Reise-Tipp Stade Martin Elsen
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Campingreise mit dem Caravan nach Stade

Norddeutsche Gelassenheit und viel Geschichte

Frischen Wind im Norden verspricht die Hansestadt Stade, die ohne das übliche H im Autokennzeichen auskommt. Zwischen Fachwerk und Hafenanlage bekommt man hier die volle Dosis norddeutscher Gelassenheit.

Wenn es eines Beleges bedarf, zu welchem Reichtum geordneter Handel führen kann, dann steht dafür ein Name: die Hanse. Über 500 Jahre hinweg war dieser ursprüngliche Kaufmannsbund die Basis für das Erblühen zahlreicher Städte vornehmlich im Norden Deutschlands. Noch heute legen sie Zeugnis davon ab. Etwa in Stade, mit seinen 50.000 Einwohnern im unverdienten touristischen Bekanntheitsschatten Hamburgs.

Die Stadt überstand eine Feuersbrunst, dänische und schwedische Eroberer im Mittelalter und widerstand modernistischen Bestrebungen einer neuzeitlichen Stadtsanierung in den 1960er Jahren. Eine kluge Wirtschaftspolitik vor ihren Toren spülte ordentlich Geld in die Stadtkasse – und zurück in eine Pflege des mittelalterlichen Stadtbildes. Herausgekommen ist ein Gesamtkunstwerk. Egal, von welcher Seite man in die Stadt kommt, welche Straße man begeht, in welchem Café oder Restaurant man sitzt: Man ist eingenommen von diesem Flair des Kleinen, des Feinen.

Historisches Stade

Der Stadtkern, fast vollständig umschlungen vom Wasser der Schwinge, eines nur knapp 29 Kilometer langen und weitgehend unbekannten Nebenflusses der Elbe, bietet alles, was eine Sehnsuchts-Stadt ausmacht, verzichtet auf Hochbauten, nutzt historische Gebäude für heutige Handelsformen, ist weitgehend frei von Leerständen. Die Stadt lässt noch drei Buchhandlungen, eine gar mit Antiquariat, leben, hat Raum und Arbeit für einen 84-jährigen Uhrmachermeister, der gern auch Touristen schnell hilft, wenn keine Hexerei verlangt wird, und verschandelt das Bild nicht mit Ramschständen. Wer sich hier nicht wohlfühlen kann, ist selber schuld.

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Martin Elsen
Die „Straße West“ mit dem Kunsthaus, einem ehemaligen Speicher, im Herzen der Hansestadt.

Mehrere museale Orte lassen tiefe Einblicke in die Geschichte zu, allen voran im Holzkran und im Schwedenspeicher mit dem nahen Baumhaus. Das Bürgermeister-Hintze-Haus ist ein Hingucker, das Kunsthaus mit seiner Galerie ein Reingucker.

Die Häfen prägen mit neuem Inhalt weiterhin die Stadt. Am Hansehafen flanieren Einheimische und Gäste, im Stadthafen machen Yachten fest und liegt das funktionstüchtige, als Museum genutzte Küstenmotorschiff „Greundiek“, während der Holzhafen von Badenden und Kanufahrern bevölkert wird. Und feiern können sie, die Stader. Anfang Mai steigt jährlich das Craft Beer und Gourmet Festival, Mitte Juni das Altstadtfest, gefolgt von der Langen Nacht und dem Winzerfest Mitte Juli. Mitte Oktober lädt das Shantychor-Festival ein, und zum Jahresende duftet es auf dem Weihnachtsmarkt.

Der Stadersand gestattet einen freien Blick auf die Elbe. Nach Süden erstreckt sich das Alte Land, das etwa am Fährhaus Twielenfleth oder am Lühe-Fähranleger weitere Parkplätze bietet, von denen aus ein ausgiebiges Schiffe-Gucken möglich ist. Aber auch landeinwärts bietet die Stader Umgebung manches für die Sinne. Die Gegend, das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet nördlich der Alpen, lockt im Frühjahr zur Obstblütenzeit, ein Genuss für die Augen. Die natürliche Pracht ist durchwoben von ansehnlichen Bauernhäusern und maritimen Elementen. Geerntet wird von Frühsommer bis Herbst, vor allem Äpfel, aber auch Kirschen. Kaufen kann man beides direkt bei den Obstbauern.

Der besondere Tipp für Stadebesucher

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Klaus Zwingenberger
Im Norden der Stadt erstreckt sich der Fischmarkt, der mit den Straßen Wasser Ost und Wasser West den Hansehafen säumt.

Im Norden der Stadt erstreckt sich der Fischmarkt, der mit den Straßen Wasser Ost und Wasser West den Hansehafen säumt. Dort steht heute der Nachbau des Stader Holzkrans, viel fotografiert, aber weniger besucht. Die kostenlose Ausstellung erzählt die faszinierende Hafen-Geschichte Stades. Man mag es nicht glauben, dass eine so kleine Stadt abseits des großen Wasserweges Elbe so viele Häfen unterhielt. Wer einen Euro spendet, bekommt ein Faltblatt, um das Thema zu vertiefen. Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr.

Touristeninformation:

Campingplätze rund um Stade

Campingplatz Neßhof 21720 Guderhandviertel (D) 4 Bewertungen 19 EUR/Nacht
Campingpark Harsefeld 21698 Harsefeld (D) 7 Bewertungen 14,50 EUR/Nacht
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