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Praxis-Tipp Schneeketten

Schneeketten sichern Ihren Wohnwagen

Zubehör - Schneeketten Foto: Uli Regenscheit 6 Bilder

Schneeketten sind im Winter wichtiges Zubehör. Darauf müssen Sie bei Montage und Anwendung am Gespann achten.

09.12.2011

Wer in den Winter will, braucht geeignete Ausrüstung. Mindestens der Zugwagen, am besten auch der Wohnwagen, sollten mit ausreichend profilierten Winterreifen ausgerüstet sein. Dazu sollten für die Antriebsachse des Zugfahrzeugs Schneeketten mitgeführt werden. Alternativ sind in einigen Alpenländern bereits textile Anfahrhilfen wie etwa die überraschend wirksamen Autosock zulässig. In Sachen Belastbarkeit und Langlebigkeit haben jedoch die bewährten Stahl- Schneeketten  uneingeschränkt die Nase vorn.

Das Angebot an Schneeketten ist vielfältig, günstige Varianten sind schon deutlich unter 100 Euro zu haben. Top-Schneeketten aus Edelstahl kosten leicht das Vierfache. Wer jetzt aber glaubt, mit guten Schneeketten , aber nur durchschnittlichen Allwetterreifen dem alpinen Winter trotzen zu können, der irrt. Eine Schneekette ist immer nur so gut wie der Reifen darunter. Nur die Kombination aus Reifenhaftung und der Verzahnungswirkung der Kette bringt optimalen Vortrieb und beste Lenk- und Bremseigenschaften.

Die Montage von Schneeketten gestaltet sich meist einfacher als gedacht. Natürlich sollte das Anlegen vor der ersten Winterfahrt im Trockenen geübt werden. Auch helfen Handschuhe, eine isolierende Unterlage, die Warnweste sowie eine Stirnlampe unnötigen Stress und Gefahr im Fall der Fälle zu vermeiden. Klar ist auch, dass Ketten bei Hecktrieblern hinten, bei front- und allradgetriebenen Fahrzeugen vorne montiert werden. In beiden Fällen ist darauf zu achten, dass kein Teil der Kette mit Bremsteilen, Schläuchen oder Kabeln im Radhaus in Berührung kommen darf.

Beim Fahren mit Ketten ist neben der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h besonders bei Fahrzeugen ohne ESP die deutlich veränderte Fahrdynamik zu beachten: Fronttriebler neigen mit Ketten zum Über-, Hecktriebler eher zum Untersteuern. Für beide Antriebskonzepte gilt: Ketten wirken erst mit Schlupf. Durchdrehen ist klar erwünscht, die vorhandenen Schlupfregelsysteme wie ASR und ESP müssen dazu abgeschaltet werden.

Caravaning Winter-Fahrtipps

Mit gut profilierten Winterreifen, am besten mit Schneeflocken-Symbol am Zugwagen, zumindest M+S-gestempelten Ganzjahresreifen auf dem Caravan sowie zwei Schneeketten für die Antriebsräder, sollten winterliche Steigungen auch mit dem Wohnwagen-Gespann zu meistern sein. Um kritische Situationen auf glatten Gefällstrecken zu vermeiden, sollte vor allem der Auflaufdämpfer und die korrekte Einstellung der Auflaufeinrichtung ein ruckfreies Ansprechen der Radbremsen garantieren. Um ein Blockieren der Auflaufbremse und ein Ausbrechen des Caravans auf glatter Bahn bergab zu vermeiden, muss besonders behutsam zurückgeschaltet und gebremst werden. Beginnt der Wagen mit der Antriebsachse wegzurutschen, kann man bei Fronttrieblern durch sanftes „auf-Stufe-setzen" der Handbremse die Hinterachse an der Bremswirkung beteiligen.


Ketten auf dem Wohnwagen?

Die Straße geht spiegelglatt bergab, die Anhängerräder blockieren. Nun genügt ein leichter Lenkeinschlag oder eine leicht hängende Fahrbahn, und das verzögernde Gespann knickt ein. Selbst moderne ESP-Systeme sind hier ohne jede Chance.

Nur dann, wenn die Haftungsreserven der Caravanreifen das Gripniveau der Zugwagenpneus erreichen, kann das Gespann auch in solchen Extremsituationen sicher in der Spur gehalten werden. Neben guten Winterreifen auf dem Wohnwagen können hier Schneeketten in vielen Fällen helfen. Besonders wirksam sind sie auf festgefahrenem Schnee, auf Glatteis sind sie eher hilflos.

Fahrerisch entschärft man solche Situationen durch extrem frühzeitiges und gerades Heranbremsen an Kurven, Kehren und die gerne vereisten Wartezonen vor Ampeln.

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