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Ungeziefer im Wohnwagen
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Ratgeber: Schutz vor Ungeziefer im Caravan

Schutz vor Ungeziefer im Caravan Tipps & Tricks gegen kleine Krabbeltiere

Der Albtraum: Mäuse, Ameisen und Bettwanzen ziehen in den Caravan ein. Gegen verheerende Schäden, vor allem im Winterlager, hilft nur Vorbeugen – oder schnelles Reagieren.

Die Not ist aus jeder Zeile herauszulesen: "In praktisch allen Staukästen tummelten sich Mäuse – insgesamt habe ich mindestens 40 gezählt ... überall Mäuseköttel, zerfressene Kissen, Sitzpolster ... sie waren sogar im Schrank mit den Töpfen" – in fast jedem Internet-Forum ist von verzweifelten UserInnen zu lesen, die sich hilfesuchend an die Gemeinschaft wenden, weil ihr Caravan von Mäusen befallen wurde.

Caravan gegen Mäuse ausrüsten

So niedlich die kleinen Nager auch aussehen mögen, die Schäden, die sie in einem Wohnwagen anrichten können, sind enorm, vor allem, wenn sie auf der Suche nach einer geschützten Unterkunft sind. Davon kann Kfz-Meister Uwe Nöfer, Inhaber von UN Carservice, einer Fahrzeugwerkstatt mit Schwerpunkt auf den Reisemobil- und Caravan-Bereich in Bochum, berichten: "Gerade im Winterlager ist die Gefahr groß, dass sich Mäuse häuslich im Caravan einrichten, ein Nest bauen, Junge bekommen und dann alles zernagen, was sie finden."

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Als Nistmaterial dienen Mäusen papierähnliche Materialien sowie zusätzlich Textilfasern, Füll- und Dämmstoffe.

Dass Mäuse gute Kletterer, Schwimmer, Taucher und Springer sind, ist hinlänglich bekannt. Ihre Geruchs-, Gehör- und Tastsinne sind hervorragend ausgeprägt, und junge Mäuse schlüpfen ohne Probleme durch nur sechs bis sieben Millimeter große Öffnungen. Deshalb reicht dem Nager bereits der Grauwasser-Ablassstutzen, um in den Caravan zu gelangen. Aber auch eigentlich mit Netzen oder Gittern geschützte Zwangsbelüftungsöffnungen im Boden gewähren Einlass, wenn sie infolge von Alterung zerbröselt sind oder in Stauräumen vom Gepäck ramponiert wurden.

Umso wichtiger ist es, diese Öffnungen mit Stahlwolle, feinmaschigen Metallnetzen und Metall- bzw. Alustreckgittern zu verschließen. Einen prüfenden Blick ist auch die Ansaugöffnung der Gasheizung in der Bodenplatte wert. Selbst hier sind nicht selten ungeschützte Öffnungen zu finden.

Gibt es gesundheitliche Gefahren durch Mäuse?

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In Härtefällen hilft nur noch der Kammerjäger – er hat meist die besseren Mittel zur Verfügung.

Allerdings gibt es neben den Sachschäden, die die Nagetiere anrichten, noch einen weiteren Aspekt zu beachten. Darauf verweist Adrian Machal, geprüfter Kammerjäger und Inhaber der Firma AML Schädlingsbekämpfung in Stuttgart: "Nicht zu vergessen sind die Hinterlassenschaften von Mäusen, die infektiös und gesundheitsschädigend sein können", betont er.

So ist es beispielsweise möglich, dass die Rötelmaus das gefährliche Hantavirus, das schlimmstenfalls zu einer lebensbedrohlichen Infektion führt, überträgt. Schon deshalb rät Machal: "Vor dem Beseitigen des Mäusedrecks unbedingt erst Gummihandschuhe und einen gut sitzenden Mundschutz anlegen, damit die Viren nicht eingeatmet werden. Dann mit einem handelsüblichen Flächendesinfektionsspray die Bereiche, die von Urin und Kot beschmutzt sind, gründlich absprühen und anschließend feucht reinigen."

Mäuse im Caravan, was tun?

Und wie geht man richtig gegen Mäuse im Wohnwagen vor? Adrian Machal verweist auf Schlagfallen. Als Köder eignet sich nach seiner Erfahrung am besten eine Nuss-Nougat-Creme, sie enthält alles, was Maus liebt. Von Giftködern hingegen hält der Experte nichts, denn die Tiere können dadurch auch an Stellen verenden und verwesen, an die man nicht ohne Weiteres herankommt. Bei wem es bereits im Caravan nur so von Mäusen wimmelt, der sollte unbedingt auf die Unterstützung eines professionellen Schädlingsbekämpfers zurückgreifen.

Was hilft gegen Ameisen im Wohnwagen?

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Wer offene Lebensmittel unachtsam stehen lässt, muss sich über Krabbel-Besuch nicht wundern.

Doch nicht nur Mäuse, auch Ameisen können eine Plage sein, wenn sie in den Caravan einziehen. Neben offenen Türen und Fenstern verschaffen sich die Insekten beispielsweise auch über Bäume und Sträucher, die Kontakt zur Außenhülle haben, Zugang ins Innere. Auch Räder, Stützen und sogar das Stromkabel sind Zugangskorridore für sie. Ebenso steigt bei einem dauerhaft stehenden Fahrzeug das Risiko für einen Ameisenbefall.

Der Schaden, den die Sechsfüßler anrichten, hängt von ihrer Art ab. Sind sie "nur" auf der Suche nach Nahrung, hat man eventuell den Verlust von offen stehen gelassenen Lebensmitteln zu verschmerzen. Weitaus unangenehmer sind Ameisenarten, die sich in den Wänden einnisten, dort ihre Nester bauen und die Isolierung regelrecht aushöhlen.

Ist der Befall bereits eingetreten, helfen Ameisenköder, im Härtefall kann man auch Ameisenpulver ausstreuen. "Wer vorbeugen will, verstreut das Pulver rings um die Räder und die Kurbelstützen", empfiehlt Uwe Nöfer seinen Kunden und verweist zugleich darauf, dass "wie bei allen giftigen Substanzen unbedingt darauf geachtet werden sollte, dass weder Kinder noch Haustiere damit in Kontakt kommen".

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Gibt’s günstig in jedem Baumarkt zu kaufen: Ameisenköder.

Und wie rückt der Kammerjäger Ameisen zu Leibe? Adrian Machal: "Gewöhnlich nutzen wir in solchen Fällen professionelle und hochwertige Fraßköder. Nur im äußersten Notfall greifen wir zur Spritzbehandlung mit giftigen Substanzen."

Wie geht man gegen Bettwanzen vor?

Wen es jetzt noch nicht genug kribbelt, der sei auf einen weiteren ungebetenen Gast hingewiesen, der erst als ausgestorben galt, sich dann lange im Dunkeln hielt und nunmehr seit zehn Jahren wieder so richtig ins Scheinwerferlicht gerückt ist: die Bettwanze. Die vier bis acht Millimeter langen Blutsauger sind nämlich gar nicht so leicht auszumachen. Bettwanzen sind relativ unempfindlich gegen Kälte, können bis zu 40 Wochen ohne Nahrung auskommen und haben es leicht, sich durch ihre flache Form in engsten Ritzen und Spalten zu verstecken. Am liebsten jedoch "leben" sie in Betten und Matratzen. Aber wie kommen die lichtscheuen Insekten überhaupt in den Wohnwagen?

Eingeschleppt werden sie zum Beispiel über Flohmarkt- und Secondhandgegenstände, über Kleidung, durch BesucherInnen (die die Wanzen mit der Kleidung mitbringen), über Handtücher (die zuvor im Sanitärgebäude neben anderen hingen) oder über Wäsche, die im Campingplatz-Waschraum gewaschen wurde.

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Bettwanzenstiche sind meist deutlich erkennbar, häufig gruppenweise oder in Reihe angeordnet, können aber auch einzeln auftreten.

Dass ein Bettwanzenbefall vorliegt, erkennt man meist erst nach mehreren Wochen, wenn die ersten Stiche erfolgen. Deshalb ist es fast unmöglich zu sagen, wann genau der Befall begonnen hat. Neben den Stichen können auch winzige Bluttropfen auf der Nacht- oder Bettwäsche als Hinweise genommen werden. Lassen sich bereits Kotspuren in Form von kleinen, schwarzen Punkten ausmachen, kann von einem starken Bettwanzenbefall ausgegangen werden – dann hilft nur noch der Schädlingsbekämpfer.

Geht man von einem leichten Befall aus, sollten unverzüglich alle möglichen "Verstecke" kontrolliert und die Wanzen manuell entfernt werden. Es hilft, das Fahrzeug, so gut es geht, auszuräumen, alle Schränke zu leeren und sämtliche beweglichen Textilien zu entfernen. Danach Matratzen und Bettwaren mit einem Dampfgerät heiß bedampfen. Anschließend an mehreren Stellen um das Bett und die Polsterecke Kieselgur auslegen, ein unschädliches Gesteinsmehl, das ebenfalls tödlich für Wanzen ist.

Auch thermisch kann man den Plagegeistern an den Kragen gehen, da sie in allen Lebensstadien bei einer Temperatur von über 50 Grad Celsius nach einiger Zeit absterben. Dazu die Raumtemperatur im Caravan für 1,5 Tage mit einem externen Heizgerät auf etwa 55 Grad Celsius aufheizen, damit die Wärme auch sicher in alle Ritzen dringt. Selbst das Waschen von Textilien bei Temperaturen von über 50 Grad Celsius tötet Wanzen und Eier. Gleiches gilt für Tiefkühltemperaturen von –17 Grad Celsius und kälter.

Ungezieferbefall vorbeugen

Zu Hause

  • Überprüfen: Wo gibt es Öffnungen, durch die Mäuse und andere Schädlinge in den Caravan eindringen können? Diese wenn möglich mit Stahlwolle, Metall- oder Alu-Streckgittern verschließen.
  • Achtung: Zwangsbelüftungen nicht luftdicht verschließen!

Unterwegs

  • Berührungen von Bäumen und Sträuchern mit dem Caravan vermeiden
  • Lebensmittel nicht offen stehen lassen
  • Keine Krümel vor dem Caravan verteilen
  • Fliegenschutzgitter geschlossen halten

Winterpause

Fazit

Ungeziefer im Wohnwagen ist mehr als unangenehm, kann aber immer passieren. Egal ob unterwegs auf dem Campingplatz oder im Winterlager, Mäuse oder Ameisen gibt es überall. Mit ein paar Tipps und ein paar vorbeugenden Maßnahmen sollten sie gut geschützt sein. Ist der Befall aber zu schwerwiegend hilft nur eins: Ein professioneller Kammerjäger oder eine Kammerjägerin.