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Lack-Pflege für zu Hause

So bringen Sie ihren Caravan zum Glänzen Lackpflege für Zuhause

Um den eigenen Caravan zum Glänzen zu bringen, braucht es nicht immer Profis. CARAVANING stellt die besten Tipps und Lackpflege-Produkte für den Heimgebrauch vor.

Lack Andreas Becker
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Lackpflege für zu Hause

In Teil 1 unserer Lackpflege Geschichte haben wir verraten, wie Profis Caravans aufbereiten. Doch es gibt auch genügend Produkte für den Heimgebrauch. Um diese zu testen, brauchen wir den unberührten, etwas traurigen Urzustand.

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Andreas Becker
Wer Angst hat, nass zu werden, sollte sich an Profis wenden. Das Waschen ist das A und O – wer es regelmäßig macht, beugt Pro­blemen vor.

Caravan waschen

Die Produkte der Caravan-Line von Sonax sind nämlich für den Amateurbereich gedacht, sollten aber natürlich ebenfalls gute Ergebnisse liefern. Wie dem auch sei, Tatsachen bleiben Tatsachen: Auch die Lackpflege in Eigenregie fängt mit einer gründlichen Wäsche an. Ein bis zwei Verschlusskappen Caravan-Shampoo in fünf Liter Wasser auflösen, schon kann das Schrubben beginnen. Für den groben Schmutz eignet sich eine Teleskop-Bürste, für die Feinheiten ein großer Schwamm. Wie in der Küche gibt es auch beim Autowaschschwamm eine schonende und eine etwas brutalere Seite – die Verwendung dürfte jedem hinlänglich bekannt sein.

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Andreas Becker
Geht es um Regen­ streifen, Schlieren oder ande­ren hart­näckigen Schmutz, läuft es wie beim Spülen: Flasche auf, Schwamm drüber!

Auch beim Shampoo stehen Abwaschen oder Abtrocknen zur Auswahl – nur Lufttrocknen sollte man tunlichst vermeiden. "Nicht, weil der Reiniger Schäden verursachen würde, sondern weil man den Schmutz dann nicht vom Fahrzeug entfernt", erklärt der Profi schmunzelnd. Kein Problem, wer mag es schon nicht, mit der Lanze zu arbeiten? So stellt sich der büroverwöhnte Redakteur dem Dreck also mit Hochdruck entgegen.

Hier können Sie das Caravan-Shampoo von Sonax in unserem Partner-Shop kaufen.

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Andreas Becker
Die Politur fürs Struktur­blech trägt man am besten mit einem Polier­schwamm auf. So kommt man in die Sicken. Da­ nach unbe­dingt mit Wasser ab­spülen.

Regenstreifen entfernen

Regenstreifen, die gerne unter Dichtgummis entstehen, sind nicht immer sofort wegzukriegen. Dass die Profis für diesen Fall gut gerüstet sind, haben wir bereits gesehen. Aber was macht der Laie mit den hässlichen schwarzen Schlieren? "Für solche Fälle ist der Regenstreifenentferner von Sonax konzipiert", erklären Baha und Sascha. Von Regenstreifen hat Ferdi Fendt leider mehr als genug. Doch kaum sind sie gefunden, sind sie auch schon weg – und wieder greift der Vergleich zur heimischen Küche. Ein paar Tropfen Reiniger auf den Schwamm, kräftig reiben und abspülen. Fertig.

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Andreas Becker
Zum Schluss kommt die Versiegelung. Aus der Flasche aufs Tuch, dann auf den Caravan. Ein sauberes Mikrofasertuch ist ein Muss.

Caravan versiegeln

Damit das auch so bleibt, wird noch die Schnellversiegelung aufgetragen. Aus der Sprühflasche direkt aufs Tuch, vom Tuch direkt aufs Blech – so einfach geht das. Wie beim Profi-Produkt bildet sich auch hier ein hauchdünner Film, der allerdings nicht so lange hält. "Man sollte das Versiegeln alle sechs Monate wiederholen", sagt der Experte, "außer wenn das Fahrzeug im Trockenen steht, versteht sich." Dann bestätigt er, was schon der Chemiker gesagt hat. "Wenn man sich ab und an darum kümmert, ist der Lack wirklich dankbar."

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Lack
Andreas Becker
So sieht es nachher im Einsatz aus. Der Film lässt Wasser abperlen, Staub und Schmutz haften nicht. Die Versie­gelung sollte man am besten re­gelmäßig erneuern.

Lackierung in Eigenregie

Möchte man seinen Caravan großflächig auffrischen, aufhübschen oder ihm gar einen ganz neuen Look verpassen, gibt es dafür eine besondere Möglichkeit: die Lackierung in Eigenregie. Sie ist ein kostengünstiger, aber zeitintensiver Weg zum neuen Aussehen. Zum Thema DIY-Lack am Wohnwagen kursieren viele Meinungen, und sicher haben sie alle eine Existenzberechtigung.

Durch den eingangs erwähnten Materialmix ist es wesentlich einfacher, das stehende Heim zu streichen als das rollende. Plastikteile benötigen im Vorfeld Anschliff und einen besonderen Haftpromoter, den es praktischerweise in der Sprühdose gibt. Dieser Stoff bildet einen Übergang zwischen klassischem Haftgrund und Reinigungsspray – durch ihn wird die Oberfläche der Kunststoffteile aufgeweicht, sodass die farbgebende Schicht besser haftet.

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Carsten Hoppe
Außen hui, innen pfui? Eher umgekehrt. Carstens Wilk lebte 40 Jahre in der Sternengarage. Das hinterlässt Spuren.

CARAVANING hat Carsten Hoppe zum Thema DIY-Lack befragt – der hauptberufliche Caterer und nebenberufliche Camping-YouTuber hat seinen 40 Jahre alten Wilk nicht nur vor laufender Kamera aufgehübscht, sondern auch seine Erfahrungen nach mehr als einem Jahr auf YouTube geteilt.

Interview mit Camping-YouTube Carsten Hoppe

"Nicht sparen, das ist das Wichtigste. Hochwertigen Lack benutzen, gut vorarbeiten, alles mit industriellem Silikonentferner sauber machen. Dann hält die Farbe", rät der Selbermacher. Der erste Schritt der Vorarbeit führte Carsten in die Waschanlage. "Alles, was an Schmutz dran war, musste natürlich weg. Dann habe ich Schleifvlies genommen, um das Strukturblech anrauen zu können."

Eine Fünf-Meter-Rolle reicht gut für einen Caravan mittlerer Größe und ist auch für die Bereiche mit Glattblech verwendbar. Nur der zeitliche Aufwand darf nicht unterschätzt werden. "Es hat einen ganzen Tag gebraucht, bis ich alles matt gekriegt habe. Dazu zählt auch das Entfernen der Kunststoffteile, der Lüftungsgitter und der Steckdose. Am besten nimmt man sich eine Freundin oder einen Freund dazu, dann geht die Zeit schneller um."

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Carsten Hoppe
So ein schickes Rot hat es nicht einmal vom Werk gegeben. Der Wagen ist ein Hingucker geworden.

Dann folgte das Entfetten. "Ich habe gleich einen 5-Liter-Kanister voll Silikonentferner geholt. Schlussendlich habe ich aber nur die Hälfte gebraucht." Zum Abkleben der Zierleisten, Rangiergriffe und anderer schwer montierbarer Teile verwendete der gebürtige Münsteraner Gold-Tape, wie man es von Lackierwerkstätten kennt.

"Das ist Kreppband de luxe, ist dünner und lässt sich leichter abziehen. Vier Rollen haben locker gereicht." Schlussendlich kam auf den zu lackierenden Kunststoffteilen, wie zum Beispiel dem Deichselkasten, noch besagter Haftpromoter (zwei Dosen à 500 ml) zum Einsatz. Dann war die Bühne für die Farbe bereit.

Rollen oder sprühen? Diese Frage hatte Carsten schon im Vorfeld klar entschieden. "Hammerschlag- bzw. Strukturblech verzeiht Lackierfehler sehr gut, deshalb beschloss ich, den Wohnwagen mit der Rolle zu lackieren. Und Streichen passt ja auch mehr zum Thema Zuhause." Mit der richtigen Plüschwalze kann die Farbe mühelos in die Sicken transportiert werden. Besonderes Augenmerk braucht die Lackauswahl.

"Mehrere Experten haben mir geraten, seidenglänzenden Lack zu verwenden, der sich auch ohne Haftgrund auftragen lässt. Das ist die Kennzahl 250-30." Den 2K-PU-Lack rührte Carsten mit Härter an, immer nur so viel, wie er sicher verbrauchen konnte. "Sonst trocknet der Lack sogar im luftdichten Behälter schnell ein."

Das Rollen an sich nahm noch mal gute acht Stunden in Anspruch. "Wie immer sollte man auch hier an den Rändern und Kanten anfangen. Verschiedene kleine Pinsel sind hilfreich. Dann können die großen Flächen mit der Walze bearbeitet werden." Auch hier gilt, nicht sparsam mit Werkzeug und Zeit umzugehen. Carsten brauchte schlussendlich zwei Schichten, da er die Dekorstreifen seines Wilk überdecken wollte.

Der finale Kostenpunkt? "500 Euro sollte man auf jeden Fall einplanen." Und das Ergebnis? "Jetzt, nach fast drei Jahren, sieht es noch immer gut aus. Wenn man genau hinschaut, sieht man den einen oder anderen unschönen Rand, besonders um die Zierleisten herum. Aber aus 1–2 Meter Entfernung wirkt der Wagen wie neu. Auch heute würde ich es wieder machen – der Aufwand hat sich gelohnt."

Wie das Lackieren genau vonstattenging, wie der Wilk geworden ist und vor allem, wie sich die DIY-Lackierung nach einem Jahr schlug – findet man bei YouTube, auf dem Kanal "Pommes Män Camping". Ja, wie gesagt, der Mann ist hauptberuflicher Streetfood-Koch ...

Fazit

Man sieht: Lackpflege ist kein Hexenwerk. Mit den richtigen Mitteln, Zeit und Geduld kann man seinen eigenen Wohnwagen ohne Probleme wieder zum Glänzen bringen.

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