Mit dem Caravan an den Bodensee

Camping am "Schwäbischen Meer"

Camping am Bodensee Foto: Joachim Negwer 25 Bilder

Kreuz und quer durch Weinberge radeln, mit einem Glas Wein am Strand sitzen oder mitten durch einen Urwald wandern: Ein Urlaub Am Bodensee hat Genuss-Potenzial.

Was für ein herrlicher Sommerabend. Die Sonne macht sich langsam zum Untergehen bereit, eine warme Brise weht übers Wasser. Auf der Restaurant-Terrasse sind alle Plätze längst besetzt. Zum Glück gibt es direkt am Strand ein paar Bänke und ein paar rustikale Holztische. Wir sitzen auf einem der vielen Baumstämme, die umgestürzt am Strand liegen, die Füße im Sand, das Wasser zum Greifen nah. Ein Teller Maultaschen balanciert auf dem Schoß, das Glas eiskalter Rosé steht daneben auf dem Boden. Irgendwo spielt einer Gitarre, die untergehende Sonne verwandelt die zwei Palmen am Strand zum Scherenschnitt. Musik und Leichtigkeit liegen in der Luft.

Camping am Bodensee Foto: Joachim Negwer

Wo sind wir? Auf Key West, Florida? Wo jeden Abend Hunderte von Menschen den Sunset zelebrieren? Ja, das fühlt sich fast so an – aber wir sind am Bodensee, genauer: am Strand vom Campingplatz Sandseele auf der Insel Reichenau. Auch hierher sind viele gekommen, auch hier ist der Sonnenuntergang eine Zeremonie an jedem schönen Sommerabend. Und wenn die Sonne dann hinter der Halbinsel Höri in glühendem Rot versinkt, klatscht einer leise, es wird kurz ganz ruhig, nur ein paar Gläser klirren – und alle stoßen an. Da ist er wieder, einer dieser magischen Augenblicke, die wir rund um den Bodensee gesucht und vielfach auch gefunden haben.

Start der Tour ist die Insel Reichenau

Die Reichenau ist ein guter Startpunkt für eine solche Tour. Irgendwie war die Insel ja schon immer bedeutend. Anfang des 8. Jahrhunderts entstand hier ein Benediktinerkloster, das in den folgenden 300 Jahren zu einem der kulturellen Zentren des Abendlands wurde. Heute ist an dieser Insel aber auch bedeutend, dass sie so charmant und leise geblieben ist, trotz des großen Tourismus, der am Bodensee im Sommer manchmal zu viel werden kann.

Das beste Fortbewegungsmittel? Für uns eindeutig das Fahrrad, das gilt eigentlich für den gesamten Bodensee: Die Radwege sind alle gut ausgeschildert und verlaufen fast immer abseits der großen Verkehrswege. Am Bodensee kann man einfach losradeln von einem der vielen Campingplätze, die es rund um den See gibt. Und wenn man müde ist, nimmt man einfach das Schiff für den Rückweg oder für eine Abkürzung quer über den See.

Campingplatz-Tipp Schloss Kirchberg/Bodensee
Direkt am Strandbad Hagnau in Immenstaad

Auf der Suche nach den magischen Momenten landen wir auf der Insel Mainau und versinken in Blütenpracht. Auf der Halbinsel Höri folgen wir den Spuren von Hermann Hesse und Otto Dix. Wir radeln durch die Weinberge von Hagnau und Meersburg. Und auch die Pfahlbauten in Unteruhldingen und die schöne Barockkirche von Birnau sind Ziele einer Tour – und alle sind sie für einen magischen Glücksmoment wirklich bestens geeignet.

Szenenwechsel zum anderen Ende des Bodensees, ans österreichische Ufer: In Bregenz legen wir einen Kultur-Tag ein, besuchen das KUB, das örtliche Kunsthaus, das immer großartige Ausstellungen hat und schon wegen seiner puristischen Architektur von Stararchitekt Peter Zumthor einen Besuch wert ist. Man kann im Sommer zu den Bregenzer Festspielen gehen (und sollte lang vorher eine Karte reserviert haben) und einen Ausflug auf den Pfänder machen. Vom Bregenzer Hausberg aus hat man einen herrlichen Ausblick über die Stadt und den See.

Camping am Bodensee Foto: Joachim Negwer

Von Bregenz aus brechen wir einen Tag später zu unserer schönsten Natur-Radtour auf. Es geht von der Landeshauptstadt Vorarlbergs in Richtung Schweiz. In Hard kann man den Alpenrhein auf seinen letzten Kilometern in den See auf dem Rheindamm begleiten. Vorbei an angeschwemmtem Holz, den lärmenden Schwimmbaggern, die permanent den Kies rausholen, den der Rhein so mit sich gebracht hat, und den vielen Vögeln, die sich hier wohl fühlen, weil im Rheindelta das ganze Bodenseeufer unter Naturschutz steht. Weiter geht’s dann entlang der Fußacher Bucht und durchs Rheinholz auf der Halbinsel Rheinspitz, quer durch den wilden Auwald, einen veritablen Urwald. 330 Vogelarten haben Biologen dort gezählt, 160 Wildbienen- und etwa 600 Pflanzenarten. Am Ende wird der Wald erst zur Wiese, dann erreicht man den Strand, an dem es sogar Grillstellen gibt. Hierher kommt man nur zu Fuß oder mit dem Rad, und genau darum ist es an diesen naturbelassenen Kieselstränden des Bodensees selbst an schönen Sommertagen nicht allzu voll.

Der Weg führt weiter durch Wald und Wiesen und dann bald über die Schweizer Grenze. In Romanshorn trinken wir einen Kaffee, steigen später aufs Schiff und fahren über den See nach Kressbronn und anschließend zurück nach Bregenz. Dort endlich hüpfen wir dann hinein ins Wasser. Auch wieder so ein magischer Glücksmoment – und ein guter Abschluss für einen perfekten Rad-Tag am Bodensee.

Fernradweg: Drei Länder in fünf Tagen

Camping am Bodensee Foto: Joachim Negwer

Zwischen Wasser und Wein: Die Radwege am Bodensee sind in der Regel sehr gut und auch bestens ausgeschildert. Auf dem berühmten Bodensee-Radweg radelt man rund um den See. Meist ganz nah am deutschen, österreichischen und am Schweizer Ufer. Man kann sich dafür fünf Tage Zeit nehmen, Super-Sportliche sollen es an einem einzigen Tag schaffen. Nachteil: Er ist so beliebt, dass an sonnigen Sommertagen wahnsinnig viel los ist, manchmal so viel, dass es nervt. Aber es gibt viele Alternativen. Zum Beispiel: „Die Höri in vier Gängen“, so heißt eine Radtour, bei der man die schöne Halbinsel auf der leisen Seite des Bodensees kennenlernt und vier tolle Restaurants mit ihren Spezialitäten. Mehr Informationen unter www.gaienhofen.de oder www.bodensee.eu

Insel-Gemüse

Camping am Bodensee Foto: Joachim Negwer

Frischer geht’s kaum. Eigentlich ist die Insel Reichenau vor allem für ihr Kloster bekannt. Doch auch kulinarisch hat das Eiland viel zu bieten, zum Beispiel 14 000 Tonnen frisches Gemüse jährlich. Mehr als 80 kleine Familienbetriebe bauen auf der Insel mitten im Bodensee von Schnittlauch und Petersilie bis zu Blumenkohl und Gewächshausgurken alles an, was das Herz begehrt. Wer von dem Gemüse kosten möchte, kann sich auf dem Insel-Markt oder in ausgewählten Läden eindecken – Obst und Gemüse sind garantiert immer knackig, frisch und gesund. www.reichenaugemuese.de

Sechs schöne Orte rund um den Bodensee

Quirlige Städte wie Bregenz und Konstanz, Naturschönheit à la Reichenau oder das Künstlerdorf Gaienhofen auf der Halbinsel Höri – sechs Orte, die Sie während einer Tour um den Bodensee unbedingt ansteuern sollten.

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Top 10 Campingplätze in Deutschland

1. Reichenau Seit 2000 zählt die größte Insel im Bodensee mit ihrem Kloster zum Unesco-Welterbe. Bereits die Römer besiedelten dieses Eiland, heute leben dort mehr als 3000 Menschen. Über den Reichenauer Damm ist die Reichenau mit dem Festland verbunden – dort liegen auch die restlichen Teile der Gemeinde. www.reichenau.de

2. Gaienhofen Auf der Süd-Ostseite der Halbinsel Höri am Untersee liegt diese Gemeinde gegenüber der Insel Reichenau und nahe der Schweizer Gemeinde. Viele Kreative waren und sind vor Ort daheim, so lebte Hermann Hesse hier mit seiner Frau. Sein ehemaliges Haus ist heute Teil des Hermann-Hesse-Höri-Museums. www.gaienhofen.de

3. Konstanz Als größte Stadt am Bodensee ist Konstanz mit der Schweizer Nachbargemeinde Kreuzlingen zusammengewachsen, die Staatsgrenze verläuft mitten zwischen Häusern und Straßen hindurch. Zu den Wahrzeichen zählt die Imperia, eine markante Statue an der Hafeneinfahrt, zudem gibt es viele gute Museen. www.konstanz-tourismus.de

4. Meersburg Diese Weinstadt zwischen Friedrichshafen und Überlingen ist bekannt für ihre idyllische Uferpromenade und die vielen kleinen, gemütlichen Restaurants. Meersburg ist durch das milde Bodenseeklima und durch viele sonnige, nach Süden gerichtete Hänge für den Weinbau geradezu prädestiniert – und das schmeckt man. www.meersburg.de

5. Lindau Bis 1803 eine freie Reichsstadt, liegt Lindau am östlichen Ufer des Bodensees. Highlight in der unter Denkmalschutz stehenden historischen Altstadt ist das prächtige Rathaus (erbaut 1422–1436) an der Maximilianstraße. An der zwölf Kilometer langen Bodenseepromenade kann man wunderbar flanieren. www.lindau.de

6. Bregenz Die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslands Vorarlberg ist für ihre prächtigen Festspiele bekannt. Zudem gibt es hier viele Museen, etwa das am Kornmarkt gelegene Vorarlberg Museum oder das Kunsthaus Bregenz, das zu den bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Europa zählt. www.bregenz.travel

Campingplätze und Infos

A–6900 Bregenz: Camping Mexico
Naturnaher Platz mit Fokus auf den Umweltschutz. Am Bodensee-Radweg gelegenes Wiesengelände mit verschiedenen Bäumen. Ausgezeichnet mit dem Ecocamping-Umweltmanagement-Siegel. Solarenergie für die Warmwasseraufbereitung, biologisch verträgliche Reinigungsmittel und Verkauf von ökologisch vertretbaren Lebensmitteln. 0,6 ha mit 38 Touristenplätzen und wenigen Dauercampern. Geöffnet Anfang Mai bis Ende September. Preisgruppe 5*.
Standort: Hechtweg 4, GPS 47°30’15”N, 09°42’46”E, Telefon 0043/6607039430

78465 Dingelsdorf: Camping Klausenhorn
Komfortabler Vier-Sterne-Campingplatz am Bodensee-Radweg. Durch Buschreihen gegliedertes, ebenes Wiesengelände mit verschiedenen Bäumen. Teils gekieste Stellplätze. Für Campingplatzgäste freier Eintritt in das Strandbad. E-Bike-Verleih sowie Massagemöglichkeiten und Yogakurse auf dem Gelände. Platzeigener Holzbackofen. 3,8 ha mit 180 Touristenplätzen, 60 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Ende März bis Anfang Oktober geöffnet. Preisgruppe 5*.
Standort: Hornwiesenstraße 40/42, GPS 47°44’46”N, 09°08’51”E, Telefon 07533/6372

A–6972 Fußach: Camping Salzmann Rohrspitz
Solider Platz auf zwei ebenen Wiesen mit Laub- und Nadelbäumen. In einem Naturschutzgebiet gelegen. Geführte Wander- und Radtouren sowie Massageangebot am Platz. 2,5 ha mit 45 Touristenplätzen, von Dauercampern geprägt. Geöffnet von Anfang April bis Mitte Oktober. Preisgruppe 4*.
Standort: Rohr 1, GPS 47°29’51”N, 09°37’52”E, Telefon 0043/557875708

78343 Gaienhofen-Horn: Campingplatz Horn
Top-Platz auf dem Gelände der Gemeinde. Ebenes, teils leicht geneigtes Wiesengelände, unterteilt durch Hecken und Bäume. Strandbad mit Liegewiese, Seerestaurant mit Terrasse, Campingkirche, Kinderzirkus, Kiosk, Minigolf, Beach-Volleyball, Bodensee-Segelcamp sowie ein Fahrrad- und E-Bike-Verleih am Platz. 6 ha mit 155 Touristenplätzen, 100 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Geöffnet von Mitte April bis Anfang Oktober. Preisgruppe 3*.
Standort: Strandweg 3, GPS 47°41’19”N, 08°59’39”E, Telefon 07735/685

88709 Hagnau: Camping Alpenblick
Solide ausgestatteter, zweigeteilter Campingplatz direkt am Bodensee. Platzabschnitt am Wasser stark geneigt, oberer Platzteil größtenteils eben. Kiesstrand mit großer Liegewiese sowie ein Kinderspielplatz am Strandbad. Etwa 5 Gehminuten vom Ortskern von Hagnau entfernt. Obst- und Weinwanderwege in der Nähe. 2,3 ha mit 55 Touristenplätzen, von Dauercampern geprägt. Anfang April bis Ende Oktober geöffnet. Preisgruppe 3*.
Standort: Strandbadstraße 13, GPS 47°40’20”N, 09°19’38”E, Telefon 07532/495760

88090 Immenstaad: Campingplatz Schloss Kirchberg
Gemütlicher Platz mit Blick über den See. Durch Büsche und Bäume gegliedertes, terrassiertes Wiesengelände. Am Nordufer des Bodensees, mit eigenem Badestrand und Liegewiese. 7,5 ha mit 110 Touristenplätzen, 223 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Geöffnet Ende März bis Mitte Oktober. Preisgruppe 2*.
Standort: Schloss Kirchberg 1, GPS 47°40’12”N, 09°19’52”E, Telefon 07545/6413

78464 Konstanz-Staad: Campingplatz Bruderhofer
Einfacher und ruhiger Campingplatz mit Blick über den See. Hohe Bäume auf leicht geneigtem und gestuftem Wiesengelände. Bis zum Bodensee sind es ca. 100 Meter. 2 ha mit 60 Touristenplätzen, 45 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Anfang April bis Ende September geöffnet. Preisgruppe 3*.
Standort: Fohrenbühlweg 50, GPS 47°40’26”N, 09°12’34”E, Telefon 07531/31388

88131 Lindau: Park-Camping Lindau am See
Hervorragende Anlage zwischen See und Bahnlinie. Alter Baumbestand auf ebener Wiese, stellenweise mit Blick auf den See. Standplätze teils gekiest und geschottert. Kiesstrand mit Liegewiese, Spielplatz und Kinderbetreuung. 5 ha mit 210 Touristen- plätzen und 60 Dauercampern. Geöffnet von Ende März bis Anfang November. Preisgruppe 5*.
Standort
: Fraunhoferstraße 20, GPS 47°32’16”N, 09°43’52”E, Telefon 08382/72236

78479 Niederzell: Insel-Campingplatz Sandseele
Gehobene Anlage in ländlicher Umgebung. Platz der Gemeinde, auf ebenem Gelände mit hohen Bäumen. Auf der Insel Reichenau gelegen, mit etwa 80 m langem und 20 m breitem Kiesstrand und Liegewiese. Verleih von Tretbooten, Kanus und Kajaks, SUP-Boards sowie Fahrrädern und E-Bikes. 3 ha mit 120 Touristenplätzen und 80 Dauercampern. Ende März bis Anfang Oktober geöffnet. Preisgruppe 4*.
Standort: Zum Sandseele 1, GPS 47°41’54”N, 09°02’40”E, Telefon 07534/7384

88690 Uhldingen: Camping Birnau-Maurach
Exklusiver Platz zwischen Straße, Bahnlinie und dem Nordufer des Bodensees. Teils leicht geneigtes Wiesengelände, teils grasdurchzogenes Kiesgelände, aufgelockert durch Laubbäume. Am Bodensee-Radweg gelegen. Verleih von E-Bikes. Yoga-Kurse am Platz. Platzeigener Strand. 4,2 ha mit 88 Touristenplätzen und 100 Dauercampern. Geöffnet Ende März bis Ende Oktober. Preisgruppe 5*.
Standort
: Birnau-Maurach 7, GPS 47°44’28”N, 09°13’35”E, Telefon 07556/6699.

Infos:
Bodensee Tourismus:
Die gut sortierte Seite der Tourismusorganisation der Vierländerregion rund um den Bodensee listet eine Vielzahl an Erlebnisangeboten, Tourenvorschlägen sowie einen ausführlichen Veranstaltungskalender auf. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.bodensee.eu/de

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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