Basiswissen für Campingneulinge
Basiswissen für Campingneulinge
Kosten Campingurlaub 2021 CIVD/Zuckerfabrik/René Schmidt
Kosten Campingurlaub Europa
Kosten Campingurlaub Europa
Kosten Campingurlaub Europa
Kosten Campingurlaub Europa 32 Bilder

Kosten für Campingurlaub in Europa 2021

Preisvergleich für Campingplätze, Sprit & Co. Was kostet der Campingurlaub in Europa?

Ob Ferien im eigenen Land oder bei unseren europäischen Nachbarn: Mit welchen Preisen und Kosten ist in der kommenden Saison beim Camping-Urlaub zu rechnen?

Kaum etwas verführt uns so zum Träumen wie Reisen. Quirlige Städte zu erleben, in Alpenpanoramen zu schwelgen oder in blaugrünen Fluten zu baden – "eine Reise ist ein Trunk aus der Quelle des Lebens", wusste schon der Dramatiker Friedrich Hebbel.

Und auch wenn die Ausläufer der dritten Corona-Welle noch viele Regeln, Pflichten sowie Ein- und Ausreise-Formalitäten fürs Ausland mit sich bringen: Caravaning ist wieder möglich. Die Tourismusbranche bereitet sich seit Wochen mit Hochdruck auf die Sommersaison vor, und auch an den heimischen Schreibtischen wird fleißig geplant und kalkuliert.

Denn neben Ziel und Zeit spielen durchaus auch die zu erwartenden Kosten eine Rolle. Dazu zählen neben den aktuellen Campingplatzgebühren auch Spritkosten, Autobahngebühren sowie Lebensmittel- und Restaurantpreise. Und so unterschiedlich die Länder in Europa sind, so verschieden sind auch die Preise für die jeweiligen Faktoren. Deshalb haben wir zur besseren Orientierung und Planung eine sehr umfassende Recherche (im April 2021) durchgeführt und allgemeine Durchschnittspreise ermittelt, die einen guten Überblick über die zu erwartenden Kosten geben. Diese stellen wir länderspezifisch vor.

Schweiz

Kosten Campingurlaub Europa
Adi Kemmer
Rheinfall: Gespenstig ragen die mächtigen Felsen aus dem Wasser.

Grüezi in der Schweiz, dem kleinen Alpenland, das trotz seiner überschaubaren Größe zu einem der vielfältigsten und abwechslungsreichsten Länder Mitteleuropas zählt. Das gebirgige Land beeindruckt mit wunderschöner Natur, zahlreichen Seen, historischen Dörfern und hohen Alpengipfeln. Viele Schweizer Städte beherbergen mittelalterliche Viertel mit Wahrzeichen wie dem Uhrturm Zytglogge in der Hauptstadt Bern, der Kapellbrücke von Luzern oder der Kathedrale Saint-Pierre in Genf.

Ob bei einer Naturexkursion zum Aletschgletscher oder zur Rheinschlucht, bei einer Radtour durchs Valle Maggia oder entlang des Zürichsees oder beim Genießen des mediterranen Ambientes mit kulturellen Highlights am schicken Lago Maggiore – Urlaubsfreuden aller Art lassen sich rund ums Jahr im ganzen Land finden.

Die Schweiz verfügt laut statista.de über gut 400 Campingplätze; camping.info weist 351 Plätze aus.

  • Campingplatz: 54,63 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,76 CHF = 1,61 Euro; Super bleifrei: 1,67 CHF = 1,52 Euro
  • Maut/500 km: 1 bzw. 2 Jahresvignetten bis 3,5 t = 40/80 CHF = 36,50/73 Euro. Caravans benötigen eine eigene Vignette! Über 3,5 t: Pauschale Schwerverkehrsabgabe (PSVA), der Mindestbetrag pro Zahlungsnachweis beträgt 25 CHF.
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1,50 CHF, 1 L Mineralwasser: 0,80 CHF, 1 Brot: 2 CHF, 100 g Wurst: 3 CHF, 100 g Käse: 2 CHF, 500 g Hackfleisch: 10 CHF, 500 g Nudeln: 2 CHF, 250 g Kaffee: 3,50 CHF, 1 kg Äpfel oder Bananen: 2 CHF
  • Warenkorb gesamt: 26,80 CHF = 24,30 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 18 CHF, Cola 4 CHF, Espresso 4 CHF, ergibt 26 CHF = 25,50 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 45 CHF, eine Flasche Wein 40 CHF, eine große Flasche Wasser 10 CHF, ergibt 95 CHF = 86 Euro

Italien

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Steffen Zink
Die dicht an den steilen Hang geschmiegten bunten Häuser Positanos sind das perfekte Postkartenmotiv.

Bella Italia – das klingt nach Sommer, Strand, Musik und lauen Nächten. An die Mittelmeerküste locken goldgelbe Sandstrände, kleine Kiesbuchten und wildromantische Felsklippen, während die Oberitalienischen Seen wie der Gardasee zum Baden, Segeln, Surfen rufen.

Die Alpen bieten vom Aostatal über Südtirol bis ins Friaul beste Voraussetzungen für WandererInnen und BikerInnen, und Kulturinteressierte begeben sich auf der Suche nach antiken Stätten, Renaissancepalästen und weltbekannten Museen nach Rom, Venedig, Genua, Florenz, Neapel oder Palermo. Verschwiegene Ankerplätze entlang der Inseln Elba, Capri, Ischia und Sardinien ziehen SeglerInnen und Promis aus der ganzen Welt an.

Es werden auf camping.info für Italien 1.528 Campingplätze aufgelistet; CampingCard Acsi weist 298 Plätze aus.

  • Campingplatz: 54,30 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,49 Euro; Super bleifrei: 1,63 Euro
  • Maut/500 km: (nach Fahrzeugklassen) Klasse 2 B: 2-achsige KFZ (Bus, LKW, Wohnmobil oder PKW), die an der Vorderachse höher als 1,30 m sind = rund 40 Euro; Klasse 3: PKW mit Anhänger, Wohnwagen, Busse oder LKW mit insgesamt 3 Achsen = rund 50 Euro; Klasse 4: PKW mit Anhänger, Wohnwagen, Busse oder LKW mit insgesamt 4 Achsen = rund 77 Euro
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1,30 Euro, 1 L Mineralwasser: 0,70 Euro, 1 Brot: 1,80 Euro, 100 g Wurst: 1,80 Euro, 100 g Käse: 1,70 Euro, 500 g Hackfleisch: 4 Euro, 500 g Nudeln: 1 Euro, 250 g Kaffee: 2,50 Euro, 1 kg Äpfel oder Bananen: 2 Euro
  • Warenkorb gesamt: 16,80 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 6,50 Euro, Cola 3 Euro, Espresso 1,20 Euro = 10,70 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 20 Euro, 1 Flasche Wein 16 Euro, 1 Flasche Wasser 4 Euro = 40 Euro

Kroatien

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Joachim Negwer
Einer der schönsten Orte Kroatiens: Istriens Hauptstadt Rovinj hat eine quirlige Altstadt voller guter Restaurants.

Dobar dan – guten Tag in Kroatien, einem Land, das vor allem für seine über sechstausend Kilometer lange, stark gegliederte Küste, die tausend Inseln und Inselchen, Halbinseln und traumhaften Buchten überaus beliebt ist. Hier locken Tage unter strahlend blauem Himmel und warme Nächte unter dem Sternenzelt. Dazu kommen acht Nationalparks, elf Naturschutzgebiete sowie natürliche Reservate mit Gebirgen, Flüssen, Wäldern, Seen und Bächen, sodass auch NaturliebhaberInnen auf ihre Kosten kommen.

In den malerischen Altstädten von Dubrovnik, Split, Trogir, Porec und Pula kann man auf Schritt und Tritt in die Vergangenheit der RömerInnen, VenezianerInnen und HabsburgerInnen eintauchen – und auf hübschen, mittelalterlich geprägten Plätzen entspannt einen Espresso genießen.

Laut der Kroatischen Camping Union gibt es in Kroatien weit über 300 Campingplätze; camping.info listet 341 Plätze auf.

  • Campingplatz: 50,82 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,32 Euro Super bleifrei: 1,37 Euro
  • Maut/500 km: Klasse II = 359 HRK = 48 Euro; a) Fahrzeuge mit zwei Achsen, über 1,90 m Höhe, unter 3,5 t Gesamtgewicht; b) Fahrzeuge mit zwei Achsen, unter 1,90 m Höhe, mit Hänger (Achszahl, Höhe und Gewicht egal); Klasse III = 528 HRK = 70 Euro a) Fahrzeuge mit zwei oder drei Achsen, über 3,5 t Gesamtgewicht
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 0,90 Euro, 1 L Mineralwasser: 0,50 Euro, 1 Brot: 1 Euro, 100 g Wurst: 1,80 Euro, 100 g Käse: 1,20 Euro, 500 g Hackfleisch: 3,50 Euro, 500 g Nudeln: 1,20 Euro, 250 g Kaffee: 2,70 Euro, 1 kg Äpfel oder Bananen: 1,60 Euro
  • Warenkorb gesamt: 14,40 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 8,50 Euro, Cola 2,50 Euro, Espresso 2 Euro = 13 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 25 Euro, eine Flasche Wein 20 Euro, eine große Flasche Wasser 5 Euro = 50 Euro

Spanien

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Thomas Zwicker
Leuchtturm zwischen Roses und Canyelles Petites an der Costa Brava.

Viva España – hoch lebe Spanien, mit Sonne rund ums Jahr, frisch gegrilltem Fisch am Strand und gut über 3.900 Kilometer Küste entlang des Atlantischen Ozeans und des Mittelmeers. Kein Wunder also, dass Spanien das am zweithäufigsten besuchte Land der Welt ist und zu den absoluten Lieblingsländern der Deutschen zählt.

Die Heimat von Salvador Dalí beeindruckt durch ihre große geografische und kulturelle Vielfalt: Imposante Sehenswürdigkeiten wie die Alhambra in Andalusien, der Königspalast in Madrid und die Sagrada Família in Barcelona, eindrucksvolle Gebirgszüge wie die Sierra Nevada, Naturparks, Salzseen und Sumpfgebiete entlang der Costa Blanca sowie lange feinsandige Strände und hervorragende Unterwassergründe sprechen für sich.

Camping.info listet 1.100 Campingplätze in Spanien auf; CampingCard Acsi weist 238 Plätze aus.

  • Campingplatz: 47,23 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,20 Euro Super bleifrei: 1,34 Euro
  • Maut/160 km: Kategorie 1: Kfz (mit und ohne 1-achsigem Gespann) bis 3 Achsen ohne Zwillingsbereifung = 15,56 Euro Es gibt nur noch wenige mautpflichtige Autobahnen (siehe ADAC.de).
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1 Euro, 1 L Mineralwasser: 0,70 Euro, 1 Brot: 1,80 Euro, 100 g Wurst: 1,70 Euro, 100 g Käse: 1,70 Euro, 500 g Hackfleisch: 4,50 Euro, 500 g Nudeln: 1,20 Euro, 250 g Kaffee: 1,80 Euro, 1 kg Äpfel: 2,80 Euro
  • Warenkorb gesamt: 17,20 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 8,50 Euro, Cola 2,50 Euro, Espresso 1,80 Euro = 12,80 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 22 Euro, eine Flasche Wein 20 Euro, eine große Flasche, Wasser 3,80 Euro = 45,80 Euro

Dänemark

Kosten Campingurlaub
Thomas Zwicker
In den Orten Nordjütlands ist man selten weit vom Wasser entfernt.

Einfach hyggelig – in Dänemark dominieren Gemächlichkeit und Gelassenheit, und wer die Schönheiten des Landes mit diesen Lebensgefühlen kombiniert, kann einen Traumurlaub erleben. Denn das nordeuropäische Land bietet so vieles: eine raue Nordsee, eine milde Ostsee, Küsten mal steil und grün, mal sandig und badefreundlich. Es kann zwischen Touristenhochburgen und einsamen Inseln, gemütlichen Dörfern und viel Natur gewählt werden.

Ob Aktivurlaub oder Entspannung pur auf Jütland oder Fünen, Citylife in Kopenhagen, eine Schlosstour rund um das südjütländische Sønderborg oder lebendige Kultur in einer rekonstruierten Wikingersiedlung – unternehmungslustige CamperInnen sind in der Heimat von Hans Christian Andersen genau richtig.

Für Dänemark werden auf camping.info 470 Campingplätze aufgelistet; CampingCard Acsi weist 60 Plätze aus.

  • Campingplatz: 45,50 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,48 Euro Super bleifrei: 1,71 Euro
  • Maut/500 km: Mautfrei
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1,30 Euro, 1 L Mineralwasser: 0,40 Euro, 1 Brot: 1,80 Euro, 100 g Wurst: 1,80 Euro, 100 g Käse: 1,10 Euro, 500 g Hackfleisch: 5 Euro, 500 g Nudeln: 1,60 Euro, 250 g Kaffee: 2 Euro, 1 kg Äpfel oder Bananen: 1,90 Euro
  • Warenkorb gesamt: 16,90 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 8,50 Euro, Cola 2,50 Euro, Espresso 2,50 Euro = 13,50 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 40 Euro, eine Flasche Wein 25 Euro, eine große Flasche Wasser 5 Euro = 70 Euro

Österreich

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Benjamin Köbler-Linsner
Einfach kernig, dieses Kärnten. In die alpenländische Landschaft mischt sich eine Spur Bella Italia.

Immer wieder Österreich – wer gerne aktiv ist und dazu noch Bilderbuchpanoramen sucht, ist in unserem Nachbarland genau richtig, denn die kleine Republik lockt mit vielen Flüssen und Wasserfällen, riesigen Waldgebieten, zahlreichen Seen und grandiosen Berglandschaften. Rund 40.000 Kilometer Wegenetz in den österreichischen Alpen mit etwa 430 Hütten bieten Wanderbegeisterten fast unbegrenzte Auswahl, und wer ins Schwitzen kommt, erfrischt sich in einem der weit über 1.000 Seen in Kärnten.

Spritziges Stadtleben mit viel Kultur hingegen ist in der prächtigen Hauptstadt Wien mit dem Schloss Schönbrunn, der Hofburg und der Staatsoper zu finden, und auch kleinere Städte wie Salzburg, Graz und Innsbruck bestechen mit ihren wunderschönen Altstädten.

Österreich verfügt laut statista.de über rund 600 Campingplätze; auf camping.info sind 319 Plätze aufgelistet.

  • Campingplatz: 44,16 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,19 Euro Super bleifrei: 1,25 Euro
  • Maut/500 km: 2-Monats-Vignette für Gespanne bis 3,5 t: 27,80 Euro. Für Gespanne über 3,5 t: gefahrene Kilometer, Anzahl der Achsen (ohne Anhänger) und Euro-Emissionsklasse = Preis pro km. Klasse V, 2 Achsen = 0,21 Euro = 101 Euro/500 km Klasse VI, 2 Achsen = 0,20 Euro = 100 Euro/500 km
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1,30 Euro, 1 L Mineralwasser: 0,80 Euro, 1 Brot: 1,70 Euro, 100 g Wurst: 1,80 Euro, 100 g Käse: 1,60 Euro, 500 g Hackfleisch: 4,50 Euro, 500 g Nudeln: 1,40 Euro, 250 g Kaffee: 2,80 Euro, 1 kg Äpfel: 2,80 Euro
  • Warenkorb gesamt: 18,70 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 7,50 Euro, Cola 3 Euro, 1 Espresso 2 Euro = 12,50 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 28 Euro, eine Flasche Wein 22 Euro, eine große Flasche Wasser 5 Euro = 55 Euro

Frankreich

Kosten Campingurlaub Europa
Joachim Negwer
Im Hafen von Saint-Tropez: Vorne schaukeln die kleinen Holzboote, weiter hinten ankern die Luxusyachten der Millionäre.

Vive la France – dass Frankreich über jede Menge sehenswerter Regionen verfügt, ist wahrlich kein Geheimnis mehr. Ob pulsierende Städte wie Paris, Lyon oder Marseille, beliebte Weinregionen wie Champagne-Ardenne, Burgund oder Languedoc-Roussillon, herrliche Strände an der sonnigen Côte d’Azur oder entlang der endlos scheinenden Atlantikküste oder Natur-Eldorados wie die französischen Alpen mit ihrem 4.810 Meter hohen Mont Blanc, die Provence, Camargue oder Ardèche – in Frankreich können wirklich alle UrlauberInnen auf ihre Kosten kommen.

Kein Wunder also, dass die von rund 51 Millionen Touristen besuchte "Grande Nation" auch 2019 das beliebteste Reiseziel der Welt war.

Das flächenmäßig größte Land der EU verfügt laut Fremdenverkehrsverband über rund 11.000 Campingplätze; camping.info 9.005 Plätze aus.

  • Campingplatz: 43 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,41 Euro Super bleifrei: 1,54 Euro
  • Maut/500 km: Kat. 1: Gespann unter 2 m Höhe, unter 3,5 t = ca. 45 Euro. Kat. 2: Gespann über 2 m, aber unter 3 m Höhe, unter 3,5 t = ca. 70 Euro
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1 Euro, 1 L Mineralwasser: 1 Euro, 1 Brot: 1,80 Euro, 100 g Wurst: 1,50 Euro, 100 g Käse: 1,70 Euro, 500 g Hackfleisch: 5 Euro, 500 g Nudeln: 1,30 Euro, 250 g Kaffee: 3 Euro, 1 kg Äpfel: 2,40 Euro
  • Warenkorb gesamt: 17,70 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 11 Euro, Cola 4 Euro, Espresso 2 Euro = 17 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 30 Euro, eine Flasche Wein 24 Euro, eine große Flasche Wasser 5 Euro = 59 Euro

Niederlande

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Carolin Thiersch
Kleine Küstendörfer laden zum Entdecken und Genießen ein.

Windmühlen und Tulpen, Holzschuhe und Gouda-Käse, Hollandrad und Coffeeshops – es gibt so einiges, was die Niederlande weltbekannt gemacht hat. Vor allem aktive und wasseraffine UrlauberInnen finden unzählige hübsche Kanäle, die das ganze Land durchziehen, über 500 Kilometer herrliche Küste, die zum Baden einlädt, und eine sanfte, flache Landschaft mit einem über 32.000 Kilometer langen, hervorragend ausgebauten Radnetzwerk.

Die Hauptstadt Amsterdam lockt mit pittoresken Grachten, prächtigen Stadthäusern und großartigen Museen wie dem Van-Gogh-Museum. Den Haag hingegen ist die einzige Großstadt mit einem Strand entlang der Nordseeküste, der sogar mit der Straßenbahn zu erreichen ist.

Die Niederlande ist auf camping.info mit 2.044 Campingplätzen vertreten; CampingCard Acsi weist 386 Plätze aus.

  • Campingplatz: 42,88 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,40 Euro Super bleifrei: 1,79 Euro
  • Maut/500 km: Mautfrei
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1 Euro, 1 L Mineralwasser: 0,80 Euro, 1 Brot: 1,80 Euro, 100 g Wurst: 1,50 Euro, 100 g Käse: 1,20 Euro, 500 g Hackfleisch: 4 Euro, 500 g Nudeln: 1 Euro, 250 g Kaffee: 3 Euro, 1 kg Äpfel oder Bananen: 2 Euro
  • Warenkorb gesamt: 16,30 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 9 Euro, Cola 4 Euro, Espresso 2,50 Euro = 15,50 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang-Menü 28 Euro, eine Flasche Wein 22 Euro, eine große Flasche Wasser 5 Euro = 55 Euro

Deutschland

Kosten Campingurlaub Europa
Thomas Cernak
Wahre Prachtkulisse: Neubeuern mit seinem von weither sichtbaren Neo-Renaissance-Schloss.

In der Heimat zu urlauben hat nicht nur den entscheidenden Vorteil der meist sehr viel kürzeren Anreise, nein, Deutschland ist darüber hinaus auch noch unglaublich schön und abwechslungsreich. Märchenschlösser und Alpengebirge gibt es im Allgäu, eindrucksvolle Felsformationen bietet die Sächsische Schweiz, pastellfarbige Blütenmeere betören in der Lüneburger Heide, Vulkanlandschaften warten in der deutschen Eifel, und die Sandstrände an Nord- und Ostsee locken nicht nur Wasserratten.

Mit 16 National- und 106 Naturparks ist Deutschland eine perfekte Destination für OutdoorfreundInnen. Kultur aller Art findet sich in zahllosen kleinen und großen Städten wie Berlin sowie in 46 Unesco-Welterbestätten.

Laut statista.de gibt es in Deutschland über 3.000 Campingplätze; camping.info weist 2.193 Plätze aus.

  • Campingplatz: 35,43 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,33 Euro Super bleifrei: 1,51 Euro
  • Maut/500 km: Mautfrei
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 1,20 Euro, 1 L Mineralwasser: 0,80 Euro, 1 Brot: 1,80 Euro, 100 g Wurst: 1,50 Euro, 100 g Käse: 1,80 Euro, 500 g Hackfleisch: 4 Euro, 500 g Nudeln: 1,20 Euro, 250 g Kaffee: 2,70 Euro, 1 kg Äpfel: 3 Euro
  • Warenkorb gesamt: 18 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 7,50 Euro, Cola 4 Euro, Espresso 2,50 Euro = 14 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang ohne Getränke 28 Euro, eine Flasche Wein 22 Euro, eine gr. Flasche Wasser 5 Euro = 55 Euro

Immerhin bis zu 9 Euro beträgt der Unterschied bei den Vergleichspreisen für eine Campingplatzübernachtung in den verschiedenen Bundesländern. Während Urlauber in Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Hessen am günstigsten wegkommen, werden in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg die höchsten Preise aufgerufen.

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pincamp
ADAC-Vergleichspreise 2021 nach Bundesländern.

Die höchste Preissteigerung im Vergleich zu 2020 verzeichnet Bayern mit 6 Prozent; in Thüringen sind es hingegen nur 1 Prozent.

Schweden

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Christiane Würtenberger
Schwedenflaggen, rote Häuschen und ganz viel Wasser: Blick von Saltö nach Dragsö, zwei Schäreninseln in Karlskrona.

Alter Schwede – wer atemberaubende Natur und viel Weite sucht, ist in der idyllischen Heimat von Pippi Langstrumpf und Kommissar Wallander genau richtig. Ob Inseln, Seen, Wälder oder Gletscher – OutdoorfreundInnen kommen beim Paddeln, Wandern und Radfahren in Schweden ganz sicher auf ihre Kosten. Allein 53 Prozent des Landes sind mit Wald bedeckt, und tausende Inseln und Seen bestimmen Westeuropas drittgrößtes Land.

Selbst die Hauptstadt Stockholm wurde auf 14 Inseln errichtet, hat mehr als 50 Brücken – und dazu noch eine mittelalterliche Altstadt. Aber auch traditionelle Mittsommerfeste, charmante Fischerdörfer, alte Herrenhäuser und ganz viel Strandvergnügen versprechen spannende Urlaubs- tage.

Schweden hat laut Aussage des Fremdenverkehrsamts rund 550 Campingplätze; camping.info weist 648 Plätze aus.

  • Campingplatz: 34,35 Euro
  • Spritkosten: Diesel: 1,59 Euro Super bleifrei: 1,57 Euro
  • Maut/500 km: Mautfrei
  • Lebensmittel: 1 L Milch: 12,50 SEK, 1 L Mineralwasser: 9,50 SEK, 1 Brot: 32 SEK, 100 g Wurst: 20 SEK, 100 g Käse: 9 SEK, 500 g Hackfleisch: 50 SEK, 500 g Nudeln: 10 SEK, 250 g Kaffee: 20 SEK, 1 kg Äpfel: 17 SEK
  • Warenkorb gesamt: 180 SEK = 17,80 Euro
  • Essengehen (pro Person): Mittags, simpel: Pizza 95 SEK = 9,50 Euro, Cola 15 SEK = 1,50 Euro, Espresso 25 SEK = 2,50 Euro = 13,50 Euro; Abends, mittelkl. Restaurant: 3-Gang ohne Getränke 400 SEK = 40 Euro, eine Flasche Wein 520 SEK = 51 Euro, Tischwasser kostenfrei = 91 Euro

So setzen sich die Preise zusammen

Zugrunde gelegt haben wir dabei die derzeitigen Spritpreise, einen Warenkorb mit Lebensmitteln (Stand April 2021) aus einem mittelklassigen Supermarkt (ohne Bio-Ware, ohne Sonderangebote) und Restaurantpreise für ein einfaches Mittagessen (Pizza Salami, Softdrink, Espresso) sowie ein Abendessen (3-Gang-Menü, Wein, Wasser) in einem Mittelklasselokal.

Quellen für die Preisermittlung waren neben statistischen Bundes- und Landesämtern auch Fremdenverkehrsverbände, Tourismusorganisationen, (im Ausland lebende) ReisejournalistInnen.

Natürlich sind die vorgenannten Preise durchaus variabel und nach oben sowie nach unten anzupassen, je nachdem, wo, was und wie konsumiert wird. Als feste Größe hingegen können die Hauptsaisonpreise für Campingplätze bewertet werden. Was dabei direkt ins Auge springt: Ganze 20 Euro pro Nacht beträgt der Kostenunterschied, der zwischen Schweden mit den günstigsten Übernachtungspreisen auf Campingplätzen und der Schweiz mit den teuersten Parzellen liegt. Das kann bei einem dreiwöchigen Ferienaufenthalt schon ganz schön zu Buche schlagen.

Kosten Campingurlaub Europa
promobil
Die ADAC-Vergleichspreise (Gesamtbetrag für eine dreiköpfige Familie für eine Übernachtung in der Sommer-Hauptsaison inklusive Strom, Warmduschen und Kurtaxe) verdeutlichen die teils happigen Preissteigerungen.

Gleiches gilt für Autobahngebühren: Während in Dänemark, Deutschland, Schweden und den Niederlanden für die Autobahnnutzung keine Extrakosten entstehen, sind in anderen Ländern, außer der Schweiz und Österreich mit ihren Vignetten, bis zu 100 Euro für eine 500 Kilometer lange Strecke zu berappen.

Eine sehr eindrückliche Preisspanne konnte auch beim Dieselkraftstoff ausgemacht werden. So kostet ein Liter Diesel in der Schweiz derzeit 41 Cent mehr als in Spanien. Wer sehr unternehmungslustig ist und viel herumfährt, muss hier unter Umständen mehrere hundert Euro extra einplanen.

Bei der Auswahl der Top-10-Reiseländer haben wir uns auf die CARAVANING-Leserwahl 2020 gestützt, deren Daten Ende 2019 erhoben wurden, also ohne Einfluss der Corona-Pandemie. Interessant daran: Schon damals zählte Deutschland mit 86 Prozent zum absoluten Spitzenreiter aller Reiseziele in Europa.

Das hat sich auch im letzten Jahr nicht verändert: Wie eine neue Leserumfrage unter dem Eindruck der Pandemie aus dem Herbst 2020 ergab, haben 83,8 Prozent der Camper ihren Urlaub in Deutschland verbracht. Und laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des ADAC bevorzugt jeder zweite Deutsche – unabhängig von Corona – auch 2021 Camping im eigenen Land.

Insofern dürfte es schon eine Überraschung sein, dass sich trotz dieser riesigen Beliebtheit und Nachfrage Deutschland als das günstigste Camping-Urlaubsland unserer CARAVANING-Top-10-Liste erweist. In unsere Modellrechnung für einen einwöchigen Urlaub mit dem Gespann flossen zusätzlich zu den reinen Campingplatz-Vergleichspreisen die Kostenparameter Sprit, Lebensmittel und Restaurantpreise ein. Mautgebühren blieben hier außen vor, schließlich gibt es in jedem Land alternative Routen.

Kosten Campingurlaub Europa
promobil
Ergebnis der CARAVANING-Leserwahl 2020 (Mehrfachnennung möglich) der beliebtesten Reiseziele in Europa – mit eindeutigem Favoriten.

Nebenkosten nicht zu unterschätzen

Bemerkenswert ist das Ergebnis schon deshalb, weil es deutlich zeigt, wie wichtig die "Nebenkosten" bei einer Reise sind. So rutscht beispielsweise Schweden, das die günstigsten Campingplatzpreise hat, aufgrund von teureren Restaurantpreisen und vor allem wesentlich höheren Alkoholpreisen bei unserer Berechnung auf Platz 9. Das heißt: Wer das schöne Land wegen der unglaublichen Natur bereist und sich überwiegend selbst verpflegt, kann in Schweden durchaus einen "Preis werten" Urlaub erleben.

Spanien hingegen, das die viertteuersten Standplatzgebühren hat, bietet günstigere Preise in Bezug auf Sprit und Essengehen, was das Land bei unserer Berechnung immerhin auf den zweiten Platz hebt. Preislich ambitioniert bleibt bei aller Berechnung die Schweiz: Bei den Eidgenossen ist einfach alles etwas teurer als anderswo.

Ebenfalls tiefer in die Tasche greifen müssen UrlauberInnen mittlerweile auch in eigentlich "traditionellen Campingländern" wie Kroatien und Italien, die nicht nur die fast höchsten Standplatzpreise haben, sondern deren Nebenkosten in den letzten Jahren ordentlich in die Höhe gegangen sind.

So viel zur Kostenplanung. Was nun noch fehlt, ist der persönliche Startschuss sowie weitere Lockerungen oder gar Aufhebungen von Reisebeschränkungen. Dann wird sicher viel los sein auf den Campingplätzen in Deutschland.

Fazit

Hoch im Kurs – Dadurch, dass der Campingurlaub im eigenen Land nicht nur günstiger ist als bei unseren europäischen Nachbarn, sondern auch kürzere An- und Abreisezeiten sowie – Pandemie-bedingt wichtiger als zuvor – ein stabiles Gesundheitssystem bietet, wird Deutschlands Attraktivität in diesem Jahr noch mal steigen. Hinzu kommen viele Neuzulassungen und Mietmobile, sodass schon jetzt davon auszugehen ist, dass es mancherorts ziemlich eng wird in der Hauptsaison. Wer sich seine Zeit also frei einteilen kann, wählt besser schulferienfreie Wochen – und besucht weniger bekannte Regionen. Wie wär’s denn mit dem Ach- und Blautal, der Rureifel, dem Wangerland oder dem Donaudurchbruch? Kennen Sie nicht? Na, dann los und viel Spaß.

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