Der Spartan Spartanette Tandem 131 kostete 1953 so viel wie ein Einfamilienhaus und steht jetzt bei RM Sotheby's ohne Mindestpreis zum Verkauf.
Der Spartan Spartanette Tandem 131 kostete 1953 so viel wie ein Einfamilienhaus und steht jetzt bei RM Sotheby's ohne Mindestpreis zum Verkauf.
Im Jahr 1953 kostete ein kleines Einfamilienhaus rund 4.500 Euro. Für Normalverdiener stellte sich also nicht die Frage, ob für denselben Preis ein Wohnwagen gekauft werden sollte. Reiche Menschen sahen das aber anders und einer ahnte es: J. Paul Getty. Er gehörte zu der Zeit zu den reichsten Männern in Amerika und scheute keine Kosten bei der Herstellung von hochwertigen Wohnwagen mit dem Namen Spartan. Sie wurden in der Zeit zwischen 1945 und 1962 von der Spartan Aircraft Company hergestellt und mit den gleichen Techniken gebaut, die bei der Herstellung ihrer Flugzeuge verwendet wurden. Das Ergebnis waren einige der qualitativ hochwertigsten Wohnwagen, deren Preis dies spiegelte.
Wenn am 16. oder 17. Januar 2020 auf der RM Sotheby's Auktion in Arizona der Hammer fällt, wechselt einer dieser echten Caravan-Legenden seinen Besitzer: der Spartan Spartanette Tandem 131 aus dem Jahr 1953. Der komplett restaurierte Wohnwagen galt zu seiner Produktionszeit mit 4.381,66 US-Dollar als Einstiegs-Caravan von Spartan.
Der von außen vollständig polierte Wohnwagen mit Tandemachse und zwei Türen bietet neben einer Markise noch vier Stühle und einen Tisch für den Außenbereich. Der Anhänger ist 8,96 Meter lang (inklusive Deichsel 9,63 Meter) und bringt 2.758 Kilogramm auf die Waage. Im Innenraum zeigt sich, warum dieses Modell bei der Vintage Travel Trailer Show 2015 und in den Jahren 2014 und 2016 bei den Pismo Vintage Trailer Shows Preise holen konnte.
Was die Wohnwagen von Spartan so teuer machte, zeigt sich beim Blick ins Innere. Das Interieur besteht aus originalem und hochglanz poliertem Birkenholz. Die elektrischen Geräte wie Heizung, Dixie-Ofen und Herdplatte sowie der Philco-Kühlschrank befinden sich im Topzustand und laden zugleich zu einer Zeitreise in die 1950er-Jahre ein. Hinzu kommen noch eine Klimaanlage und ein Warmwasserbereiter, die gemeinsam mit dem Badezimmer, das über ein Waschbecken, eine Toilette und eine Dusche verfügt, für mobilen Luxus pur. Geschlafen wird sowohl in einem Queensize-Bett, als auch auf einem Schlafsofa. Der Esstisch ist ausziehbar.
Ein kleines, aber feines Details ist die relativ unauffällig daherkommende Jefferson 500 Chrom Clock. Sie war zu ihrer Zeit eine, wenn nicht die meist gekaufte Büro-Uhr. Das Gehäuse der nach einem Schiffskompass designten Uhr besteht aus einer Zinkdruckgusslegierung. Die Zeiger sind aus Messing mit einem gebürsteten Satin-Finish. Der Sekundenzeiger ist mit roter Emaille veredelt. Übermäßige Kabellängen können per Aufrollpropeller im Sockel gelagert werden. Die erste Uhr dieses Typs wurde am 18. Juli 1958 produziert – und somit fünf Jahre nach dem Spartan Spartanette Tandem 131. Sie bringt stolze 2,4 Kilogramm auf die Waage und kostete anfangs 19,95 US-Dollar. Mitte der 70er-Jahre waren es 40 US-Dollar.
Mit dem Spartan Spartanette Tandem 131 steht ein Wohnwagen zum Ersteigern bereit, den es nur noch selten zu sehen gibt. Wer ein wenig, oder auch ein wenig mehr Geld übrig hat, sollte zugreifen. Einen Hingucker zieht man mit ihm auf jeden Fall hinter sich her.