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Caravan-Tour Niederlande: Camping an der Nordsee

Mit dem Caravan in die Niederlande Nordseestrände, Häfen und Großstädte

Ohne allzu lange Anreisewege erreichen CamperInnen in den Niederlanden die breiten Nordseestrände, ebenso wie gemütliche Häfen und pulsierende Großstädte. Und nahezu überall stehen unterschiedlichste Campingplätze bereit.

Ziele

In Vor-Corona-Zeiten besuchten zuletzt rund 20 Millionen TouristInnen pro Jahr die Niederlande – wo aktuell rund 17,5 Millionen Menschen leben. Man ist dort also auf Gäste eingestellt und hat einiges zu bieten. Vorrangiges Ziel vieler BesucherInnen ist die Hauptstadt Amsterdam, wo bereits von Overtourism die Rede ist.

Das moderne Rotterdam, die zweitgrößte Stadt der Niederlande, zieht ebenfalls zunehmend TouristInnen an. Gleiches gilt für Den Haag, wo die Regierung ihren Sitz hat. Doch obwohl im Nachbarland mehr als doppelt so viele Menschen pro Quadratkilometer wohnen wie in Deutschland, bestehen die Niederlande längst nicht nur aus Ballungsräumen.

Eher ländlich zeigen sich die Provinzen im Inland nahe der deutschen Grenze. Als besonders beschaulich gilt ebenso die Provinz Friesland mit ihren vielen Kanälen und dem Ijsselmeer. Das Wasser ist für CamperInnen fast im gesamten Land ein Anziehungspunkt: auf den Inseln im Wattenmeer, an den Dünenstränden der Nordsee oder im umströmten Zeeland. Holland heißen übrigens nur zwei Provinzen des Landes.

Reisezeit

Die lange Nordseeküste verhilft den Niederlanden zu einem gemäßigt-maritimen Klima. Daher ist auch im Hochsommer nicht mit allzu starker Hitze und im Winter nur selten mit frostigen Temperaturen zu rechnen. Typisch sind ebenfalls regelmäßige Niederschläge und ein beständiger Wind – zu jeder Jahreszeit.

Bei CamperInnen aus dem In- und Ausland sind die Monate Juli und August besonders beliebt, die auf praktisch allen Plätzen als Hochsaison gelten. Viele Campingplätze öffnen Ende März und haben bis in den Oktober geöffnet. Selbst für Städtetrips sind Plätze mit Winteröffnung rar. Nur einige hochklassige Anlagen, die oft auch Indoor-Pools vor Ort haben, empfangen ganzjährig Camping-Gäste.

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Typisch für die Niederlande sind breite Strände und oft kleine Campingplätze.

Campingplätze

Nicht umsonst sind die Niederlande als Camper-Nation bekannt. Hier versammeln sich mehr als 2.000 Campingplätze auf einer Fläche, die kleiner ist als das Bundesland Niedersachsen. Nicht nur an der beliebten Nordseeküste, sondern auch im Binnenland und am Rande der größeren Städte findet sich für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile stets ein Fleckchen. Dabei sind die Ausstattungsunterschiede groß. Hier finden Sie die beliebtesten Campingplätze in den Niederlanden aus dem letzten Jahr.

Die besten Campingplätze in den Niederlanden

Camping De Kleine Wolf
Camping De Kleine Wolf
Camping De Kleine Wolf Camping De Paal Ferienpark TerSpegelt Camping Julianahoeve 10 Bilder

Lange Tradition haben hier die mit bis zu fünf Sternen klassifizierten Anlagen, die mit Pools, Restaurants und Ferienprogramm fast schon den Charakter eines Freizeitparks haben. Andererseits gibt es ebenfalls kleine Plätze, etwa an Bauernhöfen (Boerencamping), nur mit der nötigsten Infrastruktur. Gleichzeitig wächst die Zahl der Wohnmobil-Stellplätze, die inzwischen auch über 2.000 liegt. Viele Yachthäfen bieten Stellflächen an. Speziell für Zelte stehen etwa 50 naturnahe Flächen zur Verfügung (Paalkamperen). Übernachtungen außerhalb gekennzeichneter Plätze sind jedoch nicht gestattet.

Preise

In den Niederlanden muss man im Vergleich zu Deutschland mit leicht gehobenen Lebenshaltungskosten rechnen, nicht zuletzt wegen einer höheren Mehrwertsteuer. Das Preisniveau liegt jedoch unter dem in skandinavischen Ländern. Wie teuer sind Campingplätze? Laut Camping.info-Statistiken sind die Preise ähnlich moderat wie in Deutschland.

Nach Angaben des ADAC-Ablegers Pincamp muss man mit rund 25 Prozent höheren Preisen kalkulieren. Einfache Erklärung für die unterschiedlichen Angaben: Während der ADAC vor allem mittel- und höherklassige Plätze betrachtet, sind in den Camping.info Zahlen auch günstige Mini-Campings und Bauernhofplätze dabei. Sicher ist, dass die Kosten für Diesel und Super empfindlich höher ausfallen als bei uns. Vor der Grenze tanken lohnt sich.

Verkehr

Insgesamt fließt der Verkehr ruhiger als bei uns, denn von 6 bis 19 Uhr darf auch auf den zahlreichen Autobahnen nur 100 km/h gefahren werden. Ansonsten gilt für Wohnmobile unter 3,5 Tonnen: je nach Beschilderung 120 oder 130 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Schnellstraßen sowie 80 km/h außerorts. Über 3,5 Tonnen gilt: 80 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen sowie außerorts. Caravan-Gespanne dürfen auf Autobahnen und Schnellstraßen 90 km/h fahren, außerorts 80 km/h. In der Stadt beträgt das Tempolimit 50 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. In Amsterdam, Arnheim, Den Haag und Utrecht wurden Umweltzonen eingeführt. Sie betreffen Diesel-Pkw und -Wohnmobile von Euro 0 bis 3.

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Kohstall
Viele Yachthäfen im Inland haben auch CamperInnen als Zielpublikum entdeckt. Hier der kleine Wohnmobil-Stellplatz in Middenmeer, Nordholland.

Maut

Als eines der wenigen europäischen Urlaubsländer erheben unsere nordwestlichen Nachbarn keine Straßenbenutzungsgebühren. Eine Einführung ist nicht geplant. Es gibt nur zwei kleine Ausnahmen: Der Westerscheldetunnel unterquert das gleichnamige Gewässer im Südwesten des Landes und verbindet die Halbinsel Zuid-Beveland mit dem auf dem Festland liegenden Zeeuws-Vlaanderen. Hier bleiben die Kosten allerdings im Rahmen. Für den 6,6 Kilometer langen Tunnel werden für Fahrzeuge bis 6 Meter Länge und 3 Meter Höhe 5 Euro fällig, für größere Wohnmobile und Caravan-Gespanne berechnet man 7,45 Euro. Noch etwas darunter liegen die Gebühren für den Kiltunnel südlich von Rotterdam zwischen ’s-Gravendeel und Dordrecht.

Haustiere

Für den Urlaub mit Hund oder Katze benötigt man den EU-Heimtierausweis. Neben einer Tollwutimpfung ist auch ein Transponder (Chip) vorgeschrieben. Da das Mindestalter für die Tollwutimpfung 12 Wochen ist und diese erst nach 3 Wochen gültig ist, darf ein junges Tier erst mit 15 Wochen über die Grenze. Die Einreise aller Hunderassen ist erlaubt. Allerdings behalten sich die Behörden vor, auffällige Tiere – unabhängig von der Rasse – einem Verhaltenstest zu unterziehen.

Sprache

Verständigungsschwierigkeiten sind im Nachbarland die Ausnahme. Englisch und vielfach auch Deutsch sind in Tourismus und Gastronomie gängig. Hinzu kommt, dass viele niederländische Begriffe auch ohne Sprachkenntnisse erraten werden können. Hier sind einige Beispiele aus dem Urlaubsumfeld:

Campingplatz = Camping
Wohnmobil-Stellplatz = Camperplaats
Platzplan = Plattegrond
Geschäft/Shop = Winkel
Sanitärgebäude = Sanitairgebouw
Duschmünze = Douchemunt
Gasflasche = Gasfles
Fahrradverleih = Fietsverhuur
Entsorgung = Camperverzorgingsplaats
Wohnmobil = Camper
Campingbus = Buscamper
Wohnwagen = Caravan
Zelt = Tent

Fazit

Die Niederlande sind das perfekte Ziel für einen Campingurlaub. Sowohl die Großstädte als auch das Meer und die ruhigeren Regionen im Landesinneren sind eine Reise wert. Bei der riesigen Auswahl an Campingplätzen ist auch sicherlich für jeden das richtige Übernachtungsdomizil dabei.

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