Auswirkungen von Covid-19 aufs Camping
Corona-Krise und Camping
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Dauercamper dürfen als Erste auf den Platz

Dauercamping überall wieder möglich

Dauercamper, die ihren Erstwohnsitz auf einem Campingplatz angemeldet haben, dürfen während der Corona-Zeit auf diesem bleiben. Das ist allerdings mit Einschränkungen verbunden, wie etwa verschlossenen Sanitärhäusern.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Reisen "zu touristischen Zwecken" in Deutschland untersagt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Deswegen sind eigentlich alle Campingplätze in Deutschland offiziell geschlossen – zumindest für touristische Übernachtungen. Doch was ist mit den Menschen, die dauerhaft in einem Wohnwagen auf einem Campingplatz leben? Schließlich ist es in der Bundesrepublik seit einiger Zeit legal, den Erstwohnsitz auf einem Campingplatz anzumelden.

Laut BVCD gibt es für Dauercamper in den meisten Landesverordnungen keine klare Regeln, trotz Verbands-Anfragen an die jeweiligen Minsterien. Deshalb sind die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Dies ist vergleichbar mit Wohnmobilisten, die dauerhaft in ihrem Reisemobil leben.

Sich im eigenen Wohnwagen und davor aufzuhalten, stellt für die derzeit geltene Bestimmungen zur Kontaktminimierung kein Problem dar. Da Wohnwagen auf einem Campingplatz mit einem gewissen Abstand zueinander aufgestellt werden müssen, ist Camping für die Zeiten der Kontaktbeschränkungen prädestiniert. So weit die Theorie. In der Praxis gibt es deutliche Unterschiede.

Erstwohnsitz nur auf bestimmten Campingplätzen erlaubt

Menschen, die dauerhaft auf dem Campingplatz wohnen, sind in zwei Gruppen einzuteilen. Und zwischen ihnen gibt es gravierende Unterschieden. Es gibt Campingplätze, die ausdrücklich erlauben, dass Camper dauerhaft auf dem Platz wohnen und dort ihren Erstwohnsitz haben. Ein Beispiel hierfür ist der Campingplatz Murgtal in Rastatt. Der Platz bietet für seine Dauercamper sogar einen Ort für die eigenen Briefkästen an.

Auf der anderen Seite gibt es die Plätze, die zwar Jahrescamper erlauben, aber damit Menschen ansprechen, die ihren Wohnwagen dauerhaft als Zweitwohnsitz nutzen wollen. Dass diese Plätze häufig unerlaubterweise auch als Erstwohnsitz genutzt werden, brachte die Corona-Krise jetzt auf dem Campingplatz "Spitzer Stein" in Grüneberg zutage, dies berichtete die Gießener Allgemeine.

Dort schickte der Bürgermeister Anfang April 2020 an alle Dauercamper einen Brief mit der Information zu Schließung des Platzes aufgrund der Corona-Krise. Etwa 20 Briefe kamen postwendend zurück, da die offiziellen Meldeadressen nicht mehr oder überhaupt nicht existieren. Nach einigem Hin und Her werden diese Bewohner dort jetzt geduldet. Denn es gilt: Obdachlosigkeit während Corona ist zu vermeiden. Aus diesem Grund hat der Platz in Grüneberg für die Dauercamper das Sanitärgebäude mittlerweile wieder geöffnet. Was nach der Krise mit diesen Menschen passiert, konnte uns die Stadt Grüneberg auf Nachfrage noch nicht mitteilen.

Allgemein gilt: Auf Campingplätzen, auf denen das Wohnen erlaubt ist, dürfen die Bewohner auch bleiben. Allerdings unterscheidet sich von Platz zu Platz und von Bundesland zu Bundesland, ob die Sanitärgebäude geöffnet sind. Denn oft ist es gerade hier schwierig, die geforderten Hygiene- und Kontaktbestimmungen einzuhalten.

Dauercampen in zehn Bundesländern wieder zulässig

Campingplatz-Öffnungen und Corona

Bundesland Dauercamping Touristisches Camping
  erlaubt seit/ab erlaubt seit/ab
Baden-Württemberg 18. Mai 2020 18. Mai 2020 (autarke Fahrzeuge mit Bad)
29. Mai 2020 (Öffnung der Plätze unter Auflagen)
Bayern 11. Mai 2020 30. Mai 2020
Berlin 25. Mai 2020 25. Mai 2020
Brandenburg 15. Mai 2020 15. Mai 2020 (autarke Fahrzeuge mit Bad)
25. Mai 2020 (Öffnung der Plätze inkl. Gemeinschaftseinrichtungen)
Bremen 18. Mai 2020 18. Mai 2020
Hamburg n.n. 13. Mai 2020
Hessen 15. Mai 2020 15. Mai 2020
Mecklenburg-Vorpommern 01. Mai 2020 18. Mai 2020 (Gäste aus MV)
25. Mai 2020 (Gäste aus Deutschland, 60 Prozent Auslastung)
Niedersachsen 6. Mai 2020 11. Mai 2020 (50 Prozent Auslastung)
Nordrhein-Westfalen 11. April 2020 11. Mai 2020 (Gäste aus Detuschland)
Rheinland-Pfalz 13. Mai 2020 18. Mai 2020 (50 Prozent Auslastung, weitere Auflagen)
Saarland 18. Mai 2020 18. Mai 2020
Sachsen 22. April 2020 15. Mai 2020
Sachsen-Anhalt 16. April 2020 15. Mai 2020 (Gäste aus SA)
28. Mai 2020 (Gäste aus Deutschland)
Schleswig-Holstein 4. Mai 2020 18. Mai 2020
Thüringen 30. April 2020 15. Mai 2020
HINWEIS: Alle Angaben ohne Gewähr. Verordnungen und Hygienemaßnahmen variieren je nach Bundesland. Am besten informieren Sie sich vorab beim jeweiligen Campingplatz, ob spezielle Regeln gelten (z.B. eigene Sanitäranlage nötig, Check-In-Zeiten).  

Seit dem 11. April 2020 ist in Nordrhein-Westfalen laut einer Stellungnahme des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW Camping für Dauercamper wieder erlaubt. Dort steht: "Dauercamper unterfallen nicht §8 CoronaSchVO; derartige Übernachtungen stellen keine ‘touristische Nutzung’ dar und sind mithin zulässig. D.h. wer dauerhaft einen Campingwagen angemietet hat, darf diesen jetzt – unter den sonstigen Beschränkungen – auch nutzen."

Nach dem ersten Beschluss aus Nordrhein-Westfalen, der für Camper wieder die Tore zum eigenen Dauerstellplatz geöffnet hat, gab es weitere Bundesländer, die dem Beispiel folgen. So hat das Land Sachsen-Anhalt am 16. April 2020 beschlossen, dass Dauercamper ihre Parzellen nutzen durfen.

Bereits am 22. April 2020 folgte auch Sachsen. Im FAQ der offiziellen Website von Sachsen lässt sich hierzu lesen, dass Dauercampen erlaubt ist, "wenn die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können."

Seit dem 30. April 2020 ist in Thüringen Dauercampern das Nutzen Ihrer Parzelle erlaubt. Dies bestätigte die Thüringer Staatskanzlei einem Campingplatz mit Dauerstellplätzen, auf Nachfrage bezüglich der Corona-Verordnung vom 18. April.

Rund 11.000 Dauercamper gibt es im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern laut einem NDR-Bericht. Die dortige Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verkündete am 22. April 2020, dass Dauercamper ab dem 1. Mai 2020 wieder ihre Campingplatzparzelle nutzen dürfen. Voraussetzungen seien, dass die Dauercamper ihren Hauptwohnsitz ebenso in Meck-Pomm haben und sie unter ihrem Campingplatz als Zweiwohnsitz gemeldet sind.

Auch Schleswig-Holstein hat entschieden, dass es für Dauercamper wieder zulässig ist, ab dem 4. Mai 2020 ihren Dauerstellplatz auf dem Campingplatz zu nutzen. Die Sanitäranlagen müssen auf den Plätzen allerdings geschlossen bleiben. Aber (Stand 5. Mai 2020): Die Einreise aus touristischen Zwecken ist weiterhin verboten.

Ab dem 6. Mai 2020 dürfen Dauercamper auch in Niedersachsen wieder ihr Campingmobil offiziell benutzen. Über diesen ersten Schritt zur Öffnung des touristischen Sektors, der über der bundesweiten Einigung liegt, berichtet der NDR. Neben Dauerparzellen auf dem Campingplatz gibt es weitere Lockerungen, die beispielsweise Nutzung der Ferienwohnung oder von Autokinos oder Waschanlagen umfasst. Ab dem 11. Mai 2020 ist die Nutzung der Campingplätze in Niedersachsen mit einer maximalen Auslastung von 50 % auch zu touristischen Zwecken wieder möglich.

Im Verlauf der letzten Wochen haben sich immer weitere Bundesländer zur Regelung mit Dauercampern und der Öffnung der Campingplätze geäußert.

Fazit

Sicher ist: Die Gesundheit der Menschen steht weiterhin im Vordergrund und darauf müssen sich alle zukünftigen Maßnahmen sowie Lockerungen konzentrieren. Die Lage der Dauercamper ist sowohl vom jeweiligen Campingplatz samt dortigen Bedingungen als auch vom Bundesland und der Kommune abhängig.

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