Constructam Condort aus dem Jahr 1970.

Ein echter Hingucker ist der Mercedes 219 in British Green von Irene und Thomas Stegner. 2015 hat das Ehepaar den schönen Mercedes, Baujahr 1958, erworben. Danach haben sie den passenden Wohnwagen gesucht. Vom Constructam Condor (BJ 1970) waren sie sofort "verzaubert". Irene und Thomas gefällt es, dass er Stehhöhe bietet (ganz ohne Hubdach) und der Holzlook an den Bootsbau anmutet. Außerdem gefällt ihnen der Grundriss. Die große, umbaubare Sitzgruppe nutzen sie dauerhaft als Bett, da der Condor noch eine weitere kleine Dinette im Bug bietet. Dazwischen kommt eine kleine Küchenzeile unter.

Bis auf ein paar Kleinigkeiten wie eine neue Heizung und einen neuen Kühlschrank, mussten die beiden noch nicht viel an ihrem Wohnwagen machen. Ein paar kleinere Teile hat Thomas schon ersetzt, wie etwa die Rahmen der Dachfenster. Zurzeit hält er nach neuen Scharnieren Ausschau und erzählt, wie schwierig die Suche nach Ersatzteilen für Oldtimer ist. Zwar gäbe es Firmen, die Teile nachbauen würden. Doch dort kann man nicht so einfach bestellen. Eine Firma aus Großbritannien etwa stellt die Scharniere im 3D-Drucker her.

Mercedes 220S und Dethleffs Tourist

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Raymond sitzt vor seinem Dethleffs Tourist von 1954, den er mit einem Mercedes 220S Baujahr 1958 hergebracht hat.

Raymond Küster ist ein begeisterter Oldtimer-Fan und kam über die Liebe zu alten PKW zum Oldtimer-Camping. Zum Sommer-Event reist Raymond mit einem Mercedes 220S aus 1958 und einem Dethleffs Tourist von 1954 an. Die Pionier-Fahrzeuge der 50er Jahre haben es ihm angetan. Und obwohl die Oldtimer so alt und damit auch wertvoll sind, sollen sie bei Raymond nicht wie Museumsstücke in der Garage stehen. "Ich habe Spaß mit den Wohnwagen", sagt er.

Gleich neben Raymond steht sein Vater Helmut Hirth mit seinem Oldtimer, einem Hirth Tramp. Der von Erich Bachem (Eriba) entworfene Tramp, wurde 1953 von Wolf Hirth gebaut. Das ist der Vater von Helmut Hirth, der übrigens eine Dokumentation über die Fahrzeuge der damaligen Zeit und die Geschichte der Camper in einem Buch festgehalten hat. An seinem eigenen Tramp restauriert er permanent, wie er sagt.

Fazit

Sie bekommen einfach nicht genug von Caravan-Oldtimern, haben das Sommerfest beim Hymer-Museum aber verpasst? Keine Sorgen, rund ums Jahr stellt das Museum Oldtimer aus – in einigen der Exponate durfte CARAVANING sogar schon einmal nachts im Museum Probe liegen.

Wenn Sie mehr über die Geschichte der Urlaubsform CARAVANING wissen wollen, nehmen wir Sie hier mit auf eine kleine Camping-Zeitreise von den 1930er Jahren bis heute. Ein tolles Beispiel für eine gelungene Caravan-Oldie-Restaurierung ist dieser Tabbert Comtesse aus den 1970er Jahren.

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