Campingreise zum sibirischen Baikalsee

Campingurlaub in Jurten und Zelten in Sibirien

Camping am Baikalsee Foto: Luitpold Leeb 7 Bilder

Camping in Russland? Warum eigentlich nicht? Der Baikalsee lädt zu Entdeckungstouren ein. Jurten und Zelte im Nationalpark versprechen Urlaubserlebnisse der ganz anderen Art.

Die Sowjetunion ist schon lange verschwunden, aber dieser Leninkopf kann immer noch beeindrucken: 42 Tonnen schwer und knapp acht Meter hoch ist das kuriose Monument inmitten von Ulan Ude, der Hauptstadt Burjatiens. Was nur beweist, dass hier im fernen Osten Sibiriens manche Dinge etwas anders sind. Weil die dort lebenden Burjaten überwiegend buddhistisch sind, gibt es in der Nähe auch den Tempelbezirk von Iwolginski Dazan – das größte buddhistische Kloster in Russland.

Camping am Baikalsee Foto: Luitpold Leeb
Einladend: Auf ausgewiesenen Zeltplätzen im Nationalpark findet man häufig überdachte Tische und Bänke fürs Picknick.

Juwel von Burjatien

Das Juwel der Republik Burjatien ist jedoch der Baikalsee, der auch als die Perle Sibiriens bezeichnet wird. Schon die Daten sind beeindruckend: Der mit über 1600 Metern tiefste See der Erde ist fast 700 Kilometer lang und bildet somit ein Fünftel aller flüssigen Süßwasserreserven des Planeten. Berühmt ist das Gewässer für seine bizarren Eisskulpturen, die hier im Winter entstehen, wenn die Temperaturen unter minus 40 Grad sinken. Was nun überhaupt nicht dazu einlädt, hier sein Zelt aufzuschlagen. Also besser im Sommer kommen, wenn angenehme Temperaturen herrschen.

Zelten an ausgewiesenen Stellen

Beim ersten Blick über den See hat man eher den Eindruck, am Ufer eines Meeres zu stehen, dehnt sich die Wasserfläche doch bis zum Horizont. Auch sollte man sein Zelt nicht in unmittelbarer Ufernähe aufschlagen (was an etlichen ausgewiesenen Stellen in den Nationalparks möglich wäre), denn wenn der Wind über den See peitscht, erreichen die Wellen schon mal eine Höhe von mehr als einem Meter und können richtig ungemütlich werden. Aber wenn man, wie hier üblich, die Geister mit ein paar Spritzern Tee und einem Schluck Wodka besänftigt, dann erlebt man den See in seiner majestätischen Ruhe.

Camping am Baikalsee Foto: Luitpold Leeb
Lohnend: Anstrengender Aufstieg zur Heiligen Nase, wo man erst so richtig ahnt, wie riesig der Baikalsee tatsächlich ist.

Einen kleinen Eindruck von der Größe des Baikalsees bekommt man bei einer Wanderung auf der am Ostufer gelegenen, bergigen Halbinsel, Svatoj Nos, der „Heiligen Nase“. Okay, die Tour über rund 1400 Höhenmeter ist anstrengend, festes Schuhwerk obligatorisch, aber oben angekommen hat man einen fantastischen Rundblick über den glitzernden See, die Landzunge der Halbinsel und die weitere Umgebung des Zabaikalskij-Nationalparks.

Danach hat man etwas Abwechslung verdient und kann einen Bootsausflug zu den heißen Quellen der Schlangenbucht, der Buchta Smenaja, unternehmen. Während der rund eineinhalbstündigen Bootsfahrt bekommt man immer wieder tolle Ausblicke auf steile Felsblöcke, Adler und große Vogelschwärme. Wer ganz großes Glück hat, wird vielleicht auch eine der scheuen Baikalrobben erspähen, die man nur im Baikalsee findet und die als einzige Robbenart ausschließlich im Süßwasser leben. Danach lässt es sich – gerade an kühleren Tagen – sehr gut in den nahen schwefelhaltigen Quellen baden, die Temperaturen von bis zu 40 Grad erreichen.

Übernachtung in traditionellen Jurten

Ein Campingerlebnis der ganz anderen Art wartet in Turka, das an der Mündung des gleichnamigen Flusses südlich vom Baikelsee gelegen ist. Hier hat man ein bizarr anmutendes Strandparadies angelegt, inklusive leicht italienisch angehauchtem Leuchtturm und einer Strandpromenade. Und wer Lust hat, kann genau hier campen wie die Einheimischen und sich eine Original-Jurte mieten, die man hier ganz zentral aufgestellt hat – inklusive Free WiFi.

Camping am Baikalsee Foto: Luitpold Leeb
Gemütlich: Die Miet-Jurten sind mit richtigen Betten ausgestattet und können sogar beheizt werden.

Reise-Info

Über Irkutsk gelangt man mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Ulan Ude, der Hauptstadt Burjatiens, die nahe des Baikalsees liegt. Speziell an Orten mit touristischer Infrastruktur (wie etwa auf der Insel Olchon) gibt es auch ein gutes Dutzend Campingplätze. Ein besonderes Naturerlebnis verspricht das Zelten im Zabaikalsky-Nationalpark, wo das Campen an ausgewiesenen Stellen erlaubt ist (Permit 100 Rubel pro Person/Tag, Zelten inkl. WC ca. 300 Rubel/Tag).

Für Ausflüge und Exkursionen am Baikalsee, in Ulan Ude und Umgebung empfiehlt sich die deutschsprachige Travel Agency Zabaikalom, die auch bei der Visumsbeschaffung behilflich sein kann.
Info: www.zabaikalom.com

Neues Heft
Top Aktuell Alcazar de Sevilla Die 5 schönsten Drehorte von Game of Thrones Wohnwagen-Reise an die schönsten GoT-Drehorte
Beliebte Artikel Baumzelt Praxistest im Baumzelt Über Nacht im Tentsile Connect Campingplatz Lago di Levico Camping-Tour ins Trentino Beeindruckende Bergwelt und wunderschöne Seen
auto motor und sport Drako GTE Drako GTE Viersitziges Supercar mit 1.200 PS Erlkönig Ford Baby Bronco Ford Timberline/Maverick 2020 Baby Bronco erstmals erwischt
Anzeige
promobil Truma Combi E Heizung Heat Hybrid Flexibel heizen Porsche Tempo Mikafa Sport Camper Tempo Mikafa Sport Camper (1955) Seltenes Oldtimer-Wohnmobil mit Porsche-Herz