Lena Everding, cabinski GmbH
Tiny House Cabinski Montafon
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Tiny House Cabinski Montafon 22 Bilder

Familienurlaub im Tiny House: Cabinski Montafon

Minimalistisch Reisen im Tiny Home zum Mieten Familienurlaub im Tiny House

Einzigartig, nachhaltig und unglaublich gemütlich: Dank den Tiny Houses von Cabinski wird das Leben auf engstem Raum zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis.

Noch dämmert es. Wir Eltern liegen oben im Stockbett, atmen den Duft von Fichtenholz ein und schauen aus dem Dachfenster in den Morgenhimmel. Unten raschelt eine Bettdecke. Kurz darauf tapsen nackte Kinderfüße über den Holzboden. Im Schlafanzug sitzt unser Kleiner auf der Bank vor dem Panoramafenster und schaut hinaus in die verschneite Winterlandschaft, die gerade aus der Nacht erwacht.

Tiny House Cabinski Montafon
Isabell Krautberger
Der gemütlichste Platz in der Cabin: Die Bank am Panoramafenster mit Blick in die Berge.

Cabinski – was ist das?

Cabinski nennen sich die zehn minimalistischen, komfortablen und smarten Tiny Häuser in St. Gallenkirch im Montafon im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Sie stehen mitten auf einer Wiese, direkt am Waldrand, umgeben von hohen Bergen. Dass diese Tiny Häuser etwas Besonderes sind, das sieht man auf den ersten Blick. Alles ist aus Holz, Metall und Glas. Vorn die Eingangstür, hinten ein riesiges Panoramafenster: Die Form der Cabins ist nicht die eines normalen Häuschens.

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Lena Everding, cabinski GmbH
Schon auf den ersten Blick erkennt man, dass die Tiny Houses von Cabinski etwas besonders sind.

Unsere Große dreht den Schlüssel im Schloss der Eingangstür um und betritt die Cabin. Staunend bleibt sie am großen Doppeldecker-Stockbett stehen. Unten will sie mit ihrem Bruder schlafen. Das sei ihre Räuberhöhle, meint sie.

Eine breite Treppe führt hinauf ins Loftbett wo mein Mann und ich die nächsten Tage schlafen werden. Durch ein großes Dachfenster können wir direkt in den Himmel schauen. Die Rückwand der Treppe ist gleichzeitig die Rückwand der Küche. Vier Cerankochfelder, Spülmaschine, Kühlschrank und Mikrowelle inklusive Grill-Funktion: alles, was man braucht, ist da.

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So klein und doch ist alles da: Die Cabins sind bis ins Detail durchdacht und versprühen eine unglaubliche Gemütlichkeit.

In einem offenen Regal stehen Töpfe, eine Glaskaraffe, eine Handkaffeemühle und ein Schwanenhalskessel aus Edelstahl zum Wasserkochen. Auch das hochwertige Steinzeug Geschirr, handgefertigt in Portugal, steht dort. Davor ein Holztisch mit vier Stühlen.

Während wir unser Tiny House erforschen und uns das Gefühl von Wärme und Behaglichkeit überkommt, haben es sich die Kinder längst auf der breiten Bank vor dem Panoramafenster bequem gemacht. Viele Kissen liegen dort, auch Kuscheldecken. Beide drücken sich die Nase an der Scheibe platt und schauen hinüber zu den schneebedeckten Bergen.

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Isabell Krautberger
Über das Doppel-Stockbett kann man nur staunen.

Familienurlaub im Tiny House – funktioniert das?

Tiny Häuser sind klein – logischerweise. Wie ist es also im Winter Familienurlaub auf engstem Raum zu verbringen? Wir sind selbst gespannt. Denn obwohl wir versucht haben, nur so wenige Gepäck wie möglich mitzunehmen, kommt bei einer vierköpfigen Familie, die vorhat Skifahren zu gehen, ganz schön was zusammen. Doch die Cabins offenbaren sich dank versteckter Features als wahre Raumwunder.

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Isabell Krautberger
Man hat weitaus mehr Platz in der Cabin als vermutet.

In den vier großen Schubladen unter der Bank bringen wir all unsere Kleider unter und dank unzähliger Haken entlang der Wand findet jede Skijacke und jeder Schneeanzug seinen Platz. Schuhe wandern ins Schuhregal unter der Garderobe direkt neben der Eingangstür. In den darüberliegenden Fächern verstauen wir Spielsachen und Co. und auch im Bad hat es wirklich viel Stauraum.

Tiny House und Camping – was hat das miteinander zu tun?

Wir sitzen am Fenster und spielen Memory. Auf dem Herd köchelt Tomatensauce. Es ist gemütlich in unserer Cabin. Das Tiny House versprüht eine Wärme und Wohlbehagen wie ich es noch selten in einer Urlaubsunterkunft verspürt habe. Das Tiny House ist gemütlich und modern zugleich, minimalistisch und doch wahnsinnig vielseitig. Das Gute am minimalistischen Reisen: Man konzentriert sich auf das Wesentliche, lebt im Hier und Jetzt, weit weg von der ständigen Erreichbarkeit, die im Alltag so häufig verlangt wird. Das tut gut.

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Isabell Krautberger
Minimalistisch zu reisen, bedeutet, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In unserem Fall bedeutet das eine unvergessliche Zeit, als Familie abseits der Alltagshektik zu verbringen.

Der Kopf kommt zur Ruhe. Und während ich so am Fenster sitze und meine Familie beobachte, kommen Erinnerungen an unsere Campingurlaube hoch. Tiny House und Campen, das ähnelt sich gewaltig. Denn "Downsizing", sich verkleinern und auf das Nötige besinnen, zeichnet im Grunde genommen den Kern beider Reiseformen aus.

Die Macher von Cabinski

Die Idee zum Cabinski kam den Gründern Christopher Eichhorn und Tim Suske im Jahr 2017. Sie sind Freunde seit Kindestagen an und beide verbindet schon seit langem die Liebe zu den Bergen. Vor fünf Jahren eröffnete sich ihnen die Möglichkeit, eine 2.500 Quadratmeter große Wiese zu pachten. Der Haken: Die Pachtdauer beträgt lediglich 25 Jahre. Ein klassisches Hotel, Ferienwohnungen oder ähnliches darauf zu bauen, lässt sich also nicht realisieren.

Aus dem Anspruch heraus, etwas für mehr Nachhaltigkeit im Alpentourismus zu unternehmen, entwickeln Chris und Tim gemeinsam die Idee, Wohnraum zu minimieren und den eigenen ökologischen Fußabdruck während eines Urlaubs in den Alpen zu reduzieren. Sie wollen eine Art Pop-up-Hotel schaffen. Schlussendlich entstand so Cabinski, das im Sommer 2020 – mitten in der Pandemie – öffnete und seitdem quasi durchweg ausgebucht ist.

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Die Macher von Cabinski: Tim Suske und Christopher Eichhorn.

Nachhaltigkeit spielt im Cabinski eine große Rolle. Die gesamte Cabin wurde größtenteils aus österreichischem Holz in der Nähe von Salzburg hergestellt. Gäste schlafen in fair produzierter Bio-Bettwäsche von Erlich-Textil, waschen sich die Hände mit Seife von stop the water und duschen unter fast komplett kalkfreiem Berg-Wasser, welches durch eine Luft-Wärmepumpe erhitzt wird. Das Essen genießt man auf einer Tischplatte aus Wildeiche vom befreundeten Schreiner und die Filzunterlagen auf der großen Bank sind aus Wolle vom Montafoner Steinschaf hergestellt. Nachhaltiger geht es wohl kaum.

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Nachhaltigkeit spielt im Cabinski eine große Rolle.

Minimalismus tut gut

Nach einem langen Tag auf der Piste kommen wir zurück in unsere Cabin. In Skiunterwäsche sitzen wir am Tisch. Es gibt kein Fernseher und wir haben nur wenige Spielsachen dabei. Es gibt kein Gestreite und kein Gequengel. Wir lesen Bücher und erzählen uns Geschichten. Wir genießen diese intensive Familienzeit.

Das Wohnen auf rund 27 Quadratmeter Fläche schränkt uns nicht ein. Ganz im Gegenteil. Wir fühlen uns so frei und unbeschwert wie selten zu vor. Familienurlaub im Tiny House: Das sollte jede Familie mal ausprobieren.

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Isabell Krautberger
Urlaub auf engstem Raum: Das erinnert an Camping und kann wunderbar sein.

Infos zum Cabinski

Die zehn Tiny Houses stehen in St. Gallenkirch im Montafon auf einer 2.500 Quadratmeter großen Wiese. Die Cabins haben eine Brutto-Grundfläche von 35 m2 und bieten eine Netto-Wohnfläche von knapp 27 m2. Sie sind 10 Meter lang, 3,5 Meter breit und 11 Tonnen schwer. Die Häuser werden über eine wassergeführte Fußbodenheizung geheizt. Die gesamte Aufbereitung des warmen Wassers erfolgt über einen zentral installierten Luft-Wärmetauscher, der mit Ökostrom betrieben wird.

Die Tiny Houses lassen die Gründer Tim Suske und Christopher Eichhorn in Holzrahmenbauweise fertigen. Dabei werden nur hochwertige Materialien verwendet: nur Holz oder Glas, kein Plastik.

Preis: Die Nacht für 2 Personen in einer Cabin kostet ab 99 Euro. Mindestaufenthalt sind drei Nächte.
Info: www.cabinski.at

Fazit

Camping bedeutet schon immer Leben auf begrenztem Raum. Und deswegen ähnelt Camping dem Urlaub im Tiny House so sehr. Minimalistisch reisen, bedeutet auch sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das tut gut. Vor allem, wenn die Tiny Häuser so besonders, gemütlich und dazu auch noch nachhaltig wie hier im Cabinski sind.

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