Auswirkungen von Covid-19 aufs Camping
Corona-Krise und Camping
Saisonstart Camping 2020 Wolfgang Desombre/CARAVANING

Corona-Pandemie und Campingplatzbuchungen

Camping-Touristen in 11 Bundesländern willkommen

Reisestopps, Grenzschließungen und Stornierungen: Was bedeutet die Corona-Pandemie für die gebuchte Campingreise und den geplanten Sommerurlaub? CARAVANING gibt einen Überblick über die Auswirkungen der Corona-Krise auf Reisebuchungen.

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Was passiert mit der reservierten Parzelle auf dem Campinglatz im Süden? Und: Kann man überhaupt dieses Jahr noch campen gehen? Bei dem Gedanken an die Auswirkungen der Corona-Krise kommen viele Punkte zusammen, die derzeit nicht klar beantwortet werden können. Alles zu möglichen Lieferverzögerungen von bestellten Caravans aufgrund der Pandemie lesen Sie hier.

Zum 23. März 2020 hat die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern ein Maßnahmenpaket mit 9 Punkten beschlossen, das die weitere Ausbreitung von Covid-19 eindämmen soll. Hauptpunkt ist dabei ein Kontaktverbot, das für ganz Deutschland gilt und bereits zweimal verlängert wird. So sind bis zum 5. Juni 2020 Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit verboten. Insgesamt sollen Menschen soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Doch was bedeutet das konkret fürs Camping und die gebuchte Parzelle auf dem Campingplatz?

Wo ist Camping möglich?

Derzeit wird komplett von touristischen Reisen jeglicher Art vom Auswärtigen Amt abgeraten, sowohl innerhalb von Deutschland als auch in ganz Europa.

Am 13. Mai 2020 wurde bekanntgegeben, dass die deutsche Grenzen ab Samstag, 16. Mai 2020, wieder öffnen. Die Grenzkontrollen sollen vorsichtig gelockert werden. Ab dem 15. Juni will das Bundeskabinett die Kontrollen vollständig aufheben. Daneben hat sich auch die EU-Kommission für die Öffnung der Grenzen ausgesprochen. Ihr derzeitiger Vorschlag ist, dass Reisebeschränkungen noch bis 15. Juni gelten sollen und danach der Reiseverkehr wieder schrittweise starten könne. Wichtig dabei ist die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in den einzelnen Ländern. Außerdem dürfe es innerhalb Europas keine Diskriminierung nach Nationalität geben.

Als erstes Nachbarland von Deutschland hat sich ebenso Österreich zu dem Thema Grenzöffnung am 13. Mai 2020 geäußert. Das Kanzleramt in Wien will die Grenze zum 15. Juni 2020 öffnen. Bereits ab dem 15. Mai 2020 soll nur noch stichprobenartig kontrolliert werden.

Zum Thema Dauercamping äußerte sich der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V., kurz BVCD, folgendermaßen: "Auch wenn Dauercamping laut der Statistik keinen touristischen Zweck darstellt, so ist es in jedem Fall dann nicht notwendig, wenn der Hauptwohnsitz des Betroffenen nicht auf dem Campingplatz liegt. Ob Dauercamping damit von der Nutzungsuntersagung betroffen ist, kann derzeit noch nicht beantwortet werden." Weiteres zum Umgang von Corona und Dauercamper lesen Sie hier.

Es noch nicht pauschal zu beantworten, ab wann Campingurlaube wieder möglich sind. Am 12. April 2020 hat die EU-Komissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Interview abgeraten, Sommerurlaub zu buchen. Ähnlich bedeckt äußerte sich auch Außenminister Heiko Maas. Am 22. April 2020 sagte er der Tagesschau: "Einen normalen Urlaub, wie wir ihn kennen aus der Vergangenheit mit vollen Stränden, den wird es dieses Jahr nicht geben und zwar in keinem einzigen Land. Weder in Europa noch in einer anderen Region auf der Welt." Und als die weltweite Reisewarnung Ende April bis Mitte Juni 2020 verlängert wurde, ließ Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, verlauten, dass er geht davon ausgehe, dass Fernreisen in diesem Jahr wahrscheinlich nicht stattfinden können. Er hofft aber laut Tagesschau, dass "wenigstens innerhalb Europas schnell wieder gereist werden könne." Bareiß weiter: "Aber das Ganze geht wirklich nur langsam voran. Ich glaube, dass dieses Jahr wirklich Heimaturlaub angesagt ist."

Niedersachsen stellt als erstes Plan zur Wiedereröffnung auf

Das Bundesland Niedersachsen stellt am 4. Mai 2020 den Stufenplan "Neuer Alltag in Niedersachsen" vor. Für den Bereich Tourismus und Gastronomie sind insgesamt fünf Etappen zur Wiedereröffnung geplant. Laut Stufe eins, die zum 6. Mai 2020 in Kraft tritt, dürfen dort Dauercamper wieder ihre Parzellen auf dem Campingplatz nutzen.

Bereits ab dem 11. Mai 2020 gilt Stufe zwei. Sie sieht die Ausweitung des Übernachtungstourismus auf autarke Angebote vor. Camping- und auch Wohnmobilstellplätze sind hierbei explizit mit aufgezählt. Eine maximale Auslastung von 50% ist dabei zulässig und es gibt weitere Anforderungen an Gemeinschaftseinrichtungen, wie z.B. Sanitärgebäude. Ab 11. Mai 2020 können auch Gastronomiebetriebe mit einer maximalen Auslastung von 50 % und unter Auflagen, wie z.B. einer Reservierungspflicht, wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Ein ähnliches Konzept gilt im Campingbereich ebenso in Nordrhein-Westfalen. Auch dieses Bundesland erlaubt ab dem 11. Mai 2020 wieder Camping zum touristischen Zweck. In den Folgetagen und den mit gesamtgültigen Lockerungen haben immer mehr Bundesländer ihre Pläne zur schrittweisen Öffnungen präsentiert. Folgende Tabelle zeigt, ab welchem Datum touristische Reisen wieder möglich sein soll. Liegt ein Datum weit in der Zukunft, gilt dies aufgrund möglicher Entwicklung der Corona-Fallzahlen unter Vorbehalt. Der Überlick:

Campingplatz-Öffnungen und Corona

Bundesland Dauercamping Touristisches Camping
  erlaubt seit/ab erlaubt seit/ab
Baden-Württemberg 18. Mai 2020 18. Mai 2020 (autarke Fahrzeuge mit Bad)
29. Mai 2020 Öffnung der Plätze unter Auflagen
Bayern 11. Mai 2020 30. Mai 2020
Berlin 25. Mai 2020 25. Mai 2020
Brandenburg 15. Mai 2020 15. Mai 2020 (autarke Fahrzeuge mit Bad)
25. Mai 2020 Öffnung der Plätze inkl. Gemeinschaftseinrichtungen
Bremen 18. Mai 2020 18. Mai 2020
Hamburg n.n. 13. Mai 2020
Hessen 15. Mai 2020 15. Mai 2020
Mecklenburg-Vorpommern 01. Mai 2020 18. Mai 2020 (Gäste aus MV)
25. Mai 2020 (Gäste aus Deutschland, 60 Prozent Auslastung)
Niedersachsen 6. Mai 2020 11. Mai 2020 (50 Prozent Auslastung)
Nordrhein-Westfalen 11. April 2020 11. Mai 2020 (Gäste aus Detuschland)
Rheinland-Pfalz 13. Mai 2020 18. Mai 2020 (50 Prozent Auslastung, weitere Auflagen)
Saarland 18. Mai 2020 18. Mai 2020
Sachsen 22. April 2020 15. Mai 2020
Sachsen-Anhalt 16. April 2020 15. Mai 2020 (Gäste aus SA)
28. Mai 2020 (Gäste aus Deutschland)
Schleswig-Holstein 4. Mai 2020 18. Mai 2020
Thüringen 30. April 2020 15. Mai 2020
HINWEIS: Alle Angaben ohne Gewähr. Verordnungen und Hygienemaßnahmen variieren je nach Bundesland. Am besten informieren Sie sich vorab beim jeweiligen Campingplatz, ob spezielle Regeln gelten (z.B. eigene Sanitäranlage nötig, Check-In-Zeiten).  

Ist die Stornierung des gebuchten Campingplatzes kostenlos?

Es gibt eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für alle touristische Reisen, die Ende April bis mindestens 14. Juni 2020 verlängert wurde. Dies ermöglicht nach Ansicht der Verbraucherzentrale zusammen mit den vielen Grenzschließungen nach deutschem Recht das Stornieren von Individualreisen aufgrund eines unvermeidbaren, außergewöhnlichen Ereignisses wie der Corona-Krise. "Wenn Sie die individuell gebuchte Unterkunft wegen der Grenzbeschränkungen nicht nutzen können, müssen Sie unserer Ansicht nach auch nicht dafür bezahlen. Viel spricht dafür, dass dies auch gilt, wenn die Unterkunft nicht erreichbar ist […]."

Wichtig ist, dass hierfür deutsches Recht als Ermessungsgrundlage gilt. Wurde die Campingplatz-Parzelle im Ausland beim Anbieter direkt gebucht, gilt die dortige Rechtslage.

In Deutschland gilt seit dem 16.03.2020 die offizielle Vereinbarung der Regierung und Bundesländer, dass "Übernachtungsangebote nur notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden". Laut Deutschem Tourismusverband steht betroffenen Reisegästen die kostenfreie Stornierung zu, da laut Robert-Koch-Institut deutschlandweit eine hohe Gefährdungslage herrscht. Alle Bundesländer (Stand 01.04.2020) touristische Nutzungsverbote ausgesprochen.

Ein Sonderrücktrittsrecht gilt nur für Zeiträume, die vom Auswärtigen Amt oder auch Robert-Koch-Institut in den Zeitraum des außergewöhnlichen Umstandes fallen. Bedeutet: Die Stornierung der gebuchten Parzelle an Pfingsten ist mit der Verlängerung der Reisewarnung möglich. Buchungen, die in Zeit danach, beispielsweise in die Sommerferienzeit fallen, sind derzeit nach diesem Recht (noch) nicht stornierbar.

Die Einschätzung von Fachverbänden der Campingbranche zum Thema Campingurlaub 2020 lesen Sie hier.

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