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Reinigung und Pflege Gummidichtung T. Großhans
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Wartung und Austausch von Caravan-Gummidichtungen

Gummidichtungen richtig pflegen und austauschen

Am Caravan finden sich bis zu 40 Meter Gummidichtungen. Regelmäßige Reinigung und Pflege verlängert deren Funktion. Notfalls müssen sie auch mal getauscht werden. Beides ist kein Hexenwerk.

Die Erfindung von Gummi war ein Meilenstein. Nur ausgerechnet der Erfinder Charles Nelson Goodyear hat nie so richtig Kapital draus schlagen können. Zudem ist der arme Tropf an den Folgen der Forschung gestorben. Aber er hinterließ der Welt die Vulkanisation von Kautschuk und Schwefel zu einem elastischen und strapazierfähigen Material, das aus der Welt nicht mehr wegzudenken ist. Den Reifenhersteller Goodyear gründete übrigens Frank Seiberling 1898 und benannte seine Firma nach dem Erfinder der Vulkanisation.

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Hersteller
Es lohnt, die Gummis mal abzuziehen und dahinter zu schauen. Hier hat sich Streusalz abgelagert.

Auch an Wohnwagen findet sich allerlei Gummi. Neben den Reifen vor allem in Form von Dichtungen. 40 Meter Gummiwurst kommen so schnell zusammen. Gummi ist elastisch und strapazierfähig, hat eine hohe Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen. In der Herstellung lässt er sich je nach Einsatzzweck gut im Härtegrad steuern.

Doch irgendwann altert und verschleißt auch der beste Gummi, wird brüchig und porös. Diesen Alterungsprozess kann man nicht unterbinden, aber verzögern. Dazu gibt es Hausmittel und Pflegeprodukte aus dem Fachhandel. Sind die Gummis dann doch mal hinüber, lassen sie sich recht unkompliziert auswechseln.

Alter und mechanischer Verschleiß

Neben der Alterung, zum Beispiel durch UV-Strahlung, ist mechanischer Verschleiß eine häufige Ursache für defekte Gummis, die dann Wasser und Wind nicht mehr dort halten, wo sie hingehören: nämlich draußen vor Fenstern, Klappen, Dachhauben und Aufbautüren. Und daher lohnt es sich, mal selbst eine Arbeitsliste für den eigene Wohnwagen zu erarbeiten, um den Zustand aller Gummis in den Blick zu bekommen.

Zugfahrzeughersteller VW empfiehlt in der Bedienungsanleitung die regelmäßige Reinigung mit Wasser und dem firmeneigenen Gummipfleger. Knaus prüft im Rahmen der Dichtigkeitsprüfung alle Dichtungen und empfiehlt auch deren regelmäßige Pflege. Idealerweise bei jedem Einlagern und Frühlingsfit-Machen sollten sämtliche Dichtungen mit handelsüblichen Pflegemitteln behandelt werden.

Wie lange halten Gummidichtungen?

Die Lebensdauer von Gummis lässt sich schwer benennen. Zu unterschiedlich sind die Einflussfaktoren. Bei einem VW T4 California aus Privatbesitz finden wir keinen einzigen kaputten Gummi, nur leichte Alterungsspuren. Die Dichtungen von 1996 sind alle noch in einem durchaus guten Zustand. Wechseln muss man keine. Bei einem Fiat Ducato, auch aus dem Fuhrpark der Redaktion und deutlich jüngeren Datums, gibt’s schon einige mechanische Beeinträchtigungen an der Fahrertür, und zwar weil er nicht richtig saß. Da scheuerte die Tür an der Schwallwasserdichtung, der äußeren der zwei Türdichtungen. Daher ist es ratsam, die Gummidichtungen regelmäßig auf den korrekten Sitz hin zu überprüfen und bei Bedarf nachzudrücken.

Je nach Art werden die Dichtungen auf ein Blech geklemmt oder in einer Führungsleiste gehalten. Im Frühjahr zeigen die Blütenpollen anschaulich, wie tief der feine Staub in Dichtungen eindringen kann. Und zwar überall. Und so wie dieser lagert sich auch alles Mögliche ab und kann entweder zu abrasiven Beschädigungen führen oder, wenn es sich um Streusalz handelt, ganz einfach Rost beziehungsweise Alufraß (Korrosion) auslösen.

Vor allem im Türbereich sammeln sich Steinchen, Sand, Staub. Durch die Bewegung des Aufbaus können die Gummis dann aufscheuern oder auch den Lack aufreiben.

So geht's:
Gummis am Wohnwagen pflegen

Zur Gummipflege gehört als erster Schritt das Saubermachen. Wenn Sand und Dreck mit im Spiel sind, zunächst mit einem Pinsel oder einem Handfeger oder einem Staubsauger. Auf jeden Fall etwas mit weichen Borsten verwenden und dabei vorsichtig vorgehen. Ein fusselfreies Tuch hilft auch und natürlich Wasser. Auf die Frage bei Dometic Seitz, Hersteller von Caravanfenstern, wie man den Gummi ihrer Fenster reinigen und pflegen solle, bleibt der Tipp tatsächlich sehr bodenständig und natürlich. Kaltes Wasser ohne Reinigungsmittel wird empfohlen sowie die Nachbehandlung des trockenen Gummis mit Talkum, also pulverisiertem Talg. Fertig.

3 Wege um Gummis richtig zu reinigen und pflegen

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Mit einfachsten Mitteln sind die Dichtungen gereinigt und wieder auspoliert. Tatsächlich empfehlen Hersteller einfach Wasser und Talkum. Spezielle Pflegemittel lassen sich besonders gut auftragen. Der erste Schritt der Gummipflege ist das Saubermachen. Wenn Sand und Dreck mit im Spiel sind, zunächst mit einem Pinsel oder einem Handfeger oder einem Staubsauger. Auf jeden Fall etwas mit weichen Borsten verwenden und dabei vorsichtig vorgehen. Ein fusselfreies Tuch hilft auch und natürlich Wasser.

Auf die Frage bei Dometic Seitz, Hersteller von Caravanfenstern, wie man den Gummi ihrer Fenster reinigen und pflegen solle, bleibt der Tipp tatsächlich sehr bodenständig und natürlich. Kaltes Wasser ohne Reinigungsmittel wird empfohlen sowie die Nachbehandlung des trockenen Gummis mit Talkum, also pulverisiertem Talg. Fertig.

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Bei chemischen Pflegern sollte man nur zur Gummipflege vorgesehene Mittel verwenden.

Das weiche wasserabweisende Pulver verringert die Reibung zwischen zwei Medien, hier also Fenster und Dichtung, Lack und Dichtung etc. Früher hat man es für Baby-Popos verwendet, damit die Windeln nicht so scheuern. Talkum ist zwar immer seltener zu finden, aber eine 100-Gramm-Dose Puder aus dem Drogeriemarkt kostet rund 1,50 Euro. Das ist nicht nur günstig, sondern eignet sich zur Gummipflege am Camper. Und das sogar mit ausdrücklicher Empfehlung des Weltkonzerns Dometic. Als natürliche Alternative wird gern Hirschtalk genannt, ein tierisches Fett vom Hirsch, dem man eine lange Wirkung nachsagt. Zumindest schwören auch Sportler darauf, Reibstellen auf der Haut damit vorzubeugen. Wir würden dennoch zum simplen Talkum raten.

Aber die Kosmetikindustrie der Autobranche hat noch mehr auf Lager. Gummi-Pflegemittel gibt’s viele am Markt. Für sie spricht die manchmal sehr einfache Art des Auftragens mit einem Schwammpilz am Ende der Tube. Ihnen sind auch meist Zusatzmittel beigemischt, die das Anfrieren des Fensters bei Frost verhindern, etwaige Pilz-Bildung eindämmen und die Oberfläche wieder glänzend machen. Aber auch sie können den Gummi nicht in seiner chemischen Struktur "auffrischen", auch sie schützen ihn nur, indem sie sich schmierend auf seine Oberfläche legen und damit Verschleiß verhindern.

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Vor allem im Winter praktisch: Pflegestifte mit Auftragshilfe, wenn der Frost kommt.

Besser auf Reinigungsmittel mit Silikone oder Schmieröle verzichten

Doch gerade der Frostschutz ist bei Caravanfenstern, an denen Kondenswasser entsteht, das zwischen Doppelscheibe und Dichtung läuft und dort anfriert, eine sinnvolle Sache. Viele Camper verwenden Silikonsprays oder Reinigungs- und Schmieröle, aber außer einem optischen Effekt passiert damit nicht allzu viel. Silikon in Gummipflegemitteln findet man vor allem, weil sich die Pasten damit besser verarbeiten lassen. Im Profibereich wie in Autowerkstätten, die auch Lackierarbeiten ausführen, verzichtet man auf Silikon. Grund: Selbst kleinste Verunreinigungen mit Silikon verhindern einen sauberen Farbauftrag.

Bei Türen gilt es, wie auch bei den Fenstern, die Gummidichtungen mit entsprechenden Pflegeprodukten geschmeidig zu halten. Vorsicht bei Schmiereinsätzen an Schlössern und Scharnieren: Die Methode "viel hilft viel" ist hier kontraproduktiv, denn der großzügige Einsatz von Ölspray kann die im Verriegelungsmechanismus vorhandenen Kunststoffe aufquellen lassen, was die Funktion erheblich einschränkt.

Scharniere mit kunststoffummantelten Drehachsen müssen ebenfalls nicht geschmiert werden. Eine leichte Schmierung brauchen nur Versionen, bei denen Drehachsen aus Stahl direkt im Alukörper verbaut sind. Sie können von einem kleinen Sprühstoß Universalöl profitieren. Verwenden Sie für die Pflege der Gummidichtungen von Tür und Fenstern keine Mittel, die Silikon enthalten. Sicherer sind Spezialpräparate.

Tipp: Grundsätzlich sollte man bei allen verwendeten Mitteln darauf achten, dass sie gummiverträglich sind. Was aber nicht heißt, dass sie bei der Verjüngung helfen. Der Austausch von Dichtungen ist auch für den Laien meist gut machbar. Vor allem an Klappen, Rahmenfenstern und Türen. Hier muss man nur Geduld beim Einfädeln mitbringen. Bei vorgehängten Fenstern wird’s kniffliger. Dichtungen bekommt man beim Hersteller oder bei Caravaning-Händlern. Je nach Bedarf als Meterware und in den passenden Formen und Breiten.

Anleitung zum Austausch von Gummidichtungen vorgehängter Wohnwagen-Fenster

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1. Schritt: Wenn die Dichtung die ganze Wandbreite abdeckt, müssen alle Schrauben raus.

2. Schritt: Die Gummileiste wird von einem Plastikband abdeckt: Dieses muss entfernt werden.

3. Schritt: Bei vielfach getackertern Dichtungen kostet die Demontage etwas mehr Zeit.

4. Schritt: Beim Wiedereinbau muss das Kunststoffband wieder in die Dichtleiste. Das gelingt ganz gut mit Hilfe eines stumpfen (!) Gegenstands.

5. Schritt: Die Schrauben der Knebel-Schließbleche nur mit Hand festziehen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie aus dem Holz darunter ausreißen.

Pflege-Tipps für die Türen- und Fenster im Caravan

  • Fenster und Tür regelmäßig – mindestens einmal pro Jahr – überprüfen. Dazu alle Baugruppen und Dichtungen checken.
  • Große Fenster immer von einer eher mittig gelegenen Position aus öffnen und schließen. Erst dann die Riegel in den Ecken betätigen.
  • Türschloss und -scharniere brauchen meist nicht geschmiert werden. Im Gegenteil: Öl kann Kunststoffe quellen lassen.
  • Unter keinen Umständen aggressive Reinigungsmittel wie Alkohol, Benzin oder sonstige Lösungsmittel in Kontakt mit Acrylglas bringen.
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Schlechter Sitz kann zu mechanischen Beschädigungen führen.
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