Reise-Tipp Kroatien Christian Prager
Kroatien, Reise-Infos
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Kroatien Reise-Infos

Wissenswerte Fakten über Kroatien Alle wichtigen Infos für die Campingreise

Rechnet man alle Inseln mit, kann Kroatien mit einer über 6.000 Kilometer langen Küste aufwarten. Tatsächlich gehört das EU-Land nicht zu den besonders großen, aber äußerst vielfältigen Mittelmeerstaaten. Unsere Übersicht zeigt alle wissenswerten Fakten für CamperInnen.

Ziele

Rund 60 Millionen ausländische Touristen besuchten 2019 Kroatien. Damit liegt das Land sogar weltweit unter den Top Ten der touristischen Ziele und erwirtschaftet auf diese Weise fast ein Fünftel seines Bruttoinlandsprodukts. Der Blick auf die Landkarte zeigt eine klare Gliederung zwischen Inland und Küstenregionen. Touristen bevorzugen klar die Adriaküste mit der nördlichen Halbinsel Istrien und den Inseln der Kvarner Bucht sowie Dalmatiens.

Aus deutscher Sicht sind die Adriastrände in Istrien nicht weiter entfernt als die italienische Adria, doch haben sie durch die felsenreiche Küste einen ganz anderen und eigenen Charakter. Im Inland gewinnt die historische und gleichzeitig sehr lebendige Hauptstadt Zagreb an touristischer Bedeutung.

Zu den Klassikern im Hinterland zählt der Nationalpark Plitvicer Seen, der nicht zuletzt durch die Karl-May-Verfilmungen der 1960er Jahre im Bewusstsein ist. Jüngere Filmfans pilgern zu den Kulissen der Serie Game of Thrones, die unter anderem in Dubrovnik gedreht wurde. Insgesamt zählt Kroatien zu den etwas dünner besiedelten Ländern Südeuropas. Die Natur steht hier im Mittelpunkt.

Auf vielen kroatischen Plätzen steht man nah am Wasser; dort ist die Zufahrt für größere Fahrzeuge nicht immer leicht.

Übernachten

Schon als Teilrepublik Jugoslawiens empfing Kroatien CampeInnen mit offenen Armen. Seitdem hat sich die Art und Struktur der Plätze stark gewandelt. Auf den beliebten Plätzen an der Küste haben die Komfortstandards westeuropäisches Niveau erreicht oder bereits übertroffen. Größere Gruppen haben die kroatische Campingwirtschaft professionalisiert und mit hohen Investitionen echte Traumplätze geschaffen.

Damit einher gehen zwei Trends: Die Zahl hochwertiger Mietunterkünfte nimmt zu. Im Rückgang ist dagegen die Auswahl an FKK-Anlagen, die für deutsche Touristen einst besondere Anziehungspunkte waren. Im europäischen Vergleich hat Kroatien für FKK-Freunde immer noch viel zu bieten.

Wie überhaupt unter den mehr als 300 Campingplätzen im Land für jeden Geschmack etwas dabei ist – vorausgesetzt, man bevorzugt die Küste. Rund 80 Anlagen zählen mit vier oder fünf Sternen zur Top-Kategorie. Keine Tradition haben in Kroatien die raren Wohnmobilstellplätze. Zudem sind freie Übernachtungen verboten – selbst auf privatem Grund – was in den Küstenregionen auch regelmäßig überwacht wird.

Reisezeit

Die Zweiteilung Kroatiens zwischen Küste und Landesinnerem offenbart sich auch beim Wetter. Im Inland herrscht ein kontinentales Klima mit frostigen Wintern, während an der Adria mediterrane Verhältnisse einladen. Die milden Winter sind aber mit starken Niederschlägen verbunden.

Erste Vorzeichen des Sommers zeigen sich in Dalmatien und an der südlichen Küste bereits im April. In Istrien kann man ab Mai mit einem sonnigen Frühling rechnen. Als Hauptsaison mit sommerlicher Hitze gilt die Zeit von Juni bis Mitte September.

Die meisten Campingplätze öffnen zwischen Mitte April und Mitte Mai und schließen im Oktober wieder ihre Tore. Ganzjährig geöffnete Plätze sind selten, werden aber mehr, sodass in den Wintermonaten etwa 30 Anlagen zur Verfügung stehen.

An der Dalmatinischen Küste nahe Split liegt Camping Belvedere, der auf Terrassen angelegt ist.

Preise

Kuna heißt die Währung in Kroatien (1 Euro = ca. 7,5 Kuna), wobei in touristischen Regionen oft die Bezahlung in Euro möglich ist. Der Wechselkurs fällt dabei aber oft ungünstiger aus. Mit der EC-Karte erhält man die Landeswährung problemlos an einem der zahlreichen Geldautomaten. Die Lebenshaltungskosten liegen im Vergleich zu Deutschland auf einem günstigeren Niveau, jedoch wird das nur in ländlichen Regionen spürbar.

An den Küsten und auf den Inseln haben die Preise in der Gastronomie und an den Tankstellen fast mitteleuropäisches Niveau erreicht. Die Campingkosten liegen wegen der zahlreichen hochklassigen Anlagen sogar darüber. Laut Auswertungen des ADAC kostet eine Übernachtung in der Hochsaison für eine Camperfamilie mit Kind durchschnittlich 50,82 Euro. Damit rangiert Kroatien nur knapp hinter Italien und der Schweiz.

Verkehr

Über Österreich und Slowenien erreicht man das kroatische Straßennetz. Außerorts dürfen Gespanne hier mit bis zu 80 km/h unterwegs sein, auf der Autobahn bis 90 km/h. Das Gleiche gilt für schwere Wohnmobile über 3,5 Tonnen. Leichtere Wohnmobile dürfen außerorts bis zu 90 km/h fahren, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf Autobahnen 130 km/h.

Das städtische Tempolimit beträgt 50 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Für Fahrer unter 25 Jahren gelten zum Teil verschärfte Verkehrsregeln. In den Wintermonaten muss mit Abblendlicht gefahren werden. Automobilclubs empfehlen die Mitnahme der Grünen Versicherungskarte, um eine eventuelle Schadensabwicklung zu erleichtern. Umweltzonen wurden in Kroatien bisher nicht eingeführt.

Haustiere

Hund oder Katze müssen per Mikrochip identifizierbar sein. Außerdem wichtig: die Eintragung der Chip-Registrierungsnummer und einer gültigen Impfung gegen Tollwut im EU-Heimtierausweis bzw. Zertifikat. Bestimmte Hunderassen müssen einen Maulkorb tragen.

In öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Fähren ist der Maulkorb für alle Hunde verpflichtend. In der Öffentlichkeit besteht Leinenpflicht. Wer mit Hund ans Meer will, muss einen der wenigen Hundestrände oder Naturstrände aufsuchen.

Maut

Kroatien-UrlauberInnen werden zunächst in Österreich und Slowenien zur Kasse gebeten. Wer sich vor der Reise die passenden Vignetten für beide Länder besorgt und die Videomaut für Tunneldurchfahrten entrichtet, erleichtert die Anreise. In Kroatien sind Autobahnen ebenfalls gebührenpflichtig, doch wurden sie bislang nicht bis in jeden Winkel ausgebaut und bleiben preislich moderat.

Bezahlt wird an Mautstationen in bar oder mit Kreditkarte. Für Gespanne und Wohnmobile sowie in der Hauptsaison ist ein Preisaufschlag fällig (unter 3,5 t jeweils Klasse 2). Zu überschaubaren Kosten gelangt man über eine Brücke nach Krk und mit Fähren auf viele weitere Inseln.

Sprache

Die Bedeutung des Tourismussektors wirkt sich positiv auf die Verständigung in den stärker besuchten Regionen aus. Mit Englisch oder Deutsch kommen Urlauber auf dem Campingplatz, in der Gastronomie und an Sehenswürdigkeiten gut zurecht. Es schadet jedoch nicht, wenn man einige kroatische Wörter auf Schildern richtig deuten kann.

  • Campingplatz = Kamp
  • Rezeption = Rezepcija
  • Lebensmittel/Bäckerei = Market/Pekar
  • Restaurant = Restoran
  • Pool = Bazen
  • Stellfläche = Parcele
  • Stromanschluss = Priključak za struju
  • Sanitär/Dusche/WC = Sanitarije/Tuš/WC
  • Entsorgungsstation = Kamper servis
  • Wohnmobil = Kamper
  • Wohnwagen = Karavan
  • Zelt = Šator

Fazit

Kroatien wird bei CamperInnen immer beliebter. Egal ob im Landesinneren oder an der Küste: Kroatien hat landschaftlich, kulturell und auch kulinarisch viel zu bieten. Wer zur Hauptsaison nach Kroatien reisen möchte, sollte den Campingplatz eventuell vorreservieren.