Auswirkungen von Covid-19 aufs Camping
Corona-Krise und Camping
Caravaning, Corona F. Dresler/P.Lang

Campingbranche, Lieferverzögerungen & Corona-Krise

Immer mehr Produktionsstopps

Was bedeutet die Covid-19-Ausbreitung für die Caravaning-Branche und die Wohnwagen-Produktion? CARAVANING gibt einen Überblick über die Produktionsstopps und Lieferverzögerungen.

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Aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen und unterbrochenen Lieferketten kommen auch immer mehr Produktionsbänder von Wohnwagen-Herstellern zum erliegen. CARAVANING hat bei den größten Herstellern nachgefragt:

1. Erwin-Hymer-Group: Eriba, Dethleffs, LMC, Bürstner
Am 23.03.20 ließ Dethleffs via Pressemitteilung verlauten, dass ihre Produktion vom 25.03. bis zum 13.04.20 eingestellt wird. Grund hierfür sind "Auswirkungen der Corona-Krise auf Zulieferbetriebe und Logistikketten."

Eriba hat der Redaktion am Abend des 24.03.2020 mitgeteilt, dass ab 26.03.20 ihre Produktion für drei Wochen stillgelegt wird. Nur noch in Verwaltung, Produktentwicklung und Service geht die Arbeit in entzerrten Büros oder im Homeoffice weiter. Diese Maßnahme soll den Betrieb "auf eine Phase vorübergehend niedriger Nachfrage" vorbereiten. Außerdem möchte das Unternehmen so seine Finanzkraft und Arbeitsplätze sichern.

Bei LMC kommen die Produktionsbänder vom 01.04. – 13.04. zum Erliegen. Sobald die Situation es wieder zulasse, werde die Produktion laut Pressesprecherin Alessa Weber wieder aufgenommen. In diesem Zeitraum hat der Wohnwagen-Hersteller außerdem für seine Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.

Bereits seit dem 18.03.2020 sind die Mitarbeiter von Bürstner in Kurzarbeit. Dies ist derzeit bis zum 03.04.2020 geplant. "Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um möglichst schnell wieder im normalen Umfeld produzieren zu können", lässt Pressesprecher Thorsten Erhardt verlauten. Der Hersteller geht davon aus, dass die Auslieferung von Freizeitfahrzeuge, die eigentlich in der Zeit der Kurzarbeitsphase produziert werden sollten, sich entsprechend der Kurzarbeitsphase verzögern. Grund hierfür sind, wie bei anderen Herstellern auch, fehlende Materialien.

2. Knaus-Tabbert-Konzern: Knaus, Tabbert
Derzeit (Stand 26.03.2020) laufen die Produktionsbänder bei Knaus und Tabbert noch relativ normal. Präventiv wurden einige Mitarbeiter nach Hause geschickt, die zur Risikogruppe zählen. Das führt bei dem Konzern dazu, dass insgesamt etwas weniger Wohnwagen gebaut werden als sonst. Allerdings "soll bei Knaus so lange wie möglich Normalität herrschen", sagt Pressesprecher Stefan Diehl. Für die Mitarbeiter wurden im Gebäude Desinfektionsstationen aufgebaut. Da aber die Lieferketten von der Corona-Krise nicht unberührt bleiben, hat der Konzern entschlossen, ab dem 01.04.2020 für zwei Wochen in Betriebsruhe zu gehen. Sprich: Mitarbeiter nehmen Urlaub bzw. bauen Überstunden ab. Damit will der Knaus-Tabbert-Konzern die finanziellen Einbußen aufgrund von Kurzarbeit für ihre Arbeitnehmer abwenden.

3. Fendt
Bei Fendt wurde im Zuge der Corona Pandemie zunächst die Vier-Tage-Woche eingeführt. Am 25.03.2020 teilte der Caravan-Hersteller der Redaktion mit, dass sie bis vorraussichtlich 17.04.2020 die Produktion unterbrechen. Die gegründete Task-Force, die die aktuelle Situation im Blick behält und über mögliche Maßnahmen entscheidet, bleibt weiterhin bestehen.

4. Hobby
Seit dem 22.03.2020 hat der norddeutsche Wohnwagen-Hersteller die Produktion auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Verwaltung bleibt weiterhin erreichbar. Aufgrund der Corona-Krise wurden die Dichtigkeitschecks für Kunden bis Juli 2020 verlängert.

5. Adria
Seit dem 18.03.2020 bis zum 01.04.2020 ist das Wohnwagen-Werk von Adria aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Der Hersteller äußerte sich nicht dazu, bb die Produktion ab dann wieder aufgenommen wird. Grund hierfür ist die kaum abschätzbare Situation.

6. Trigano-Gruppe
Der französische Hersteller hat insgesamt vier Wohnwagen-Marken, die in Deutschland vertrieben werden. Dazu zählen Sterckeman, Caravelair, Silver und Mini Freestyle. Da die Unternehmensgruppe in verschiedenen Ländern fertigt, gibt es, Stand heute 01.04.2020, ein unterschiedliches Vorgehen je nach vorherrschender Situation. So sind die Produktionen in Spanien und Italien unterbrochen und die Produktion in Frankreich ist weiterhin am Laufen.

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