Gasprüfung Dieter S. Heinz
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Praxis, Gasanlage
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Neuregelung der Gasprüfung für Caravans ab 2020

G 607-Prüfung weiterhin wichtig

Es gelten besondere Vorschriften für die Benutzung und Instandhaltung der Gasanlage im Wohnwagen. CARAVANING verrät, was sich ab 2020 ändert und welche Regeln beim Umgang mit der Gaslange für Wohnwagen-Fahrer wichtig sind.

Flüssiggas im Wohnwagen wird als universeller Energielieferant zum Kochen, Heizen und für den Kühlschrank genutzt. Dank ausgereifter Technik ist der Einsatz sehr sicher.

Bislang bestand ein Caravan die Hauptuntersuchung (HU) auch ohne gültige Gasprüfungsplakette und -bescheinigung – das wird er auch weiterhin. Fehlte die Gasprüfung, wurde nur ein geringer Mangel notiert. Bei Reisemobilen indes war bislang die gültige Prüfbescheinigung der Gasanlage für die HU-Plakette auf dem Kennzeichen notwendig.

Gasprüfung-Neuregelung ab 2020

Seit dem 1. Januar 2020 spielt die Gasprüfung für die HU keine Rolle mehr: Die Mangelbewertung wird bis zum 1. Januar 2023 vorübergehend ausgesetzt. Konkret: Bis dahin ist die erfolgreiche Gasprüfung bei Reisemobilen keine Voraussetzung mehr für das Bestehen der HU, bei Caravans wird kein Mangel mehr vermerkt. Der Grund: Die verwendeten Messgeräte entsprechen nicht den Anforderungen, die in den Richtlinien für die Qualitätsüberwachung der HU gefordert werden.

Die zweijährliche Gasprüfung „G 607“ ist dennoch enorm wichtig. „Eine positive Prüfung stellt einen Nachweis über den ordnungsgemäßen Zustand und die Sicherheit der Flüssiggasanlage dar. Fehlt dieser Nachweis, kann es im Schadensfall zu privatrechtlichen Konsequenzen kommen“, mahnt der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. Im Klartext: Kommt es zu einem Unfall mit einer Gasanlage, die nicht positiv geprüft wurde, können sich Versicherungen weigern, Eigen- und Fremdschäden zu bezahlen.

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Andreas Weise
Den einwandfreien Zustand der Gasanlgae dokumentiert ein Eintrag im gelben Faltblatt und eine außen am Fahrzeug aufgeklebte Plakette.

Übrigens haben auch Campingplätze das Recht, Caravans ohne gültige Gasprüfung den Aufenthalt zu verwehren – und machen davon Gebrauch. Außerdem sind bei der Gassystem-Einbauprüfung und der Gasanlagenprüfung bis zum 1. Januar 2023 Gasdetektoren nicht mehr zulässig. Stattdessen muss Lecksuch-Spray verwendet werden.

Umgang mit der Gasanlage

Zum einen betrifft das die Flasche, in der das verflüssigte Gas bei einem Druck von rund acht Bar lagert. Am Behälter befindet sich eine eingestanzte Jahreszahl, bis zu der die Flasche als geprüft und sicher gilt. Für Tauschflaschen ist das problemlos, denn man muss sie nur vor Ablauf dieser Frist gegen eine volle tauschen. Danach wird die Flasche in aller Regel nicht mehr vom Händler angenommen, denn es ist eine neue TÜV-Abnahme fällig. Diese kostet rund 70 Euro. Auch Tankflaschen zum Selbstbefüllen und fest eingebaute Gastanks verfügen über ein eingestanztes Datum. Tanks müssen für die Prüfung ausgebaut werden. Nach der Abnahme ist die Flasche oder der Tank für zehn weitere Jahre zum Betrieb zugelassen.

Auch die Schläuche und Druckregler verfügen über ein Verfallsdatum. Spätestens zehn Jahre nach ihrer Herstellung müssen sie unabhängig von ihrer Funktionstüchtigkeit erneuert werden.

Über die oben beschriebene „G 607“-Prüfungen hinaus sollte man beim Umgang mit dem Gassystem stets umsichtig sein. Dazu gehört etwa, dass die Gaskastenbelüftung in Bodennähe niemals verschlossen oder mit Gepäck abdeckt sein darf. Austretendes Flüssiggas ist schwerer als Luft. Bei einer Leckage würde es sich in Bodennähe sammeln, und durch die Belüftungsöffnung kann es gefahrlos ins Freie strömen. Außerdem dürfen sich im Gaskasten keine elektrischen Zündquellen wie etwa ein Sicherungsautomat oder ein Wechselrichter befinden. Für nachträglich eingebautes, elektrisches Zubehör ist der Gaskasten deshalb tabu.

Auf einen Blick:
Praxistipps für die Caravan-Gasanlage

  • Tauschgasflaschen rechtzeitig vor Ablauf des am Griff eingeschlagenen Jahres wechseln.
  • Eigentums- und Tankflaschen rechtzeitig vor Ablauf des eingeschlagenen Jahres einer neuen Druckprüfung unterziehen.  
  • Tanks für Flüssiggasanlagen müssen alle zehn Jahre geprüft werden. Dazu ist ein Ausbau nötig. Das sollte beim Gebrauchtkauf eines entsprechenden Mobils berücksichtigt werden.
  • Im Gaskasten dürfen sich keine elektrischen Zündquellen befinden. Deshalb hier kein elektrisches Zubehör einbauen.
  • Die Belüftungsöffnung des Gaskastens in Bodennähe darf niemals durch Zubehör oder Gepäck verschlossen werden.
  • Druckregler und den dazu gehörenden Schlauch unabhängig von deren Funktionstüchtigkeit alle zehn Jahre erneuern.