Zelt, Ausblick aus Zelt Scott Goodwill/Unsplash

Alles über Wildcamping in Deutschland 2020

Was erlaubt ist und wo man Campingspots findet

Wie sieht die Gesetzeslage zum Thema Wildcampen in Deutschland aus? CARAVANING zeigt, an welchen Orten das abgeschiedene Zelten möglich ist und wo es im Internet Plattformen gibt, um einen solchen Zeltplatz zu finden.

Neben dem Knistern des Lagerfeuers sind nur die Rufe einer fernen Eule aus dem umliegenden Walden zu hören. Alles ist dunkel, der Camper sitzt am eigenen Zelt und ist mitten im Nirgendwo, von Natur und Sternenhimmel umgeben. Diese Vorstellung bleibt für viele Zeltcamper in Deutschland eine Utopie. Denn Wildcampen mit Zelt, abseits von ausgewiesenen Plätzen, ist hierzulande offiziell nicht erlaubt.

Verwirrende Gesetzeslage zum Wildcampen

Jedes Bundesland hat eigene Naturschutz- und Waldgesetze, die Rechtsgrundlage ist relativ undurchsichtig. Generell ist Campen oder Zelten in Naturschutzgebieten verboten und auf Privatgrund nur mit Zustimmung des Eigentümers erlaubt. Dies betrifft beispielsweise auch Privatwälder.

Daneben gilt in Deutschland aber ebenso das sogenannte Betretungsrecht: Dies wiederum spricht jedem das eigene Recht auf Erholung in der freien Landschaft zu. Das umfasst theoretisch auch das Übernachten, nicht aber das Campen. Den Unterschied macht in diesem Fall das Zelt. Denn das Biwakieren, das Übernachten ohne Zelt, beispielsweise nur mit Isomatte und Schlafsack, ist eine rechtliche Grauzone und nicht direkt verboten. Eine Nacht im Biwak wird daher in der Regel geduldet. Wenn man weiß, wohin die Reise gehen soll, ist es aber dennoch ratsam vorab nochmals die dort geltenden Gesetze in Erfahrung zu bringen.

Biwakieren, zelten
Jack Sloop/Unsplash
Links: Übernachten im Zelt ist in Deutschland in der freien Natur verboten. Wer jedoch wie rechts im Bild auf einer Isomatte im Schlafsack unter freiem Himmel übernachtet, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Hier klappt Wildcamping in Deutschland

Wer auf Nummer Sicher gehen will, zelten möchte und dennoch gerne an abgelegenen Spots übernachtet, der findet auch auf sogenannten Naturlagerplätzen ein Plätzchen zum Zelt aufschlagen. Ein bisschen mehr Komfort bieten Trekkingplätze. Sie sind in der Regel mit Komposttoilette, einer Feuerstelle samt Sitzmöglichkeit sowie einem Zeltplatz ausgestattet.

Onlineplattformen zum Finden von Zeltplätzen

Einige Einzelangebote, wie etwa Trekking Eifel oder Wildes Schleswig-Holstein, ermöglichen das Buchen von Übernachtungsplätze für Zeltcamper. Während im Nationalpark Eifel das Angebot vom Nordeifel Tourismus kommt, befinden sich die angebotene Plätze in Schleswig-Holstein sowohl auf öffentlichem als auch Privatgrund.

Früher Campinmygarden jetzt Campspace: Diese Plattform ist quasi das Airbnb für Camper und in Deutschland noch nicht sehr verbreitet. Gegen einen kleinen Obolus bieten hier Privatpersonen ihr Gartenstück als Spot an. Ob Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil - die Besitzer geben bei ihrem Inserat an, für welche Art von Campen sie einen Platz anbieten.

Ganz neu zum Frühjahr 2020 startet die gemeinnützige Plattform My Cabin. Hier können Besitzer eines kleinen Wiesenstücks dieses eintragen und zum Campen anbieten. Während sich Grundstückbesitzer sich so ein bisschen Kleingeld dazuverdienen können und Zeltcamper einen sicheren Spot finden, kommt das eingenommene Geld lokalen Landwirten und gemeinnützige Projekten für Umwelt und Gesellschaft zugute.

Zelten, Wildcampen
Josh Hild/Unsplash
Mit ein bisschen Vorbereitung und einer Vorabsuche sind dank Online-Plattformen auch in Deutschland noch abgelegene Zeltplätze auffindbar.

Was ist noch billiger als Airbnb? Genau, Couchsurfing. Das Konzept, dass User auf einer gebündelten Plattform kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten suchen und bieten, gibt es seit Mitte der 2000er Jahre mit mehr als 12 Millionen registrierten Nutzern. Für Wildcamping-Fans bieten gleich zwei deutsche Websites Plätze: Jedermansland und 1Nite Tent. Sie richten sich an Zeltcamper, die ein Stückchen Wiese zum Übernachten suchen. Während Jedermannsland sowohl kostenpflichtige und kostenlose Spots umfasst, liegt der Fokus von 1Nite Tent auf dem kostenfreien Stück Wiese ohne Gegenleistung.

Leider verboten: Wildcampen mit Fahrzeug

Wer mit dem Caravan unterwegs ist, kann in Deutschland leider nicht klassisch wildcampen im Wald oder in der Wildnis. Möglich ist hierzulade maximal eine Übernachtung am Straßenrand zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ – Mehr dazu lesen Sie hier.

Fazit

Das Gesetz brechen, um wild zu campen, muss nicht sein. Wer in Deutschland wildcampen gehen möchte, sollte sicherstellen, dass man sich an einen explizit dafür ausgewiesenen Spot wie einem Naturlage- oder Trekkingplatz befindet. Ansonsten gibt es mittlerweile unterschiedliche Plattformen online, die es leicht machen einen privaten Zeltplatz kostenlos oder günstig zu finden.

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