Auswirkungen von Covid-19 aufs Camping
Corona-Krise und Camping
S. Pfisterer/Archiv

Corona-Pandemie und Campingplatzstornierungen

Was passiert mit der gebuchten Parzelle?

Reisestopps, Grenzschließungen und Campingplatzstornierungen: Was bedeutet die Corona-Pandemie für die gebuchte Campingreise? CARAVANING gibt einen Überblick über die Auswirkungen der Corona-Krise auf Reisebuchungen.

++
Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.
++

Was passiert mit der reservierten Parzelle auf dem Campinglatz im Süden? Und: Kann man überhaupt dieses Jahr noch campen gehen? Bei dem Gedanken an die Auswirkungen der Corona-Krise kommen viele Punkte zusammen, die derzeit nicht klar beantwortet werden können. Alles zu möglichen Lieferverzögerungen von bestellten Caravans aufgrund der Pandemie lesen Sie hier.

Zum 23.03.2020 hat die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern ein Maßnahmenpaket mit 9 Punkten beschlossen, das die weitere Ausbreitung von Covid-19 eindämmen soll. Hauptpunkt ist dabei ein Kontaktverbot, das für ganz Deutschland gilt. So sind, zunächst für zwei Wochen, Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit verboten. Insgesamt sollen Menschen derzeit soziale Kontakte auf ein Minium reduzieren. Jegliche Aktivitäten im öffentlichen Raum sind auf das Nötigste herunterzufahren. Doch was bedeutet das konkret fürs Camping und die gebuchte Parzelle auf dem Campingplatz?

Wo ist Camping derzeit noch möglich?

Derzeit wird komplett von touristischen Reisen jeglicher Art vom Auswärtigen Amt abgeraten, sowohl innerhalb von Deutschland als auch in ganz Europa. In Deutschland lassen die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schlewsig-Holstein mittlerweile keine Touristen mehr ins Land. Zum Thema Dauercamping äußerte sich der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V., kurz BVCD, folgendermaßen: "Auch wenn Dauercamping laut der Statistik keinen touristischen Zweck darstellt, so ist es in jedem Fall dann nicht notwendig, wenn der Hauptwohnsitz des Betroffenen nicht auf dem Campingplatz liegt. Ob Dauercamping damit von der Nutzungsuntersagung betroffen ist, kann derzeit noch nicht beantwortet werden."

BVCD
Die Karte des Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland zeigt, dass nur noch im Saarland Camping erlaubt ist.

Auch der ADAC rät von jeglichen unnötigen Fahrten ab. Ratsam sei es ebenfalls nicht, seinen Wohnwagen jetzt zu einem Campingplatz zu fahren. Ganz abgesehen davon, dass in Deutschland Campingplätze und Stellplätze derzeit sowieso geschlossen sind. Weiter stellt der ADAC in einer Meldung vom 2. April klar: "Grundsätzlich erlaubt ist der Transport des Wohnwagens laut ADAC nur noch in Ländern mit Kontaktverbot, in Ländern mit Ausgangsbeschränkungen jedoch nicht. Ein triftiger Grund zum Verlassen der eigenen Wohnung ist hier nicht mehr gegeben." Das bedeutet in Bayern, im Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin darf man das Freizeitfahrzeug eigentlich überhaupt nicht mehr bewegen. Einzig und allein Menschen, die im Wohnmobil oder Wohnwagen leben, dürfen mancherorts noch auf einem Stellplatz stehen. Darüber berichtet unser Schwestermagazin hier.

Ist die Stornierung des gebuchten Campingplatzes kostenlos?

Es gibt eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für alle touristische Reisen bis Ende April. Dies ermöglicht nach Ansicht der Verbraucherzentrale zusammen mit den vielen Grenzschließungen nach deutschem Recht das Stornieren von Individualreisen aufgrund eines unvermeidbaren, außergewöhnlichen Ereignisses wie der Corona-Krise. "Wenn Sie die individuell gebuchte Unterkunft wegen der Grenzbeschränkungen nicht nutzen können, müssen Sie unserer Ansicht nach auch nicht dafür bezahlen. Viel spricht dafür, dass dies auch gilt, wenn die Unterkunft nicht erreichbar ist […]."

Wichtig ist, dass hierfür deutsches Recht als Ermessungsgrundlage gilt. Wurde die Campingplatz-Parzelle im Ausland beim Anbieter direkt gebucht, gilt die dortige Rechtslage.

In Deutschland gilt seit dem 16.03.2020 die offizielle Vereinbarung der Regierung und Bundesländer, dass "Übernachtungsangebote nur notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden". Laut Deutschem Tourismusverband steht betroffenen Reisegästen die kostenfreie Stornierung zu, da laut Robert-Koch-Institut deutschlandweit eine hohe Gefährdungslage herrscht. Alle Bundesländer (Stand 01.04.2020) touristische Nutzungsverbote ausgesprochen.

Ein Sonderrücktrittsrecht gilt nur für Zeiträume, die vom Auswärtigen Amt oder auch Robert-Koch-Institut in den Zeitraum des außergewöhnlichen Umstandes fallen. Bedeutet: Die gebuchte Parzelle im August 2020 an der Adriaküste ist derzeit nach diesem Recht (noch) nicht stornierbar.

Spanien geht derzeit noch einen Schritt weiter: So hat am 20.03.2020 die spanische Regierung beschlossen, dass bis spätestens 26.03.2020 alle Campingplätze geschlossen werden müssen.

Ab wann wird Campingurlaub wieder möglich sein?

Dies ist derzeit (noch) nicht zu beantworten, da sich die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland und ganz Europa noch nicht am Abklingen ist.

Mehr zum Thema Corona-Krise
Father assisting son to play cards at home
Lego
Caravaning, Corona
Malbild Campinngplatz