Camping auf der Insel Santorini

Campingplatz auf Santorini Reif für die Insel

Weiße Häuser vor blauem Meer, die griechische Insel Santorini ist eine Instagram-Idylle mit edlen Hotelanlagen. Doch es gibt auch einen Campingplatz in der Traumkulisse. Wir haben ihn uns angesehen.

Santorini Wilhelm Bootsveld
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Santorini gilt als hip und schick – und zählt zu den Favoriten für das versunkene Atlantis. Es ist eine Insel mit einer fantastischen Kulisse, denn Santorini, also die antike Insel Thera, wurde 1.600 v. Chr. durch einen katastrophalen Vulkanausbruch zerrissen und ließ die heute etwa zehn mal sieben Kilometer weite Caldera zurück, die über mehrere Durchbrüche Zugang zum offenen Meer bietet. Vermutlich löste der Vulkanausbruch einen schweren Tsunami aus, der unter anderem verheerende Auswirkungen auf die minoische Kultur auf Kreta hatte und diese auslöschte.

Santorini
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Der Blick in die Weite der Ägäis zur blauen Stunde.

Die Schönheit Santorinis

Heute erwartet den Santorini-Besucher eine gepflegte Insel mit feinen Ortschaften an der Steilküste, vor allem mit Firá, dem Hauptort, und Oia, jeweils der Caldera auf der Westseite zugewandt. Beide Orte kleben wie Adlerhorste am alten Kraterrand und sind Instagram-Hotspots. Regelmäßig fahren Kreuzfahrtschiffe die Insel an und liegen in der Caldera vor Anker. Erstaunlich viele junge Traveller findet man hier, die sich kunstvoll in den fotogenen Küstenstädtchen platzieren und ablichten lassen.

Die Ortschaften sind berühmt für die atemberaubenden Sonnenuntergänge, die goldene Stunde vorher und die nachfolgende blaue Stunde. Tagsüber herrscht strahlendes Weiß vor, das das Kuppelblau von Kapellen und Kirchen sowie das Ägäisblau herrlich kontrastieren. Berühmt sind auch die Glockentürme, etwa Three Bells of Fira, und die alten Windmühlen, die heute Ferienwohnungen sind. Vor allem in Oia: Griechenland-Feeling pur. In Firá und Oia kann man wunderbar flanieren, in schönen Geschäften wertvolle Dinge betrachten und, wenn man möchte, auch kaufen, stundenlang sich durch die engen Gassen treiben lassen oder über die fotogenen Treppen bis an das Meer hinablaufen.

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Im Norden Santorinis blickt man von Oia über die Ägäis. Das schmucke Künstlerdorf hat kaum 1.000 Einwohner.

Der Weg zurück wird aber ganz schön anstrengend. In Firá gibt es dafür eine Seilbahn sowie die fotogenen Esel und Mulis, wobei die Nutzung schon an Tierquälerei grenzt und deshalb unserer Meinung nach davon abgeraten werden muss. Für die Pausen zwischendurch mangelt es nicht an schönen Cafés oder Bars, immer mit herrlichen Ausblicken in die Caldera.

An der Ostküste liegen mit Perissa und Kamari die Badeorte nur wenige Kilometer von der Westküste entfernt, denn die Insel ist ja nicht groß. Hier gibt es schwarzen Lavastrand mit herrlich sauberem Wasser zum Baden.

Ganz im Westen und offen zur Caldera beziehungsweise der Ägäis mahnt der Leuchtturm von Akrotiri die Seefahrer, vorsichtig auf die Insel zuzufahren. Vor allem nachts, wenn die Lampe gelbgrün in den Sternenhimmel strahlt. Dann sind die vielen Besucher schon wieder auf dem Rückweg, die unter Applaus dem Sonnenuntergang an dieser Stelle beigewohnt haben. Ein Renner auf der Insel sind die Quads, mit denen man "oben ohne", also ohne Verdeck, auf der Insel herumdüsen und sich alles ansehen kann.

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Für den Touristentransport stehen am alten Hafen von Firá Maultiere bereit. Besonders tierfreundlich ist das nicht.

Sonst kann man sich bei größeren Entfernungen mit dem Bus, Mietwagen oder per Taxi auf der Insel bewegen. Die Anreise nach Santorini gelingt mit dem Flugzeug oder der Fähre, etwa von Athen aus oder verschiedenen griechischen Inseln wie Kreta oder Mykonos.

Santorini Camping

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Zeltcamper freuen sich über die Beschattung durch Bäume oder Überdachungen aus Naturmaterial.

Aber was ist nun mit den Campingmöglichkeiten auf Santorini? Kein Problem, denn nur wenige hundert Meter östlich vom Hauptplatz auf dem Kraterrand der Hauptstadt Firá liegt etwas unterhalb der Platz Santorini Camping. Somit eine zu Fuß erreichbare Distanz bis zur Promenade.

Nun, auf den ersten Blick findet man hier den Campingcharme der 70er oder 80er Jahre des letzten Jahrhunderts vor, insbesondere wenn man die einfachen, wenngleich sauberen Sanitäranlagen sowie die Parzellenstruktur betrachtet. Auf der anderen Seite gibt es mietbare Campingzelte mit Feldbetten und Handtuchservice sowie eine Art Hostel mit Klimaanlage.

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Serviceeinrichtungen wie Imbiss und Mini-Supermarkt grenzen an den relativ großen Swimmingpool von Santorini Camping.

Auf der positiven Seite hat der Platz einen recht großen, sauberen Pool mit Bar und anliegendem Minimarkt. Für Campingmobile, die mit der Fähre auf die Insel kommen, ist vor dem Tor ein Platz mit Strom vorhanden. Für WLAN gilt das im Rezeptionsbereich und am Pool.

Achtung: Weil die Insel kein eigenes Trinkwasser hat, kommt allerorts brackiges Wasser aus Hähnen und Duschen. Mit dem eigenen Zelt kann man hier selbst in der Hochsaison für 15 Euro pro Person übernachten. Der Platz ist bis Ende Oktober geöffnet.

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Die einfachen Sanitäranlagen haben durchaus griechisches Flair.

Letztlich ist Santorini Camping wohl der günstigste Ort, um auf Santorini zu schlafen, eine preiswerte Unterbringung für Camper und Backpacker auf einer für griechische Verhältnisse überdurchschnittlich teuren Insel.

Santorini Camping
Adresse: Thera, Fira 84700, Santorini, Griechenland
Stellplätze: 90
Mietunterkünfte: 60
Ausstattung: Gaststätte, Fahrradverleih, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Freibad
Preis: Campingübernachtung 10-15 Euro pro Person
Info: santorinicamping.gr

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