So klappt's mit dem Winterurlaub im Caravan
Wintercamping mit Wohnwagen

Winter-Revier: Den passenden Abstellplatz finden

Wohnwagen im Winter abstellen Das müssen Sie bei Ihrer Suche berücksichtigen

Für die Zeit zwischen den Urlaubsreisen braucht der Caravan einen legalen Park- beziehungsweise Abstellplatz. Doch wohin mit dem Wohnanhänger? Möglichkeiten gibt es reichlich. Einige davon sind gut, andere weniger.

Winter-Abstellplätze Caravan Philip Teleu
Winter-Abstellplätze Caravan
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Winter-Abstellplätze Caravan 14 Bilder

Nach wie vor ist das Interesse an Caravans groß, auch wenn die Zahlen des Caravan Industrie Verbands (CIVD) eine leichte Delle erkennen lassen, die zweifelsohne mit den derzeitigen Lieferengpässen von wichtigen Komponenten für die Fahrzeugproduktion weltweit zusammenhängt. Im Vergleich zum Vorjahr (26.330 Neuzulassungen in den ersten zehn Monaten) ergibt sich für dieses Jahr ein Rückgang von 12,4 Prozent im gleichen Zeitraum (23.071 Neuzulassungen). Gäbe es die Schwierigkeiten fehlender Bauteile nicht, wäre sicher mit einem weiteren Rekordjahr bei den Caravaning-Zulassungen zu rechnen. Dennoch lässt sich eine insgesamt positive Tendenz erkennen.

Bei einer Umfrage des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) gab im Jahr 2020 ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) an, ein generelles Interesse am Campingurlaub zu haben. Viele davon sind WiederholungstäterInnen, denn 87,9 Prozent der Befragten, die bereits in den vergangenen drei Jahren mit dem Freizeitfahrzeug unterwegs waren, sind an einem erneuten Campingurlaub interessiert. Die Reiseform Freizeitfahrzeug boomt, trotz oder gerade wegen der Pandemie.

Winter-Abstellplätze Caravan
Philip Teleu
In Industriegebieten, wo Platz ist und es keinen stört, sieht man immer häufiger ganze Reihen an Freizeitfahrzeugen stehen.

Im Gegensatz zu Pauschalreisen, in denen UrlauberInnen mit dem Flugzeug an- und abreisen oder ihre freie Zeit bei einer Kreuzfahrt auf einem Boot verbringen, ist man beim Reisen mit dem Anhänger und Pkw weitestgehend unabhängig. Die Möglichkeit, spontan das eigene Gespann zu satteln und sich ohne größere Vorüberlegungen an einen anderen Ort begeben zu können, fasziniert viele Camping-Interessierte.

In Zeiten, in denen manche immer öfter auch im Homeoffice arbeiten, ist die Sehnsucht nach Natur und Freizeit unter freiem Himmel groß. Das spielt der Branche in die Karten, die Auftragsbücher der Hersteller sind voll. Wer heute bestellt, wird für die Auslieferung seiner Neuanschaffung bei manchen Händlern bereits auf das Jahr 2023 vertröstet. Gleichzeitig boomt der Gebrauchtwagenmarkt. Dort werden selbst für ältere Anhänger Preise erzielt, die über dem einstigen Einkaufswert liegen.

Fast zwei Millionen Freizeitfahrzeuge in Deutschland

Die Folge: Es kommen immer mehr Fahrzeuge auf die Straßen. Laut CIVD betrug der Fahrzeugbestand an Reisemobilen und Caravans bis Ende 2020 1.447.173 Einheiten (674.657 Reisemobile, 722.516 Caravans). Nicht erfasst sind hier die abgemeldeten Wohnanhänger, die der Verband auf rund 180.000 schätzt. Die eigentliche Anzahl an Freizeitfahrzeugen hierzulande dürfte demnach bereits an der Zwei-Millionen-Marke kratzen. Kein Wunder, dass sich bei so vielen Fahrzeugen auf den Straßen zwangsläufig die Frage stellt: "Wo stelle ich den Caravan ab, wenn ich ihn nicht nutze?"

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Dieter S. Heinz
Dabei muss ein nicht genutzter Wohnwagen nicht zwangsläufig herumstehen. Freunde und Campinginteressierte freuen sich über einen Urlaub im geliehenen Caravan.

In unserer letztjährigen Leserwahl geben 33 Prozent der TeilnehmerInnen an, lediglich eine Woche bis fünf Wochen im Wohnwagen unterwegs zu sein. Weitere 52 Prozent der befragten LeserInnen kreuzen an dieser Stelle die Zeitspanne von sechs bis zehn Wochen an. Im Vergleich: Laut der Umfrage sind gerade einmal 14 Prozent mehr als zehn Wochen mit ihrem Gespann unterwegs. Das heißt: 85 Prozent der UrlauberInnen brauchen ihren Caravan zehn Monate im Jahr nicht selbst.

Das bedeuet nicht, dass der Wohnanhänger in dieser Zeit nicht von jemand anderem genutzt wird. Manche verleihen ihr Urlaubsvehikel Freunden, einige verdienen sich über Sharing-Portale etwas für die Urlaubskasse dazu. Wie viele Fahrzeuge das sind, lässt sich nur schätzen. Genaue Statistiken dazu gibt es keine. Klar ist aber, dass die Zahl temporär anderweitig genutzter Wohnwagen weitaus niedriger ist als die der Caravans, die große Zeit im Jahr rumstehen.

Doch wo stehen die Fahrzeuge, wenn sie nicht genutzt werden?

Schaut man sich auf Straßen, in den Städten und in den ländlichen Regionen Deutschlands um, findet man überall Orte, an denen in den vergangenen Jahren die Dichte an parkenden Freizeitfahrzeugen zugenommen hat. Fast jeder kennt einen Spot am Stadtrand, im Industriegebiet oder unter einer Brücke, wo der Wagen eine Zeit lang stehen kann. Dort stört er meist niemanden, sofern er ordnungsgemäß abgestellt ist. Optimal ist der Abstellort jedoch in den wenigsten Fällen, denn nicht nur Kälte und Nässe können dem Fahrzeug auf Dauer zusetzen.

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Ingo Wagner
Wer sich vom Caravan oder Reisemobil belästigt fühlt, greift auch schon mal zu drastischen Maßnahmen. Hier hatte es unseren Ferdi Fendt erwischt.

Im Vergleich zum Reisemobil ist die Diebstahlgefahr beim Wohnwagen ungemein höher, denn ist die Deichsel nicht extra gesichert, lässt sich der Caravan unter Umständen leicht wegziehen. Gelegentlich werden am Stadtrand geparkte Fahrzeuge auch Ziel für Vandalismus. Außerdem kann es gerade in den Wintermonaten zu Einbrüchen kommen, da Eindringlinge Unterschlupf und Schutz vor Kälte suchen.

Viele CaravanerInnen lassen ihren Wohnwagen über den Winter direkt auf einem Campingplatz stehen. Viele PlatzbetreiberInnen bieten ihren KundInnen die Möglichkeit, einen Dauercampingplatz anzumieten. Dabei sind die Preise doch recht unterschiedlich und abhängig von der regionalen Lage. Ein Platz in Strandnähe ist entsprechend kostspieliger als beispielsweise auf dem platten Land. In der Regel liegen die Kosten bei 700 bis 2000 Euro pro Jahr.

Wichtiges zum Einwintern

  • Reinigen Sie den Caravan vor dem Einwintern. Entfernen Sie alle Lebensmittel, damit es später keine böse Überraschung gibt.
  • Wenn möglich, sollte der Caravan auf Kurbelstützen und/oder auf Böcken am Chassis stehen. Das entlastet die Reifen.
  • Entleeren Sie die Wasseranlage. Denken Sie dabei an die Leitungen und an die Therme. So vermeiden Sie Frostschäden.
  • Sollte der Anhänger in einer Halle unterkommen, müssen Sie wegen des Brandschutzes die Gasflaschen entfernen.
  • Erhöhen Sie vor längerem Abstellen unter Berücksichtigung des Maximaldrucks den Reifendruck.
  • Wenn möglich, entnehmen Sie die Bordbatterie, lagern diese bei Zimmertemperatur und laden sie am 230-Volt-Netz.
  • Sobald der Caravan auf Stützen steht, lösen Sie die Handbremse. Das verhindert, dass diese über den Winter einrostet.

Weitere Tipps, wie man den Caravan am besten auf den Winter vorbereitet, finden Sie hier.

Beim Parken im öffentlichen Raum ist Rücksicht geboten

Winter-Abstellplätze Caravan
Philip Teleu
Andere wiederum haben den Stellplatz vor oder neben ihrem Haus. In der eigenen Einfahrt dürfte der Caravan am wenigsten stören, denn wer ...

Viele stellen ihre Fahrzeuge aus Bequemlichkeit auch direkt vor der Haustür ab – nicht immer vor der eigenen. Dass das mancherorts zu Reibungen führt, überrascht nicht. Auf unsere Nachfrage in den Stadtämtern und bei den Bußgeldstellen von beispielsweise Berlin, Hamburg, Stuttgart und München bestätigt sich die Vermutung, das erhöhte Vorkommen der Freizeitfahrzeuge führe zu mehr Ärger, aber mehr nicht. Noch nicht, mag man meinen. Der CIVD sieht hier auf Nachfrage zumindest Potenzial für Schwierigkeiten. Konkrete Zahlen, ob die Beschwerden der BürgerInnen wegen unglücklich abgestellter Wohnwagen zugenommen haben, liefern die Städte nur unzureichend. Der Redaktion sind jedoch Fälle bekannt, wo Parkstreifen, auf denen Reisemobile und Wohnwagen zunächst legal abgestellt werden durften, inzwischen ausschließlich zur Pkw-Nutzung umgewidmet wurden.

Generell ist das Parken von Wohnanhängern im öffentlichen Raum, wenn nicht anders ausgewiesen, jedoch erlaubt. Im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVO) werden Urlaubsfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen als Pkw behandelt. In diesem Sinne dürfen solche motorbetriebene Fahrzeuge laut Gesetz ohne zeitliche Einschränkung abgestellt werden – sofern keine Beeinträchtigungen des Verkehrs vorliegen. Für Caravans hingegen gilt eine zeitliche Parkbegrenzung von zwei Wochen, die sich auch durch leichtes Versetzen des Gespanns nicht einfach verlängert. Vielmehr sollte der Wohnwagen den Parkplatz für eine Weile frei machen, ehe er wieder besetzt werden kann. Konkrete Zeitangaben macht der Gesetzgeber hier keine.

Parken im Rechtssinne ist die Teilnahme am ruhenden Verkehr. Daraus folgt, dass ein geparktes Fahrzeug fahrbereit sein und in jedem Moment am fließenden Verkehr teilnehmen können muss. Das gilt aber nicht bei abgemeldeten Fahrzeugen, die so unerlaubt am ruhenden Verkehr teilnehmen würden. Unzulässig ist zudem laut StVO auch das Abstellen vor Ein- und Ausfahrten auf schmalen Straßen, da stets gewährleistet sein muss, dass Fahrzeuge mit herkömmlicher Breite vorbeikommen. Genau definiert der Gesetzgeber hier nicht. Als Faustregel gilt eine verbleibende Durchfahrtsbreite von 3,05 Metern. Der Wert ergibt sich aus der zulässigen Höchstbreite eines Kraftfahrzeugs oder Anhängers von 2,55 Metern plus die jeweiligen Mindestabstände von 0,25 Metern.

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Philip Teleu
Wird der Wohnwagen über einen längeren Zeitraum der Witterung ausgesetzt, sind Schutzvorrichtungen wie eine Deichselhaube oder Folien für den Aufbau empfehlenswert.

Generell ist beim Parken im öffentlichen Raum Rücksicht geboten. Wer einen großen Caravan abstellt, sollte dies nicht direkt vor dem Wohnzimmerfenster seines Nachbarn tun. Weitere Parkverbote gelten an engen und unübersichtlichen Straßenstellen, in scharfen Kurven, auf Ein- und Ausfädelungsstreifen, auf Bahnübergängen, auf Fußgängerwegen, an abgesenkten Bordsteinen und vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten.

Hallen, Parkplätze oder Garagen als Alternative zum Straßenrand

Das Problem, einen geeigneten Stellplatz zu finden, haben CaravanbesitzerInnen mit BesitzerInnen von Reisemobilen gemein. LeserInnen unseres Schwestermagazins promobil wurden unlängst zum Abstellplatz-Thema befragt. Allgemeiner Tenor der Leserschaft: Jeder, der sich ein Wohnmobil anschafft, sollte im Vorfeld für einen geeigneten Abstellplatz sorgen. Vielleicht lässt sich das Problem direkt beim Kauf lösen, denn mancher Händler verfügt über Abstellmöglichkeiten. Die Unterbringung des Fahrzeugs lässt sich so vielleicht direkt in den Kauf einbeziehen.

Nur wenige UmfrageteilnehmerInnen sehen im Abstellen auf der Straße eine Dauerlösung. Eine Alternative zum Stellplatz vor der Tür ist das Ausweichen auf größere Parkplätze, Garagen oder Abstellhallen. Viele LeserInnen berichten von Stellplätzen in der Nachbarschaft, für die sie bereit sind, bis zu 50 Euro zu zahlen. Einhelliger Wunsch ist die Nähe zum Fahrzeug und dass das Mobil durchgehend zugänglich ist. Ein Leser schreibt, sein Urlaubsgefährt müsse ganzjährig und zu Fuß erreichbar sowie gut einsehbar sein, denn es sei immer etwas am Fahrzeug zu tun.

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Ingolf Pompe
Am besten sind die Fahrzeuge in einer Halle untergebracht.

Doch nicht alle finden einen Abstellplatz um die Ecke. Wer heute sucht, begegnet einem vollkommen überlaufenen Markt, bei dem Schnäppchen eher die Seltenheit sind. Bei Wolfgang Ostertag beispielsweise klingelt täglich das Telefon mit der Frage, ob er in einer seiner Hallen noch ein Plätzchen übrig hat für einen Caravan, ein Mobil, ein Boot oder einen Oldtimer. Bei ihm stehen die rollenden Schätze geschützt vor der Witterung, es gibt Strom, und wer will, kann vor der Tür einen Stellplatz mit Sanitäranlage und Entsorgungsstation nutzen.

Doch Ostertag, der auf seinem Hof zwölf Kilometer nördlich von Schwäbisch Hall rund 120 Fahrzeuge einlagert, muss den vielen InteressentInnen schon seit Langem absagen. Seine Warteliste wird immer länger. 80 Euro pro Monat nimmt er für einen sieben Meter langen Parkplatz, 100 Euro sind es für die Zehn-Meter-Parklücke. Eigentlich sei er zu billig, meint Ostertag. Kein Wunder bei der Nachfrage. Erhöhen möchte er dennoch nicht, da er die vielen MieterInnen, die schon vor dem Camping-Hype zu ihm kamen, nicht verschrecken möchte. Auch wenn er sich vor neuen KundInnen kaum retten könnte.

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hoebel-immo
Vor der Witterung geschützt ist das Urlaubsgefährt in einer Garage. Auch hier gibt es zahlreiche Garagenparks. Viele davon sind jedoch ausgebucht.

Andernorts sieht es ähnlich aus, denn auch dort sind viele Wohnmobilparks und Stellplätze ausgebucht. Trotzdem lohnt die Recherche im Internet, auch wenn sie in der Regel länger dauert. Der Traum von der unmittelbaren Nähe zum eigenen Caravan dürfte aber für die meisten schnell der Ernüchterung weichen. Wolfgang Ostertag, dessen Hallen im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs in Untermünkheim stehen, hat KundInnen aus Stuttgart, München oder gar Leipzig, die teils bis zu 400 Kilometer zu ihrem zwischengelagerten Fahrzeug fahren. Manche, so erzählt er, kommen nahezu jedes Wochenende. Dann fahren sie ihren Anhänger aus der Halle, parken auf dem Stellplatz davor und verbringen ihre Zeit im Campingstuhl bei ihm auf dem Gelände. Das Wochenendhäuschen mal anders.

Wie teuer sind Abstellplätze für Caravans?

Auf dem Abstellplatzmarkt angeboten werden Plätze unter freiem Himmel, überdacht (beispielsweise unter Paneelen in Solarparks oder in Carports) oder gänzlich umbaut in Garagen oder Hallen. Dabei reicht die Bandbreite von komfortabel über zweckdienlich bis zu spartanisch. Um die Marktlage zu überblicken, suchen wir exemplarisch für drei Wohnwagen unterschiedlicher Größen (Eriba Touring 310, Fendt Saphir 515 SG und Dethleffs Beduin Scandinavia 670 BET) nach einem Unterschlupf. Hilfe leistet uns dabei das Portal www.womoflex.com.

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CARAVANING
So teuer ist ein Abstellplatz für unsere Dauertester. Die Preise in der Karte ergeben sich durch die Recherche auf www.womoflex.com, wo sich bundesweit Stellplatz-Anbieter präsentieren. Während vielerorts Außenstellplätze einheitlich kosten, gibt es in den Hallen Unterschiede. Am besten sind die Fahrzeuge in einer Halle untergebracht. Diese sind zwar oft teuer, dafür steckt man ...

Preisunterschiede gibt es bei der Frage, ob das Fahrzeug drinnen oder draußen steht. Außenstellplätze sind demnach mit Preisen von 25 bis 70 Euro deutlich preiswerter als Hallenplätze. 39 Euro für den kleinen Eriba sind zwar ebenfalls günstig, aber auch die Ausnahme. Im Schnitt liegen die Hallenpreise eher jenseits der 100-Euro-Marke. Regionale Preisunterschiede ergibt die Suche nicht.

Meist gehen die FahrzeugbesitzerInnen mit dem StellplatzbetreiberInnen einen klassischen Mietvertrag ein. Versichert sind die Mobile dabei gewöhnlich über die eigene Fahrzeugversicherung. Eine gesonderte Versicherung haben die wenigsten VermieterInnen. Abgemeldete Fahrzeuge sind bis 18 Monate nach Abmeldung ruheversichert, sofern der Anhänger auf einem umfriedeten Grundstück abgestellt wurde.

Stellplatz mit oder ohne Strom, drinnen oder draußen?

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Ulrich Kohstall
Oft findet man Außenstellplätze zum Überwintern. Wichtig ist dabei ein fester Untergrund. Wiesenflächen sind eher schlecht für den Caravan.

Wer einen Stellplatz sucht, sollte vorab wissen, mit welchen Kompromissen er bei der Unterbringung des Caravans am besten klarkommt. Längst nicht alle bieten ihren KundInnen wie Ostertag einen autarken Hallenzugang via Chipkarte. Bei einigen Anbietern muss vorab Personal informiert werden, das einem den Zugang zum Fahrzeug verschafft. Den Anbietern nach kann so die Sicherheit für die KundInnen und deren Fahrzeuge am besten gewährleistet werden. Bei anderen HallenbesitzerInnen erhält man gegen eine Kaution einen Schlüssel zum Gelände oder zur Halle. In manchen Hallen gibt es zudem Strom.

Plätze im Freien bieten diesen wichtigen Zusatz selten. Dabei ist es gerade bei längeren Standzeiten durchaus nützlich, den Wohnwagen an Landstrom anschließen zu können, damit die Batterie sich nicht entlädt und kaputt geht. Wichtig ist auch der richtige Untergrund. Wiesenflächen sind generell schlechter als versiegelte Flächen, da hier hochkommende Feuchtigkeit dem Fahrzeug auf Dauer schadet. Caravans, die in einer Halle oder Garage untergebracht sind, verschleißen so deutlich langsamer. Der richtige Abstellplatz dient somit auch dem Werterhalt der Mobile.

Um den geeigneten Stellplatz zu finden, kann auch ein bisschen Vitamin B nicht schaden. Über Flurfunk ergibt sich so ein Kontakt zum benachbarten Bauern, der noch einen Scheunenplatz frei hat oder auf dessen Hof die rollenden Domizile unterkommen können.

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Rolf Donauer
Eine eigene Garage hat sich promobil-Leser Ralf Donauer gebaut. Das kostet nicht nur Geld, sondern Ausdauer.

Mit etwas Kleingeld ist auch ein eigener Carport oder eine eigene Garage am Haus eine Parkalternative. Neben den Kosten für ein solches Bauvorhaben steht dann auch der Weg zum Bauamt an, denn für die Errichtung eines Unterstellplatzes bedarf es der baulichen Genehmigung seitens der Stadt beziehungsweise Gemeinde. Gleiches gilt entsprechend für den Bau einer großen Halle, in der mehrere Fahrzeuge unterkommen sollen. Auch hier sind der Bebauungsplan, die Landes-Bauverordnung und der Brandschutz zu berücksichtigen.

Viele Abstellhallen hierzulande hatten ursprünglich einen anderen Zweck. Michael Haberstroh aus Wurmlingen bei Singen erzählt uns, dass seine Halle ursprünglich als Lager diente. Heute parken hier rund 80 Reisemobile, Wohnwagen und Boote. Dafür musste lediglich der Verwendungszweck beim Landratsamt geändert werden. Behördliche Stolpersteine wurden ihm nicht in den Weg gelegt. Besonders erwähnt Haberstroh den Brandschutz, der in erster Linie versicherungstechnische Gründe hat. Generell gilt: keine Gasflaschen im Fahrzeug beziehungsweise in der Halle. Außerdem muss Haberstroh in seiner Halle alle 15 Meter einen Feuerlöscher platzieren. Um im Notfall reagieren zu können, hat er zudem von jedem in seiner Halle abgestellten Fahrzeug den Schlüssel parat.

Checkliste für den Abstellplatz

  • Achten Sie bei der Stellplatzsuche nicht nur auf die Maße des Parkplatzes, sondern auch auf die Ausmaße der Zufahrt (Höhe des Eingangstors, umständliche Anfahrt auf dem Gelände). Das erspart manchen Ärger bereits vor Urlaubsbeginn.
  • Wer spontan in den Campingurlaub aufbrechen möchte, sollte sich, wenn möglich, einen Abstellplatz in der Nachbarschaft suchen.
  • Wenn Ihr Caravan auf einem Außenplatz steht, achten Sie darauf, dass das Gelände eingefriedet beziehungsweise umzäunt ist.
  • Vermeiden Sie Sonneneinstrahlung und stehende Hitze am Stellplatz, denn die Wärme führt dazu, dass die Dichtungen an den Fahrzeugtüren und -öffnungen spröde und rissig werden.
  • Achten Sie bei Ihrem Stellplatz auf den Untergrund. Besonders Wiesenflächen können dem Wohnwagen auf Dauer schaden. Fester Boden ist da zu bevorzugen. In den meisten Abstellhallen findet man daher Asphaltboden oder Pflastersteine vor.
  • Nicht allen ist der autarke Zugang zum Fahrzeug wichtig. Falls doch, vergewissern Sie sich, dass Sie auch ohne die Mithilfe Dritter an Ihren Anhänger kommen. Manchmal erhält man eine Chipkarte oder gegen Kaution einen Schlüssel für das Zugangstor.
  • Fragen Sie nach einem Stromanschluss am Stellplatz. Steht das Fahrzeug über einen längeren Zeitraum, entlädt sich die Bordbatterie, und sie droht kaputtzugehen. Mit Landstrom können Sie dem entgegenwirken.
  • Klären Sie vorab, welche Instandsetzungen und Arbeiten Sie auf dem Stellplatz am Caravan durchführen dürfen. Vielen Hallenbesitzern ist es beispielsweise unrecht, wenn Sie den Anhänger am Standort säubern.
  • Lassen Sie am besten keine Speisen im Fahrzeug zurück, und verschließen Sie sämtliche Öffnungen. Selbst in mit Toren verschlossenen Abstellhallen gelangen Mäuse und kleine Vögel schnell ins Innere. Denn bei hoher Frequentierung lässt sich die Halle nicht durchgehend geschlossen halten.

CIVD bereits im Gespräch für mehr überdachte Abstellplätze

Winter-Abstellplätze Caravan
Philip Teleu
Winterquartiere auf einem Hinterhof gibt es bereits für wenig Geld. Hier muss man aber meistens mit Wiesenflächen vorliebnehmen.

Auch wenn sich mit dem Boom der Campingbranche immer mehr FahrzeugbesitzerInnen den Platz auf den Straßen teilen müssen, lässt sich abschließend noch kein wirkliches Problem in Deutschland beschreiben. Noch sind Konflikte zwischen CaravanbesitzerInnen und der Nachbarschaft Einzelfälle.

Dennoch hat der CIVD die größer werdende Lücke an Abstellmöglichkeiten in manchen Städten und Gemeinden laut eigener Aussage erkannt. Dahingehend sollen in naher Zukunft Lösungsvorschläge präsentiert werden. Konkretes lässt sich aber noch nicht vermelden. Nur so viel: Aktuell ist der Verband in Gesprächen mit einer Firma, die in größerem Stil bundesweit Hallenkapazitäten sucht beziehungsweise Industriebrachen für Hallenplätze nutzt. Was das genau heißt, bleibt abzuwarten. Vielleicht ist sind wir im kommenden Jahr schlauer, denn eventuell wird der CIVD bereits auf der CMT in Stuttgart dazu etwas vorstellen. Wie das dann aussieht, wird sich zeigen.

Fazit

Wer besitzt, hat Pflichten – Nicht jeder, der sich einen Caravan anschafft, kümmert sich im Vorfeld um einen Stellplatz. Gerade jetzt, wo Camping viele Neulinge anlockt, ist deren Drang nach Freiheit größer als die Sorgen vor ungelösten Parkproblemen. Noch sind Streitereien selten, auch wenn es in einigen Städten und Gemeinden Meinungsverschiedenheiten wegen weißer geparkter Wände gibt. Damit das so bleibt, ist es ratsam, auf unsere LeserInnen zu hören und sich vor dem Fahrzeugkauf um einen Stellplatz zu kümmern. Dass dabei über kurz oder lang auch Städte und Gemeinden reagieren müssen, ist zwar richtig. Aber es ist auch die Pflicht jedes einzelnen Wohnwagenbesitzers.

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