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Campingplatz-Tipp Frankreich

Camping de Montréal

Top Seelage, dazu das gewisse Etwas: Gründe, diesen kleinen ländlichen Platz in den Blick zu rücken. Foto: Thomas Cernak, Campingplatz (2), Karte: Hallwag 10 Bilder

Top Seelage, dazu das gewisse Etwas: Der kleine ländliche Camping de Montréal in Frankreich lockt mit seiner Idylle. Auch im Landesinneren von Frankreich lässt es sich gut campen.

06.10.2017 Thomas Cernak

Die Leidenschaft fürs Campen habe er schon in frühester Jugend entdeckt, sagt Hans Geurtz, der mit seiner Frau Leoni im Limousin, ihrer Wahlheimat, Camping de Montréal betreibt. Ab dem sechsten Lebensjahr ging es mit Eltern und Großeltern mit Zelt im Gepäck regelmäßig auf große Tour. Bis 2013, dem Jahr der Übernahme des Campingplatzes, führte der Holländer als gelernter Koch mehrere Restaurants in den Niederlanden und anderswo. In Frankreich lebt das agile Paar seit mehr als 20 Jahren.

Ihm ist bewusst: Es bedarf riesiger Anstrengungen, um die Leute hierher aufs Land zu locken. Schließlich liegen Sehenswürdigkeiten wie Collonges-la-Rouge, eines der berühmten Vorzeigedörfer, und die liebenswerte Provinzhauptstadt Limoges zirka 90 beziehungsweise 40 Fahrminuten entfernt. De Montréal zeichnet vor allem seine schöne Lage an einem See aus, der zum Baden und Angeln einlädt. Und wer mal keine Lust auf das angrenzende öffentliche Strandbad hat, wählt vielleicht den platzeigenen Pool zum Relaxen.

Charmante Atmosphäre auf dem Land

Alte Verkehrsschilder als Wanddekoration in den pieksauber gehaltenen Sanitärräumen, Weinfässer als verkehrsberuhigende Elemente und diverse Flohmarktutensilien hier und da schaffen eine charmant-lässige Atmosphäre, die prima zur humorvollen Art passt, die Leoni und Hans im Umgang mit ihren Gästen auszeichnet. Und um sie auch kulinarisch zu verwöhnen, stehen die beiden Abend für Abend am Herd. Das Zelt-Restaurant mit Aussichtsterrasse liegt direkt über dem Seeufer: Jedes Mal, wenn die Sonne ihre letzten Strahlen auf das spiegelnde Wasser und die umliegenden Höhen wirft, klicken ringsum an den Tischen die Kameras.

Der Strand ist feinsandig, etwa 200 Meter lang und 20 Meter breit. Dahinter schließen sich Liegewiese und Spielplatz an. Spaziergänger und Jogger schätzen besonders den Rundweg, der stets am Schilf und teils im Schatten mächtiger Baumkronen entlangführt. Der Dorfkern mit Einkaufsmöglichkeiten krönt die Spitze eines Hügels, einen Kilometer entfernt.

Das Limousin bildet seit Januar 2016 zusammen mit Aquitanien und Poitou-Charentes die neue Region Nouvelle-Aquitaine. Das Meer ist aber dadurch nicht näher gerückt. Sehenswerte Attraktionen sind neben den eingangs erwähnten zum Beispiel das nahe gelegene Schloss Coussac-Bonneval und die Stadt Uzerche ein Stück südlich; diese thront wie eine Festung über dem Fluss Vézère.

Wehrhaft zeigt sich auch das Schloss mit seinen massiven Rundtürmen, dem Burggraben und der Zugbrücke. Drinnen gibt es kostbare Möbel, Wandteppiche und prachtvolle Deckengemälde zu bestaunen. Uzerche schrieb Geschichte, als 740 die Sarazenen nach sieben Jahren erfolgloser Belagerung abzogen – getäuscht durch eine List der hungernden Bewohner, die einen wohlgenährten Stier vors Tor führten.

Der besondere Tipp

Ein goldenes Zeitalter erlebte das Limousiner Porzellan in den Jahren um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals gab es etwa 30 Fabriken in Limoges. Bekanntester noch existierender Hersteller ist die Firma Bernardaud. Bei einer Führung durch die Werkshallen darf man alle Verarbeitungsschritte mitverfolgen – dabei ist das Anfassen ausdrücklich erlaubt. www.bernardaud.fr

Freie vizegrafschaft Turenne

Vom früheren Glanz der Burg und Stadt Turenne ganz im Süden der Region künden zum einen zwei Türme, zum anderen einige herrschaftliche Häuser im historischen Viertel zu ihren Füßen. Doch weshalb war der Ort einst so bedeutend? Man kann es sich heute kaum noch vorstellen, aber von der Burg aus wurden ab dem neunten Jahrhundert mehr als 100 Gemeinden und 1000 Dörfer regiert. Die mächtige Vizegrafschaft verfügte über eine eigene Währung und unterlag nicht der Abgabepflicht an den König. Dieser Sonderstatus währte immerhin über 800 Jahre und endete abrupt 1738: Der Vizegraf Charles-Godefroy konnte nicht haushalten und hatte alles Geld verspielt, worauf er notgedrungen das Gebiet an Ludwig XV. verschachern musste. www.correze-tourismus.de

Adresse: Rue du Petit Moulin, 87380 Saint-Germain- les-Belles, Frankreich, Telefon 00 33/5 55 71 86 20, E-Mail contact@campingdemontreal.com, www.campingdemontreal.com, GPS 45°36’42’’N, 01°30’05’’E.
Größe und Charakter: 2 ha, 60 Stellplätze, 11 Mietunterkünfte. Wiesengelände auf zwei Geländestufen mit Bäumen und Hecken.
Öffnungszeiten: ganzjährig. Restaurant: Mitte April bis Mitte Oktober.
Preise: Hauptsaison: Stellplatz mit Strom 20,10–23,10 Euro inklusive 2 Personen, Strom und Duschen, weitere Personen je 4,00 Euro, Kinder von 3 bis 12 Jahren 2,50 Euro, darunter gratis, Hund 2,50 Euro. Platz akzeptiert Camping Cheques.
Attraktionen: Strandbad, Spielraum, Kinderanimation, Sportfelder, Radfahren, Wandern, Reiten.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
CAR Heft 09/2017
Heft 09 / 2017 15. August 2017 122 Seiten Heftinhalt anzeigen
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