Ratgeber Wintercaravans

Winterpakete und winterfeste Wohnwagen

Die Heckgarage des 505 ist beim Urlaub mit Kindern Gold wert. Foto: Ingolf Pompe 35 Bilder

Draußen herrschen Kälte, Schnee und Eis – doch drinnen im Caravan fühlt man sich bei behaglichen Temperaturen wohl. CARAVANING verrät Ihnen, was die Wintertauglichkeit eines Wohnwagens ausmacht.

  1. Wintertauglich oder Winterfest?
  2. Caravans für den Winter
  3. Zusätzliche Winterpakete
  4. Heizung im Caravan
  5. Aufbautechnik für bessere Isolierung

Zum Hochgenuss wird Wintercamping erst mit dem passenden Wohnwagen. Zwar besitzt fast jeder moderne Wohnwagen gut isolierte Wände und eine leistungsstarke Gasheizung, echte Winterspezialisten bieten jedoch noch einiges mehr. So werden selbst sehr kalte Winternächte ohne Frieren und mit angenehmem Raumklima zum Genuss. Die folgenden vier Punkte machen einen winterfesten und behaglichen Caravan aus.

1. Definition: Wintertauglich oder winterfest?

Wintercamping Foto: Ingolf Pompe
Die meisten modernen Wohnwagen sind serienmäßig winterfest.

Wie warm wird's im Caravan, wenn es draußen stürmt und schneit? Die Norm DIN EN 1645-1 gibt ein Prüfverfahren mit vier Phasen vor. Den Anfang macht die Abkühlzeit (T1), in der die Testcaravans über mindestens zehn Stunden auf null Grad Celsius herunter gekühlt werden. In der zweiten Phase (T2) erfolgt der Heizungsstart, es gilt, mit maximalem Tempo den Innenraum aufzuheizen.

An der zentral platzierten Messstelle muss nach zwei Stunden die 20-Grad-Marke erreicht sein, die Raumtemperaturen an allen fünf Messstellen dürfen nicht mehr als sieben Grad voneinander abweichen. Solche Caravans nennt man wintertauglich.

Winterfest dürfen sich nur die Modelle nennen, die innerhalb von vier Stunden von minus 15 auf plus 20 Grad kommen und auch Phase drei und vier überstehen. Nach einer einstündigen Stabilisierungszeit (T3), bei der die Innentemperatur auf 20 Grad geregelt wird, befüllt man in der letzten Phase (T4) die Wasseranlage und testet, ob sie ohne Einschränkungen funktioniert.

2. Caravan-Modelle für den Winter

Im Winter muss der Caravan nicht zwangsläufig untergestellt werden – mit diesen Wintercaravans kommen Sie sicher und warm in den Schnee.

Das Angebot bei den verschiedenen Herstellern an Wintercaravans variiert. Von Einzelstücken oder einer einzelnen Baureihe bis zum riesigen, fast nicht überschaubaren Angebot des skandinavischen Anbieters Kabe reicht hier die Palette. Neben den ausgewiesenen Wintercaravans, gibt es die Möglichkeit, „normale“ Caravan beim Kauf in Richtung Wintertauglichkeit zu konfigurieren. Das gilt vor allem für Fahrzeuge aus der gehobenen Klasse, die bereits eine hochwertige Grundausstattung mitbringen.

Tabbert Puccini Foto: Archiv
Ein Ganzjahres-Caravan von Tabbert ist der Tabber Puccini.

Tabbert: Alle Tabbert-Modelle sind winterfest, außerdem bietet der Hersteller für fast alle Modelle eine Alde Warmwasserheizung sowie eine elektrische Fußbodentemperierung in der Aufpreisliste an. Die Baureihe Puccini eignet sich besonders für den Winterbetrieb aufgrund des Aufbaus. Starke Isolierung mit einem dicken Boden sowie dem dicken, gut belüfteten Tabbert-Dach und Seitz-Rahmenfenster sprechen von vornherein für einen hohen Wärmedämmwert.
Das günstigste Modell der Baureihe Tabbert Puccini ist der 550 E 2,3. Hier ist die elektrische Fußbodenerwärmung serienmäßig. Optional ist die Alde-Warmwasserheizung für 2.899 Euro. Das erhöht den Grundpreis auf 32.319 Euro.

Weinsberg Caraone Ice (2018) Weinsberg Caraone Edition Ice Caravan mit TV-Lounge

Weinsberg: Die Marke bietet mit dem Caraone Edition Ice ein Sondermodell für den Winter an. Allerdings gelten auch alle anderen Caraone und Caratwo Caravans als winterfest. Dank Seiten- und Bodendämmung sowie Alde Warmwasser- und Fußbodenheizung ist der Edition Ice gut gegen kalte Temperaturen gewappnet. Hinzukommt das besonders gemütliche Ambiente im Inneren des Edition Ice 740 WFU mit Fernsehecke und Lounge-Möbeln. Das i-Tüpfelchen ist der „Kamin“ mit digitalem Feuer, das für Behaglichkeit im Winter sorgen soll. Für Ski und Skistiefel gibt es entsprechende Außenfächer.
Den Weinsberg Caraone Edition Ice 740 UDF ohne TV-Lounge gibt es ab 29.599 Euro. Mit 9,37 Metern ist das Modell nicht gerade kurz, da darf auch das zulässige Gesamtgewicht von zwei Tonnen nicht verwundern.

Adria Alpina Foto: Archiv
Slowenischer Wintercamper: Adria Alpina.

Adria: Die Wintertauglichkeit ebenfalls vom Namen ableiten lässt sich beim Adria Alpina. Dank XPS Isolierung sowie Gfk Unterboden und Außenhaut ist der Alpina winterfest und gut gedämmt. Hinzu kommen zusätzliche 4 Millimeter Isolierung im Boden. Serienmäßig sind bei dem Ganzjahres-Wohnwagen die Gas-Warmwasser-Heizung Alde Compact und die Warmwasser-Fußbodenheizung von Alde.
Den günstigsten und serienmäßig gut ausgestatteten Adria Alpina 573 UP gibt es ab 33.499 Euro. Er hat eine Aufbaulänge von 6,27 Meter und ein zulässiges Gesamtgewicht 1.900 Kilogramm.

Kabe Classic Foto: Archiv
Bei dem schwedischen Hersteller Kabe sind alle Modelle winterfest.

Kabe: Besonders umfangreich ist das Angebot des schwedischen Herstellers Kabe. Er bietet allein fünf Baureihen mit insgesamt 50 Modellen, von denen es nochmals verschiedene Grundriss-Lösungen gibt. Hier kann sich der Kunde Schritt für Schritt seinem Lieblingscaravan nähern. Durch die Bank serienmäßig ausgestattet mit sämtlichen Annehmlichkeiten, die ein moderner und winterfester Wohnwagen bieten muss. So sind alle Modelle nicht nur mit der eigens entwickelten Fußbodenheizung, Energiefenstern mit Rahmen aus Polyurethan, hinterlüftetem Möbelbau und atmungsaktiver Tapete sowie Trockenschrank, sondern auch serienmäßig mit einem Skifach ausgestattet.
Die Kabe Royal-Baureihe beginnt bei 44.205 Euro.

Polar: Der Hersteller Polar kommt ebenfalls aus Schweden und bietet Wohnwagen für das dortige Klima an. Die winterfesten Ein- und Zweiachser werden in Deutschland vom Münk Wohnmobil- und Caravanservice vertrieben.

3. Zusätzliche Winterpakete ab Werk

Manche Caravans erlangen ihre Winterreife durch die zusätzliche Ausstattung mit relevanten Komponenten wie Warmwasserheizung, Fußbodentemperierung oder stärkere Isolierung. Günstige Paketpreise machen die Wintertauglichkeit erschwinglicher. Caravans, für die spezielle Winterpakete angeboten werden, finden sind in der Regel ab der oberen Mittelklasse.

Die Winterpakete sind nicht für die Nachrüstung gedacht und müssen bei der Bestellung bereits geordert werden. Einige Beispiele:

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  • Bei Dethleffs sind alle Wohnwagen ab der Camper-Klasse wintertauglich. Das bedeutet, dass bei einer Außentemperatur von 0 °C der Innenraum dauerhaft auf 20 °C erwärmt werden kann. Winterfest werden die Caravans aber erst mit den Dethleffs-Winterpaketen. Preislich liegen die zwischen 2.299 und 3.899 Euro. Sie bieten alle eine Warmluft- oder Alde Compact-Warmwasserheizung sowie Fußbodenerwärmung, spezielle XPS-Isolierung und isolierte Abwasserleitungen.
  • Tabbert bietet für seine Baureihe Vivaldi ein Winter-Caravan-Paket inklusive Kaminverlängerung an. Darin enthalten sind der Gasregel Crashsensor DuoContro CS mit Fernanzeige sowie Winterabdeckungen für das Heck, den Bug und das Kühlschranklüftungsgitter. Insgesamt kosten die Einzeloptionen zusammen 1.596 Euro, im Paket kosten sie nur 1.070 Euro.
  • Auch Knaus bietet für die winterfesten Baureihen Sport und Südwind ein Winterpaket an. Es enthält eine Abdeckung für den Gaskasten, eine Truma Ultraheat und eine elektrische Fußbodenheizung. Das Paket kostet je nach länge 880 oder 990 Euro, es bietet einen Preisvorteil von 326 bzw. 316 Euro.
  • LMC bietet für die Baureihen Vivo, Musica und Maestro ebenfalls verschieden Winterpakete an. Der Preis richtet sich nach der Breite des Modells, das Paket umfasst eine DuoControl mit Crash-Sensor, Eis-Ex mit Fernanzeige, elektrische Fußbodentemperierung, Wasserverlegung nach innen inklusive Abwassertank und Ablassventil, eine Winterabdeckung für das Kühlschranklüftungsgitter, doppelte Böden in Staufächern und Bettkästen und beim Paket für 2,32 breite Wohnwagen eine Umluft-Heizung S 5004 statt der S 3004. Darüber hinaus gibt es noch das „Winterpaket Warmwasserheizung“ mit vielen der oben genannten Zusätze und einer Warmwasserheizung inklusive Fußbodentemperierung. Die Preise bewegen sich zwischen 1533 und 4914 Euro.
  • Dank PUAL-Aufbautechnik, Styrofoamisolierung im Fußboden, einem Hinterlüftungssystem sowie doppelt verglasten Fenstern sind auch die Eriba Nova-Baureihen S, SL und GL winterfest. Mit den Arktis-Paketen werden sie aber erst richtig gemütlich. Das Paket 1 enthält eine elektrische Zusatzheizung für die Gasheizung sowie eine elektrische Fußbodentemperierung. Im teureren Paket 2 gibt es statt der elektrischen Fußbodenheizung eine Warmwasserheizung, die dank in den Boden eingelassenen Heizungsrohre auch diesen erwärmt sowie einen isolierten Abwassertank. Ansonsten sind in beiden Paketen ein Gasdruckregeler mit Crashsensor und eine Winterabdeckung für Bugklappe und Kühlschrankgitter enthalten. Das Artkis-Paket 1 kostet 1.295 Euro und das Paket 2 kostet 4.690 Euro.
Gängige Heizsysteme im Wohmwagen
Truma- und Alde-Heizungen

4. Die Heizung im Wohnwagen

Bei der üblichen und für normale Zwecke brauchbaren Gebläseluftheizung liegen die Temperaturen an den Ausströmern relativ hoch, nehmen mit der Entfernung aber schnell ab. Dadurch entsteht eine ungleichmäßige Wärmeverteilung. Die Luftheizung heizt einen Raum schnell auf, der nach Abschalten der Anlage aber rasch wieder auskühlt.

Zurückhaltender geht eine Warmwasserheizung zu Werke, die mit der heimischen Zentralheizung vergleichbar ist. Angewärmtes Wasser wird durch einen Heizkreislauf gepumpt und gibt die Wärme über Konvektoren sanft an den Raum ab. Es entsteht eine leichte Luftbewegung über den Heizkörpern. Im Vergleich zur Luftheizung ist hier die Wärmeverteilung gleichmäßiger. In der Aufheizphase reagiert die Wasserheizung träger, wärmt aber, wenn abgestellt, noch eine Zeit lang nach.

Momentan ist die schwedische Marke Alde der einzige Lieferant für Warmwasserheizungen für den europäischen Wohnwagen-Markt. Die Alde Compact 3020 HE erhitzt das Wasser mit einem Gasbrenner und kann mit zusätzlichen Heizpatronen auch an 230 Volt Netzstrom betrieben werden. Alde empfiehlt für die perfekte Wärme im Caravan zudem eine zusätzliche Warmwasserfußbodenheizung.

5. Der richtige Wohnwagen-Aufbau sorgt für Wintertauglichkeit

Alde Compact Konvektionsströmung Foto: Alde
Wichtig ist eine gute Luftzirkulation.

Hohe Wintertauglichkeit steht und fällt mit der Qualität des Aufbaus. Art und Stärke des Isoliermaterials entscheiden über den Dämmwert der Kabine. Auch die Art und Größe der Fenster spielt eine Rolle. Im Winter sind die Temperaturunterschiede zwischen innen und außen besonders hoch. Trotz guter Isolierung bleibt es nicht aus, dass die Wände im Innenraum des Caravans kühler sind und sich Kondenswasser bilden kann. Hinter Schränken oder Sitzlehnen ist der Luftaustausch besonders schwierig. Öffnungen im hinteren Bereich der Möbel, sogenannte Winterrückenlehnen, sorgen dafür, dass warme Luft hinter Schränken und Sitzbänken aufsteigen und so die Feuchtigkeit transportieren kann.

Wichtig ist auch, dass die Wasseranlage bei tiefen Temperaturen funktioniert. Eine isolierte Wasseranlage im beheizten Innenraum ist hier notwendig und eigentlich bei allen gängigen Modellen gang und gäbe. Dies nützt jedoch nur wenig, wenn der Abwasserauslass zufriert. Hier kann mit einer elektrischen Heizschlange für Frostschutz gesorgt sein.

Heutzutage sind die meisten Wohnwagen wintertauglich. Viele Hersteller isolieren ihre Wohnwagen schon standardmäßig gut genug, da eine dickere Außenwand auch im Sommer für ein besseres Klima im Wohnwagen sorgt. Standard ist es ebenfalls die Wasserleitungen entlang der Heizungsrohre zu verlegen, so entsteht auch hier nicht die Gefahr, dass sie einfrieren. Dazu bieten viele Hersteller optional oder sogar schon serienmäßig eine Warmwasserheizung an und das sind eigentlich schon beste Voraussetzungen für einen unbeschwerten Winterurlaub. Wenn Sie auf diese Dinge achten, können sie getrost das ganze Jahr Spaß mit Ihrem Wohnwagen haben.

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