Reisewelle in den Osterferien

Staus umfahren auf der Osterreise

Nicht dann fahren, wenn alle fahren: Clevere Routenplanung hilft gegen die Staufalle. Foto: Petair - Fotolia

Der Reiseverkehr in den Osterferien wird wieder für volle Autobahnen sorgen – Staus und Unfälle sind vorprogrammiert. Der TÜV SÜD gibt Ihnen fünf Tipps, wie Sie an Ostern sicher ans Ziel kommen.

Jahrein, jahraus können Autofahrer zur Reisezeit von der rechten Fahrspur aus entspannt Stauforschung bei den Mitreisenden auf der Überholspur betreiben: Wenn es richtig voll wird, dehnt und zieht sich die Blechschlange zusammen wie ein Wurm. Wird‘s zu eng, kommt es zur Karambolage, denn meistens trifft es dann nicht nur zwei, sondern gleich mehrere Fahrzeuge. Im Folgenden hat TÜV Süd die wichtigsten Grundsätze für unfallfreies Fahren an Ostern zusammengetragen.

Engpässe vermeiden: Am besten im Vorfeld die Reiserouten auf Staus hin überprüfen. Statistisch gesehen sind die Reisetage mit der geringsten Verkehrsdichte Dienstag und Mittwoch. Lässt es sich – etwa aufgrund der Buchung am Urlaubsort – einrichten, dass nicht von Samstag auf Samstag verreist werden muss, sollte man dies nutzen. "Nicht samstags fahren, wenn alle fahren", sagt TÜV SÜD-Experte Eberhard Lang.

In den Rückspiegel schauen: Landen Reisende trotz aller Planung im Stau, vorsichtig dem Stauende nähern, sanft abbremsen und das Fahrzeug ausrollen lassen: "Spätestens jetzt ist es an der Zeit, den nachfolgenden Verkehr mit höchster Aufmerksamkeit zu beobachten, denn die größte Gefahr im Stau droht von hinten", sagt Lang. "Das eigene Fahrzeug ganz leicht Richtung seitlicher Begrenzung orientieren, dazu ein bis zwei Fahrzeuglängen Abstand zum Vordermann einhalten. Nur so hat man die Chance, zu reagieren, wenn der Fahrer hinter einem das Stauende übersehen hat."

Mitreisende warnen: Den Einsatz der Warnblinkanlage sieht Lang differenziert. Einerseits ist der Einsatz sinnvoll, wenn man sich dem Stauende nähert und dieses an einer unübersichtlichen Stelle ist. Andererseits kann zu frühzeitiges Einschalten – etwa bei einer Verlangsamung des Verkehrsflusses – dazu führen, dass der rückwärtige Verkehr unnötig stark abbremst.

Gasse freilassen: Steht man erst einmal im Stau, empfiehlt der TÜV SÜD-Experte unbedingt den Motor abzuschalten, selbst bei kurzen Wartezeiten. Rollt der Verkehr wieder an, sollte der Abstand zum Vordermann bei ein bis zwei Fahrzeuglängen liegen. Ganz wichtig im Stau: "In der Mitte der zwei Fahrstreifen muss unbedingt eine Rettungsgasse frei sein. Hier nicht entsprechend zu handeln, heißt Menschenleben zu riskieren", sagt Lang. Dazu die Regel: Bei drei Fahrspuren und mehr muss die Rettungsgasse zwischen dem linken äußeren und dem zweiten Fahrstreifen von links gebildet werden. Die gesicherte Unfallstelle zudem ohne Abbremsen passieren: "Gaffen verursacht wieder: Stau!"

Spur halten: Von links nach rechts und wieder zurück: So kommt niemand schneller voran. Zahlreiche Studien belegen: Selbst wer dauernd die Spur wechselt, fährt mit denselben Nachbarn aus dem Stau heraus, mit denen er hineingeraten ist. Kein Problem ist es dagegen, bei zähfließendem Verkehr Autos auf der linken Spur zu passieren: "Im Stau darf auch rechts schneller als links gefahren werden. Läuft es punktuell auf der rechten Spur besser, kann man im Verkehr mitschwimmen."

Anders schaut es mit der Nutzung der Standspur aus: Entgegen den Gepflogenheiten vieler Autofahrer ist es nicht legitim, bei Stau die letzten Kilometer vor einer Ausfahrt über die Standspur zurückzulegen: "Die Standspur ist tabu und darf nur auf polizeiliche Anweisung als Fahrstreifen benutzt werden oder – wie beispielsweise auf der A8 vor Holzkirchen – in Ausnahmefällen mit entsprechender Beschilderung." Handelt es sich nicht um eine mehrstündige Sperrung wegen eines Unfalls, bringt das Umfahren von Staustellen über Nebenstrecken nichts. "Meist sind Nebenstrecken und Ortsdurchfahrten mindestens so verstopft wie die Autobahnen", sagt Lang.

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